26. April – Findesatz-Gedicht

Vom guten Leben und Brot backen
von einem Kamin im Winter
und der Apfelernte im Spätsommer
von einer Bank vor dem Haus
die unsere Gedanken aufhebt
träumen wir
Nicht immer schenkt das Leben
die Flammen eines Kamins
und den Geruch von frisch gebackenem Brot
Menschen verlassen ihre frisch gestrichene Haustüre
und das Leben fordert Spuren
an die Menschen niemals dachten
Unsere Träume überdauern das Heute
Wir glauben an eine Bank
die Hoffnungen und Tränen aufnimmt
und an Wildgänse
die ihr Land verlassen und wiederkehren
eines Tages

Findesatz-Gedicht 143

Ich wünsche dir leuchtende Träume
hell, wärmend und bunt sollen sie sein
Ich wünsche dir nicht
dass all deine Träume in Erfüllung gehen
Doch ich wünsche dir
dass du viele deiner Träume leben kannst
und dass du die, die du nicht leben wirst
mit gutem Gefühl zubetten kannst

Findesatz-Gedicht 123

Ich wünsche mir eine Welt mit mehr Hinsehen
Mehr Tänze auf den Bürgersteigen
Blumen in allen Straßen
und bunt fahrende Straßenbahnen
Wiesen voller Bänke, wo Alt und Jung sich treffen
Wo Menschen einander zuhören
und nicht jeder Recht haben will
Eine Welt die wir behutsam pflegen
In der es manchmal ganz leise ist
In der wir die unsichtbaren Fäden fühlen
In der das Miteinander mehr als ein großes Wort ist
Und jetzt, die Träume losschicken