Dieses Jahr findet ihr hier zwei Kategorien.
Kategorie 1 – Wortgewebe: Wöchentlich stelle ich ein Wort aus einem anderen Land vor und verwebe es in einen kurzen Text, ergänzt durch ein passendes Foto.
Kategorie 2 – Lächelspuren: Ebenfalls wöchentlich hinterlasse ich lachende Gesichter aus Naturmaterialien oder Kreide im öffentlichen Raum, und halte es mit einem Foto fest.
Zudem werde ich wie jedes Jahr über die Leipziger und Frankfurter Buchmesse berichten.
Das Leben war gut zu ihm Nicht immer, wie könnte es und doch fühlt er sich als Glückskind mit all den Jahren, die er in sich trägt Von seinem Lebensgefühl ist er total mit sich im Reinen Wenn er seine Geige stimmt die ersten Töne erklingen schließe ich die Augen höre ihm zu und ich mich hinein Glück färbt ab immer
Der Morgen weckt mich Das geöffnete Fenster zeigt wie der Wind heute spricht Kaffeegeruch küsst die Nasenflügel während die Zeitung auf dem Tisch liegt mit Nachrichten, die mich fragen lassen warum wir Menschen so sind Die Terrasse empfängt meine nackten Füße und die Kastanie wirft die ersten Blätter ab Die Schmerzen sind nicht fühlbar Nebenan erzählen Hühner einander Geschichten Verschwommenes vom Traum wohnt noch auf meiner Haut Ich blicke in den Himmel Ich strecke mich dem Tag entgegen Ja, juchhu, ich lebe!
Gerne habe ich mich von Christiane auf ihrem Blog Irgendwas ist immer zu den ABC-Etüden für die Textwoche 36/37 2021 einladen lassen. Dabei gilt es, drei vorgegebene Wörter in einen Text mit maximal 300 Worten einzubauen. Die diesmalige Wortspende stammt von Ludwig Zeidler und seine drei Worte lauten: Schlick / ominös / putzen
Hier kommt mein Text:
Die Chucks liegen im Hausflur neben dem Eingang. Wenn er spätnachmittags seine Haustüre aufschließt, streift der die Chucks ab und lässt sie dort bis zum nächsten Morgen liegen, es sei denn er geht zu seinem Nachbarn auf ein abendliches Gespräch, trifft sich mit Freunden in einem Café oder geht ins Theater. Seine nackten Füße hinterlassen ein leises Geräusch auf dem Holzboden. Barfuß geht er am liebsten, dann fühlt er sich frei und geerdet. Er setzt sich Tee auf, seine Katze streicht um seine Beine und er krault die Stelle hinter ihren Ohren, die ein lautes Schnurren hervorruft. Er redet mit ihr, wie er das immer macht. „Was hast du denn den ganzen Tag gemacht?“, fragt er sie, „Dein Leben besteht aus schlafen, streunen, essen, trinken, dich putzen und manchmal eine Maus jagen. Jaja, dich kraulen lassen natürlich auch. Du machst das gut mit dem Leben, weißt du das.“ Mit dem dampfenden Teebecher in der Hand geht er hinaus auf die Terrasse, seine Katze begleitet ihn und zu zweit gehen sie durch den Garten. Er öffnet das Gatter am Ende des Gartens, das in den angrenzenden Wald hineinführt. Er geht ein paar Meter in den Wald hinein, seine Katze bleibt stehen, wie sie das immer am Waldrand macht. „Das ist dir nicht geheuer, was? Der dunkle ominöse Wald! Dabei ist er ein Lebewesen wie wir.“ Seine Katze setzt sich, während er weiter geht. Tagsüber hat es ein wenig geregnet und an einigen Stellen ist der Boden aufgeweicht. Seine Füße fühlen den Schlick, doch das macht ihm nichts, im Gegenteil, er fühlt sich lebendig und der Natur verbunden. Er bleibt stehen, nimmt die Frische an seinen Füßen wahr, die Wärme des Teebechers an seinen Händen und ist dankbar, all das fühlen zu können. Danke, flüstert er und atmet tief ein und aus.
Manchmal ist eine Blume schöner als hundert Blumen Diese eine Blume küsst die Augen Ihre schöne Schlichtheit füllt den Raum Nichts lenkt ab von ihrer Farbe und Form Sie kann sich entfalten und flüstert unserem Inneren zu Weniger ist Mehr
Was wohl in den Kühen so vorgeht wenn sie den ganzen Tag auf der Weide stehen und trinken und essen überlegten sie während sie an den Kühen vorbeigingen Was wohl in den Menschen so vorgeht wenn sie fast den ganzen Tag in den Häusern sind und trinken und essen überlegten sie während sie die Menschen vorbeigehen sahen