Frankfurter Buchmesse – Tag 4 -Die Literaturgala

Am Abend fand einer der Höhepunkte der Buchmessetage statt: die Literaturgala. Thea Dorn („Das Literarische Quartett“) und Denis Scheck („Druckfrisch“) moderierten den Abend.

Der preisgekrönte britisch-indische Schriftsteller Sir Salman Rushdie war an diesem Abend zu erleben. Er wird am Sonntag mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2023 ausgezeichnet. Der Besuch der Literaturgala ist sein einziger öffentlicher Auftritt bei der Buchmesse. Seit dem Angriff auf seine Person im Sommer 2022 hat Salman Rushdie nur wenige öffentliche Auftritte wahrgenommen. Es war spürbar, wie bewegt das Publikum über seinen Auftritt war.
In seinem Buch „Victory City“, ein epischer Roman über Macht und Liebe, geht es darum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.
Salam Rushdie hat kürzlich in einem Interview zur 75. Frankfurter Buchmesse die Bedeutung der Buchmesse als Ort des demokratischen Austauschs beschrieben, was ich gerne hier teile: „Die Frankfurter Buchmesse ist eines der wichtigsten kulturellen Foren in der westlichen Welt. […] Ihr Einfluss besteht gerade in dem freien Austausch von Ideen zwischen vielen Kulturen durch Bücher. Ein solcher Austausch ist für den sozialen Wandel und die Demokratie unerlässlich.“
Auf die Frage, wie er – nach der Attacke auf sein Leben im letzten Jahr – mit Angst umgehe, antwortete er, er sei mit der Angst nicht erst konfrontiert seit dem letzten Jahr, sondern er kenne diesen Zustand seit über 30 Jahren. Man könne mit der Angst nur so umgehen, dass man sie in ein kleines Kästchen verschließe und in der Ecke eines Zimmers stelle und sich den Sorgen und Nöten des Tages zuwende und diesen Tag dann genießen könne, anders würde es nicht gehen.
Auch sagte er: „Literatur kann Probleme nicht lösen, doch sie kann sie darstellen und beleuchten.“
Die Funktion von Literatur, so Salam Rushdie, sei in Friedens- wie in Kriegszeiten dieselbe, „es gehe darum, Schönheit in die Welt zu bringen, Schönheit zu erzeugen, Freude zu spenden.“

Thomas Hettche sprach zu seinem Buch „Sinkende Sterne“, das bereits gestern in meinem Bericht auftauchte.
„Literatur ist keine Antwort, es ist eine Frage.“, so Thomas Hettche.
Herrlich amüsant sind Versprecher, wie ich finde, so sagte Thomas Hettche, in dessen Roman auch Rilke auftaucht, er sei im Grab von Rilke gewesen. Gut, dass Thea Dorn nachfragte, denn natürlich war Thomas Hettche am und nicht im Grab von Rilke. Zum Glück, sonst könnten wir dieses Buch nun nicht lesen.

Erneut konnte ich Cornelia Funke erleben, die ihr Buch “Tintenwelt 4. Die Farbe der Rache“ wie auch ihre anderen Bücher nicht nur geschrieben, sondern auch illustriert hat. Wieder hörte ich ihrer zauberhaften Art und ihren feinsinnigen Gedanken gerne zu.
Als Kind hat sie Bibliotheken kennengelernt und entdeckt, dass es dort flüsternde Bücher gebe, die viele Fenster und Türen hätten.
Denis Scheck bezeichnete sie während des Gesprächs als „Literarische Herbergsmutter“, da sie jungen Künstler*innen auf ihrem toskanischen Gutshof Unterkunft bietet und ihnen Arbeitsräume zur Verfügung stellt. Sie erzählte, dass sie das Zusammenkommen mit den Autor*innen, Illustrator*innen und Musiker*innen sehr möge. „Ich kann mir kein schöneres Leben vorstellen“, so Cornelia Funke.
Zum Thema Rache sagte sie: „Rache verneint alle Farben des Lebens.“
Auf die Frage wie das Böse in die Welt komme, sagte sie:
„Ich glaube und ich hoffe, da bin ich nicht zu optimistisch, dass all das, was Böse in uns wird oder zerstören und verletzen möchte, etwas Verletztes in uns ist. Etwas, das zerbrochen ist und dass, wenn wir heil sind und wenn wir uns auf die anderen, auf die Welt, auf die Schönheit und auf das Licht der Welt einlassen, diese zerbrochenen Dinge heilen können und wir das Böse dadurch beherrschen und verdrängen können.“ Und ganz leise und zart fügte sie hinzu „Vielleicht irre mich da auch.“
Ich hoffe, sie irrt sich nicht.

Der Historiker Sir Christopher Clark sprach zu seinem Sachbuch „Frühling der Revolution. Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt“. Neben Romanen und Kinderbüchern gibt es natürlich eine Menge Sachbücher auf der Buchmesse und wie wichtig, dass auch eines auf dieser Gala Raum findet.
Christopher Clark sagte: „Es war die weiblichste Revolution der Gesichte, die Frauen waren da überall vorhanden.“
Danach hätten die Männer leider wieder die Macht übernommen und die Frauen hätten nicht in die „Motorräume“ gedurft, die sie in Schwung gebracht hätten, doch sie waren bedeutsame Zeitzeuginnen und schrieben darüber.

Auch auf dieser Literaturgala war deutlich, wie bei der gesamten Buchmesse, dass es neben den aktuellen Büchern der Schriftsteller*innen auch um die großen politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen unserer Zeit und um die Herausforderungen für die Zukunft geht.

So kam nun der im Exil lebende iranische Schriftsteller Amir Gudarzi auf die Bühne.
Amir Gudarzi hat mit seinem Buch „Das Ende ist nah“ einen Roman über Fremdheit und Außenseitertum, über Mut, die Macht der Sprache und Liebe geschrieben. Das Buch schenkt einen Einblick in das, was Menschen auf sich nehmen, wenn sie flüchten.
Er sprach darüber, wie er die Freiheitsbewegung im Iran vor zwanzig Jahren und heute erlebe.
Er habe strukturelle Gewalt vom Regime und auch strukturelle Gewalt als Asylsuchender erlebt.
Ein Mensch mit einer bewegten Geschichte.

Als er die Bühne verließ und Lizzie Doron, die israelische Schriftstellerin und Friedensaktivistin, auf die Bühne kam, umarmten die beiden sich.
Thea Dorn: „Das geht wahrscheinlich nur auf der Buchmesse, dass sich ein iranischer Exilautor und eine israelische Autorin umarmen.“

Lizzie Doron erzählte bewegt davon, dass sie bis aufs Mark erschüttert sei über den Angriffskrieg der Hamas auf Israel.
Sie hielt ein Bild hoch von den von den Hamas entführten Kindern.
Lizzie Doron sprach viel über die Situation in Israel. Sie wurde als Friedensaktivistin befragt und auch als Autorin. So wurde auch über ihr Buch „Nur nicht zu den Löwen“ erzählt.
Auf die Frage „Ist there any hope?“ sagte sie: „I can`t stop dreaming of peace“ und wir sollten nicht aufhören, uns dafür einzusetzen.

Der Abend wurde beendet „mit der Kraft und der Klugheit der Literatur“, indem Thea Dorn und Denis Scheck beide Passagen aus Büchern vorlasen, die zu der aktuellen Situation passen.
So las Thea Dorn eine Passage von Heinrich Mann vor und Denis Scheck eine Passage aus dem Buch von Richard Ford „Valentinstag“, in dem es um die Bedeutung der Literatur geht.
Es war inmitten all der aktuellen Situation, die viel Raum in den Gesprächen fand, ein Fest der Literatur.

Es grüßt euch aus Frankfurt,
Marion

P.S.: Morgen berichte ich euch von meinem letzten Tag auf der Buchmesse, dem Buchmessensonntag.

Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Meine erste Veranstaltung führte mich erneut zum Gastland-Pavillon und der Honey Hour mit Barbara Korun. Imkerei und Dichtkunst, beides spielt in Slowenien eine große Rolle und so wird in den morgendlichen Veranstaltungen dazu eingeladen, dass Süßigkeiten mit den Versen verschmilzen. Diese Honey Hour fand an jedem Morgen mit anderen slowenischen Dichter*innen statt. Heute las Barbara Korun eigene Gedichte vor und einige Gedichte anderer slowenischer Dichterinnen.
Ich fand es wunderbar, den Messetag so geruhsam und poetisch zu beginnen.
Auf dem Bild seht ihr den Moderator Matthias Göritz, die Autorin Barbara Korun – sie las ihre Gedichte nicht nur vor, sie ließ sie uns spüren dank ihrer Gestik und Mimik – und die Moderatorin Amalija Macek:

Die nächste Veranstaltung „Atemprotokolle“, die ebenso im Ehrengast Pavillon Slowenien stattfand, schenkte Wort- und Musikklänge. Der Autor Aleš Šteger trug Gedichte aus seinem Buch „Atemprotokolle“ vor. Seine Verse verbanden sich mit den Tönen des Akkordeonspieler Jure Tori. Was eine wunderbare musikalisch literarische Performance. Ich dachte beim Zuschauen, allein deshalb hätte es sich schon gelohnt, diese Buchmesse zu besuchen und nach Frankfurt zu reisen.
Aleš Šteger zeigte sich als ein Meister der Performance und in beeindruckender Weise spielten Musik und Worte miteinander.

Ich weiß, das Wort „berührend“ habe ich bei meinen diesjährigen Messeberichten bereits mehrmals verwendet, doch ich kann nicht anders, als es wiederholt so zu beschreiben, denn ich war zutiefst berührt von dieser Performance und den Texten.

Der Slowenien Pavillon an diesem Samstag:

Der slowenische Büchertisch vor dem Ehrengast-Pavillon. Schön, dass viele Menschen sicherlich neue slowenische Autorinnen und Autoren entdeckt haben:

Draußen am Amnesty International Stand:

In der ruhigen Umgebung des Pressezentrums schrieb ich meinen gestrigen Bericht zu Ende und staunte beim Gang dorthin über die vollen Hallen. Am Messesamstag (die Fachbesuchertage sind seit gestern beendet und seit Freitag Mittag ist es eine Publikumsmesse) ist die Buchmesse immer gut gefüllt, doch dieses Jahr erlebe ich sie noch um einiges gefüllter als sonst. Die Buchbranche wird es freuen.
Eine Frau, mit der ich ins Gespräch kam, meinte so schön: „Ich sehe so viele junge Menschen, so viele junge Menschen, die buchbegeistert sind.“
Ja, das ist großartig. Wenn ich hier bin, denke und fühle ich immer wieder, das Buch lebt und wird geliebt.
Mein Blick vom ruhigen Pressezentrum aus auf die volle Agora:

Als ich später wieder hinausging entdeckte ich eine endlos wirkende Schlange. Weshalb standen diese vielen Menschen an? Signierstunde mit Sebastian Fitzek, wie immer hier sehr beliebt, wie ihr seht:

Ich freue mich immer, wenn ich lesefreudige Menschen sehe. Hier direkt eine ganze lesefreudige Familie, die neue Buchschätze erworben hat:

An dieser Stelle Danke allen Menschen, die mir so freundlich und vertrauensvoll ihre Erlaubnis gaben und geben, dass ich sie für diesen Blog und meine Berichterstattung fotografieren darf.

