Findesatz-Gedicht 133

Jetzt geht es los
Der neue Tag
Die Reise
Die Stunde
Das Leben
Immer geht etwas los
das uns bleibt
uns nicht loslässt
Es wärmt die Netzhaut
das Herz von Innen
uns
Drum lass uns leben
Nicht übermorgen
Nicht morgen
Jetzt
geht es los

Findesatz-Gedicht 132

Wieviel Herbst wohnt in mir?
Kann ich Morgen ganz anders sein?
Fühlen wir alle ähnlich?

Wird mein Traum wahr?
Kann Geduld ungeduldig werden?
Liegt der Zauber im Morgentau?

Was hält die Welt zusammen?
Sollen wir uns Flügel malen?
Welche Frage beschäftigt dich gerade?

Findesatz-Gedicht 130

Zeigt euch in eurer Einzigartigkeit
und in eurer Schönheit
lasst Farben blühen
seid Musik
barfuß
entdeckt Kleinigkeiten
von vorherigen Generationen
erlaubt euch ein Schneckentempo
und streckt euer Inneres himmelhoch

Findesatz-Gedicht 128

Ich würde es wieder so machen
Genau so
Es war nicht alles gut
Wie könnte es
Doch es war richtig
für den Weg
der der meine ist
Alle Wege und Pfade
Umwege, Abzweigungen und Irrwege
haben mich hingeführt
zu meinem Inneren
und nahe zur Welt

Findesatz-Gedicht 121

Das Leben war gut zu ihm
Nicht immer, wie könnte es
und doch fühlt er sich als Glückskind
mit all den Jahren, die er in sich trägt
Von seinem Lebensgefühl
ist er total mit sich im Reinen
Wenn er seine Geige stimmt
die ersten Töne erklingen
schließe ich die Augen
höre ihm zu
und ich mich hinein
Glück färbt ab
immer

Findesatz-Gedicht 119

Der Morgen weckt mich
Das geöffnete Fenster zeigt wie der Wind heute spricht
Kaffeegeruch küsst die Nasenflügel
während die Zeitung auf dem Tisch liegt
mit Nachrichten, die mich fragen lassen
warum wir Menschen so sind
Die Terrasse empfängt meine nackten Füße
und die Kastanie wirft die ersten Blätter ab
Die Schmerzen sind nicht fühlbar
Nebenan erzählen Hühner einander Geschichten
Verschwommenes vom Traum wohnt noch auf meiner Haut
Ich blicke in den Himmel
Ich strecke mich dem Tag entgegen
Ja, juchhu, ich lebe!

Findesatz-Gedicht 117

Was wohl in den Kühen so vorgeht
wenn sie den ganzen Tag auf der Weide stehen und trinken und essen
überlegten sie
während sie an den Kühen vorbeigingen
Was wohl in den Menschen so vorgeht
wenn sie fast den ganzen Tag in den Häusern sind und trinken und essen
überlegten sie
während sie die Menschen vorbeigehen sahen

Findesatz-Gedicht 114

Wie viele Entscheidungen treffen wir an einem Tag
Nie zählte ich sie
Es werden viele sein
Es ist eine Kunst, Entscheidungen zu treffen
Tragen wir unser Ja und unser Nein in die Welt
Wir dürfen wählen
Lass uns das klar und hell machen
Egal wie es ausgeht
Lass uns unsere Krummheiten anlachen
Dem Perfekten nicht nachlaufen
Unsere Schritte gehen
einen nach dem anderen