13. August – Findesatz-Gedicht

Wo lebten die ersten Menschen?
Wie viele Orte gibt es auf der Welt?
Hat jeder Ort eine Seele?

Mache ich meinen Ort zu einem besseren?
Kann ein Ort mir gehören?
Gehöre ich hierher?

An wie vielen Orten fließen gerade Tränen?
Wo wird gerade getanzt?
Sind wir alle miteinander verbunden?

11. August – Findesatz-Gedicht

Schreiben Sie?
Ja.
Nach dem Aufwachen meine Morgenseiten.
Meine Gedanken auf Papier.
In ein Notizbuch, das in meiner Tasche liegt.
Manchmal Grüße auf eine Postkarte.
Mit dem Fuß im Sand am Meer.
Auf einen Zettel, den ich nachts unter einem Kopfkissen verstecke.
Mit dem Füller, den ich im Schreibwarenladen ausprobiere.
Auf dem Rücken meiner Freundin mit Sonnenmilch.
Mit bunter Kreide auf den Fußgängerweg.
Auf eine große schwarze Tafel.
Mit Reiskörnern auf den Küchenflur.
Gedanken in den blauen Himmel.

4. August – Findesatz-Gedicht

Manchmal mitten am Tag
da werden meine Gedanken leise
Ich halte inne
um ihrem Flüstern zuzuhören
Sie erzählen viel
ganz ohne Eile
Mein Atem wird ruhig
Das Tagwerk ruht
und die Hände im Schoß
Es ist als sammelt sich etwas in mir
und ich mich im großen Ganzen
Wenn ich dann aufstehe
lache ich den Himmel an
das Gras zu meinen Füßen
und den Menschen
der mir als nächstes begegnet