Auch heute wieder freute ich mich über lesende Menschen inmitten all des Trubels. Auch diese drei Leseratten fanden ein ruhiges Leseplätzchen und konnten in neue Lieblingsbücher eintauchen:

Marc-Uwe Kling, den viele sicherlich von den Känguru-Chroniken kennen, las aus seinem Roman „Der Spurenfinder“, eine Fantasy-Krimi-Komödie:

Viele lauschten seinen Worten:

Die“75 Stühle – 75 Geschichten“ im Sonnenschein der Agora:

Beliebt war auch Guido Maria Kretschmer, wie ihr seht:

Wie jedes Jahr gilt, dass ich viele tolle Buchvorstellungen nicht besuchen kann und viele lohnenswerte Diskussionsrunden verpasse.
Hier erlebte ich etwa nur das Ende, aus der Reihe „SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft / Wir – angekommen und integriert?“ Die Moderatorin Jagoda Marinić sprach mit Isabel Schayani („Nach Deutschland. Fünf Menschen. Fünf Wege. Ein Ziel“) und Sineb el Masar („Sind wir nicht alle ein bisschen Almand?“), warum wir keine Identitätskrisen brauchen.

Äußerst beliebt war auch Otto Waalkes auf der Literaturbühne. Bärbel Schäfer sprach mit ihm über sein Buch „Ganz große Kunst – 75 Meisterwärke“.

Menschen meiner Generation sind mit dem Komiker Otto aufgewachsen. Was viele vermutlich wie ich nicht wussten, dass Otto acht Semester Kunst studiert hat. Otto hat sich nun an Meisterwerken aus der Kunst angelehnt und diese in seiner Art gezeichnet, mit dabei der Ottifant, der nach seinen humorvollen Worten bisher in der Kunst vernachlässigt wurde. So hat er 75 neue „Meisterwärke“ erschaffen, zu den 75 Bildern gibt es Begleittexte, natürlich mit viel Humor.
Otto sagte, sein Buch verstehe man auch, wenn man die Originale, die er parodiert, nicht kenne.
„Die Parodie ist die aufrichtigste Form der Bewunderung“, so Otto.
Während des Gesprächs tauchte auch auf, dass der Literaturkritiker Denis Scheck Otto als einen „Kunsträuber im liebevollen Sinne“ bezeichnet habe.
Auch für Bärbel Schäfer zeichnete er einen seiner berühmten Ottifanten:

Nach der Veranstaltung sagte Otto spontan, er zeichne auch für die Zuhörenden Ottifanten und es wurde lebhaft, wie ihr seht:

Wieder im Innenhof auf der Open Stage erlebte ich „Zeichenkunst und intelligenter Humor: Fix, @kriegundfreitag und meta bene“. Die drei Künstler waren im Gespräch über ihre Werke, ihre Herangehensweisen und Inspiration, über ihre Leidenschaft für das Zeichnen, ihre Bücher und über ihre unterschiedlichen Stile:

Am Abend ging es für uns zur Frankfurter Buchmesse Spezial- der Literaturgala. (Karin und Christiane, die ihr hier mitlest, dabei denke ich immer an euch, erlebten wir die Literaturgala doch hier vor einigen Jahren gemeinsam).
Von der Literaturgala berichte ich euch demnächst.

Aus Frankfurt grüße ich euch,
mit viel Dankbarkeit über all diese Eindrücke in mir,
Marion

Frankfurter Buchmesse – Tag 3 Teil 2

Am gestrigen Abend besuchten wir die lange ARD-Radiokulturnacht im hr-Sendesaal.
Die Moderatorin Catherine Mundt und Moderator Christoph Schröder führten durch den Abend.
Vorweg sagten sie, es werde ein breites Angebot an Büchern vorgestellt, die sowohl zum Nachdenken als auch schon mal zum Lachen anregen würden.
Im ausgebuchten und schönen Saal saßen die Menschen an den Tischen und hörten in dieser entspannten Atmosphäre den vielfältigen Buchvorstellungen zu.

Rafik Schami, der das Buch „Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“ geschrieben hat, ist ein wunderbarer Erzähler. Mit seinem Buch entführt er die Leserinnen und Leser auf den Hof des Königs Salih und in eine Welt von 1001 Nacht.
Es ist immer eine große Freude, Rafik Schami im Gespräch zu erleben.
„Das Erzählen kann, wenn es gut geht, aus einer Sackgasse eine Kreuzung machen“, war einer seiner schönen Sätze.

Angelika Küssendorf folgte als nächstes im Gespräch zu ihrem Buch „Risse“.
Dieser Erzählband ist die Vorgeschichte zu ihrem vor zwanzig Jahren erschienenen Erfolgsroman „Das Mädchen“. In zehn Geschichten beschreibt Angelika Küssendorf über ein Kinderleben in der DDR in den 60er und 70er Jahren, das geprägt war von Geborgenheit und Sehnsucht.

Der Friedenspreisträger Navid Kermani sprach zu seinem Buch „Das Alphabet bis S“.
In diesem Buch verknüpft er die Grundfragen unserer Existenz, Geschlecht, Krieg und Vergänglichkeit mit Alltäglichem. Vorweg las ich, dass sein Buch sowohl ein Roman, Journal, Essay und Meditation gleichzeitig sei.
In dem Gespräch verraten so manche Autoren und Autorinnen auch private Dinge, so sagte Navid Kermani, dass er sein Smartphone morgens in den Briefkasten lege und es erst am Abend wieder hervorhole.

Die Journalistin Isabel Schayani berichtet in ihrem Buch „ Nach Deutschland. Fünf Menschen. Fünf Wege. Ein Ziel“ über Flüchtlingsschicksale.
Bei ihren Reportagen kommt sie den Menschen sehr nah und man habe das Gefühl, so die Moderatorin Catherine Mundt, „dass wir in die Seele der Menschen blicken“.
Isabel Schayani plädiert dafür, dass wir in den Debatten um Obergrenzen und ähnlichem nie vergessen dürften, dass wir über Menschen reden.

Thomas Hettche sprach zu seinem Buch „Sinkende Sterne“.
In dem Buch malt er die fantastischen Folgen einer Naturkatastrophe in den Schweizer Bergen aus. Sein Buch kreist um die Fragen, welcher Trost im Erzählen liegt und was es in den Umbrüchen unserer Zeit zu bewahren gibt.
„Schönheit der Natur ist Thema des Buches, Schönheit des Menschen ist Thema und Schönheit eines Textes ist Thema im Buch“, so Thomas Hettche.

Zwischen den Buchvorstellungen gab es immer wieder musikalische Einlagen vom Felix Fromm 4tet und wir genossen die Klänge:

Ronja von Rönne sprach zu ihrem Sachbuch „Trotz“.
In diesem persönlichen Buch beschäftigt sie sich mit dem Trotz und befreit ihn von seinen Vorurteilen. Sie beschreibt ihn von beiden Seiten und durchleuchtet nicht nur ihren eigenen Trotz, sondern auch den der anderen. Im Trotz zeige sich auch der positive Widerstand.
Sie möchte mit dem Buch dazu einladen, dass wir genauer hinschauen.

Während des Abends las Elke Heidenreich immer wieder Auszüge aus ihrem Buch „Frau Dr. Moormann und ich“ vor. Ein Buch, in dem es um eine nachbarschaftliche sogenannte Hassliebe geht. Herrlich humorvoll geschrieben und vorgetragen und so ertönte viel Lachen im Saal.

Die slowenische Gastlandautorin Maja Haderlap stellte ihr Buch „Nachtfrauen“ vor. In ihrem neuen Roman erzählt sie aus dem Leben dreier Generationen von Frauen, von ihren Verstrickungen in aufgezwungene und verinnerlichte Leitbilder und von ihrem Ringen um Autonomie.

Dana Vowinckel sprach zu ihrem Debütroman „Gewässer im Ziplock“.
Das Buch handelt von dem Leben einer jüdischen Patchworkfamilie. Es geht um einen Sommer zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem sowie um Lügen, Glücksmomente, Enttäuschungen, Zuneigung und Schmerz.
Dana Vowinckel hat das Buch geschrieben, bevor die Hamas Israel angegriffen haben. Sie sprach in offener Art davon, was die aktuelle Situation in ihr bewege, auch im Zusammenhang mit ihrem Buch.

Und immer wieder gebanntes Zuhören in diesem Saal:

Nun erlebten wir die Büchnerpreisträgerin Terézia Mora mit ihrem Buch „Muna oder Die Hälfte des Lebens“, das für den Deutschen Buchpreis nominiert war.
In ihrem Roman schreibt sie, was geschieht, wenn man ein Leben führt, das man in Abhängigkeit von anderen führt. Es geht um die Beziehung zwischen Muna und Magnus. Im Laufe der Jahre nehmen Ungerechtigkeit und Gewalt zu, dennoch ist Muna nicht gewillt aufzugeben.

Tonio Schachinger, der diesjährige Gewinner des Deutschen Buchpreises war auch an diesem großen Bücherabend zu erleben.
Wie immer erfuhren die Zuhörenden viel Interessantes. So auch dieses Detail, dass er für sein vorheriges Buch ein Jahr gebraucht habe, bis er einen Verlag fand.
Und nun ist sein aktuelles Buch als das beste diesjährige Buch Deutschlands ausgezeichnet.

Jörg Maurer hörten wir nun zu seinem Krimi „Kommissar Jennerwein darf nicht sterben“. Über die Beziehung des Kommissars zu seiner Frau, mit der er ein Jahr verheiratet ist, sagte er: „Die haben sich nicht mehr viel zu sagen, die nicken nur.“ Dieses Buch ist der 15. Band dieser Krimireihe.

Steffen Kopetzky zu seinem Buch „Damenopfer“, darin erzählt er über ein weibliches Kapitel sowjetischer Geschichte:

Ilija Trojanow neuer und utopischer Roman heißt „Tausend und ein Morgen“.
Er beschriebt ihn so: „Der Roman ist ein spielerischen Umgang mit der Zukunft.“
Es ist ein Roman, der in sinnlichen Bildern und Geschichten von der unerschöpflichen Kraft unseres Denkens erzählt.
Er sagte weiterhin zu seinem Buch, es sei ein „Roman, der glaubt, dass es eine Zukunft und eine Hoffnung gibt.“ Es sei das „Öffnen eines Fensters in die Vielfalt der Möglichkeiten.“

Der bekannte Meteorologe Sven Plöger äußerte sich mit guten klaren Worten zur Klimakrise. Sein aktuelles Buch trägt den Titel „Zieht euch warm an, es wird noch heißer! Können wir den Klimawandel noch beherrschen?“ Mit Extrakapiteln zu Wasserstoff und Kernfusion taucht im Untertitel auf.
Zu später Stunde erzählt er anschaulich von unserer momentanen Situation.
„Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Handlungsproblem“, so Sven Plöger und ich wünsche mir, dass viele Menschen ihm und seinem Buch zuhören.

Eine vielseitige Büchernacht ging zu Ende.
Ja, wie die beiden Moderator*innen zu Beginn sagten, es war ein breites Angebot an Büchern, die sowohl zum Nachdenken als auch zum Lachen anregten, definitiv.

Es grüßt euch aus Frankfurt,
Marion

Frankfurter Buchmesse – Tag 1

Nach der gestrigen Eröffnung war heute der 1. Tag der Frankfurter Buchmesse, der für das Fachpublikum geöffnet ist. Ab Freitag 14 Uhr ist die Buchmesse für Privatbesucher*innen geöffnet.

75 Stühle, die Montag in der Stadt Frankfurt aufgebaut waren, sind nun hier auf dem Innenhof, der Agora, zu finden. Hier können die Besucher*innen Platz nehmen und erfahren per QR-Code von persönlichen Geschichten von ganz unterschiedlichen Menschen und ihrer Verbindung mit der Frankfurter Buchmesse. Unter den Erzähler*innen befinden sich bekannte Namen ebenso wie unbekannte Namen von Besucher*innen und internationale Buchmesse-Freund*innen, und ebenso Namen von Menschen, die hinter den Kulissen für die Buchmesse aktiv sind. Gerne habe ich Platz genommen und viele Geschichten gelesen.

