Frankfurter Buchmesse – Mittwoch

Heute war der erste offizielle Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.

Im Gastland Pavilion lauschte ich am Morgen den Philippinischen Gesängen und der Musik:

Die Philippinischen Madrigal Singers:

Die Gänge und Hallen angenehm leer, denn erst am Freitag öffnen die Tore für Privatbesuchende:

Zeit zum Betrachten und Reinlesen:

Aussagen am Gutenberg-Stand, die ich mag:

Diesmal auch FUNK auf der Buchmesse mit dabei und Mitmachaktionen ebenso wie Ruhe-Liegestühle:


Braille, die internationale Blindenschrift, lädt zum Ausprobieren ein:

Im schönen Pressezentrum:

Hier finden sich Ruhe, Getränke und Snacks:

Nach sieben Monaten und 10.000 km kam Lennart Schaefer auf der Frankfurter Buchmesse an. Er durchfuhr die Ziellinie seiner LITERADTOUR und wurde mit Applaus und Jubel empfangen:

Fotos aufgereiht an einem Band von seiner Tour:

Was ein tolles Projekt! Er versteht sich als Literaturbotschafter und hat auf seiner Tour mit vielen Menschen, bekannten wie unbekannten, über Bücher und Lesen gesprochen. Er erzählte, dass er auf seine Frage: „Lesen Sie?“ häufig von den Menschen hörte: „Dazu fehlt mir die Ruhe.“ Er antwortete: „Lesen schenkt diese Ruhe.“
Er erzählte, er habe es genossen, so viel in der Natur unterwegs zu sein. Er verarbeitet nun all seine Erfahrungen und es soll ein Buch und eine Reportage folgen. Wunderbar!

Die neue Bühne „Centre Stage“:

Mithu Sanyal, Helge Malchow, Makro Martin und Felicitas Hoppe im Gespräch mit Thea Dorn zu dem Thema “ Literatur heute – Kann das weg?“:

Später erlebte ich den Juristen und Autor Bijan Moini im Gespräch mit dem Moderator Jo Schück zu seinem Buch „2033“. Ein Thriller, in dem es um eine rechtsextreme Partei geht und darum, wie wehrhaft unsere Demokratie ist. Aktuell und sicherlich sehr lesenswert. Das Buch wurde als spannend, duster und ebenso mutmachend beschrieben.
Jo Schück meinte am Ende des guten Gesprächs: „Immer daran denken, wir müssen alles erwarten, auch das Gute.“:

Die Agora noch übersichtlich heute:

Bei meinem Gang durch die Hallen gab es Treffen, Gespräche und Wiedersehen, auch das mag ich an der Buchmesse.
Später besuchte ich die Veranstaltung „Was es heißt, vom Schreiben zu leben“:

Gilda Sahebi und ihr Buch „Verbinden statt spalten“. Auch hier hörte ich viele gute Gedanken:

„Let`s talk about feelings“ heißt der Roman von Leif Randt, zu dem er mit Mona Ameziane sprach. In dem Roman geht es um Mode, Begehren und den Aufbruch ins mittlere Alter:

Hier seht ihr Daniela Dröscher zu ihrem Buch „Junge Frau mit Katze“ mit der Moderatorin Katty Salie. Meine Lesewunschliste wächst und das nicht nur deshalb, weil ich Daniela Dröscher und ihre Gedanken und Sätze sehr sympathisch finde:

Einer meiner Lieblingsverlage, der Kjona Verlag. Solltet ihr ihn noch nicht kennen, gerne recherchieren:

Die diesjährige Bachmann-Preisträgerin Natasch Gangl las aus ihrem Buch „Frische Appelle & andere Sprechtexte“ vor und es war ein Vergnügen ihrer Sprachperformance zuzuhören:

Mein heutiger Buchmessentag begann im Gastland Pavillon und endete auch hier. Mit einer sehr berührenden Performance „The Siza Performance for Children of Gaza“:

Und schließlich noch philippinische Musik und Gesang:

Auch die Bücher legten sich nun zur Ruhe:

Bis morgen, Buchmesse, du reichhaltige, vielseitige Messe. Bunt, wie das Leben.
Sagte ich schon, dass ich die Buchmesse liebe?
Es grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Eröffnung Frankfurter Buchmesse 2025

Es ist wieder soweit: Buchmessezeit!
Mit viel Vorfreude und großer Lust kam ich heute Morgen hier an. Die 77. Frankfurter Buchmesse beginnt morgen. Heute war die Eröffnung. Gerne werde ich Eindrücke von meinem Erleben mit euch teilen.

So leer auf der Agora – dem Innenhof – wird es sicherlich bald nicht mehr sein:

Die letzten Vorbereitungen laufen, so auch die fleißigen Fensterputzer:

Für mich ging es nun zur Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse. Eine freundliche, süße Begrüßung erwartete uns dort:

Es gab gute und nachdenklich machende Reden von Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und eine starke Rede der Autorin Nora Haddada, die ihr hier seht:

Im Anschluss an diese Pressekonferenz fand der Presserundgang durch den Pavillon des Ehrengastes Philippinen statt. Auf diese Veranstaltung freue ich mich immer besonders. Dieser Raum wird jährlich individuell von dem betreffenden Gastland gestaltet. Ich finde wunderbar, dass es jedes Jahr ein Gastland gibt, das die Kultur und Literatur des Landes nahe bringt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr ein Buch des Gastlands zu erwerben. Schön, denn bisher habe ich wissentlich noch kein philippinisches Buch gelesen.
Das Gastland Philippinen trägt das schöne Motto „Fantasie beseelt die Luft“. Das ist sicherlich eines der Sachen, die unsere Welt braucht:

Nachdem ich einen ersten Blick in den Pavillon werfen durfte, wurden wir wieder hinausgebeten.
Wartend und spannungsvoll standen wir dort. Schließlich öffnete sich die Tür und wir wurden von der philippinischen Delegation in einem Spalier stehend herzlich empfangen. Das war einer der berührenden Momente des heutigen Tages:

Und wie wundervoll, sie setzten uns mit der Begrüßung „Mabuhay!“ einen Blumenkrone auf, wie es in dem Land üblich ist. Was ein schöner Brauch und ich freue mich sehr über diese Krone:

