Frankfurter Buchmesse 2026 – Mein Samstag

Am Morgen erlebte ich den großartigen Geschichtenerzähler Rafik Schami, der zu seinem Buch „Das Mosaik der Frauen“ und aus seinem reichhaltigen Leben erzählte:

Wie jeden Morgen besuchte ich den Stand des OCM-Verlags. Nicht nur ich mag die Bücher des Verlags, immer wieder blieben Interessierte stehen und kamen mit meinem Verleger ins Gespräch:

Auch draußen füllte sich die Agora:

Silke Burmester sprach zu ihrem Buch „Leuchten, jetzt!“ In ihrem Buch ermutigt sie lebenserfahrene Frauen, zu ihren Falten zu stehen, alte gesellschaftliche Rollen abzulegen und mit Selbstbewusstsein, Solidarität und Mut einen neuen Lebensabschnitt zu gestalten:

Erneut erlebte ich Franziska Gänsler („Orca“), diesmal mit dabei Finn Job („Schädel“):

Mittags auf der Agora:

Peter Wohlleben sprach zu seinem Buch „Bakterien – die heimlichen Helden“. Ein guter Redner, der spannende Sachverhalte mitnehmend erzählt:

Er wurde interviewt von diesem Mann, der – wie so oft – besondere Socken trägt:

Genau, von Denis Scheck:

Eine lesende Frau auf dem Rasen sorgte dafür, dass ich anhielt und diesen Herbst-Lesezauber festgehalten habe:

Auch diese Autorin mag ich sehr: Elena Fischer, die aus ihrem neuen Buch vorlas. Es trägt den schönen Titel „Wirf einen Schatten“ und sie erzählte zu ihrem Schreiben und dem Buch:

Samstag ist der Tag mit den langen langen Signierschlangen, wie ihr seht:

Die Diddle-Maus, viele kennen sie sicherlich noch. Vor vielen Jahren war sie auf den Schulhöfen beim Blättertauschen und in den Kinderzimmern präsent und nun ist sie zurück, auch hier auf der Buchmesse:

Am Nachmittag erlebte ich Mithu Sanyal („Nein. Gegen die Militarisierung der Gegenwart“) und Simon Engel („Wofür ich immer kämpfen würde“) in dem Gespräch zu „Krieg & Frieden“. Zwei Menschen – die Schriftstellerin und der Bundeswehroffizier – die unterschiedlich auf dieses große Thema blicken. Ein Gespräch über Pflicht, Überzeugung und wofür man einstehen würde, wenn es ernst wird.
Es hat mich beeindruckt, wie fair und klar miteinander geredet wird, auch wenn unterschiedliche Auffassungen vorhanden sind. Das ist etwas, was ich hier immer wieder erlebe: Gespräche, bei denen Menschen sich auf Augenhöhe begegnen, einander zuhören und respektvoll begegnen. Es ist beinahe wie einen Gegenpol zu dem leider oftmals vorhandenen beleidigenden Umgangston, der mitunter in den Sozialen Netzwerken zu finden ist. So macht diskutieren Sinn:

Es gibt viele Bühnen, auf denen Lesungen, Gespräche, Diskussionen stattfinden. So wie auch hier auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage:

Heute war ein weiterer Tag mit Treffen, guten Gesprächen und Netzwerken. Es ist wunderbar, mit so vielen buchliebenden Menschen zusammen zu kommen und sich auszutauschen.

Bei den Veranstaltungen und Diskussionen, die ich besuche, geht es immer auch um die Themen der Zeit. So taucht das große Thema KI auf, ebenso wie die Klimakrise und in beinahe jeder Diskussion das Erschrecken über die AfD. Auch das tut mir sehr gut hier: Dass die Menschen sich klar zur Demokratie bekennen, Haltung zeigen und deutlich machen, welche Werte ihnen wichtig sind. In diesen Zeiten, in denen einiges beunruhigend ist, gibt das ein Gefühl von Zuversicht.

Abends wurde es dann wieder leerer, die Buchhocker können ruhen:

Und all die Kaffeemaschienen, die so leckeren Kaffee schenken, machen nun auch Pause:

Bis Morgen, tolle Buchmesse, tolle Buchmenschen und leckere Kaffeebuden!

