22. Januar – Findesatz-Gedicht

Sehnsucht
ein Wort das sanft klingt
leise und flüsternd
Dabei ist sie stark
klar und hinweisend
Sehnsucht ist die Kraft
die uns den Mut gibt
Träume wahr werden zu lassen
Sie schweigt nicht gerne
und das ist gut
denn sie weiß
was wir wollen
Sie kennt uns genau

Findesatz-Gedicht 143

Ich wünsche dir leuchtende Träume
hell, wärmend und bunt sollen sie sein
Ich wünsche dir nicht
dass all deine Träume in Erfüllung gehen
Doch ich wünsche dir
dass du viele deiner Träume leben kannst
und dass du die, die du nicht leben wirst
mit gutem Gefühl zubetten kannst

Findesatz-Gedicht 138

Ich wünsche mir eine Welt
in der Menschen einander achten
in der sie nicht wegsehen
in der Hinhören groß geschrieben wird
Eine Welt
in der Bänke vor den Häusern stehen
Zäune kleiner werden
in der wir einander Gegenstände leihen
anstelle alles selbst zu besitzen
Eine Welt
in der wir auf offener Straße singen
Komplimente schenken
auch dem Unbekannten
Eine Welt
in der wir Zeit finden
für das was unsere Herzen möchten
in der Fehler umarmt werden
Eine Welt
in der wir nicht ausgrenzen
den alten Menschen zuhören
die Stimmen der Kinder laut sein dürfen
Ich wünsche mir eine Welt
mit Liebe, Neugierde und viel Vertrauen
mit bunten Blumen und Laub, das liegen bleiben darf
Wenn wir irgendetwas wollen
müssen wir es machen

Findesatz-Gedicht 123

Ich wünsche mir eine Welt mit mehr Hinsehen
Mehr Tänze auf den Bürgersteigen
Blumen in allen Straßen
und bunt fahrende Straßenbahnen
Wiesen voller Bänke, wo Alt und Jung sich treffen
Wo Menschen einander zuhören
und nicht jeder Recht haben will
Eine Welt die wir behutsam pflegen
In der es manchmal ganz leise ist
In der wir die unsichtbaren Fäden fühlen
In der das Miteinander mehr als ein großes Wort ist
Und jetzt, die Träume losschicken

Findesatz-Gedicht 94

Hier können wir uns schön hinsetzen

und nichts machen

Dieses kostbare Nichts

lässt uns tief atmen

rückt Schiefes wieder gerade

Schenkt das Dasein im Moment

und lässt uns nichts mehr wünschen

als das was gerade ist