Es gab tolle Musik:

Weitere Eindrücke dieses Gastland-Pavillons:

Verschiedene Sitzecken laden ein:

Die Materialien bestehen überwiegend aus Bambus und Ananasfasern, ich mag den Geruch sehr. Es gibt zudem Videoinstallationen:

Und natürlich Bücher:

Und nochmals Bücher, Bücher, Bücher:

Später warf ich Blicke in die Hallen. Jedes Jahr bin ich aufs Neue erstaunt, wie viel hier noch gewerkelt wird und dass tatsächlich bis morgen früh alles fertig sein wird:

Auch bereits fertige und schön gestaltete Ecken konnte ich schon erblicken:

Später ging ich zur Stadt, in der die Buchmesse ebenso zu spüren ist. Mitten auf dem Roßmarkt lädt die „Jeepney Journay“ ein. Ein Jeepney, auf den Philippinen ein im Alltag verwurzeltes, buntes
Gemeinschaftsfahrzeug, ist hier zu bestaunen. Hier ist in diesen Tagen ein Treffpunkt für Austausch, Workshops und kulturelle Begegnung:

Landestypisches Essen gibt es auch:

Im Hotel angekommen schaute ich die „Opening der Frankfurter Buchmesse 2025“, die ihr über YouTube nachschauen könnt. Sehr lohnenswert, wie ich finde, zeigt sie die Wichtigkeit der Literatur, der Demokratie und der Vielfalt.

Dankbar über diesen Tag und mit Vorfreude auf die Woche
grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Leipziger Buchmesse – Sonntag

Heute war der diesjährige letzte Buchmessentag. Die Tage hier vergehen schnell und schenken gleichzeitig sehr viel!
Am Morgen sprach Paul Maar zu seinem neuem Buch und dem Mini-Sams und las mit seiner unverkennbaren Stimme Passagen aus dem Buch vor:

Mitten unter den Zuhörern war das Sams, seht selbst:

Martin Moosbach sprach zu seinem Roman „Die Richtige“. Ein tolles Buchcover, wie ich finde:

„Reduzierter Strich – feiner Humor“ – unter dem Motto präsentierten @kriegundfreitag und meta bene ihre Werke und ein amüsantes Gespräch. Ich mag die Kunst von den beiden, die ebenso tiefsinnig wie humorvoll ist:

Die norwegische Autorin Kristin Valla wurde zu ihrem Buch „Ein Raum zum Schreiben“ interviewt. Sie las zudem vor und nachdem wir ihren norwegischen Klängen gelauscht hatten, wurde es auf Deutsch vorgelesen. Ein Buch, das einlädt, den eigenen Träumen zu folgen und bei dem die Leserschaft zugleich viel über berühmte Literatinnen erfahren. Eines der Bücher, das ich mir direkt kaufte:

Weiter ging es mit wunderbaren Büchern. Mona Ameziane sprach mit Takis Würger über seinen Roman „Für Polina“. Takis Würger sagte, er habe mit dem Buch einen Roman geschrieben „der zum Träumen einlädt“. Ein Buch über eine große Liebe:

Auch auf ihn hatte ich mich gefreut. Dominik Bloh, der aus aus seinem Leben und zu seinem Buch „Straße im Kopf“ erzählte. Er hat jahrelang als Obdachloser gelebt und wurde aufgrund seines ersten Buches, in dem über sein Leben auf der Straße berichtete, zum Bestsellerautor und sein Leben veränderte sich. Das alte Straßenleben ist noch immer in seinem Kopf und er erlebt zwei Welten. Offen, mitnehmend und gesellschaftskritisch teilte er seine Gedanken mit uns:

Erneut ging es für mich zur großen Messebühne. Tobias Schlegel sprach zu seinem Buch „Leichtes Herz und schwere Beine. Mit Mama auf dem Jakobsweg“. Mit seiner 73-jährigen Mutter ist er den Jakobsweg gegangen und hat ihr damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Er lernte seine Mutter auf dieser besondere Reise ganz neu kennen. Ja, meine Bücher-Wunschliste wächst und wächst:

Dimitrij Kapitelman zu seinem Roman „Russische Spezialitäten“. Im Buchmessenprogramm wird dieses Werk passend beschrieben als „tragisch, zärtlich und komisch zugleich“:

In der schönen #buchbar genoss ich einen Cappuccino:

Und hörte Carolin Stüdemann zu, die das Buch „Die Zukunft unseres Wassers“ geschrieben hat und den Fragen nachgeht, was Wasser kann, wem es gehört und wo es fehlt. Sie engagiert sich mit ihrer NGO Viva con Aqua seit Jahren dafür, dass die gesamte Menschheit einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser erhält:

Bei Kaffee und Kuchen – so das Konzept der #buchbar – hörten die Menschen ihr zu und kamen anschließend mit ihr ins Gespräch:

Immer wieder viele Cosplayer auf der Leipziger Buchmesse:

Ich erlebe jede Buchmesse als eine politische Messe, auch diesmal war dies sehr spürbar bei all den bedeutsamen Veranstaltungen. Hier sprach Carlo Masla über sein Sachbuch „Wenn Russland gewinnt. Ein Szenario“:

Die Themen waren vielfältig, auch das zeichnet die Buchmessen aus. So hatte auch New Adult seinen Platz auf der Buchmesse. Tami Fischer zu ihrem aktuellen Roman:

Und was gehört auch zu einer Buchmesse? Lesende Menschen, unbedingt. Und die sind zu erleben, wie ihr seht:

Die Debütantinnen Eva Strasser mit „Wildhof“, Ines Habich-Milović mit „Dein Vater hat die Taschen voller Kirschen“ und Fiona Sironic mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“, moderiert von Wiebke Poromka:

Noch einmal ein Blick auf den Stand des Gastlands Norwegen mit seinen großartigen Autorinnen und Autoren:

Der Buchmessentag nahte sich dem Ende entgegen und die sonst so vollen Stände leerten sich:

Viele Worte, Gespräche, Gedanken durften hier wie an all den anderen Plätzen der Buchmesse erlebt werden:

Auch für einige Cosplayer war es Zeit, die Kostüme abzustreifen:

Was ein Geschenk, so viele wundervolle Bücher hier erlebt zu haben. Mit vielen Eindrücken verließen wir das Messegelände.