Es grüßt euch mit vielen Eindrücken,
dankbar und glücklich
Marion

Frankfurter Buchmesse 2026 – Mein Freitag

Diesmal zeige ich zu Beginn nicht das offizielle Logo zum Gastland Tschechien, sondern ein buntes Bild, das Menschen am Gutenbergstand entstehen lassen.

Am Morgen erlebte ich Christine Westermann und Mona Ameziane zu ihrem gemeinsamen Buch „Wann wusstest du, dass es gut wird?“

Dann ging ich zur 30 Minuten WG mit der sympathischen Hannah Häffner zu ihrem tollen Buch „Die Riesinnen“ (das gestern den Buchpreis der Unabhängigen erhalten hat, ich schrieb darüber):

Nun wurde es spürbar voller, da ab 11 Uhr die Buchmesse für das Privatpublikum öffnete.

Ich erlebte Treffen, Gespräche, Wiedersehen. An den Ständen gab es Feines zu entdecken:

Eine Botschaft an einem Stand:

Es gibt einige Fotospots auf der Buchmesse, hier seht ihr einen:

Denis Scheck sprach in seiner gewohnt temporeichen Art über Bücher. Er empfahl  unter anderem Bücher von Anne Carson, die frisch gekürte Nobelpreisträgerin für Literatur:

Die Festhalle, in der in diesem Jahr New Aduld untergebracht ist, füllte sich spürbar:

Clara Lösel mit ihren guten und kritischen Texten war zu erleben:

Ein interessantes Interview mit dem Buchhändler des Göttinger Buchladens Rote Straße zu dem Thema „Was Buchläden antifaschistisch macht“ erlebte ich dann (bestimmt erinnern sich viele daran, dass diese Buchhandlung den Deutschen Buchhandlungspreis 2026 bekommen sollte, dann jedoch vom Staatsminister Weimar – mit zwei weiteren Buchhandlungen – von der Liste gestrichen wurde, da angeblich verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse vorlagen. Welche Vorwürfe das sind, wurde bis heute leider nicht nachvollziehbar erklärt. Weimar erhielt viel Kritik für dieses Vorgehen):

Mit Freude besuche ich jeden Tag den OCM Stand:

Zudem doppelte Freude, dass mein Mann heute angekam und den OCM Stand (der Verlag, bei dem mein Debüt im Frühjahr erscheinen wird)  besuchen konnte:

Die tschechische Schriftstellerin Dora Kapralova mit ihrem Buch „Maribohyphnose“ erlebte ich dann. Jedes Jahr kaufe ich ein Buch des Gastlands der Buchmesse. Dieses Jahr ist es dieses Buch geworden:

Hier seht ihr Radka Denemarkova, eine tolle Frau und Schriftstellerin:

Zudem ist sie auch humorvoll und hatte Lust auf einmal andere Fotoposen:

Die wunderbare Cornelia Funke:

Einer der schönen Stände:

Miram Cabe und ihr Buch „Unerwünschte Tochter“ auf dem blauen Sofa:

Im Tschechien Pavillon hörte ich einem Poetry Slam zu, es gab tschechische und deutsche Texte:

Und dann ging es für  mich zur Social Reading Party von Bookie in der Festhalle. Hach, wieder so eine wunderbare Veranstaltung:

Geruhsame Musik lief und die Leute holten ihre Bücher hervor. Und dann wurde gelesen. Da waren sie wieder, die berührenden Buchmessen-Momente. So viele Menschen zeitgleich lesend zu sehen, war sehr sehr schön. Menschen, die in Zeilen, Geschichten, Bücher eintauchten. Ich finde, lesende Menschen sind wunderschön:

Eine bezaubernde Atmosphäre!

Abends ging es für meinen Mann und mich  zur ARD Radiokulturnacht der Bücher. Davon werde ich nach der Buchmesse berichten.