Auf der ARD ZDF 3SAT Bühne wurde Doris Knecht von Alexander Solloch zu ihrem Buch „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ interviewt. Ihr Roman ist die Selbstbefragung einer Frau, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben steht. Das Buch stellt die Frage, wie ist es, wenn das Leben noch einmal anfängt. Einer ihrer Sätze während des Gesprächs: „Ich wollte unbedingt ein positives Buch schreiben mit einem versöhnlichen Ton und das hat sehr auf mich gewirkt.“
Meine Buch-Wunschliste wächst…


Als Findesatz-Sammlerin sammle ich nicht nur Sätze von Autorinnen und Autoren, sondern auch Sätze von Menschen, die ich im Vorbeigehen hören. So sagte eine Frau zu ihrer Freundin: „Wir können gerade mal nach Slowenien gehen.“ Wunderbar, dank des Gastlandes Slowenien ist das möglich, auf der Buchmesse mal eben nach Slowenien zu gehen.

Als nächstes erlebte ich Philipp Oehmke im Gespräch mit der Moderatorin Anja Brockert zu seinem Buch „Schönwald“. Der Roman erzählt eine Familiengeschichte über zwei Generationen. Als die Tochter der Familie einen queeren Buchladen eröffnet, reist ihre Familie an und es kommen verdrängte Konflikte an die Oberfläche. Der Großvater der Tochter war früher bei der Wehrmacht. Nun kritisieren Aktivistinnen, dass die Frau den progressiven Buchladen aufgemacht habe, der auf Nazigeld aufbaue. „In dem Buch geht es um Wahrheit und Lüge und um die ganzen Abstufungen die es dazu gibt“, so die Moderatorin. Philipp Oehmke sagte, er mag das Genre Familiengeschichte, „da lässt sich im Kleinen erkennen, was in der Gesellschaft vorherrscht.“
Er las einen Ausschnitt aus seinem Buch vor.

Als Nächstes erlebte ich den frischgekürten Buchpreisträger Tonio Schachinger, der mit Cécile Schortmann über sein Buch „Echtzeitalter“ sprach. Der Protagonist in „Echtzeitalter“ ist Till, der ein elitäres, österreichisches Internat besucht. Er fühlt sich nicht wohl inmitten des snobistischen Umfelds und möchte lieber Profi-Gamer werden. Nach dem Tod seines Vaters findet er Zuflucht im Spiel „Age of Empires“ und gehört bald zu den weltweit besten Spielern. Doch das zählt nicht in der Welt der Erwachsenen. Da ich dieses Buch bereits habe, steht es nicht auf meiner Wunschliste, ansonsten würde es darauf stehen. Tonio Schachinger las eine Stelle aus dem Buch vor.
Im Gespräch erzählte er weiterhin, dass er einen handgeschriebenen Brief von einer 89-jährigen Frau erhalten habe, deren Enkel auf das Gymnasium gehe, das in dem Buch unter einem anderen Namen auftaucht. „Selten lösen Bücher so viel aus“, schrieb sie in ihrem Brief. Tonio Schachinger meinte, diese Aussage sei nicht so relevant wie der erhaltene Buchmessenpreis – auf die Verkaufszahlen bezogen – , dennoch sei diese Aussage für ihn relevant.
Cécile Schortmann sagte am Ende des Gesprächs zu seinem Buch, der ein großer Gesellschaftsroman sei: „Lesen Sie dieses Buch, es ist witzig, es ist rasant und es nimmt uns mit in die Welt des Gamings.“

Sina Scherzant wurde von Mona Ameziane zu ihrem Buch mit dem schönen Titel „Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne“ interviewt. In ihrem Debütroman schreibt Sina Scherzant darüber, wie es ist, wenn man aufhört, sich immer nach anderen zu richten. Es geht um die Geschichte einer jungen Frau, die den Mut findet, für sich einzustehen. Sina Scherzant ist Einigen vielleicht bekannt über ihren erfolgreichen Instagram Account alman_memes2.0, den sie gemeinsam mit ihrem Freund betreibt.

Das Thema Ukraine und der russische Angriffskrieg ist auf der Buchmesse präsent. Auch bei dieser bewegenden und schönen Ausstellung auf dem Innenhof:

Zum Messejubiläum hat der Duden dieses Werk gestaltet:

Nun erlebte ich Necati Öziri auf der Literaturbühne im Gespräch mit dem Moderator Michael Schmitt zu seinem Buch „Vatermal“. Der Roman stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Er handelt von einer Familiengeschichte über einen Sohn, eine Mutter und eine Schwester, deren Leben und Körper gezeichnet sind von sozialen und politischen Umständen. Auch er las aus seinem Buch vor. Neben dem guten Gespräch hörten wir nun gute Passagen. Das Buch trägt einen einladenden Erzählstil in einem schönen sentimentalen Ton, wie ich finde.
Ihr ahnt es, meine Buchwunschliste wächst…

Ausstellungen auf der Agora:

Die Agora von oben:

Wichtige Aussagen an einem Stand:

Nun erlebte ich Peter Wohlleben auf der Literaturbühne im Gespräch mit der Moderatorin Katty Sallie zu seinem Buch „Unser wildes Erbe – Wie Instinkte uns steuern und was das für unsere Zukunft bedeutet“. In seinem Buch gibt Peter Wohlleben Einblicke in die Natur des Menschen und fragt, wie es sein kann, dass das vermeintlich höchstentwickelte Wesen auf diesem Planeten seinen Lebensraum selbst zerstört. Anhand vieler Vergleiche zur Tier- und Pflanzenwelt zeigt er, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind, sondern die Evolution nach wie vor auch bei uns wirkt. Wenn wir die menschliche Natur verstehen, können wir neue Wege einschlagen, die eine lebenswerte Zukunft ermöglichen.
Peter Wohlleben sagte, er plädiere dafür, dass wir das Thema Klimaschutz emotional behandeln, im positiven Sinne, indem wir beginnen, dieses Thema mit positiven Emotionen zu besetzen.
Einige seiner guten Sätze: „Klimaschutz sollte so funktionieren, dass es die Glücksgefühle triggert.“
„Wir können irre viel machen und sollten nicht in Angst erstarren.“
„Klimaschutz muss Hirn und das Herz ansprechen.“
Ich erlebte Peter Wohlleben schon häufig hier auf der Buchmesse, immer wieder schafft er es, in einer begrenzten Zeit viel gutes und interessantes Wissen und Gedanken mitzugeben.
Er endete mit dem Satz: „Bleiben sie optimistisch.“

Hier seht ihr von links die Strafverteidigerin Christina Klemm („Gegen Frauenhass“) die hunderte Opfer geschlechtsspezifischer Verbrechen vertreten hat, daneben Jovana Reisinger („Menstruation“) die in ihrem Buch zeigt, welcher Frauenhass in Mythen und Schweigen über die Monatsblutung steckt, und daneben die Moderatorin Wiebke Porrombka.
Auf dem Foto stellen die beiden Autorinnen gerade dar, wie Frauen einander einen Tampon weiterreichen, „versteckt in einer Faust, so dass sich vermuten lässt, dass in den Händen entweder Drogen oder ein Tampon sei.“ Wie gut, wenn wir weg von dieser Tabuisierung kommen.
Es wurde darüber diskutiert, wie wichtig es ist, dass wir Wege aus der patriarchalen Gewaltspirale hinausfinden.

Also ich draußen umherging, sah ich, wie Jo Schück die Autorin Valery Tscheplanowa zu ihrem Buch „Das Pferd im Brunnen“ befragte, das alles, während sie aßen. Am Freitag wird diese besondere Buchvorstellung in Aspekte ausgestrahlt. Neben dem Buch gilt meine Bewunderung der Art, während eines Interviews so elegant essen zu können:

Der Kölner Illustrator Thorwald Spangenberg machte im Innenhof Pause und zeichnete. Was ein schöner Ort um kreativ zu sein.

Prominente sind immer wieder zu treffen, wie hier Helge Schneider:

An vielen Ständen gibt es immer wieder Lesungen und Gespräche, wie hier mit Axel Scheffler:

Gute Frage:

Einer meiner Lieblingsverlage, der Verlag Hermann Schmidt:

Und einer meiner Lieblingsmoderatoren, Gerd Scobel, der auf Literaturbühne mit dem Autor Frank Witzel über dessen Buch „Die fernen Orte des Versagens“ sprach. Ausgehend von Alltagssituationen beschreibt Frank Witzel einen bunten Strauß an Lebensentwürfen und gibt dabei ein Blick auf unterschiedliche Beweggründe menschlichen Handelns frei. Herr Rath, so heißt die Person in dem Buch, erinnert Gerd Scobel an Herr K, den wir von Bertolt Brecht kennen.
„Das Denken ist so interessant, dass es einen ein Leben lang beschäftigen kann“, so Frank Witzel.
Gerd Scobel beendete das Gespräch mit den Worten: „Ich hatte viel Spaß beim Lesen und den wünsche ich Ihnen auch.“
Übrigens erzählte Gerd Scobel, dass er, wenn er ein neues Buch beginne, zwar nicht das Ende lese, doch immer den Dank lese, der am Ende des Buches stehe. Das kenne ich auch und mache ich ebenso.

Ich besuchte den Stand der Deutschen Nationalbibliothek, der zum Mitmachen einlud, etwa Gedichte in Form eines Elfchen schreiben, Visionen zeichnen, ein Selfie machen oder mit Bauklötzen die Zukunft planen.
Viele Elfchen waren auch auf dem Bildschirm zu lesen. So was mag ich und macht für mich auch die Buchmesse aus, irgendwo unerwartet Gedichte lesen, wunderbar!
Und gerne habe ich mich einladen lassen und auch ein Elfchen geschrieben.

„Mein Nachbar auf der Wolke“ heißt der schöne Titel eines Lyrikbuchs und die nächste Veranstaltung hieß ebenso. Es war eine Lesung und ein Gespräch über die slowenische Poesie mit der Lyrikerin Miljana Cunta (auf dem Bild sitzt sie noch rechts), dem deutschen Kurator des Gastlandes Matthias Göritz und Ernst Osterkamp, dem Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. In Slowenien gilt Dichten seit jeher als eine Überlebensstrategie und gemessen an der kleinen Bevölkerungszahl gibt es eine große Fülle an lyrischen Stimmen, das machte diese Veranstaltung deutlich.

In der Stadt gibt es an verschiedenen Leseorten die Open Books, das Lesefest zur Buchmesse. So besuchte ich am Abend die Veranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek „Warum noch Bücher lesen? Das Ljubliana Manifest“.
Die Autoren Durs Grünbein, Matthias Göritz und Aleš Šteger sprachen über das Buch und das Lesen als Erkenntnis- und Erlebnisform. In dem Gespräch tauchte auf, dass Lesen eine heilsame Wirkung habe, in dem es so entgegengesetzt ist, zu der Reizüberflutung, der wir Menschen so häufig ausgesetzt sind. Das Gespräch zwischen den Dreien trug eine schöne, behutsame und ruhige Atmosphäre.

Das Gespräch machte deutlich, dass auch im Zeitalter des Digitalen, dass Lesen das beste Werkzeug ist, das wir für unser Denken haben. Wenn wir Literatur lesen, dann hilft uns das, andere in ihrer Besonderheit zu begreifen. Bücher lehren Empathie.
Dem stimme ich zu und hoffe, dass viele der großartigen Bücher, die hier auf der Buchmesse zu finden sind, gelesen und geliebt werden.

Es grüßt euch aus Frankfurt,
Marion



Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse – Teil 4

Heute berichte ich von meinem vierten und damit letzten Tag auf der Leipziger Buchmesse.
Auch an diesem Tag war zu spüren, dass viele Menschen Bücher lieben.