Und erlebten am Abend „Poetry Jam“ in der Stadt und damit einen wunderbaren Abend mit tollen Texten und sympathischen Menschen:

Ich blicke sehr dankbar auf diese Buchmesse zurück. Morgen geht es nach Hause. Im Gepäck werde ich nicht nur viele tolle Bücher mitnehmen, sondern auch viele gute Begegnungen, viel Inspiration, viel Stärkendes und vieles, das nach nachwirken wird.
Die Themen der Zeit – wie Klimagerechtigkeit und Demokratie – fanden hier viel Raum und ich erlebte ein wertschätzendes Miteinander und viele mutige Menschen, die ihre Stimme erheben. Ich bin dankbar über all die Menschen, die nicht aufhören, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, mit ihren Geschichten, mit ihren Anstößen, mit ihren Gedanken und mit ihrem Einsatz. Und wir alle gestalten diese Welt mit, schreibend, lesend, lebend. Und lasst uns viel viel lesen.
Es grüßt euch aus Leipzig mit soooo viel Bücherliebe

eure Marion

Leipziger Buchmesse – Samstag

Der Samstag ist der am meisten besuchte Tag der Buchmesse. So war es auch heute voll, überall lesefreudige Menschen.

Im Pressenzentrum sind alljährlich die für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse nominierten Werke ausgestellt:

Im Vorbeigehen sah und hörte ich Gregor Gysi, umgeben von großer Zuhörerschaft:

Denis Scheck mit seinem temporeichen Format Druckfrisch, bei dem er aktuelle Literatur und Sachbücher vorstellt und empfiehlt. Mit dabei Lyrik von Mascha Kaleko, ausgewählt von Daniel Kehlmann. Schön, Denis Scheck trug  zwei der Gedichte vor:

Mein Platz ist meist nah an der Bühne, schließlich möchte ich gute Fotos mit euch teilen, und wenn es voll ist, dient der Fußboden als Sitzplatz, wie ihr seht:

Später entdeckte ich im Vorbeigehen Klaus-Peter Wolf, der signierte:

CORRECTIV und KATAPULT mit einem informativen und sehr interessanten Vortrag zu ihrem gemeinsamen Buch „100 Karten über Rechtsextremismus“. Eine der dargestellten Fakten zeigt, wenn ein Ausländer eine Gewalttat begeht, ist der mediale Aufschrei weitaus größer als wenn ein Deutscher sie begeht. Seht selbst:

Viele politische Themen sind auf der Buchmesse zu finden. Gut besucht war auch diese Veranstaltung „Zu Besuch am rechten Rand. Warum Menschen die AfD wählen“. So heißt auch das gleichnamige Buch von Sally Lisa Starken:

Später erlebte ich Hape Kerkeling, der zu seinem Buch „Gebt mir etwas Zeit. Meine Chronik der Ereignisse“ und zu seinem Leben erzählte. Mit dabei viel Humor:

Ich sprach zuvor mit einer Frau, die auf Teneriffa lebt und extra für Hape Kerkeling angereist ist. Aus Teneriffa und anderswoher, definitiv viel Publikum:

Am CORRECTIV Stand erzählte Bastian Schlange  über „Was tun gegen Lügen, Hass und Desinformation“, so auch der Titel des gleichnamigen Buchs. Einer seiner Sätze war „Wir alle sind Journalisten und gestalten diese Welt mit.“:

Buch und Deko am Stand:

Beim Gang durch die Hallen erlebte ich gute Gespräche und ansprechende Verlage:

Der Stand der Kunsthochschule Halle mit bezaubernden Werken:

Auch die Veranstaltungen am taz Stand sind sehr gut besucht:

Er gehört zu jeder Buchmesse, Sebastian Fitzek, diesmal zu seinem Buch „Kalendermädchen“:

Aufgrund der Manga-Comic-Con sind auf der Leipziger Buchmesse überall kostümierte Menschen zu sehen. So wie diese beiden:

Abends ging es für uns zu der Veranstaltung „Den Club of Rome fragen…Wie schaffen wir eine klimagerechte Zukunft?“ der Klimabuchmesse. Eine bedeutsame und stärkende Diskussion mit Oliver Wagner (Co-Autor „Earth for All Deutschland“), Claudia Kemfert, („Unlern CO 2“), Peter Hennicke („KlimaGerecht“), Kathrin Hartmann („Öl ins Feuer“) und der Moderatorin Antonie Rietzschel sowie mit Fragen des Publikums:

Einer der vielen guten Sätze, die ich heute Abend hörte: „Der Einsatz für Klimagerechtigkeit ist die größte Rettungsaktion, die wir machen können.“

Gruppenfoto der Miwirkenden:

Hiernach ging es um „Auf der Suche nach einer besseren Zukunft“ und warum literarische Zukunftsutopien Mangelwaren sind, wir sie jedoch dringend brauchen. Mit Karen Nölle (Co-Übersetzerin von Le Guins „Immer nach Hause“), Aiki Miri („Proxi. Eine Endzeit-Utopie“), Mary Stormhouse („Draußen“) und der Moderation von Annette Schaumlöffel und Raffael Weger:

Viele lesenswerte Bücher auf dem Büchertisch:

Und dann sind da noch die unerwarteten herzlichen Begegnungen. (Danke, liebe Peggy, dass du mir dein Buch heute geschenkt hast!)

