4. Januar – Findesatz-Gedicht 1

Der Spaziergang in der Natur
Das Lachen der Nichte
Die Frische des Morgens
Wildgänse, unerwartet
Die Postkarte im Briefkasten
Eine Umarmung
Wolkengebilde
Ins Gras legen
Frische Walnüsse knacken
Auf dem Spielplatz die Schaukel erobern
Die nackten Füße auf dem Tanzboden
Das Lieblingslied im Radio
Einen neuen Ort ganz nah entdecken
Die Brotpause bei einer Wanderung
Der Geruch von Kuchenduft im Haus
Das wohlige Schnurren der Katze
Stille mitten am Tag
Sammle Momente, nicht Dinge

Findesatz-Gedicht 121

Das Leben war gut zu ihm
Nicht immer, wie könnte es
und doch fühlt er sich als Glückskind
mit all den Jahren, die er in sich trägt
Von seinem Lebensgefühl
ist er total mit sich im Reinen
Wenn er seine Geige stimmt
die ersten Töne erklingen
schließe ich die Augen
höre ihm zu
und ich mich hinein
Glück färbt ab
immer

Findesatz-Gedicht 99

Geil, ich esse jetzt Blaubeeren, mein Leben hat wieder Sinn

Manchmal reicht diese kleine blaue Beere,

die den Sommer in sich wohnen hat

Sie erzählt von Feldern, Sonne und Wind

Sie küsst den Gaumen

und zeigt, das Glück muss nicht groß sein

Findesatz-Gedicht 93

Wie leicht ist Leichtsinn?

Wie schwer ist Schwermut?

Ist der Gleichgültigkeit alles gleich

Ist Stolz positiv oder negativ?

Wo entsteht Angst in uns?

Wo steht die Achterbahn der Gefühle?

Welche Farbe hat der Geduldsfaden?

Ist Liebe immer lieb?

Lädt das Glück uns ein?

Findesatz-Gedicht 67

Ich bin einfach glücklich gerade
sagte sie
als sie mir gegenübersaß
Ihre Augen lachten
und die Sommersprossen auf ihrer Nase tanzten
Dieser Satz kam von innen
unverfälscht und echt
und ich wünschte in dem Moment
dass der Satz sie begleite
in ihrem noch so jungen Leben
Nicht, dass er immer da ist
Das ist nicht möglich
darum weiß ich
Doch ich wünsche
dass dieser Satz
immer wieder
so ehrlich und spontan
auftaucht
so häufig
dass es reicht
um das Leben zu lieben und sich
und all das
was das Leben ihr bereithalten wird