Die Zahlen sagen, dass 274.000 Besucher*innen vom 27. bis 30. April in den Messehallen und beim Festival „Leipzig liest“ unterwegs waren. 2082 Aussteller und Verlage aus 40 Ländern und mehr als 3200 Mitwirkende aus aller Welt haben bekannte und neue Buchmesseformate gestaltet.
Ich finde, es war während der ganzen Woche zu spüren, wie froh die Menschen waren, dass die Leipziger Buchmesse – nachdem sie dreimal abgesagt wurde –wieder stattgefunden hat. Es war eine fühlbare Buchmesse-Freude.

Immer wieder entdeckte ich Bücher, die ich gerne lesen möchte:

Am österreichischen Stand besuchte ich die Veranstaltung „Zwischen Engagement und Unterhaltung.“ Manuel Ruby wurde von Günter Kaindlstorfer zu seinem Buch „Der will nur spielen“ interviewt. Manuel Rubey hat im Zuge seiner musikalischen Lesereise viele österreichische Orte besucht und nimmt in seinem Buch die Leser*innen mit auf Tour. Er teilt Erinnerungen und regt an, selbst kreativ zu sein. Auch hier erlebte ich ein gutes und inspirierendes Gespräch.
„Ihr Buch ist ein Appell, ein beglücktes Leben zu leben.“, so der Moderator. „Die Umwege, die Langsamkeit, das Spazierengehen, sich am Tag nicht zu viel vornehmen, könnte zumindest ein erster Schritt sein.“, so Manuel Ruby.

Schön war es, unerwartet Menschen zu treffen, die ich kenne. So begegnete ich Birgit Bodden, mit der ich vor einigen Jahren gemeinsam ein Schreibseminar erlebt habe. Sie las später aus ihrem Buch „Schwarze Perle. Die Geschichte einer äußerlichen und innerlichen Reise“:

Danach erlebte ich „Best of Druckfrisch“ mit Denis Scheck. In gewohnt temporeicher Art stellte der Litertaturkritiker viele Bücher vor und gab Leseempfehlungen. So empfahl er beispielsweise „Victory City“ von Salman Rushdie, „Oben Erde, unten Himmel“ von Milena Michiko Flašar oder „Einzeller“ von Gertraud Klemm.
 „Wenn Sie eine Liebesgeschichte lesen wollen, bei der kein Auge trocken bleibt und wo sie mindestens ein Päckchen Tempos brauchen, dann empfehle ich Ihnen den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Wer da nicht weint, hat ein Herz aus Stein. Das ist die Geschichte von zwei, die füreinander bestimmt sind und sich doch verfehlen. Wie das geht, das kann ich Ihnen jetzt nicht erzählen, das müssen Sie selbst lesen in: Wir haben es nicht gut gemacht.“, so Denis Scheck.
Am Ende empfahl er mit diesen Worten das Buch „Peanuts“: „Die Peanuts ist in meinen Augen der wichtigste Comicstrip der Welt. Wenn Charlie Brown, der kleine kahlköpfige Junge mit den abstehenden Ohren, der niemals das Herz des kleinen rothaarigen Mädchens erobern wird, mit seinem Hund, dem Beagle Snoopy, auf der Mole sitzt und Charlie Brown zu Snoopy sagt: ‚Eines Tages werden wir alle sterben‘ und Snoopy erwidert: ‚Ja, aber heute nicht‘, dann ist das kürzeste Trost, den Ihnen Literatur anbieten kann.“

Thomas Böhm erzählte im Gespräch mit Katrin Schuhmacher zu seinem Buch: „Die Wunderkammer des Lesens“. Was Lesen alles ist, zeigt dieses Buch. Es ist eine Liebeserklärung ans Lesen, von der Poesie des Umblätterns, zu Lesebräuchen oder 100 Büchern die David Bowie geprägt haben, bis zu wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Lesen. Ein schönes Gespräch, das Lust auf dieses Buch machte.
Auch Astrid Lindgren tauchte in dem Gespräch auf: „Die Bücher von Astrid Lindgren, das ist allerallerfeinste Weltliteratur. Wir denken das ist für Kinder, aber das sind Bücher, die sind von einer solchen tiefen Weisheit und einer Menschenliebe geschrieben, das ist absolut fantastisch.“
In einem Kapitel hat Thomas Böhm aus Gedichten Verse zusammengesammelt, die vom Lesen handeln. „Was wäre ein Buch ohne Lyrik?“ so Thomas Böhm.

Auch das ist Buchmesse, mit buchliebenden Menschen miteinander ins Gespräch zu kommen, das geschah immer wieder.

Hier konnten die Besucher*innen ihre Lieblingsbuchhandlung aufschreiben:

Entdeckt ihr eure Lieblingsbuchhandlung? Wenn nicht, schreibt sie gedanklich dazu.

Ein Eindruck vom Messegelände im Innenbereich:

Und ein Eindruck vom Außengelände:

Der sympathische John von Düffel stellte im Gespräch mit Eva Schmidt sein Buch „Das Wenige und das Wesentliche. Ein Stundenbuch“ vor. Das Buch ist eine Einladung, über das nachzudenken, was im Leben wesentlich ist. Es lädt zur Reflexion über Konsum und Zeit ein.
„Es ist eine sehr persönliche gedankliche Auseinandersetzung und jede Person, die das Buch liest, hat die Zwischenräume, sich damit in Wechselwirkung zu begeben.“, so John von Düffel.
„Es geht darum, ein Gespür für seine Bedürfnisse zu entwickeln, was reicht mir und was ist mir genug und herauszufinden, was brauche ich, welche Bedürfnisse sind die meinen. Es ist eine Einladung, über sich selbst nachzudenken.“, sagte John von Düffel.

Auf dem Messegelände hat die Buchhandlung Hugendubel einen großen Stand. Dort und am Stand von DUMONT, in dem Verlag das Buch erschienen ist, war das Buch von John von Düffel am Nachmittag bereits ausverkauft. Doch zum Glück gibt es die heimischen Buchhandlungen.

Die bekannte Dora Heldt wurde zu ihrem Buch „Drei Frauen und ein falsches Leben“ interviewt:

Viele Kameraleute wirkten mit:

Überall gab es Botschaften zu lesen:

Schöne Kostüme:

Ein Blick vom Messegelände auf das Außengelände:

Passend zum Gastland Österreich gab es Kostüme:

Am österreichischen Stand war David Schalko im Gespräch mit Katja Gasser zu seinem Buch „Was bringt der Tag“. In seinem Roman geht der Regisseur und Autor der Frage nach, wer wir sind ohne Arbeit und was uns letztendlich ausmacht.
„Ich glaube, dass wir uns immer mehr in den nächsten Jahren die Frage stellen werden, was wir mit dem Tag machen.“, so David Schalko in dem Gespräch.  
Ein weiterer seiner Sätze: „Wir müssen in diesen Zeiten über die Dinge reden, die wir als nicht realisierbar betrachten, weil wir die realisieren müssen. Denn sonst wachen wir in einer Realität auf, die wir sicherlich nicht wollen.“

Mitmachaktionen auf der Buchmesse mit schönen Botschaften:

Am Stand Café Europa fand die Veranstaltung „Geschichten, die wir uns erzählen: Erinnerung, Amnesie und das Trauma des Krieges“. Es wurde der Frage nachgegangen, wie das Erzählen die Gegenwart und die Zukunft bestimmt:

Meine letzte Veranstaltung führte mich zur Lyrik Happy Hour:

Gerne stelle ich euch noch meine Lieblingsmaschine auf der Buchmesse vor. Am kreativen schönen Stand der Buchkinder gab es diese Zeichenmaschine:

In der Maschine saßen Kobolde, wenn jemand die Maschine mit Münzen oder Keksen fütterte, sich davor setzte, wurde man von den Kobolden in der Maschine gezeichnet. Klar, das habe ich gemacht.

Hier das Ergebnis der tollen Zeichenmaschine:

Irgendwann geht jede Buchmesse zu Ende.
Doch nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse:

Dankbar blicke ich auf eine erfüllte Woche zurück. Ich erlebte wunderbare Bücher, tolle Veranstaltungen, großartige Interviews, gute Gespräche, Berührendes, Humorvolles und viel Buchliebe.
Die Buchmesse ist eine Fundgrube an wunderbaren Sätzen, was mich als Sätzesammlerin sehr freut.
Ich bin sehr dankbar, dass wir Menschen einander Geschichten erzählen, sie aufschreiben und dass wir lesende Menschen sind.
Ich erlebte die Buchmesse als einen Ort, der die dringlichen Themen der Zeit anspricht und in kluger Weise Hoffnung gibt. Ich nehme viel Zuversicht, Inspiration und Buchliebe mit.

Es grüßt euch mit vielen Eindrücken der Leipziger Buchmesse, die noch nachwirken,
Marion

Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse – Teil 3


Heute berichte ich von Samstag, meinem dritten Tag auf der Leipziger Buchmesse.
An diesem Tag war die Messe sehr gut besucht. Das Schöne daran: Es gibt sie, die vielen vielen Buchliebhaber*innen.
Wie auch an den Tagen zuvor, hatte ich mir ein Programm zusammengestellt und wie immer wich ich davon ab, da sich vieles spontan ergab. Es gibt sicherlich viel Großartiges auf der Buchmesse, dass ich nicht gesehen habe, doch das, was ich erlebt habe, beglückt, inspiriert mich und wirkt nach.
Beim Gang durch die Hallen klangen viele verschiedene Sprachen an mein Ohr. Schön, dass eine Buchmesse immer international ist.

Ich besuchte am Morgen die Veranstaltung „Zeitkapsel. Leipziger Buchmesse 2023 sammeln“. Eine Studierendengruppe hat alles gesammelt, was in einem direkten Zusammenhang mit der diesjährigen Leipziger Buchmesse steht, und keine ISBN hat. Auf diese Weise schaffen sie eine Zeitkapsel, die nachfolgenden Generationen Auskunft geben soll über die Buchbranche in diesen Zeiten. Die Studierenden erzählten davon, wie sie alle Stände entlanggegangen sind und Materialien eingesammelt haben, von Verlagsprogrammheften bis zu Stofftieren. Was die Menschen, die diese Zeitkapsel in vielen Jahren finden werden, wohl zur Buchmesse 2023 sagen werden? Ein spannendes Projekt.

„Das Buch habe ich ganz langsam und ganz sparsam gelesen und möchte es am liebsten nochmal lesen, weil da so viel drinsteckt“, so kündigte Ariane Binder das neue Buch von Helga Schubert „Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe“ an. Ein Buch, in dem Helga Schubert die Liebesgeschichte zu ihrem Mann beschreibt. 50 Jahre lebten sie zusammen, bevor ihr Mann schwer krank wurde und nun zuhause palliativ umsorgt wird. Es geht in dem Buch um das gemeinsames Altwerden, um Fürsorge und Trost und um viel Liebe. Es war wunderbar der sympathischen Autorin zuzuhören. Sie erzählte auch davon, wie sie es erlebte, im Jahr 2020 mit 80 Jahren mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet zu werden.
Eine Buchmesse zu besuchen, ohne dass meine Buch-Wunschliste wächst, geht einfach nicht.

Auch das nächste Interview war sehr humorvoll. Die Moderatorin Cécile Schortmann war im Gespräch mit der temperamentvollen Adriana Altaras zu ihrem Buch „Besser allein als in schlechter Gesellschaft. Meine eigensinnige Tante“. Adriana Altaras erzählt in dem Buch von ihrer eigenwilligen Tante, die 101 Jahre alt wurde und die die spanische Grippe, das KZ und ihre norditalienische Schwiegermutter überlebte. Sie schreibt über eine liebevolle Beziehung zu ihrer Tante.
„Ich habe fast gedacht, sie stirbt gar nicht mehr“, so Adriana Altaras. „Die guten Zeiten gehen vorbei, doch die schlechten auch“, war ein weiterer ihrer Sätze. Über die Beziehung ihrer Mutter zu ihrer Tante sagte sie: „Meine Mutter hat jeden Sonntag zwei Stunden mit meiner Tante telefoniert und sie haben sich zwei Stunden angeschrien, also schon eine Form von Freundschaft.“
Ein Mann, der neben mir saß, sagte: „Die Frau ist echt der Hammer.“ Ja, recht hat er. Sie trägt übrigens den Spitznamen Adrenalina.