Ich blicke auf einen erfüllten Buchmessentag zurück. Dankbar, hier viel Stärkendes zu erleben, grüßt euch

eure Marion

Leipziger Buchmesse 2025 – Freitag

Ein weiterer sonniger Buchmessentag:

Der Gang zum Pressezentrum am Morgen:

Hier habe ich mich gestern akkreditiert:

Ich gebe zu, ich genieße die Vorteile des Presseausweises, so zum Beispiel nicht in der Schlange anzustehen:

Und die noch leeren Räume:

Der norwegische Autor Oliver Lovrenski zu seinem Buch „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann?“:

Schnell füllte es sich:

Die wunderbare Martina Hefter (wer ihren Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ noch nicht gelesen hat, unbedingt lesen) im Gespräch mit Regula Venska über Literatur und ihre Produktionsbedingungen:

Überall laden Ruheinseln ein:

Tolle Bücher, toller Stand, tolle Arbeit von Correctiv:

Ebenso toll, der Katapultverlag mit seinen Büchern:

Klänge Norwegens am Klavier:

Beliebt für Selfies waren Gazelle und Gialu, bekannt in der TikTok Szene:

Eckhard von Hirschhausen mit seinem aktuellen Buch „Der Pinguin, der fliegen lernte“ im Gespräch mit Katty Salie. Auch er machte – wie viele andere Autorinnen und Autoren, die ich hier erlebe – deutlich, wie bedeutsam es ist, dass wir uns für Klimagerechtigkeit einsetzen:

Heike Geisler zu ihrem Buch „Verzweiflungen“:

An vielen Leseorten große Zuhörerschaft:

Und endlos wirkende Schlangen, die mich immer wieder staunen lassen:

Solche Mitmachaktionen mag ich, gestempelte Wörter:

Herrliche Wortneuschöpfungen:

Ein Blick von oben in die Glashalle:

Auch das Draußen lud ein:

Wiedersehensfreude am schönen Elif Stand mit Wolfgang Schiffer und Dinçer Güçyeter (vielen hier Lesenden bekannt. Auch hier noch ein Buchtipp „Deutschlandmärchen“ von Dinçer Güçyeter, solltet ihr es noch nicht gelesen haben):

Viele tolle Bücher und Autoren konnte ich heute erleben, so auch  Talheim Durgun („Mama, bitte lern Deutsch!)  im Gespräch mit Jo Schück:

Lesefreudige Kinder:

Was ein schönes Motto dieses guten Verlags „Eine Art zu fliegen. Eine Art zu lesen“:

Leider nur kurz erlebt, Ferien Zaimoglu zu seinem Buch „Sohn ohne Vater“:

Die feine Kunstecke:

Dem stimme ich zu:

Der Gutenbergstand gehört definitiv zu jeder Buchmesse:

Der ukrainische Stand mit bedeutsamen Veranstaltungen:

Gastland der Leipziger Buchmesse ist in diesem Jahr Norwegen und präsentiert viele Bücher und Veranstaltungen. Was ein schöner Stand:

Gaea Schoeters zu ihrem Buch „Trophäe“:

Die Bücher in der #buchbar:

Am Abend wurde es leer in der Buchbar:

Zum Abschluss auf der Messebühne Poetry Slam mit Nils Straatmann:

Auch das Pressezentrum leert sich am Abend:

Viel Wunderbares habe ich auch heute gesehen. Diese Figur bestimmt auch:

Auch in der Stadt finden viele Veranstaltungen im Rahmen der Buchmesse statt. So erlebten wir zum Tagesabschluss „Die Lyrikempfehlungen 2025 in der Lyrikbuchhandlung“. Hier ist Daniela Seel zu sehen, die mit mitnehmend schöner, zarter Stimme ihre Gedichte vortrug:

„Wunderbar, dass so viele Menschen den Gedichten zuhören“ sagte jemand neben mir. Seht selbst:

Glücklich und dankbar über die vielen guten Gespräche, Begegnungen, über die Bücher und Autorinnen und Autoren, die ich heute erleben durfte, grüßt euch aus Leipzig

eure Marion

Leipziger Buchmesse 2025 – Donnerstag

Buchmessenzeit! Ich bin hier in Leipzig und besuche die Buchmesse mit meiner Tochter. Einige der Eindrücke teile ich gerne mit euch.

Die Treppe im Sonnenschein:

Nach einem kurzen Gang durch die Hallen ging es für mich zu Maja Lunde, die zu ihrem aktuellen Buch „Für immer“ mit Shila Behjat sprach. Wie bei allen Veranstaltungen, die ich hier erlebe,  gehen die Gespräche weit über die aktuellen Bücher hinaus:

John von Düffel zu seinem Buch „Ich möchte lieber nichts. Eine Geschichte vom Konsumverzicht“ im Gespräch mit Gert Scobel:

Die gut besuchte Preisverleihung des Leipziger Buchpreises 2025:

Die Gewinnerin im Bereich Belletristik Kristine Bilkau mit ihrem Roman „Halbinsel“. Sie schenkt nicht nur dieses sicherlich sehr lesenswerte Buch, sondern auch eine tolle Dankesrede:

Im Anschluss erlebte ich Luisa Neubauer zu ihrem Buch „Was wäre wenn wir mutig sind?“ mit Katty Salie:

Viele Menschen hörten ihren stärkenden Worten zu und gaben viel Applaus:

Irina Rastorgueva, die mit ihrem Buch „Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung“ den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Sachbuch gewann und nun interviewt wurde:

Hier noch mal die frisch gekürte  Buchpreisgewinnerin im Bereich Belletristik:

Abends ging es für uns zur Moritzbastei:

Viele Buchvorstellungen in diesen atmosphärisch einladenden Räumen:

Eine der Stimmen, die so mitnehmend schön vorlas, das es mucksmäuschen still war: Katharina Köller aus ihrem Buch „Wild wuchern“:

So ging ein erster Buchmessentag zu Ende mit wunderbaren Büchern, großartigen Autorinnen und Autoren, klaren Worten und guten aktuellen Debatten. Bereits heute am ersten Buchmessentag denke ich, Bücher sind ein solch wichtiger Beitrag für  eine demokratische Gesellschaft,  für ein vielfältiges Miteinander und sie schenken wunderbare Geschichten.

