20. Januar – Findesatz-Gedicht

Ins Meer steigen wir langsam
erst berühren die Füße die Frische
Ganz in Ruhe
darf ein Kind groß werden
Ein Haus
wird Stein auf Stein gebaut
Die fremde Sprache
ist uns eines Tages nicht mehr fremd
Auch die Sonne braucht ihre Zeit
zum Auf- und Untergehen
Es kommen Ebbe und Flut
immer wieder
Langsam wachsen wir
dem Neuen entgegen
Ein Vorhaben
darf langsam Gestalt annehmen
Entschleunigt auf dem Weg zum Ziel

Findesatz-Gedicht 162

Es geht mir gut
ich gucke aus dem Fenster
und sehe den Sonnenuntergang
Alles stimmt in diesem Moment
Ich möchte nichts
nur hier sein
Ruhe legt sich
zu mir
Kein Gedanke zuviel
Fühlbar
was Worte nicht sagen können

Findesatz-Gedicht 141

Aufwachen
Dem Morgen zusehen
Sanft zieht der Nebel der Nacht davon
Beim Licht der Kerze
an nichts denken
Der Tag wird später kommen
Atemzüge schenken Gelassenheit
Verbundenheit spüren
Eine ausbreitende Ahnung
In einem Moment der Stille
fühle ich das Leben wirklich
Es will nichts
außer gelebt werden
und geliebt

Findesatz-Gedicht 112

Ich möchte gerne im Wald sitzen
und zwei Stunden lang nur die Bäume anschauen
Ich glaube
dann kommt meine Seele zur Ruhe
mein Kopf und mein Bauch
Ich glaube
dann atme ich durch
tief und in alle Poren gehend
Ich glaube
dann will ich nichts anderes
als dort zu sitzen, zu sehen und zu atmen
Ich glaube
dann fühle ich Ruhe und das Eingebunden sein
im Kreislauf des Lebens
Ich glaube
dann ahne ich den Zusammenhang
von all den versteckten Fäden
Ich glaube
dann verzeihe ich mir ohne Worte
all das was ich machte und all das was ich nicht machte
Ich glaube
das würde heilen
und Pflaster auf alle Schmerzen malen
Ich glaube
dann würde ich mit leichten Schritten aufstehen
und ein festes Blatt im Wind sein