Heute war die Ruheoase der #buchbar gut gefüllt:

Fabienne Schovenberg las aus ihrem Buch „Ist die Welt noch zu retten | Die Welt ist noch zu retten. Auf der Suche nach Motivation beim Weltverbessern“:

Im Vorbeigehen sah ich die Veranstaltung „Glück im Unglück.“ Der Autor und Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber geht in seinem Buch der Frage nach, wie es sich in Zeiten von Krieg, Klimakrise, Inflation und Pandemie mit dem Glück verhält. Er besuchte Menschen und Orte, die glücklich machen.

Nun führte mich mein Weg erneut zu dem podcast detektor.fm:

Hier war die renommierte Energieökonomin Claudia Kemfert zu erleben, die Leiterin der Abteilung Energie Verkehr Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung Berlin. Seit vielen Jahren warnt Claudia Kempfert vor der Klima- und Energiekrise. In ihrem aktuellen Buch „Schockwelle. Unsere letzte Chance für sichere Energie und Frieden“ schreibt sie, dass uns nur ein kleines Zeitfenster bleibt, um den Krisen entgegenzuwirken. Sie benennt die Verantwortlichen für die verfahrene Situation und die Chancen, die wir noch haben, um uns aus den Abhängigkeiten zu befreien und ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten. Claudia Kemfert ist eine Wissenschaftlerin, die sich seit Jahren unermüdlich für Klimagerechtigkeit einsetzt. Sie erzählte, dass sie sich zum Teil vorkomme wie in dem Film „Und ewig grüßt das Murmeltier“, weil sie ihre Forderungen und Warnungen seit so vielen Jahren wiederhole. Sie blicke dankbar auf die junge Generation und all die Menschen, die sich so stark für das Klima und eine lebenswerte Zukunft einsetzen.

Signierstunden gibt es auch immer wieder auf der Buchmesse, wie hier von der Autorin Alice Pantermüller und der Illustratorin Daniela Kohl von den Büchern „Lotta-Leben“.

Beim Gang durch die Hallen gab es Vieles zu entdecken.
So etwa der schöne slowenische Stand:

Eine Freude war es, viel schöne Lyrikbücher auf der Buchmesse zu entdecken:

Weiterhin sah ich lange Signierschlangen:

Eine Buchmesse ohne vorgetragene Lyrik ist zum Glück undenkbar:

Debattieren auf der Buchmesse zu der Frage „Glück – Was ist wichtiger? Spaß oder Sinnerleben?“:

Erneut ging ich zum Podcast-Stand, der wie immer gut besucht war:

Und hörte Stevie Meriel Schmiedel (im Bild rechts) zu, der Gründerin von Pinkstinks, zu ihrem Buch „Jedem Zauber wohnt ein radikaler Anfang inne. Warum uns ein bisschen Genderwahn guttut.“:

Wo Seabastian Fitzek war, war es immer voll, er hat eine große Fangemeinde. Hier erzählt er zu seinem Buch „Elternzeit“:

Das Außengelände lud die Besucher*innen immer wieder zu Pausen ein:

Die #buchbar auf der Leipziger Buchmesse finde ich ein wunderbares Konzept. Kern der #buchbar ist der sogenannte community table, ein langer Tisch, an denen zu festgelegten Zeiten jeweils sechs Autor*innen und das interessierte Publikum Platz nehmen und bei Kaffee, Croissants und Kuchen miteinander erzählen können. Ergänzend dazu gibt es moderierte Gespräche mit Autor*innen an der Bar. Bei der Veranstaltung, die ihr hier seht, ging es um das „Glück des Schreibens“, mit dabei John von Düffel, Alex Beer, Hugo Hamilton, Antje Niendorf, Noah Martin und Piet van Hoorn:

Beim Podcast-Gespräch hörte ich Jana Crämer, die zu ihrem autobiografischen Buch „Jana, 39, ungeküsst“ erzählte. Sie ist früher gemobbt worden, wog 180 Kilo und mochte sich selbst nicht. Im Buch beschreibt sie, wie sie lernte, nicht mehr viel darum zu geben, was andere von ihr denken und sich selbst anzunehmen. „Es gab immer wieder so kleine Momente, in denen ich gemerkt habe, dass ich die Dinge, die ich früher so sehr an mir gehasst habe, eigentlich die Ecken und Kanten sind, die ich inzwischen ganz besonders an mir liebe.“ „Ich lerne die kleinen Besonderheiten meines Körpers total zu schätzen.“ „Mein Körper ist weit weg davon, ideal zu sein, er hat trotzdem verdient, das ich ihn liebe.“ waren einige ihrer Sätze. Ein Buch, das sicherlich vielen Menschen Mut macht.

Am Abend besuchte ich die Bibliotheca Albertina in der Stadt und erlebte Arno Geiger mit dem Moderator Alexander Solloch. In seinem aktuellen Buch „Das glückliche Geheimnis“ gibt Arno Geiger sein Geheimnis preis, denn mit Mitte 20 begann er, in Papiercontainern zu wühlen und Müll zu sammeln, um entdeckte Schätze auf Flohmärkten zu verkaufen. Damals war er ein erfolgloser Schriftsteller und bestritt damit seinen Lebensunterhalt. Auch als er ein erfolgreicher Schriftsteller wurde, hat er sein Geheimnis weiter betrieben, indem er frühmorgens mit dem Rad losfuhr, um Papiercontainer zu durchwühlen. Er erzählte darüber, was ihm das bedeutet hat. Es war auch ein Gegengewicht für ihn zur erfolgreichen Welt. Ihm zuzuhören, war sehr schön und auch auf dieses Buch freue ich mich sehr.
Einer seiner Sätze an dem Abend: „Wenn die Uhr nicht ticken würde, dann würden wir alles aufschieben. Dass wir Kinder der Zeitlichkeit sind, dass das Leben vergänglich ist, macht das Leben auch schön.“

Zum Abschluss des Tages besuchte ich die Veranstaltung „Übers Wasser gehen. Ukraine-Tag der Bundeszentrale für politische Bildung.“ Hier erlebt ich mit vielen anderen Menschen ukrainische Musik, Gesang, Poesie:

Auch ukrainisches Essen und Getränke gab es dazu:

Damit ging ein erfüllter wunderbarer 3. Buchmessen-Tag zu Ende, an dem ich mehrmals dachte:

Morgen berichte ich euch vom 4. und damit letzten Tag der Leipziger Buchmesse.

Bericht über meinen Besuch der Leipziger Buchmesse – Teil 1

Diese Woche werde ich keine Findesätze und Findesatz-Gedichte teilen, da ich euch gerne von der Leipziger Buchmesse erzählen möchte. Hier kommt Teil 1 meines Berichts:

Letzte Woche habe ich die Leipziger Buchmesse besucht, die vom 27. bis zum 30. April einlud. Nach drei Jahren Pause fand diese Messe im Verbund mit der Manga-Comic-Con endlich wieder statt.
Ich reiste bereits am Mittwoch an und war nach einem Treffen mit zwei lieben Menschen in der Stadt Leipzig unterwegs, die viele schöne Plätze, Gebäude, Läden, Kunst, Cafés und blühende Kirschbäume zeigte. Meine Lust, Leipzig ein weiteres mal zu besuchen und die Stadt in Ruhe zu erkunden, ist da.

Verbunden mit der Buchmesse fand an verschiedenen Orten in der Stadt das Lesefest „Leipzig liest“ statt. So führte mich meine erste Veranstaltung am Mittwochabend zum Haus des Buches, dort war Judith Hermann im Gespräch mit dem Moderator Thorsten Ahrend und stellte ihr Buch „Wir hätten uns alles gesagt“ vor:

Judith Hermann sprach über ihr Leben, das Schreiben, über Wahrheit und Erfindung, all das in ihrer eigenen poetischen Art. Was ein wunderbarer Start in die Buchmessen-Tage mit diesem feinsinnigen und auch humorvollen Abend. Ein Buch mit einer sehr schönen Sprache. Es ist eines der Bücher, bei denen mir schnell klar wurde, das werde ich lesen.

Am nächsten Morgen öffneten die Tore der Leipziger Buchmesse.

Die Leipziger Buchmesse ist eine Publikumsmesse, das heißt an allen vier Tagen ist sie für das Publikum geöffnet. Sie war gut besucht, dennoch war Donnerstag ausreichend Raum, die Hallen und Stände zu erkunden. Auch die Gänge und Treppen mit Platz:

Ein schönes gemeinsames Ritual für alle Mitarbeitenden am Cornelsen Stand, bevor der Stand eröffnet wurde:

Die Buchmesse besteht nicht nur aus Büchern und Ständen, sondern auch aus den vielen Veranstaltungen auf dem Buchmessengelände. An vielen Orten in den Hallen finden Interviews, Lesungen und ein reichhaltiges Programm statt.
Hier seht ihr Julia Schoch, die im Gespräch mit Matthias Schmidt ihr Buch „Das Liebenspaar des Jahrhunderts“ vorstellte:

 „Wenn man am Ende des Lebens angekommen ist, dann erinnert man sich eher an die Menschen, die man geliebt hat und nicht an die Neujahrsansprache des Kanzlers.“, war einer ihrer Sätze während des Gesprächs.

Ich besuchte die beliebte Veranstaltung „Preis der Leipziger Buchmesse – Belletristik“, bei der die Nominierten und ihre Bücher vorgestellt wurden: Ulrike Draesner, Joshua Groß, Dinçer Güçyeter, Angela Steidele und in Abwesenheit Clemens J. Setz:

Einige, die hier lesen, kennen Dinçer Güçyeter. Ich konnte ihn letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse über Wolfgang Schiffer kennenlernen. Wolfgang betreibt den literarischen Blog Wortspiele und Dincer und er haben gemeinsam den ELIF Verlag, der im Übrigen auf der Leipziger Buchmesse einen Preis erhielt.
Sehr gespannt war ich, wer am Nachmittag gewinnen würde, wobei ich finde, dass bereits alle Nominieren mit dieser besonderen Auszeichnung Gewinner*innen sind.

Österreich ist in diesem Jahr das Gastland der Leipziger Buchmesse. Österreich zeigte einen einladenden Stand mit vielen Büchern, einem Café mit typisch österreichischem Essen und Trinken und der Veranstaltungsecke:

„Liebe aus Österreich? Ja! Liebe aus Österreich!“ hieß die Unterhaltung, bei der der Gedichtautomat eröffnet wurde, der voller österreichischer Lyrik steckt. Andreas Unterweger, Franz Josef Czemin und Gerhild Steinbuch sprachen mit dem Moderator Rainer Moritz und über das Projekt und über die Notwendigkeit von Poesie im Alltag:

Wie funktioniert der Poesieautomat, der ein umfunktionierte Kondomautomat ist? Eine Münze einwerfen, die Kategorie wählen, den Knopf drücken, das Gedicht herausnehmen und lesen. Wunderbar!