So grüßt euch aus Leipzig, dankbar hier zu sein

eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 5

Gerne teile ich meine Eindrücke von Sonntag und damit dem letzten diesjährigen Buchmessentag.
John Strelecky sprach zu seinem Buch „Zeit für Fragen im Café am Rande der Welt“. In dem Buch hat er 46 Fragen beantwortet, die seine Leserinnen und Leser ihm gestellt haben. Dabei reicht die Palette von „Findest du Inspiration in Obst?“ bis hin zu „Hast du schon Pläne für deine eigene Beerdigung?“
Er beantwortete Fragen aus dem Publikum. Auch den Begriff der Museumstage erläuterte er noch mal. Es geht um die Vorstellung, am Ende unseres Lebens durch ein Museum zu gehen, das unser Leben darstellt. Welche Bilder würden wir sehen, mit welchen Museumstagen ist unser Leben gefüllt? 
John Strelecky, immer mit Hut. Für ihn ist der Hut übrigens nicht nur einen Schutz gegen Regen und Sonne, sondern sein Zeichen, dass das Abenteuer weitergeht:

Lyrik zum Wachwerden, hieß diese Veranstaltung, bei der lyrix-Preisträger*innen ihre Gedichte vorlasen:

Beim Büchertalk war Bärbel Schäfer im Gespräch mit Ursula Poznanski über ihr Buch „Scandor“. In diesem Buch geht es um eine Challenge, bei der Hundert Menschen antreten, um den unfehlbaren Lügendetektor Scandor zu testen. Scandor wird am Unterarm getragen und begleitet die Kandidatinnen und Kandidaten rund um die Uhr, er bemerkt jede Lüge, auch die als harmlos geltenden oder lieb gemeinten. Wer lügt, fliegt aus der Challenge raus. Die Person, die am Ende übrigbleibt, erhält ein Preisgeld von 5 Millionen Euro.
Ich habe bereits mit Leuten gesprochen, die Scandor gelesen haben. Sie sagten, sie konnten das Buch kaum aus der Hand legen und zudem haben sie viel über das Thema Lügen nachgedacht. Spannend, wie ich finde:

Hier seht ihr die Agora von oben. Es war wieder leerer, nur an den Signierboxen lange Schlangen:

Gerne erlebe ich bei der Buchmesse neue Angebote. So habe ich an der „Expediton OFFside: Ein philosophischer Audiospaziergang ins Lesegelände mit André Ourednik“ teilgenommen:

Es war eine Expedition in oftmals ungesehene oder übersehene Gebiete und Ecken der Buchmesse. Ein philosophisch poetischer Spaziergang, der das Messetreiben in neuem Licht zeigte. Dieser Audiospaziergang war ein Innehalten und schenkt Raum zum Zuhören und Nachdenken über das Leben und unsere Sinne. Klasse fand ich, dass das Messetreiben und die Menschen um uns herum einbezogen wurden und sie unwissentlich eine Rolle in der Performance spielten. So auch hier bei unserem Blick die Rolltreppe hinunter:

Kasia Lewandowska, die ich jedes Jahr hier treffe, zeigte wieder viel Neues an ihrem kreativen Stand. Wir hatten uns bereits am Dienstag wiedergesehen. Als ich sie nun – am letzten Messetag – fragte, ob sie nicht erschöpft sei, antwortete sie: „Nein, das ist für mich hier wie ein Paradies!“ Wunderbar, liebe Kasia.

Michel Friedmann, dieser klare Denker, im Gespräch mit Heinz Bude, über die Zukunft der Demokratie. Wie immer schenkte er gute wichtige Aussagen. Hier – wie bei einigen anderen Veranstaltungen – waren Sicherheitsleute, ihr seht sie links und rechts stehen:

Nicht nur bei diesem Gespräch tauchte Kritik an dem Gastland Italien auf, und ich finde Kritik bedeutsam und finde richtig und wichtig, dass sie Platz bei der Frankfurter Buchmesse hatte. Die Kritik betrifft die Rechtsregierung des Landes und dass nicht regimekonforme Autoren nicht zur offiziellen Delegation des Gastlandes gehörten. Auf der Buchmesse hatten diese Autoren dennoch Raum, denn sie wurden von den deutschen Verlagen eingeladen. Roberto Saviano etwa, von dem ich Samstag berichtete, wurde auf der Buchmesse bejubelt.

In der SHEROES- Reihe erlebte ich nun Jagoda Marinic im Gespräch mit Svenja Flaßpöhler (mitte, „Streiten“) und Elsa Koester (links, „Im Land der Wölfe“).
Wie so oft hier auf der Buchmesse erlebte ich eine tolle Debattenkultur. Jagoda Marinic sagte zum Abschluss des Gesprächs „Streiten Sie in Verbindung. Streiten Sie lustvoll und versöhnlich“:

Bei der nächsten Veranstaltung sprach Mona Ameziane mit den Autorinnen Bianca Iosivoni, Josi Wismar und Tami Fischer über die New Adult Buchlandschaft in Deutschland, die zur Zeit ein großes Wachstum zeigt und viele junge Menschen erreicht:

Die Veranstaltung von oben betrachtet:

Zum Abschluss ging es für mich in den Ehrengast Pavillon Italien zur „GastRollen-Übergabe Ehrengast 24 Italien – Ehrengast 2025 Philippinen“.
Dies ist die feierliche Abschlussveranstaltung des aktuellen Ehrengastauftritts und jährlich wird die „GastRolle“ – ein speziell für die Frankfurter Buchmesse entworfenes Kunstobjekt – um ein weiteres literarisches Zitat bereichert und dem nächsten Gastland überreicht.
Schön, dass somit die lyrischen Zitate wachsen.
Nach den Reden wurde die GastRolle von Italien an die Philippinen überreicht:

Traditionelle philippinische Musik gab es auch:

Und wunderbarer Gesang des nächsten Gastlandes:

Die Philippinen sind eine Nation des Story Tellings und sicherlich werden wir im nächsten Jahr viele inspirierende Geschichten dieses Gastlandes erleben.
Lustig und schön fand ich, dass bei den Fotos immer mehr zusammengerückt und immer mehr Menschen hinzugerufen wurden. Es wurde viel gelacht und ich merkte, wie ich mich bereits nun auf dieses neue Gastland freue.
Ist das nicht ein schönes Sinnbild dafür, dass für jede und jeden Platz ist, wenn wir zusammenrücken?
Seht selbst, eine schöne Vermehrung:

Zum Abschluss teile ich noch ein paar Zahlen mit euch:
230.000 Besucher*innen besuchten die diesjährige Frankfurter Buchmesse. Mit 115.000 Fachbesucher*innen (Vorjahr: 105.000) aus 153 Ländern (Vorjahr: 130 Länder) und 115.000 Privatbesucher*innen (Vorjahr: 110.000) legte die Buchmesse damit sowohl als internationale Geschäftsmesse der Medienbranche wie auch als Festival des Lesens zu – und dies trotz der limitierten Kartenkontingente für die beiden Wochenendtage.
Mehr als 4.300 Ausstellende (Vorjahr: 4.100) präsentierten sich in den Hallen und mehr als 7.500 Medienvertreter*innen (Vorjahr: 7.000) berichteten über die gut 3.300 Veranstaltungen der Buchmesse.

