8. Januar – Findesatz-Gedicht 4

Anlehnen und
in den Himmel schauen
Atem reinigt
Mit den Gespenstern leben
ihnen ihr schönstes Gewand geben
Das Licht des Tages lässt sie verblassen
Jeder Tag schenkt Licht
auch im Winter
Immer fliegt irgendwo ein Vogel
und zeigt sich ein Versprechen
Zum Takt des Windes
spricht die Haut
und glaubt an das Leben

Findesatz-Gedicht 155

Lass uns den Mond von hier aus betrachten
Den roten Schimmer des Mars aus weiter Ferne sehen
Lass uns nicht umziehen mit all unseren Gütern
auch nicht wenn es ginge
Diese Erde bietet uns noch alles
was wir brauchen
um gut und glücklich zu leben
Lass uns so leben
dass wir das noch
eines Tages streichen können

Findesatz-Gedicht 150

Als mein Vater 80 geworden ist
hat er gesagt
nun habe er die Hälfte erreicht
In den geschenkten Jahren
die danach folgten
verlor er einiges
Seine Brille
Seinen Schlüssel
Eines Tages seinen Führerschein
Seine Telefonnummer
Seinen besten Freund
Manchmal auch sich selbst
Seinen Humor
verlor er nie

Findesatz-Gedicht 145

Geboren werden
und im besten Fall sich entgegenwachsen
Steine auf den Pfaden
über die wir stolpern
über einige hüpfen wir
oder bauen Steinfiguren
Wir werden groß
und wieder kleiner
Dazwischen liegt viel
Mehr als ein Lebenslauf fassen kann
Wir trocknen Tränen
auch die eigenen
und küssen das Leben
das wunderschön ist
Leicht ist es nicht immer
das Leben trägt alle Gewichte
Die Erkenntnis wohnt in den Grashalmen
und trifft uns eines Tages
alles was im Leben passiert
ist eine Chance für Wachstum