Es gab unzählige gute Veranstaltungen, die ich nur im Vorbeigehen sah, da es nicht möglich ist, alles zu verfolgen.
Hier diskutierte die Moderatorin Caro Baum mit der Autorin Svenja Gräfen (die das Buch „Radikale Selbstfürsorge“ geschrieben hat) über die Thematik “Literatur & Geschlechter“. Dabei ging es um das Gendern und welche Auswirkungen das für die Sprache und Literatur hat:

Über Künstliche Intelligenz sprach Gert Scobel mit Markus Dömer (Head of Business Development beim Carlsen Verlag), Tobias Wüstenfeld (Illustrator) und Matthias Göritz (Buch „Die Sprache der Sonne“). Ein sehr interessantes Gespräch, in dem es um die Chancen, Risiken und Gefahren von KI ging:

„Ich glaube, dass kein Autor und kein Buch über Chat GPT ersetzt werden kann.“ und „Man kann sich Sorgen machen, doch man muss keine Angst haben.“, so Markus Dömer.

Michael Dietz und Jochen Schliemann waren beim Podcast Radio detektor.fm zu hören. Die beiden haben das Buch „Reisen Reisen. Wie wir die Welt entdecken wollen“ geschrieben. Die beiden betreiben auch selbst einen Podcast, in dem sie über das Reisen berichten. Sie machen Lust aufs Entdecken und auf Perspektivwechsel und zeigen dabei, wie man voller Respekt für Mensch und Natur unterwegs sein kann:

Am Nachmittag wurde der ukrainische Stand eröffnet. Hier fanden während der gesamten Buchmesse immer wieder interessante Diskussionen und Lesungen statt.
„Es ist wichtig, Impulse für ein neues Nachdenken über die Geschichte und Gesellschaftskultur der Ukraine zu geben und damit Grundlagen zu schaffen, damit dieses große wichtige Land als der eigenständige und dynamische Nachbar wahrgenommen wird, der er eigentlich schon immer war.“, so Fabian Mühlthaler vom Goethe-Institut Ukraine bei der Eröffnung:

„Der zähe Kampf für Klimagerechtigkeit“ hieß die Veranstaltung, die ich danach besuchte. Die beiden Klimaaktivistinnen waren mit der Moderatorin im Gespräch über ihren Einsatz für Klimagerechtigkeit. Auch Lützerath und der Hambacher Wald tauchten in dem Gespräch mehrmals auf, Orte oder ehemalige Orte, die nicht weit von meinem Heimatort entfernt sind und die mir am Herzen liegen. Sie sprachen auch über das Buch „Ende Gelände. We shut shit down“, das in einem kollektiven Schreibprozess entstanden ist und über den Klima Kalender, ein Kalender, der Menschen in ihrem täglichen Leben beim Einsatz für Klimagerechtigkeit unterstützen möchte:

Lena Falkenhagen diskutierte mit Sawsan Chebli („Laut“), Isabel Abedi („Verbotene Welt“) und Gilda Sahebi („Unser Schwert ist die Liebe“) über „Brennpunkt Iran: Frau – Leben – Freiheit! In der Literatur“:

Die nächste Veranstaltung, die ich besuchte, war die Preisverleihung der Leipziger Buchmesse 2023, die immer inmitten der Glashalle stattfindet. Die Gewinner*innen in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung wurden im feierlichen Rahmen bekannt gegeben.
Auf diesem Foto seht ihr Oliver Zille, den Direktor der Leipziger Buchmesse am Rednerpult und auf der Bühne die Jurymitglieder. Alle nominierten Bücher in den drei Kategorien entdeckt ihr ebenso auf dem Foto:


Ich war schon bei einigen Preisverleihungen bei Buchmessen. Diese Preisverleihung war die berührendste, die ich jemals erlebte. Das lag sicherlich maßgebend an Dinçer Güçyetern (über den ich bereits vorher schrieb) und der im Bereich Belletristik gewann. Was eine Freude!
„Wenn diese Frau nicht gesagt hätte, Dinçer, mach weiter, das sind deine Träume, wir haben noch genug Nudeln im Schrank, bitte, gib deine Träume nicht auf, ich hätte es ohne sie nicht geschafft.“, sagte der frisch gekürter Preisträger der Leipziger Buchmesse und bedankte sich damit bei seiner Frau Ayşe. Dinçer Güçyeter holte dazu seine Frau auf die Bühne:

Anschließend lud er alle anderen Nominierten in seiner Sparte auf die Bühne und sagte, es sei ihr gemeinsamer Preis. Es gab Standing Ovations und viele Menschen waren von seinen Worten und Gesten sichtlich bewegt und es flossen einige Tränen der Rührung. Hach, das ging wunderbar ans Herz:

Neben Dinçer Güçyeter, der Preisträger im Bereich Belletristik, gewann in der Kategorie Sachbuch die Autorin Regina Scheer für die Biografie „Bittere Brunnen: Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution“ und in der Kategorie Übersetzung Johanna Schwering, sie hat den Roman „Die Cousinen“ von Aurora Venturini aus dem argentinischen Spanisch ins Deutsche übertragen.
Alle drei Preisträger*innen gemeinsan:

Schönes an den Ständen gab es immer wieder zu entdecken:

Auch auf den Abend freute ich mich, denn die 3. Klimabuchmesse wurde eröffnet mit der Veranstaltung „Träume von Bäumen, Artenvielfalt & gesunder Erde“. Eckart von Hirschhausen übernahm die Schirmherrschaft für diese Klimabuchmesse:

Das Buch von Martin Häusler „Als ich mich auf den Weg machte, die Erde zu retten: Eine Reise in die Nachhaltigkeit“ wurde vorgestellt, das Eckart von Hirschhausen herausgegeben hat. Ein großartiges und inspirierendes Buch, das ich euch sehr ans Herz lege. In dem Gespräch wurde betont, dass das Thema Nachhaltigkeit weder eine bestimmte Generation noch eine bestimmte Partei betrifft, denn es betrifft uns alle und kann nur gemeinsam gelöst werden. Ein Buch, das die Dringlichkeit der Thematik zeigt und zugleich viel Hoffnung gibt. Es ist eine Einladung, sich auf den Weg zu machen, denn jede und jeder kann Teil der Lösung werden. Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzten den gesamten Abend.

Einige der guten Sätze, die Eckart von Hirschhausen sagte: „Ich bin gerne unter kreativen und engagierten Leuten, weil das Hoffnung gibt.“ und „Wir können das Thema nicht delegieren, das steht jetzt an.“

Auch das Buch von Katrin Böhning-Gaese und Friederike Bauer „Vom Verschwinden der Arten. Der Kampf um die Zukunft der Menschheit“ ist sehr lesenswert. In dem Gespräch wurde deutlich, wie eng der Klimaschutz mit dem Artenschutz verbunden ist, der Verlust an Biodiversität heizt den Klimawandel an und jede Art, die von dieser Erde verschwindet und damit unwiderruflich weg ist, hat einen Einfluss auf unser gesamtes Ökosystem. Die beiden Autorinnen machten deutlich, welche enorme Tragweite der rasante Artenschwund für uns Menschen hat. Auch dieses Buch zeigt, dass die Lage sehr ernst, doch nicht aussichtslos ist, denn noch können wir Menschen das Artensterben aufhalten. Ein hochaktuelles Buch, dass die Dringlichkeit zeigt, lösungsorientiert ist und Perspektiven aufzeigt.

An diesem Abend war auch die wunderbare Maja Lunde zu erleben, deren neues Buch „Der Traum von einem Baum“ den Abschluss ihres Bestseller-Klimaquartetts bildet. Gesa Ufer sprach mit Maja Lunde über ihr Buch, das in Spitzbergen im Jahre 2110 spielt. Sie sprachen über ihr Schreiben und über die Klimathematik. Maja Lunde las zudem einen Ausschnitt aus ihrem Buch in Norwegisch vor und Claudia Michaelsen las mehrere Abschnitte in Deutsch.

Auf die Frage, ob wir die Angst brauchen, um uns Menschen wachzurütteln, antwortete Maja Lunde: „Es ist gar nicht möglich als Mensch mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und keine Angst zu haben. Diese Angst ist ein gesundes Gefühl, weil es uns antreibt. Die Gefahr ist jedoch, dass die Angst uns in Starre fallen lässt und an der Stelle kommt die Hoffnung ins Spiel. Für mich ist sie der treibende Motor und ohne Hoffnung werden wir nicht ins Handeln kommen. Wir sind dazu verpflichtet, in Hoffnung zu leben, weil wir sonst unsere Kinder und die anderen Arten, die auf diesem Planeten gerettet werden müssen, nicht mehr retten. Hoffnung ist das Schlüsselwort für das, was wir brauchen.“, so Maja Lunde.

Es war ein bewegender und mutmachender Abend, der die Dringlichkeit der Klimathematik deutlich aufzeigte und zugleich viel Zuversicht schenkte. Ich finde großartig und wichtig, dass so viele Menschen deutliche Worte sprechen und sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Ich hoffe, dass diese Bücher viele Menschen erreichen werden.

So ging ein reichhaltiger, berührender und wunderbarer Buchmessen-Tag zu Ende.
Morgen berichte ich euch von meinem zweiten Tag auf der Leipziger Buchmesse.

Frankfurter Buchmesse – Tag 5


Sonntag und damit der letzte Tag der Frankfurter Buchmesse.
Einige Zahlen zu Beginn: Mit 93.000 Fachbesucher*innen (2021 waren es 36.000 Fachbesucher*innen) und 87.000 Privatbesucher*innen (2021 waren es 37.500 Privatbesucher*innen) war die Frankfurter Buchmesse sehr gut besucht. Über 4.000 Aussteller aus 95 Ländern haben sich hier präsentiert.

Mein erste Veranstaltung an diesem Sonntag führte mich zu Veit Lindau. Er ist Gründer der erfolgreichen Life Coaching Community homodea, eine Community zur Persönlichkeitsentwicklung. Umgeben vom Messetrubel des Buchmessensonntags lud Veit dazu ein, innezuhalten und persönlichen Fragen nachzugehen. „Stille Seele, wildes Herz“ heißt sein aktuelles Buch. Einige seiner Gedanken, die er bei dem Gespräch schenkte: „Erinnre dich daran, was dein Herz will“, „Mild zu sein bedeutet, dass alle deine Fehler Sinn machen“ und „Du hast ein Recht auf Freude“.

