Ringxiety
Ringxiety kommt aus dem Englischen und meint das Gefühl, dass das Handy klingelt.

„Das gibt es doch nicht, verdammt!“, flucht er. Seit einer Viertelstunde sitzt er im Café vor seinem Cappuccino und hatte dreimal das Gefühl, dass sein Handy klingelte, das in seiner Hosentasche liegt. Er schaute darauf, nichts, es schwieg.
Er ärgert sich nicht über das Schweigen des Handys. Er ärgert sich über sich selbst und dieses Gefühl. Ein Gefühl, das seine Eltern und Großeltern nicht kannten. Ringxiety nennen die Menschen in England dieses Gefühl, das er lieber nicht hätte.
Als sein Cappuccino ausgetrunken ist, geht er zur Theke und bezahlt.
„Darf ich Sie um einen Gefallen bitten?“, fragt er die Bedienung. „Darf ich mein Handy bitte eine Weile hier lassen? Ich habe vor, einen langen Spaziergang zu machen, und ich möchte mein Handy nicht dabei haben.“
Die Bedienung schaut erstaunt, nickt jedoch. „Ja, geben Sie es mir. Ich lege es hier hin.“ Und sie legt es in eine untere Schublade. „Bis 22 Uhr haben wir geöffnet.“
„Danke“, sagt er.
Als er hinausgeht, fühlt er sich befreit. Es liegen Stunden vor ihm, in denen er die Stadt erkunden wird. Stunden, in denen er mit dem Handy viele Fotos gemacht und kurze Nachrichten verschickt hätte. Er hätte seine Erlebnisse geteilt.
Nun wird er alle Eindrücke innerlich sammeln und sie nur mit sich teilen.
Es fühlt sich gut an, verdammt gut.
Und diesmal mag er dieses Schimpfwort.













