4. August – Findesatz-Gedicht

Manchmal mitten am Tag
da werden meine Gedanken leise
Ich halte inne
um ihrem Flüstern zuzuhören
Sie erzählen viel
ganz ohne Eile
Mein Atem wird ruhig
Das Tagwerk ruht
und die Hände im Schoß
Es ist als sammelt sich etwas in mir
und ich mich im großen Ganzen
Wenn ich dann aufstehe
lache ich den Himmel an
das Gras zu meinen Füßen
und den Menschen
der mir als nächstes begegnet

Findesatz-Gedicht 141

Aufwachen
Dem Morgen zusehen
Sanft zieht der Nebel der Nacht davon
Beim Licht der Kerze
an nichts denken
Der Tag wird später kommen
Atemzüge schenken Gelassenheit
Verbundenheit spüren
Eine ausbreitende Ahnung
In einem Moment der Stille
fühle ich das Leben wirklich
Es will nichts
außer gelebt werden
und geliebt

Findesatz-Gedicht 116

Es ist so still hier

so war es früher überall

Dann kamen wir

schufen Licht zwischen Bäumen

erfanden Maschinen

die Vogelstimmen übertönten

Seitdem dringen tagtäglich Geräusche in unsere Ohrmuscheln

treffen Lichtmuster unsere Netzhaut

Manche von uns gehen ins Kloster für eine Woche oder drei Tage

um dem Schweigen zu lauschen

Wenn wir den Sternenhimmel sehen

weil der Strom ausfällt

freuen wir uns über Schnuppen

Wir schließen die Augen und wünschen uns was

Ich wünsche mir

ein bisschen mehr Weniger

um zu hören

den Wind in den Weiden

die Flügel der Libelle

den eigenen Herzschlag