Hiernach erlebte ich die Nachhaltigkeitsexpertin Anke Schmidt, die das Buch „Schlauer putzen“ geschrieben hat. Anke Schmidt veröffentlicht Zero Waste-Tipps auf ihrem Instagram-Kanal und ist als Wastelesshero bekannt. An dem Ulmer Stand beantwortete sie Fragen, gab nützliche Tipps und zeigte, wie man ein „Anti-Geruchsspray“ herstellt. In ihrem Buch gibt sie Anregungen und Tricks, wie sich mehr Nachhaltigkeit günstig und leicht in den eigenen Haushalt bringen lässt:

In den Hallen ist immer etwas zu entdecken, wie hier Sebastian Fitzek:

Das Buch „Das Klimabuch“ von Greta Thunberg vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 27. Oktober:

Hanna Harms hat mit ihrem Buch „Milch ohne Honig“ einen poetisch gezeichneten Sachcomic zum Thema Bienensterben geschrieben und zeigt damit in zauberhafter Weise die Dringlichkeit von nachhaltigem Umweltschutz:

Sie signierte nicht nur, sie schenkte dazu auch eine schöne Zeichnung:

Danach erlebte ich Alok Vaid-Menon im Gespräch mit Charlotte Milsch über das Geschlechtersystem. Alok Vaid-Menon ist eine nichtbinäre Person aus den USA, die Bücher schreibt und Performance-Kunst macht. „Mehr als binär“, das aktuelle Buch, regt an, über die Kategorien von Mann und Frau hinaus zu denken. Alok Vaid-Menon sprach von den Vorurteilen die gendernonkonforme Menschen täglich erleben. In dem Buch wird Wissen vermittelt, um der zunehmenden Trans-Diskriminierung mit Haltung zu begegnen und es lädt ein, die Geschlechter in allen Farben zu sehen:

Danach erlebte die Buchvorstellung des Lyrik-Bands „Halb Vogel bin ich, halb Baum“ von Umar Abdul Nasser:

Der Dichter und Filmemacher Umar Abdul Nasser kommt aus dem Irak und lebte mehr als zwei Jahre im Versteck vor dem IS, bevor er das Land für Stipendien-Aufenthalte verlassen konnte.
Er las in seiner Heimatsprache Gedichte vor, ich lauschte dem schönen Klang und später der Übersetzung:

Im Pressezentrum sind immer wieder Ruhe und Kaffee zu finden:

Auch an diesem Tag entdecke ich an vielen Plätzen lesende Menschen, wie hier den Buchmessenbesucher Thorsten, draußen in ein Buch vertieft:

In der Agora sah ich eine Performance:

Auf der ARD-Bühne ging es für mich weiter zu Bärbel Schäfers Bücher-Talk mit Diane und Reinhold Messner. Reinhold Messner hat mit seiner Frau Diane gemeinsam das Buch „Sinnbilder“ geschrieben. Darin gehen die beiden der Frage nach einem gelingenden Leben nach. Es geht in dem Buch um die Themen Verzicht, Fragen zur Nachhaltigkeit und Generationsgerechtigkeit.
Die beiden leben als Selbstversorger. „Mir ist der Konsum ein Gräuel“, so Reinhold Messner. „Es muss vorbei sein, dass wir alles konsumieren und wegwerfen“, so sagte er und „Jeder hat eine Verantwortung für die Welt zu tragen“.
Diane Messner sagte: „Wenn ich für mich selbst Verantwortung übernehme, übernehme ich gleichzeitig Verantwortung für die Welt“.
Natürlich wurde auch über das Bergsteigen und das Gehen gesprochen. „Wir Menschen sind Fußgänger, wir können nur in der Geschwindigkeit des Gehens die Welt erkunden“, war von Reinhold Messner zu hören.
„Es ist sehr anstrengend mit ihm wandern zu gehen, das muss ich gestehen“, sagte Diane Messner und ihr Mann habe ein anderes Tempo als sie und würde beim Gehen keine Pausen mögen oder wenn sie stehenbleibe. „Manchmal schimpft er und dann sage ich: Wenn du noch mal schimpfst, dann gehen wir ins Schwimmbad. Weil er kann nicht schwimmen.“, auch solche amüsanten Sätze waren zu hören.

Nach dem Gespräch gab es Selfie-Freude:

Meine letzte Veranstaltung führte mich zur „GastRollen-Übergabe Spanien – Slowenien“. Dies ist immer die Abschussveranstaltung im Ehrengast-Pavillon. Jedes Jahr wird die „Gast-Rolle“, ein speziell entworfenes Kunstobjekt, um ein weiteres literarisches Zitat bereichert und dem nächsten Gastland überreicht. Nun wurde also Spanien als Gastland 2022 verabschiedet und Slowenien als Gastland 2023 begrüßt.
Die Moderatorin Shila Behjat sagte: „Bücher – es geht immer weiter und die dringende Themen dieser Zeit waren hier auf der Buchmesse sehr präsent.“ Sie führte ein Gespräch mit dem spanischen Autor Manuel Rivas (mittig im Bild) und dem slowenischen Autor Drago Jancar (rechts im Bild):

Es ist ein schönes Ritual, die Autoren oder Autorinnen der beiden Gastländer lesen jeweils einen Roman des anderen und reden dann darüber.
Manuel Rivas brachte einen Schlüssel als Symbol mit und Drago Jancar sagte zu diesem Symbol: „Literatur ist immer ein Schlüssel, der die Herzen der Menschen öffnet.“ Manuel Rivas äußerte in dem Gespräch den Satz: „Gott sei Dank haben wir eine Diversität auch in der Kultur.“
In dem Gespräch lag ein Apell zum Dialog und zur Begegnung in der Welt.

Wie Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse in seiner Rede sagte, sei immer ein lachendes und ein weinendes Auge bei dieser Feierlichkeit dabei.
Hier seht ihr, wie Slowenien die Gast-Rolle erhalten hat:

Janez Krevel hörten wir mit seinen Kontrabassklängen:

Die Mitwirkenden des neuen Gastlandes Slownien betraten nochmal mit Juergen Boos die Bühne:

Damit ging der letzte Buchmessentag zu Ende.

Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagte rückblickend zu dieser Buchmesse: „Die Frankfurter Buchmesse war ein großes Fest der Buchbegeisterung und der Demokratie. In vollen Messegängen und bei lebendigen Debatten spürte man deutlich die Kraft von Büchern, die Freude des Wiedersehens und den Willen zur konstruktiven Auseinandersetzung mit den Themen der Zeit. Drängende Fragen der Gegenwart standen auf der Tagesordnung – von der Situation in der Ukraine und im Iran bis hin zu Themen wie Diversität und dem Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Die Frankfurter Buchmesse gab so wichtige Anstöße angesichts der aktuellen Herausforderungen in Branche, Gesellschaft und Weltpolitik. Damit konnte die Frankfurter Buchmesse ihre Bedeutung als wichtigster Handelsplatz für Bücher sowie als Ort der Vielfalt und des friedlichen Austauschs unterstreichen.“

Ihre Worte kann ich sehr bejahen, denn so erlebte auch ich die Buchmesse.
Mehr als einmal dachte ich bei den vielen Veranstaltungen, Gesprächen, Diskussionen, beim Ansehen der Bücher und bei den Begegnungen, das hier viel Hoffnung wohnt. All die drängenden Themen der Zeit sind da. Es wurde deutlich und spürbar, dass wir die Gestaltenden unserer Zukunft sind.
Ja, es war auch anstrengend und ich habe eine Woche mit zu wenig Schlaf verbracht und manchmal tat mir der Arm vom Eintippen weh und ja, es war eine wunderbare Woche, es gab viele Impulse, Geschenke für die Augen, Ohren und für das Herz und mehr als einmal dachte ich, die Frankfurter Buchmesse macht diese Welt zu einem besseren Ort.
Dankbar nehme ich einen großen Koffer gefüllt mit Inspiration mit. Lasst uns weiter Geschichten erzählen, einander zuhören und voneinander lernen. Lasst uns weiter Geschichten und Bücher feiern und die Welt gestalten.

So grüßt euch aus Frankfurt mit viel Wörterliebe,
eure Marion

Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Auf dem Weg zu Buchmesse entdeckte ich Walter (Kennt ihr die Walter-Wimmelbücher? Ich finde sie klasse!).
Wo ist Walter?


Hier:

Mit vielen anderen Buchliebhaber*innen freute ich mich auf diesen Buchmessentag:

Ein Gang durch die Hallen mit Stopps an Ständen, wie hier am Stand der Vereinten Nationen:

Meine erste Veranstaltung führte mich zu „Querdenker: Einfach mal die Klappe halten!“. Julia Brinkmann war im Gespräch mit Tillmann Betsch, der Professor an der Universität Erfurt ist. In seinem Buch „Science matters! Wissenschaftlich statt querdenken“ entlarvt Tillmann Betch die Fehler des Querdenkens und die Taktiken der Faktenleugner:

Danach ging es zum Katapult Verlag, wo die Veranstaltung „100 Karten über die Ukraine und den Krieg“ stattfand. Das Buch mit dem gleichnamigen Titel betrachtet die Ukraine unter dem Thema des Krieges und ebenso abseits des Krieges. Sehr interessante Fakten wurden gezeigt und auch wir Zuhörer*innen wurden einbezogen. Eine gute Veranstaltung von einem tollen Verlag:

Es war spürbar, dass Wochenende ist und die Buchmesse gut besucht ist. Walter entdeckte ich nicht mehr:

Halt machte ich bei Amnesty International die mit ihrem Amnesty Mobil im Innenhof standen. Hier hörte ich einen Teil der Veranstaltung „Schwerpunktland- Russland/Ukraine“. Der russischstämmige Dimitry (rechts im Bild) ist seit über 10 Jahren aktiv, um Deutschland gegen den Einfluss des russischen Regimes zu verteidigen. Er las aus dem letzten Brief von Alexej Nawalny. Zusammen mit Witalij (links im Bild), der vor über 30 Jahren als politischer Flüchtig nach Deutschland kam, sprachen sie über die Probleme mit denen die Zivilbevölkerung in beiden Ländern wegen des Krieges zu tun haben. Vedrin Sahovic (Mitte) von Amnesty International Frankfurt moderierte das Gespräch:

Auf der ARD-Bühne erlebte ich Tupoka Ogette im Gespräch mit Hadija Haruna-Oelker:

Tupoke Ogetta ist Anti-Rassismus-Expertin, Podcasterin und Autorin. Sie sprach zu ihrem aktuellen Sachbuch „Und jetzt du. Rassismuskritisch leben“.
Tupoka Ogette machte deutlich, dass Rassismus nicht nur in der rechten Ecke zu finden sei, sondern auch bei vielen Menschen die Rassismus ablehnen. Die meisten Menschen seien unbeabsichtigt rassistisch. Sie plädiert für eine Kultur, in der wir offen damit umgehen. „Ich würde mich freuen, wenn wir eine Freude daran entwickeln, diese Welt gemeinsam ein Stück besser zu machen“, so einer ihrer guten Sätze. In ihrem Buch gibt sie gute Denkansätze. Wie ihr seht, ist sie bekannt und ihre Veranstaltung war gut besucht:

Nun hörte ich Eckart Nickel zu seinem Buch „Spitzweg“, das auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. (Eine kleine Anmerkung: Ich finde, ein Buch zu schreiben ist toll. Es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises zu schaffen ist klasse. Es dann auf die Shortlist zu schaffen ist immens. Es gibt demnach viele Gewinnerinnen und Gewinner.)
„Ich habe mir nie viel aus Kunst gemacht“, ist der erste Satz dieses Buches. So offenbart sich der Erzähler im Buch zu Beginn als Kunstbanause und berichtet davon, wie sein Freund Carl ihn mit seiner Begeisterung für den Maler Spitzweg schließlich vom Gegenteil überzeugt.
Eckart Nickel sagte während des Gesprächs: „Wenn ich mir eine Mission auf die Fahne schreiben würde, dann ist es die: Schaut Spitzweg an.“ Die Moderatorin Sandra Kegel meinte daraufhin, jetzt würden wir alle das Buch lesen und danach ins Museum gehen.
Ich finde das übrigens ein schöne Aufforderung. Auf dem Buchcover seht ihr ein Bild von Spitzweg:

Entspannte Mittagspause und wen entdeckte ich?
Walter! Findet ihr ihn?

Lange Signierschlangen gab es auch an diesem Tag. Ist es nicht schön, die Wartezeit lesend zu verbringen? Auch zu zweit in einem Buch zu lesen ist toll:

Ebenso toll, mitten auf dem Innenhof sitzt eine Buchliebhaberin, ganz versunken in ihr Buch:

(Danke für eure Zustimmung, dass ich die Fotos hier teilen darf.)

Auf der Buchmesse werden unendlich viele Geschichten erzählt. Passend, dass auf dem Innenhof ein Geschichtenerzähler anzutreffen war:

Ich bin für mehr Geschichten und weniger Güterkonsum:

Auf der ARD-Bühne war Bärbel Schäfer im Gespräch mit Judith Holofernes zu deren aktuellem Buch „Die Träume anderer Leute“. In diesem autobiografischen Roman beschreibt die ehemalige Leadsängerin der Band „Wir sind Helden“ über die Dynamik in der Musikbranche, ihre Zeit nach den Helden, ihr Soloprojekt, sie schreibt über Krisen und Träume. Judith Holofernes erzählt davon, wie sie sich aus den kommerziellen Zwängen des Musikbetriebs befreite und zu der Künstlerin wurde, die sie schon lange sein wollte und damit ihr Leben zurückbekam.