Es grüßt euch mit viel Dankbarkeit,  Bücherliebe und Leselust

Marion

Frankfurter Buchmesse 2026 – Mein Donnerstag


Heute besuchte ich am Morgen die Veranstaltung am Zeit Stand, bei dem Robert Habeck zu seinem Buch „Artic Meltdown. Die Neuvermessung der Welt“ zu erleben war:

Viele aufmerksame Zuhörende und es gab später viel Applaus:

Mitmachaktionen in den Hallen:

Da habe ich doch direkt mitgepinnt und meinen Heimatort markiert, die westlichste Gemeinde Deutschlands, die direkt an der niederländischen Grenze liegt:

Es gab viel zu entdecken. Das Buch „Orca“ in riesengroß:

Schöne Druckkunst:

Eine weitere Mitmachaktion:

Dem stimme ich zu:

Wer sagt denn, dass nicht auch Enten lesen? Klar, machen sie das:

Die Regentropfen, die am frühen Morgen zu sehen waren, waren verschwunden, und Regenschirme machten lange Pause. Oder sind sie vergessen worden und dürfen inmitten der Bücher verweilen?:

Es war jedenfalls regenfrei und die Agora heute noch angenehm leer:

Auch diese beiden Verlage schätze ich sehr: Katapult und CORRECTIV:

Eine Etage höher befinden sich ausländische Verlage. So auch der große ukrainische Stand:

Diesen Poesiomat habe ich natürlich ausprobiert. Kurbeln und den Gedichten lauschte ich gerne:

Auch heute erlebte ich Treffen, Austausch, gute Gespräche und besuchte immer wieder den OCM- Stand und meinen Verleger:

Dann erlebte ich Herlinde Koelbl zu ihrem Buch „Fadenkreuze des Lebens“. Sie hat in diesem Buch Menschen während ihrer Strahlentherapie porträtiert. Fotografien und begleitende Interviews sind in diesem Werk zu finden. Ein Buch, das menschliche Verletzlichkeit und Stärke zeigt:

Die Stiftung Buchkunst mit schönen Buchschätzen:

Jedes Jahr freue ich mich auf die Veranstaltung „Das Lieblingsbuch der Unabhängigen“ besonders.
Auf dem Weg zu der Veranstaltung erblickte ich die Buchhändlerinnen und den Buchhändler, die Paten für die nominierten Bücher sind. Ich finde, das Bild zeigt, was Buchhändlerinnen und Buchhändler für besondere und tolle Menschen sind:

Und dann ging die Veranstaltung los. Hier sehr ihr die fünf Bücher der Shortlist zu diesem Preis. Allesamt großartige Bücher:

Diese fünf nominierten Bücher wurden vorgestellt. Die gesamte Atmosphäre bei dieser Veranstaltung ist immer wunderbar. Offen, freudig, viele Buchhändler*innen und lesefreudige Menschen:

Und dann wurde bekannt gegeben, wer das Liebligsbuch der unabhängien Buchandlungen 2026 ist. Es ist „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner.
Ich freue mich sehr, dass dieses Buch gewonnen hat! Es gehört definitiv zu meinen Lieblingsbücher. Wer es noch nicht gelesen, hat, unbedingt lesen. Und auch alle anderen Bücher sind ganz bestimmt sehr lesenswert.
Hannah Häffner und ihre bezaubernde Reaktion:

Sie fand sehr schöne Worte in ihrer Rede. Hach, ich freute mich richtig mit und ich glaube, so ging es sehr vielen im Publikum:

Es kamen nochmal alle fünf Autorinnen der Shortlist auf die Bühne:

Zum Abschluss des Tages besucht ich die Literaturbühne und hörte Dana Vowinckel zu ihrem Buch „Anton und Alma“. Ein tolles Buch, das ich zur Zeit lese:

So ging ein weiterer wunderbarer Buchmessentag zu Ende.
Es sind gefüllte und reichhaltige Tage.

