Findesatz-Gedicht 103

Heute ist der Himmel mein Hut

Die Sonne mein Kleid

Das Gras meine Stiefel

Der Wind ist mein Strumpfband

Die Wolke mein Spiegel

Ich finde mich schön damit

Wenn ich am Abend heimkehre

lege ich meine Kleidung auf die Truhe

und mich zur Ruhe

Ich lasse mich vom Mond zudecken

und die Sterne erzählen ihre sanfteste Gute-Nacht-Geschichte

Findesatz-Gedicht 102

Es war nicht nur ein Erleben
es war auch ein Erlernen
Das Leben traf mich
ich stieg mitten hinein
Allein war ich nie
auch wenn ich es gelegentlich meinte
Feste umgaben mich
Ich wurde in ihre Mitte genommen
Auf langen Straßen flossen die Gedanken seicht davon
Worte hafteten auf meiner Haut
Meine Wünsche reichten bis zu den Sternen
Der Wind sprach von dem Künftigen
Und alles hängt mit allem zusammen
an diesen unsichtbaren Fäden
Mein Lächeln hat ein Gedächtnis

Findesatz-Gedicht 101

Ich bin Gedanken und Gefühle, Wohlwollen, Güte und Wärme

An manchen Tagen bin ich mir ganz nahe

Ich bin Tanz, Struktur und Chaos

An manchen Tagen umarmen sich die Gegensätze

Ich bin Nebelschleier, Wolke und eine Möwe am Meer

An manchen Tagen fliegen meine Ängste auf und davon

Ich bin Stärke, Leichtigkeit und Freiheit

An manchen Tagen erinnert mich das Leben, dass ich jederzeit alles bei mir habe

Findesatz-Gedicht 100

Was suchst du?

Was fällt dir leicht?

Was möchtest du noch lernen?

Lebst du deine Facetten?

Wo wohnt dein Schatten?

Würdest du alles noch einmal so machen?

Welche Gebote sind dir wichtig?

Welche Regeln brichst du?

Wohin verzieht sich dein Nebel?

Findesatz-Gedicht 99

Geil, ich esse jetzt Blaubeeren, mein Leben hat wieder Sinn

Manchmal reicht diese kleine blaue Beere,

die den Sommer in sich wohnen hat

Sie erzählt von Feldern, Sonne und Wind

Sie küsst den Gaumen

und zeigt, das Glück muss nicht groß sein