Jetzt erlebte ich Biyon Kattilathu (links im Bild) im Gespräch mit einem Verlagsmitarbeiter zu seinem Buch „Komm mit auf einen Spaziergang zu dir selbst. Eine magische Reise zu mehr Achtsamkeit, Selbstliebe und Glück“.
Hier zeigten sie den Ansatz vom „tun haben sein“ hin zum „sein tun und haben“:

„Was vom Herzen kommt, geht auch ins Herz“, so Biyon Kattilathu. Weitere Sätze von ihm, die ich gerne hier teile: „Mal gewinnst du, mal lernst du“, „Denn das ist so wichtig sich auszuruhen“ und „Große Menschen reden über Träume und Visionen, normale Menschen reden über Sachen und kleine Menschen reden über andere Menschen.“
Spontan sangen die beiden auch und es wurden Fragen aus dem Publikum ausführlich beantwortet.

Eine Litfaßsäule zeigte Plakate, die von Besucher*innen gestaltet wurden. Diese Mitmachaktionen sind immer wieder auf der Buchmesse anzutreffen:

Überall sind prominente Menschen anzutreffen, wie hier Ulrich Wickert zu seinem Buch „Die Schatten von Paris“:

Schön ist es auch, Bücher zu entdecken, bei denen Menschen mitgewirkt haben die ich kenne, wie hier bei dem Buch „Die Spinner:innen“ (An dieser Stelle einen besonderen Gruß an dich, liebe Nanni):

Zum Abschluss des heutigen Tages ging es nochmal in den Spanien-Pavillon. Ich nahm auf dem Stuhl „Die Dichterin“ Platz und lauschte den Gedichten in spanischer Sprache:

Ich finde lesende Menschen wunderbar. Wie hier Gerlinde, die in ein Buch vertieft, mein Fotografinnenauge ansprach:

Wir kamen ins Gespräch und Gerlinde sagte, Lesen beschwinge und dass sie sich über die Übersetzungen freue. Wie schön, passen ihre Worte doch genau zu dem Motto der Buchmesse: „Translate. Transfer. Transform“.

Fasziniert lauschte ich der spanischen Performance „Ttukunak“. Wunderbar, ausdrucksstark und deutlich, dass auch Musik Geschichten und Gefühle erzählt:

Auch diesen Satz hob ich auf, den ich am Abend von einem Besucher hörte: „Ich habe so viel zu lesen, herrlich!“

Wieder fühle ich mich reich beschenkt und grüße euch herzlich aus Frankfurt,
Marion

Frankfurter Buchmesse – 3 Tag

Mein erster Weg führte mich heute durch die Hallen. Heute ist die Buchmesse für das Publikum geöffnet und bereits am Morgen waren die Hallen gut gefüllt. Gleichzeitig ist ausreichend Platz in den breit angelegten Gängen:

Buchliebhaber*innen jeden Alters sind vorhanden:

Ich erlebte Stefanie Stahl, die von Bärbel Schäfer zu ihrem neuen Buch „Wer wir sind. Wie wir wahrnehmen, fühlen und lieben – Alles, was Sie über Psychologie wissen sollten“ interviewt wurde. Viele kennen Stefanie Stahl sicherlich von ihrem bekannten Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden.“ In ihrem aktuellen Buch geht es ihr darum, dass wir Menschen zu unserem authentischen Selbst finden. „Die frohe Botschaft ist, es ist gar nicht so schwierig,“ so Stefanie Stahl und „wenn wir das gefunden haben, dann können wir uns gut auf alles Leben da draußen konzentrieren“.

Richard David Precht und Harald Welzer diskutierten mit dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier und dem Moderator Daniel Bohns zu ihrem aktuellen Buch „Die vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist“. Ein Buch, das in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird. Precht und Welzer beschreiben ihr Buch als eine Aufforderung zum Diskurs. Eine sehr spannende lebendige Diskussion fand hier auf der Bühne statt mit unterschiedlichen Meinungen. Auch das Publikum wurde einbezogen und stellte abschließend Fragen. Auch das ist Buchmesse: Diskussionen und Auseinandersetzung und wo kämen wir hin, wenn wir keine Diskussionen hätten.

Ist das nicht bezaubernd? Mit Büchern träumen, ein schönes Bild an einem Stand:

Halt machte ich auch bei dem Stand „Buchkinder Leipzig e.V.“ , eine Buch- und Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche. Bei Buchkinder entwickeln Jungen und Mädchen ihre Geschichten zu eigenen Büchern. Die Kinder schreiben ihre Ideen auf, illustrieren, setzen und drucken sie und finden sie später gebunden zwischen Buchdeckeln vorliegen. Wunderbar!

Jetzt erlebte ich Elke Heidenreich im Gespräch mit Bärbel Schäfer. In ihrem Buch „Ihr glücklichen Augen: Kurze Geschichten zu weiten Reisen“ schreibt Elke Heidenreich darüber, wie sie ganz ohne Reiseführer gereist ist, in die Nähe und Ferne und sich dabei von ihrer Neugierde leiten ließ.
„Herz aufmachen und gucken“ , so sagte sie, sei ihre Art zu reisen. „Man muss darauf vertrauen, dass die Menschen im Kern gut sind“ und sie spüre beim Reisen „eine Verbundenheit mit allen.“ Ein schönes und humorvolles Gespräch und ein Buch, das meine Leselust weckt:

Nun erlebte ich Serhij Zhadan, der Sonntag mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. Cecile Schortmann war im Gespräch mit ihm und die Übersetzerin übertrug ihn ins Deutsche.
Serhij Zhadan ist ukrainischer Schriftsteller und Musiker und lebt in Charkiw, 40 km von der russischen Grenze entfernt. Seit 2014 schreibt er Posts über die Situation im Donbas. Diese Posts in den sozialen Netzwerken sprechen den Ukrainern Mut zu. In dem Buch „Himmel über Charkiw. Nachrichten vom Überleben im Krieg“ sind diese Posts chronologisch aufgezeigt.

„Der Himmel ist der Ort der Hoffnung und gleichzeitig auch ein Ort, von dem eine große Bedrohung ausgeht.“, so Zhadan. Er selbst habe sich entschieden nicht zur Waffe zu greifen und sei anders wirksam. Er ist ehrenamtlich tätig und hilft Bedürftigen vor Ort, so evakuiert er Kinder und alte Leute aus den Vororten, verteilt Lebensmittel, koordiniert Lieferungen und gibt Konzerte. Es wurde ein kurzer Film über sein Wirken in Charkiw gezeigt. Auch las er eines seiner Gedichte vor. „Gedichte und Literatur haben Kraft, auch im Krieg“, so Zedhan.
Er ist für Konzerte und für Veranstaltungen wie der Buchmesse unterwegs, nächste Woche geht er wieder zurück in die Ukraine, weil er dort seinen Platz sieht und weiter vor Ort wirksam sein möchte.
Seine Worte zu hören, empfand ich als sehr berührend. Auch das ist Buchmesse, zu Tränen gerührt sein. Lange gab es Standing Ovation nach diesem Gespräch:

In der Reihe „SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft“ waren nun die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und die Biologin und Schriftstellerin Jasmin Schreiber (deren Bücher ich sehr mag) im Gespräch mit Jagoda Marinic:

Luisa Neubauer hat mit ihrer Großmutter gemeinsam das Buch „Gegen die Ohnmacht“ geschrieben. Jasmin Schreibers aktuelles Buch trägt den Titel „Biodiversität“.
„Ich versuche Menschen zu zeigen, dass die Natur keine Kulisse sondern eine Protagonistin ist“, so Jasmin Schreiber und nannte das Beispiel, wenn wir einen Post auf Instagram mit einem tollen Baum im Hintergrund machen, sollten wir diesen Baum nicht als Kulisse sondern als Lebewesen erleben. Ihr Buch ist „George“ gewidmet, einer Schnecke, die die letzte ihrer Art war, seit 2019 ist diese Schneckenart (deren komplizierter Name ich mir nicht merken konnte) ausgestorben. „Endling“ werden die letzten Tiere ihrer Art genannt.
Luisas Großmutter war nicht mit auf der Buchmesse, doch sie sei im Buch zu lesen und zu spüren, so die Moderatorin. Ein Foto von der Großmutter wurde eingeblendet:

Tolle Antworten gaben sowohl Luisa Neubauer als auch Jasmin Schreiber und beide leisten viel für die Gesellschaft, wie ich finde. Luisa Neubauer, die selbst politisch tätig ist, machte deutlich, dass es nicht ohne Widerstand gehe, da die Politik an vielen Stellen versage. Zu Fridays for Future sagte sie: „Uns müsste es eigentlich gar nicht geben.“ Und sie schenkte den guten Satz. „Hoffnung kommt von Handeln.“
Hier seht ihr Luisa Neubauer und Jasmin Schreiber mit ihren spontan getauschten Büchern:

Und Selfie-Freude:

In dem Innenhof befindet sich die Signierbox und hier seht ihr Elke Heidenreich darin:

Ein schöner Mitmachstand im Innenhof, bei dem die Besucher* innen Taschen gestalten können:

Für alle Altersstufen sind „Stars und Sternchen“ dabei, hier Cali Kessy, ein Foto für meine liebe Nichte, die sie mag:

Danach war ich bei dem ARTE Talk – „Sex und Macht“. Die Moderatorin Shila Behjat war im Gespräch mit Carel van Schaik („Die Wahrheit über Eva. Die Erfindung der Ungleichheit von Frauen und Männern“) und Mithu Sanyal (der ich sehr gerne zuhöre und sympathisch finde ich zudem, dass sie ihre Schuhe abstreifte):

Eine sehr interessante und gute Diskussion mit einem hoffnungsvollen Blick fand hier statt. Diese Diskussion gehört zur ARTE-Serie „Naked: Männer, Frauen und noch viel mehr“, es ist eine Serie die sechs Folgen zu den Themen Sexualität und Geschlechterrollen in Vergangenheit Gegenwart und Zukunft umfasst, die ab dem 2. November auf Arte zu sehen ist. Gewiss sehr sehenswert. Ein gezeigter Trailer hierzu sprach mich sehr an.

Diese lange Warteschlange galt Vanessa Mai und ihrem Buch, das sie signierte:

Hier hier seht ihr Stephanie Schneider, die den deutschen Kinderbuchpreis 2022 für ihr Buch „Grimm und Möhrchen – ein Zesel zieht ein“ erhalten hat und mit der ich ein kurzes „Flurgespräch“ führen konnte:

Und überall viele ästhetisch schöne Bücher:

Im Frankfurt Pavilion erlebte ich ein Teil der ukrainischen Performance „Fokstroty“ mit Serhij Zhadan (dem Friedenspreisträger), Yuriy Gurzky und Lyula Yakomchuch.

Musik und Tanz, ja das ist immer wichtig, auch wenn das Thema Krieg vorhanden ist. Mir taten diese Klänge sehr gut.

Hier seht ihr den Erbauer des Frankfurt Pavilions. Ich kam mit ihm ins Gespräch. Für ihn ist es wunderbar zu sehen wie dieser Raum gefüllt wird, besonders heute Abend zu diesem Anlass, wie er sagte:

Abends besuchten wir die ARD-Radiokukturnacht der Bücher, von der ich euch Morgen in Teil 2 berichte.
Ein Tag auf der Buchmesse Frankfurt, mit vielen guten Büchern, tollen Diskussionen, vielen Anregungen und ich fühle mich sehr reich beschenkt.

Bücherliebende Grüße aus Frankfurt,
eure Marion