Findesatz-Gedicht 155

Lass uns den Mond von hier aus betrachten
Den roten Schimmer des Mars aus weiter Ferne sehen
Lass uns nicht umziehen mit all unseren Gütern
auch nicht wenn es ginge
Diese Erde bietet uns noch alles
was wir brauchen
um gut und glücklich zu leben
Lass uns so leben
dass wir das noch
eines Tages streichen können

Findesatz-Gedicht 154

Ich übe jetzt mal Nikolauslieder
sagte er
Kurz drauf hörte ich Gitarrenklänge
Wie schön das ist
dachte ich
an vielen Orten auf der Welt
denken wir an einen Menschen
der geschenkt hat
Goldklumpen, seine Worte
und gewiss seine Wärme
Mir ist
als dringe etwas von dieser Wärme
in unsere Häuser
Wie weit reichen unsere Lieder?

Findesatz-Gedicht 153

Wolken von unten sehen
Schätze hinter Fenstern finden
Baumkronen anpfeifen
Rückwärts hüpfen
Blaue Blumen riechen
Steine aufheben
Stifte tanzen lassen
Drehwirbel sein
Federn anpusten
Mich in Pfützen betrachten
Ich brauche auch Zeit zum Spielen
sonst geht meine Seele eigene Wege

Findesatz-Gedicht 152

Was sind wir bereit zu geben?
Was ist ein Elternhaus?
Was ist meine größte Frage?

Wo bin ich?
Wo wohnt die Weisheit?
Wo geht die Sonne abends hin?

Wie fangen wir uns auf?
Wie bleiben wir uns treu?
Wie glaube ich an meine Träume?

Findesatz-Gedicht 151

Ich sah das herbstliche Blatt
spürte das Geheimnis der Vergänglichkeit
Der Baum ließ mich anhalten
und seine Stärke fühlen
Beim Blick nach oben
lachte die Frische des Himmels
Mein Fuß stieß an einen Stein
ihn aufhebend
fühlte ich seine Kanten und Weichheit
Bei den Schneebeeren wusste ich
dass das Kind immer in mir wohnt
Ich ging den Bach entlang
sah seinen eigenen Lauf
Ich besuchte heute keine Schule
keinen Kurs und erhielt kein Zertifikat
und lernte viel
Mir war
als spürte ich etwas von den Wundern
den großen
die uns halb schwindelig machen
Was nicht in uns ist
kann uns auch nicht berühren