So grüße ich euch glücklich und bücherliebend aus Frankfurt
Marion

Frankfurter Buchmesse 2026 – Mein Mittwoch

Heute Morgen führte mein erster Weg durch die Hallen. Dabei hatte ich ein besonderes Ziel: Die Büchermeile des Schöne Bücher Netzwerks. Hier ist auch der OCM Verlag zu finden, bei dem mein Roman im Frühjahr erscheinen wird. Es gab ein erfreutes Wiedersehen mit meinem Verleger Georg Nies:

Was ein schöner Auftakt! Nach guten Gesprächen ging es weiter.
Ein toller Automat:

Es gab Treffen, Austausch und Wiedersehen.
Beim Axel Dielmann-Verlag erwarb ich einen Lyrik-Reisepass inklusive Stempel. Eine schöne Idee, Lyrik aus allen 27 EU-Ländern:

Navid Kermani zu seinem Buch „Köln. E Jeföhl“:

Dann erlebte ich Wolf Biermann, der gerade 90 geworden ist. Humorvolle und kluge Gedanken schenkte er:

Franziska Gänsler stand mit ihrem Buch „Orca“ auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Ein gutes Interview zu dem lesenswerten Buch mit dieser sympathischen Autorin:

In der Reihe Sheroes sprach Jagoda Marinic mit Franca Cerutti („Die innere Oma“) und Alexandra Zykunov („Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“) über Rollenbilder und wie wir sie loswerden:

Ein beeindruckendes Interview mit Gisele Pelicot („Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln“) berührte spürbar die Zuhörenden. Sie hat den Prozess gegen ihren Exmann und über fünfzig weiteren Männern, die für unzählige sexuelle Übergriffe gegen sie verurteilt worden sind, öffentlich gemacht, eben damit „die Scham die Seite wechselt“. Zu Recht gab es vor und nach dem Interview Standing Ovations für diese Frau und ihren Mut und ihre Entschlossenheit:

Draußen auf der Agora strahlen die Farben:

Omnid Nouripour zu seinem Buch „Empört euch nicht!“:

Nun besuchte ich mit meiner Tochter (die ein paar Tage mit mir hier ist) erneut den Gastland Pavillon Tschechien. Wie bereits gestern berichtet, wird hier täglich ein neues Kunstwerk gezeichnet. Dies ist das heutige:

Und dann gab es wunderbare tschechische Musik. Was eine Wohltat, hier zu sitzen und den Tönen zu lauschen:

In der Stadt finden in diesen Tagen im Zusammenhang mit der Buchmesse das Buchfestival Open Books statt. Wir gingen zur Literatur im Römer:

Hier erlebten wir Edgar Selge zu seinem Buch „Jonas letzter Winter“:

Und Angelika Küstendorf zu ihrem Buch „Trost“. Zwei gute Gespräche:

Dann ging es für uns ins Hotel zurück.
Ich blicke auf einen Tag mit vielen Eindrücken, guten Begegnungen und Gesprächen und natürlich großartigen Büchern zurück.

Es grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Mein Besuch der 78. Frankfurter Buchmesse 2026 – Eröffnung

Der Oktober ist da und das bedeutet Buchmessezeit!
Mit sehr viel Vorfreude im Gepäck kam ich heute Morgen hier in Frankfurt an.
Die 78. Frankfurter Buchmesse beginnt morgen. Heute war die Eröffnung.
Gerne teile ich auch in diesem Jahr wieder Eindrücke von meinem Erleben mit euch.

Für mich ging es als erstes zur Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse.
Bei dieser Pressekonferenz sprachen Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, und die amerikanische Historikerin und Autorin Jill Lepore.
Gute Reden und kluge Gedanken, wie dieser von Sebastian Guggolz: „Die bedeutenden Gegengewichte zu den Lautsprechern unserer Gegenwart und zum Bekenntniszwang sind und bleiben: die Bücher.“
Juergen Boos erzählte zu Beginn seiner Rede von einem Besuch mit Menschen des Gastlands Tschechien in einem Frankfurter Restaurant. Dort hätte der Wirt von der Buchmesse geschwärmt: „Frankfurt leuchtet!“.
Wie schön, dass es bis in in die Cafés und Restaurants hinein wirkt.