Die Worte von Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, füge ich gerne hinzu: „Die Frankfurter Buchmesse hat sich erneut als die große Plattform für den Austausch, die Vernetzung und für gute Geschäfte erwiesen. Gleichzeitig war sie ein Fest der Ideen, der Debatten und neuen Perspektiven auf die Fragen der Zeit. Und wer sich die wachsende Lesebegeisterung bei jungen Menschen bisher nicht vorstellen konnte, erlebte sie auf der Messe eindrucksvoll: Zu sehen, wie Zigtausende Bücherfans ihre Lieblingsbücher und -autor*innen feierten, weckt Lust auf die Zukunft des Buches.“

Lust auf die Zukunft des Buches, ja, die habe ich auch und Lust auf die Gegenwart des Buches, denn viele großartige neue Bücher warten nun darauf, gelesen zu werden.
Ich blicke auf eine intensive, reichhaltige, berührende, wunderbare Buchmesse zurück. Wie jedes Jahr habe ich das Gefühl, dass die Themen der Zeit hier Raum fanden. Raum, in dem in einer guten Art und Weise wurde miteinander gesprochen und debattiert wurde. Die Veranstaltungen zeigten, wie die Themen der Zeit miteinander verbunden sind, so sind Demokratie und Klimakrise nicht voneinander zu trennen. Besonders fiel mir auf, wie viele Menschen und Veranstaltungen sich mit dem Thema Demokratie und Menschlichkeit befassen. Das finde ich hoffnungsvoll und stärkend.
Es gibt sie und es ist wichtig: Hoffnung, Verbundenheit, Mut und Lust, Zukunft zu gestalten.

So grüße ich euch, viele schöne Erlebnisse der Buchmesse in mir tragend und mit ganz viel Buchliebe,
Eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Samstag ist der meistbesuchte Tag der Frankfurter Buchmesse.  In diesem Jahr waren die Eintrittskarten bereits vor ein paar Tagen ausverkauft.
Wenn ich die vollen Gänge sehe, dann denke ich immer, das Buch lebt, und wie!
Auch an gut besuchten Tagen lassen sich ruhige Ecken finden.
Meine erste Veranstaltung führte mich zum „Der AfD-Komplex – Demokratie in Gefahr“ mit den beiden CORRECTIV-Reportern Jean Peters und Marcus Bensmann:

CORRECTIV zeigte wieder einmal, was für einen wichtigen, mutigen aufdeckenden Journalismus sie betreiben. Die Veranstaltung machte deutlich, wie bedeutsam es ist, hinzusehen und nicht wegzusehen, was die AFD möchte. Jean Peters riet dazu, bei der AfD zu lesen, da wir somit von ihren Plänen und Werten erfahren. Die beiden Journalisten veranschaulichten in ihrem Gespräch, mit welchen gefährlichen völkischen Ideen diese Partei besetzt ist. Die Bücher der beiden, die ihr auf dem Foto seht, sind sicherlich sehr lesenswert.
Zu Recht erhielten die beiden Journalisten viel Wertschätzung und Applaus in dem voll besetzten Frankfurt Pavilon:

Viele gute Veranstaltungen bekomme ich nur am Rande mit, so auch die Vorstellung der Sieger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2024, von der ich euch dennoch gerne ein Foto zeige, da ich Kinder-und Jugendliteratur sehr bedeutsam finde:

Auf dieser Veranstaltung wurde das Jugendwort 2024 bekannt gegeben. Die Top 10 Wörter wurden in einem Videobeitrag präsentiert und am Ende des Videos das Jugendwort des Jahres enthüllt: Aura. Anschließend wurde über Sprache und Jugendkultur gesprochen:

Einige Veranstaltungen sind so stark frequentiert, dass die Menschen nicht mehr in die betreffenden Räume hineinkommen. Dank meines Presseausweises darf ich immer hinein, so dass ich dieses Foto aufnehmen konnte. Mai Thi Nguyen-Kim und Marie Meimberg, beide schreiben beliebte Wissenschafts-Sachbücher für Kinder, mit der Moderatorin Kathleen Hildebrand:

Die Buchmesse lässt auch die Menschen an den Gesprächen teilnehmen, die nicht mehr in den Pavilion hineinkonnten. So wird das Gespräch auf einem großen Bildschirm nach Draußen übertragen. Das wurde genutzt:

Die Literaturbühne von ARD, ZDF und 3SAT von oben:

Ich staune immer wieder, wie voll es am Samstag ist. Ich schiebe an der Stelle ein Foto vom Eröffnungstag ein:

Ich mag die Tage, an denen wenig los ist und ich mag es auch, wenn viel los ist, denn das bedeutet, dass viele Menschen Bücher lieben.
Zurück zu heute. Denis Scheck stellte bei der Veranstaltung Druckfrisch in seiner gewohnt temporeichen Art einige seine Lieblingsbücher vor:

