Findesatz-Gedicht 44

Mitten in die verlaufenden Stunden hinein
lassen wir das Tageswerk ruhen
Jetzt setzen wir uns hin, trinken Kaffee
und erzählen, was uns wichtig ist
Wir rühren in den Tassen
An deiner Nase Milchschaum
Worte wandern zueinander
und auf dem Kaffee
lacht das Glück des Moments

13. August

Kennt nicht jeder diesen einen Ort, der ist, als sei er für uns gemacht.

Er spricht wortlos etwas Inneres in uns an, küsst uns und lädt uns zum Tanze ein, sanft und sehnsuchtsvoll.

Es gibt diese Orte, die uns zu besseren Menschen werden lassen.

Hier lernen wir das Wort Demut auf eine neue Art kennen.

Glockenklang, sanfter Wind und das Kennenlernen der Einheimischen. Du freust dich, wenn sie dich am Morgen begrüßen und dir zulachen, als seiest du eine von ihnen.

In der Nacht die Rufe des Käuzchens verstehen wollen. Am Tag mit dem zahnlosen Mann reden, der dir die weißen Deckchen zeigt, die seine Mutter gehäkelt hat. Du kannst nicht anders als eines zu kaufen, da du weißt, es wird dich an diesen Ort erinnern.

Am Abend auf einer Bank sitzen und dem Wellenklang des Meeres zuhören. Zwei Frauen auf der Bank nebenan hören, die eine jung, die andere alt und sehen, dass sie miteinander erzählen und lachen und dass sie das Leben lieben, zumindest in diesem Moment.

Es gibt diese Orte, die dich plötzlich an eine verstorbene Tante denken lassen, die viele schöne Kindheitserinnerungen schenkte.

Orte, an denen jeder alte Laternenpfahl, jeder von den Bewohnern hingestellte Stuhl, jeder Mauerstein und jedes einfallende Licht stimmt.

Orte, die dich vor Glück weinen lassen.

Orte von denen du weißt, dass sie dir bleiben.