Jill Lepore sprach über die Freiheit des Lesens und Schreibens: „Unsere Gedanken und unsere Worte und unsere Bücher gehören uns. Und die Zustimmung zu jedem Regierungssystem oder ihre Verweigerung muss von uns kommen.“:

Hier seht ihr Juergen Boos, der langjährige Direktor der Frankfurter Buchmesse, und sein Nachfolger Joachim Kaufmann, der künftig die Leitung übernehmen wird:

Im Anschluss an diese Pressekonferenz fand der Presserundgang durch den Pavillon des diesjährigen Ehrengastes Tschechien statt. Auf diese Veranstaltung freue ich mich immer sehr. Dieser Raum wird jährlich von dem betreffenden Gastland individuell gestaltet.
Noch waren die Türen zum Raum geschlossen und die Spannung wuchs:

Es ist ein schöner Moment, wenn die Türen geöffnet werden und wir den Gastland Pavillon und anschließend eine Führung durch diesen Raum erleben können.
Wir erblickten eine Landschaft mit vielen hellen Kieselsteinen, so wirken die aufblasbaren Elemente mit ihren organischen Formen.
Dazwischen ein orangener Leuchtturm, der literarische Zitate tschechischer Autor*innen auf die Kieselsteine projiziert:

Natürlich gibt es jede Menge Bücher tschechischer Autor*innen:

Täglich wird an dieser großen Leinwand eine Künstlerin oder ein Künstler live zeichnen:

Es konnten Fragen gestellt werden, wie ihr seht:

Hier werden diese Woche Gespräche, Lesungen und Vorführungen stattfinden:

Ein Café in diesem schönen Gastland-Raum:

Ich ging erneut zu dem Leuchtturm, an dem Besuchende eine Stimmung auswählen oder kreieren und eintippen können, woraus dann ein Gedicht auf einen Kieselstein projiziert wird.
Wie fühlte ich mich? Mmmhh… Buchmessenliebend. Also gab ich diesen Begriff ein. Und dieses Gedicht erschien:

Es war schön, dieses Gedicht zu lesen, meine Schreib- und Leseliebe zu fühlen, zu wissen, hier werden in den nächsten Tagen viele Bücher vorgestellt und Literatur und Bücher werden gefeiert werden. Ein berührender Moment, ausgelöst von einem Gedicht und der Atmosphäre. Auch wegen solcher Momente, liebe ich die Buchmesse.

Anschließend ging es noch durch die Hallen und auf den noch leeren Innenhof:

Es wurde emsig aufgebaut. Schön bunt sah es auch nun schon aus:

Fleißiges Arbeiten überall. Das war heute kein seltener Anblick:

Die Literaturbühne war nur heute so leer. Ab morgen wird das anders:

Abends wurde die Frankfurter Buchmesse offiziell eröffnet.
Ich freue mich sehr auf diese Buchmessen-Woche!

Es grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Wortgewebe – 36

Iktsuarpok

Iktsuarpok stammt aus dem Inuktitut und beschreibt die ungeduldige Erwartung, dass jemand kommt, und das ständige Nachsehen vor der Tür.

Mehr als einmal öffne ich die Tür

Meine Vorfreude ist ein bunter Vogel

Iktsuarpok sitzt auf der Fensterbank und in mir

Die Wände und der rote Stuhl erwarten dich

Selbst die Äpfel in der Schale zittern leicht

Ich schaue die Straße entlang

Zählen drei mal bis 10 in vier Sprachen

Das Licht ist an

Wenn du noch nicht kommst

werde ich bis hundert zählen

und nicht müde werden

Wortgewebe – 35

Hiraeth

Hiraeth kommt aus dem Walisischen und bedeutet Heimweh nach einem Ort oder einer Zeit, zu der man vielleicht nie zurückkehren kann.

Ganz still stand er dort. Er ließ seinen Blick wandern. Es war, als stimmten alle Farben, jedes Licht und jedes Geräusch. Und vielleicht machte es das tatsächlich. Es war ein Ort, der ihn tief und ruhig atmen ließ. Der etwas in ihm berührte. Das Wort Hiraeth fiel ihm ein. Er wusste, er würde Heimweh nach diesem Ort haben, nach dieser Zeit. Doch das machte nichts. Es wäre schlimmer, dies hier nicht erlebt zu haben. Vielleicht trägt jedes Leben dieses Heimweh, dachte er. Diese Liebe zu Orten. Er wusste, der Ort würde in ihm weiterwirken. Dankbarkeit legte sich um ihn.