Mit dabei diesmal sogar Pixi-Bücher. Beliebte Autor*innen wie Cornelia Funke, Paul Maar oder Saša Stanišić haben Pixi zum 70-jährigen Jubiläum Geschichten geschrieben und ein Set aus 8 Pixi-Büchern ist daraus entstanden.
Weiterhin empfahl er:
Die Vegetarierin von Han Kang, Lichtungen von Iris Wolff und Hey guten morgen, wie geht es dir von Martina Hefter.
Schön fand ich, dass er auch einen Gedichtband empfahl, und zwar „Nach Eden. Gedicht“ von Daniela Seel. Er sagte dazu: „Wenn Sie ein Buch suchen, das berührt, dann lesen Sie dieses.“
Weiterhin empfahl er den Roman Muttersuchen von Eva Christina Zelle, den Comic Komplett Kafka von Nicolas Mahler sowie Im Krieg – Zwei illustrierte Tagebücher aus Kiew und St. Petersburg von Nora Krug, laut Scheck ein mutiges Unterfangen, dieses gezeichnete Buch zum russischen Angriffskrieg.
Seine Empfehlungen gingen weiter mit Innerstädtischer Tod von Christoph Peters, Helden von Frank Schätzing, Unser Ole von Katja Lange-Müller, Bei aller Liebe von Jane Campell, Mein drittes Leben von Daniela Krien, Die vorletzte Frau von Katja Oskamp, Reichskanzlerplatz von Nora Bossong und das wunderbare Buch mit dem langen Titel „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ von einem meiner Lieblingsautoren Saša Stanišić.
Es ging weiter mit dem Bilderbuch Earhart, Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt von Torben Kuhlmann und Schecks persönlichem Lieblingsbuch der diesjährigen Buchmesse, der Roman Die Eisenbahnen Mexikos von Gian Marco Griffi.
Was eine vielfältige Palette und ich halte sie tatsächlich alle für lesenswert.

Die Maus kann auf die Bühne und mit ihr Max und Oskar, die von ihren Lieblingsbüchern erzählten. Auch Kinder aus dem Publikum wurden nach ihren Lieblingsbüchern befragt:

Roberto Saviano war im Gespräch mit Denis Scheck zu erleben. Seit seinem Werk „Gomorrha“ ist Saviano bekannt geworden im Kampf gegen die Mafia. Als er die Bühne betrat, erhielt er tosenden wertschätzenden Applaus vom Publikum. Das war wieder einer der berührenden Momente auf der Buchmesse.
In dem guten Gespräch ging es um Angst und Mut und um seinen Roman Falcone. Saviano zeigt anhand von Falcones Geschichte wie durch Zivilcourage die Welt verändert werden kann. „Mutig wird man, um sich selbst treu zu bleiben“, so Saviano. Auf die Frage, wie er mit seiner eigenen Angst umgehe – Savione lebt seit Jahren unter Polizeischutz, auch hier auf der Buchmesse ist er mit Schutzpersonen unterwegs – sagte, er habe manchmal Angst und Panik und „Literatur ist mein Heilmittel, Schreiben und Lesen bedeutet für mich, dass ich mich wirklich unsterblich fühle in irgendeiner Art.“

Sabin Tambrea, den viele sicherlich als hervorragenden Schauspieler kennen, war nun auf der Literaturbühne zu erleben zu seinem Buch „Vaterländer“:

Ich gebe zu, dass ich bei vielen Schauspielern und Schauspielerinnen kritisch bin, wenn sie ein Buch veröffentlichen. Dieses Buch hingegen steht nun auf meiner Wunschliste.
Zu Beginn des Interviews meinte die Moderatorin Katty Salie, Sabin Tambrea sei gerade symbolisch zum Ritter geschlagen wurde, weil Denis Scheck ihm gesagt habe, dass sein Buch gut sei.
In dem Roman erzählt er die Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie durch die Augen dreier Generationen, des jungen Sabin, seines Vaters und seines Großvaters.
Bei jedem Gespräch, das ich hier erlebe, geht es nie nur um die Bücher, immer geht es auch um den Menschen, der das Buch schreibt.
Sabine sagte in dem Gespräch, er habe eine sentimentale Seele, in ihm wohne immer eine Abschiedsangst, da er als Kind früh seine Heimat verloren habe. Seine feinsinnigen Worte und sein Buch zeigen, was es für Menschen bedeutet, aus ihrer Heimat zu fliehen. Was für ein bedeutsames Buch in unserer heutigen Zeit, wie ich finde.
„Es tut gut zu sehen, wie sich das Publikum berühren lässt. Dass es die Herzen erreicht, das ist ein großes Geschenk“, so sagte er.

Hier seht ihr links im Bild Anne Applebaum, die morgen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten wird:

Schön war es, sowohl gestern als auch heute, unerwartet frühere WG-Mitbewohnerinnen von mir zu treffen und in den Pausen über das Leben und Bücher zu reden.
Immer wieder lohnenswert ist ein Besuch am Amnesty International Stand. Unterschriften zu geben und sich somit für die Freiheit einzusetzen, ist etwas sehr Leichtes, das wir alle machen können:

Eine weitere berührende Veranstaltung erlebte ich nun, bei dem das Buch „People of Deutschland. 45 Menschen, 45 Geschichten. Über Rassismus im Alltag und wie wir unser Land verändern wollen“ vorgestellt wurde:

Die Moderatorin sprach von einem „Zauber des Buches“, es sei sehr berührend und eindrucksvoll. Die Veranstaltung zeigte, wie wahr ihre Worte sind. Die Mutter zu hören, die ihr Kind in Hanau verloren hat, ging sicherlich jedem im Raum nahe. Sie sagte die guten Worte „Menschen können Rassismus verbreiten und genauso können wir auch Menschlichkeit verbreiten“:

Mona Amaziane war im Gespräch mit Caroline Wahl zu ihrem Buch „Windstärke 17“. Ich habe es bereits gelesen und finde es lesenswert:

Jo Lendle sprach und las aus seinem Buch „Die Himmelsrichtungen“:

Zum Abschluss des heutigen Tages erlebten wir die Poetry Sammlerin Pauline Puhze mit berührenden Texten:

Meine Augen und mein Inneres freute sich bei diesem Anblick: Einen Mitarbeiter der Frankfurter Buchmesse lesend zu sehen. Wenn nicht viel los ist, dürfen sie das, ein Buch zur Hand nehmen und lesen. Wunderbar, denn das gehört definitiv zu den schönen Seiten des Lebens:

So grüße euch mit ganz viel Leselust aus der Buchmessenstadt Frankfurt
Eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 3

Der morgendliche Blick aus dem Hotelzimmer mit Blick auf den Messeturm:

Nachdem ich am Morgen wieder den schönen italienischen Gitarrenklängen von Giandomenico Anellino im Gastland Pavilion lauschte, ging ich zur Literaturbühne.
Hier sprach die Moderatorin Miriam Böttger mit Katja Lewina zu ihrem aktuellen Buch „Was ist schon für immer. Vom Leben mit der Endlichkeit“. Ein tolles Gespräch, in dem die Autorin offen über das Sterben redete. Das Gespräch zeigte es, es gibt sie, schöne Bücher über das Sterben.

