Dieses Jahr findet ihr hier zwei Kategorien.
Kategorie 1 – Wortgewebe: Wöchentlich stelle ich ein Wort aus einem anderen Land vor und verwebe es in einen kurzen Text, ergänzt durch ein passendes Foto.
Kategorie 2 – Lächelspuren: Ebenfalls wöchentlich hinterlasse ich lachende Gesichter aus Naturmaterialien oder Kreide im öffentlichen Raum, und halte es mit einem Foto fest.
Zudem werde ich wie jedes Jahr über die Leipziger und Frankfurter Buchmesse berichten.
Meraki kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwas mit Seele, Liebe und Hingabe tun.
Beinahe wären sie daran vorbeigelaufen. Doch da sie gerne rechts und links schaut, entdeckte sie das Café. Weiß lag es in der Frühlingssonne. Die Fenster waren geöffnet, sanfter Kaffeeduft strömte hinaus. „Ich glaube, hier sollten wir reingehen. Was meinst du?“ Er musste sich nicht überreden lassen. Auf den Holztischen standen Blumen, an den Wänden hingen Regale mit Büchern und zauberhaftem Krimskrams. Bilder in warmen Tönen schmückten den Raum, bunte Kissen lagen auf den Stühlen. Sie wusste, hier waren sie richtig. Nachdem sie diese Speisekarte gelesen hatten, bestellten sie einen Latte Macchiato, einen Cappuccino und zwei Frühstücksbowls. Ihre Handys blieben aus. Es gab immer Geschichten in ihnen. Als die Bedienung die Bestellung brachte, leuchteten ihre Augen. Es schmeckte mehr als gut. Immer wieder kam ein genüssliches „Mmmh“ über ihre Lippen. „Ich glaube“, sagte sie, „das schmeckt so unglaublich gut, weil da in der Küche jemand etwas mit Seele tut. Mit Liebe und Hingabe.“ „Meraki“, sagte er. Was für ein schönes Wort, dachte sie. Sie nahm sich vor, es mit nach draußen und in ihren Alltag zu nehmen. Doch noch waren sie hier. Genau richtig.
Saudade kommt aus dem Portugiesischen. Es bedeutet ein tiefes Gefühl von Sehnsucht oder Nostalgie, oft für etwas oder jemanden, der oder die fehlt.
Ben war in der Stadt unterwegs. Er wollte schnell etwas einkaufen und ging mit großen Schritten. Das gute Wetter lockte viele Menschen hinaus. Manchmal musste er entgegenkommenden Gruppen ausweichen. Er hatte nicht viel Zeit. Gleich würde der Laden schließen. Seine Freunde würden in einer knappen Stunde bei ihm sein. Ihm blieb nicht viel Zeit, das versprochene Essen zuzubereiten. Es wehte ihm entgegen. Mitten in der belebten Fußgängerzone. Für einen Moment blieb er stehen. Genau so hatte sie gerochen. Es war ihr Duft. Jahre war es her. Ein wenig Sandelholz, einen Hauch Bergamotte und ein wenig Orange. Er schloss die Augen. Der Geruch hatte sich verflüchtigt, doch er blieb in ihm. Er vermisste sie. Doch nicht nur das. Er erinnerte sich an sie. Es war etwas dazwischen. Etwas Schweres und Schönes zugleich. Er spürte die abendliche Sonne auf seinen geschlossenen Lidern und auf seiner Haut. Wie ein Duft in Sekunden Bilder hervorruft. Er sah ihr Lachen vor sich, die Sprenkel in ihren grünen Augen, ihre Nase, die sie immer als zu groß bezeichnete und die vielen braunen kleinen Sommersprossen in ihrem Gesicht und auf ihren Schultern, ihre dunklen Locken. Er kleidete seine Gefühle gerne in Worte. Das machte sie greifbarer. Doch in seiner Sprache gab es kein Wort dafür. In ihrer schon: Saudade. Heute Abend würde er portugiesisch kochen.
Heute möchte ich etwas außerhalb der Reihe mit euch teilen und euch an meinem Glück teilhaben lassen. Viele von euch wissen, dass das Schreiben ein wichtiger und ganz besonderer Teil meines Lebens ist. Ich habe einen Roman geschrieben und ihn an Verlage geschickt. Vor ein paar Wochen kam dann die Zusage eines wunderbaren Verlags, den ich auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt habe. Damit geht ein großer Herzenswunsch in Erfüllung und ich bin unglaublich dankbar und erfüllt. Am vergangenen Wochenende stand nun ein besonderer Termin an, mein erstes persönliches Treffen im Verlagshaus des OCM Verlags.
Ich bin nach Dortmund gefahren und durfte ein inspirierendes, herzliches und persönliches Gespräch erleben. Wir haben über die nächsten Schritte gesprochen, Ideen ausgetauscht und mit viel Vorfreude nach vorn geblickt. Dann kam dieser besondere Moment: Ich habe meinen Autorenvertrag unterschrieben. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu meinem Debüt, das im Februar/März 2027 erscheinen wird. Von Herzen danke ich den Verlegern Elke Neumann und Georg Nies für ihr Vertrauen in mich und meinen Roman.
Ich freue mich riesig über all das, was nun vor mir liegt, und auf den weiteren Weg.