Hier seht ihr den Moderator Joachim Dicks im Gespräch mit Melanie Raabe zu ihrem neuen Roman „Der längste Schlaf“. Der Moderator meinte zu dem Buch: „Seien Sie vorsichtig, wenn Sie anfangen dieses Buch zu lesen, werden Sie alles andere beiseite schieben und weiterlesen wollen.“:

Das entdeckte ich im Publikum. Rainer Lieser heißt der kreative Zeichner. Er besucht die Buchmesse mit Zeichenblock ausgestattet und zeichnet viel von dem, was er erlebt. Wunderbar, wie sich Literatur und Zeichnungen treffen.

Kennt ihr das? Wenn ihr zwei Sätze eines Buches hört und wisst, dass ihr es lesen müsst. So ging es mir bei der nächsten Veranstaltung. Der italienische Autor Fabio Stassi war mit seinem Buch „Die Seele aller Zufälle“ anwesend. Die Übersetzerin Judith Krieg las aus diesem Roman vor und Annette Kopetzki moderierte das Gespräch. Der Protagonist des Buches ist ein Bibliotherapeut. Fabio Stassi sagte den schönen Satz, der zu dem Buch passt und zu dem, woran er selbst glaubt, dass „Bücher Heilkräfte haben und heilen können.“
„Unsere Geheimnisse sind viel interessanter als irgendwelche Krimihandlungen“, auch diesen Satz von Stassi hebe ich gerne auf.
Annette Kopetzki beschrieb den Sound des Buches als „leicht melancholisch, doch nie resigniert.“
Schön ist es, neue italienische Literaten zu entdecken, auch das schenkt die Buchmesse.
Ich erlebte nicht nur ein Buch mit einer sehr schönen Sprache, sondern auch ein tolles angenehmes Gespräch. Und… ich ließ mir das Buch direkt signieren und bekam dazu ein feines herzliches Gespräch mit Stassi.

Sicherlich vielen bekannt, Mona Ameziane und Christine Westermann, die den Podcast „Zwei Seiten – der Podcast über Bücher“ betreiben. Sie zeigen damit – neben der Liebe zur Literatur -, dass Literatur eine wertvolle Brücke zwischen den Generationen ist.
Heute erhielten sie den Julius-Campe-Preis. Dieser Preis wird jährlich auf der Frankfurter Buchmesse vergeben und ist mit 99 Flaschen edlen Weins und des bei HOFFMANN UND CAMPE  erschienenen Faksimiles des Manuskripts der »Französischen Zustände« Heinrich Heines dotiert.
Tommi Schmitt, ein Podcaster, Moderator und Kolumnist, hielt eine großartige Laudatio. Einer seiner Sätze dabei: „Diese beiden Stimmen machen viel Spaß, wie Olivenöl und Brot.“

Die sympathische Mithu Sanyal im Gespräch mit Denis Scheck zu ihrem aktuellen Roman „Antichristie“. Hach, so viele klasse Bücher:

Und dann passiert es mir manchmal, dass ich nur kurz irgendwo hineinhören möchte und dann eine ganze Stunde dort bleibe, da ich so fasziniert und begeistert bin. So auch nun bei der Buchvorstellung von Jakob Springfeld „Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen Rechts.“
Jakob Springfeld ist in Sachsen aufgewachsen und erzählt in seiner aufrüttelnden Lebensgeschichte persönliche Erlebnisse. „Ein Buch von schonungsloser Offenheit“, so die Moderatorin.
Jakob Springfeld sagte, „dass wir alle Verantwortung tragen und klare Kanten zeigen sollten, wenn uns Rassismus begegnet.“
Er ist mit seinem Buch in Schulen unterwegs. Was ein wichtiges und aktuelles Projekt.
Ich wünsche mir sehr, dass viele Lehrerinnen und Lehrer dieses Buch aufnehmen!

Auf der Agora gute Stimmung bei italienischer Musik:

Ab 14 Uhr war die Buchmesse für Privatbesucher*innen geöffnet, an den Tagen zuvor ausschließlich für Fachpublikum.
Wie ihr seht, bedeutet das, dass es voller wird.
Zwei Fotos: Die Signierboxen am Vormittag und nach 14 Uhr:

Für mich gab es nun ein Wiedersehen mit meinem Mann, auf der Piazza im italienischen Pavilion, was ein schöner Treffpunkt.
Hier gab es auch – ganz Italien – einen Zeichner zwischen den espresso- oder cappuccinotrinkenden, erzählenden, lesenden und schlendernden Menschen:

In den Hallen auch der ukrainische Stand:

Ein klasse Buch und wie toll, dass es in so vielen Sprachen erhältlich ist:

Der ZEIT-Journalist Kilian Trotoir, der gemeinsam mit Tatjana Schell das Buch „Sinn finden – Warum es gut ist, das Leben zu hinterfragen“ geschrieben hat. Die Moderatorin beschrieb es als „Ein stärkendes Buch mit viel Verständnis drin, für sich selbst und andere.“:

Salwa Housmi sprach mit Juliane Löffner über ihr aktuelles Buch „Missbrauch, Macht & Medien. Was #MeToo in Deutschland verändert hat“:

Daniela Krien (sie tauchte bereits in meinem gestrigen Bericht auf) zu ihrem Buch „Mein drittes Leben“. Ein schönes Gespräch und auch dieses Buch steht auf meiner Wunschliste:

Poetry Slammer Jan Cönig, herrlich und sehr humorvoll war es, ihm zuzuhören:

So ging es nicht nur mir:

Am Abend ging es für meinen Mann, unsere Tochter und mich zur ARD Radiokulturnacht der Bücher, von der ich euch im Nachgang berichten werde.

Es grüßt euch nach einem weiteren reichhaltigen Buchmessentag mit viel Buchliebe
Eure Marion