„Sind in dir auch viele Geschichten beheimatet?“



Christiane hat wieder zu den abc etüden eingeladen, bei denen es gilt, 3 Begriffe in einem Text mit maximal 300 Wörtern zu verpacken. Die Worte stammen diesmal von Sabine (Frau Flumsel) mit ihrem Blog wortgeflumselkritzelkram. Sie lauten:
Strickjacke
trügerisch
entdecken
Hier kommt meine Etüde:
Der März hat gerade erst begonnen und ihr ist, als sei der Frühling bereits da. Vögelgesang weckte sie am Morgen. Wie immer ist ihr erster Gang nach dem Aufstehen und dem Füttern der Katze, ihr Gang auf die Terrasse. Der Himmel zeigt sich blau und die Sonne schimmert, wie sie es nur am frühen Morgen vermag.
Die Farbe des Himmels ist trügerisch, noch ist die Luft kühl und sie zieht ihre Strickjacke enger um sich. Sie atmet tief ein und aus, schließt die Augen und hört den Geräuschen des Gartens für einen Moment zu. Dann geht sie ihre morgendliche Runde durch den Garten.
Es zeigen sich viele Schneeglöckchen, ein ganzer Krokussteppich, deren Blüten noch zu schlafen scheinen und gelb leuchtende Narzissen. Auch die Weidenkätzchen blühen, das wird die Bienen freuen. Gestern waren die Knospen des Rhododendrons noch geschlossen, heute sind sie halb geöffnet und ihr rot wirkt wie ein Versprechen auf kommende Tage im Freien.
An jedem Morgen gibt es Neues zu entdecken. Sie ist davon überzeugt, dass der Gang nach Draußen, auf eine Wiese oder in den Wald uns zu besseren Menschen machen kann.
Der Tau auf dem Gras glitzert. Sie hockt sich hin und berührt ihn mit ihren Händen. Er ist wohltuend frisch. Sie legt beide Hände in das nasse Gras. So viel Frische, ihr ist, als könne sie ihr Gesicht damit waschen. Vielleicht liegt all das, was wir brauchen, direkt vor unseren Füßen, denkt sie. Wir neigen dazu, an uns vorbei zu leben. Sie streift ihre Gartenschuhe ab und geht barfuß über das feuchte Gras, wie sie es als Kind häufig machte.
Später geht sie hinein und ihre Füße hinterlassen nasse Abdrücke und einzelne Grashalme auf dem Holzboden. Doch das macht nichts. Gar nichts. Diese Momente werden sie durch den Tag tragen.

Gerne teile ich hier die Einladung zu meinem nächsten Workshop „Tanzend und schreibend in den Frühling“, der am Mittwoch, den 17. März 2021 von 18 bis 20 Uhr stattfinden wird.
Der Frühling naht. Ein schöner Anlass, die eigenen Energien zu aktivieren, Neues auszuprobieren und sich Zeit für das zu nehmen, was Freude macht.
Dieser Workshop lädt dazu ein, Tanzen und Schreiben miteinander zu verbinden.
Nach einem Start zum Kennenlernen, werden wir miteinander tanzen. Dabei gebe ich verschiedene Anregungen und Impulse, bei denen auch das freie Tanzen einfließt. Nach einer kleinen Pause werden wir dann über Methoden des Kreativen Schreibens Gedichte und Texte zum Thema Tanz entstehen lassen.
Eingeladen sind alle, die Lust auf Tanzen und Schreiben haben. Vorkenntnisse sowie eine besondere Kondition sind nicht erforderlich. Jede und jeder kann so mitmachen und sich einbringen, wie es individuell passt.
Ich freue mich auf diese Kombination von zwei Aktivitäten, die mir beide eine Herzensfreude sind.
Der Online-Workshop wird über Zoom stattfinden.
Teilnahmebeitrag: 16 Euro
Bei Interesse bitte bis zum 12. März per E-Mail anmelden unter:
kontakt@werkstatt-freude.de
Ihr erhaltet dann weitere Informationen.

Ich hab mich einfach hingesetzt
und rausgeguckt
und an nichts gedacht
Ich atmete weiter
ein und aus
und ein und aus
Das Unwichtige wurde klein
das Innere groß
Es war nicht lange
und doch
trug es mich
mit unsichtbaren Händen
durch den Tag


Einverstanden-Tage
die von Zeit zu Zeit ungefragt da sind
Der Morgentau auf dem Gras lässt anhalten
Alle Farben leuchten doppelt
Vögel singen ihre schönsten Lieder
Nirgendwo anders sein wollen
Alles stimmt
Auch das was war
und kommen wird
Ich liebe heute mein Leben
flüstern wir uns zu
und schenken dem Himmel
ein Danke


Halte ich inne?
Was gibt es abzuwerfen?
Und brauche ich mehr Mut?
Wie sehe ich nachts aus, wenn keiner hinsieht?
Ist jemand da, der über mich wacht?
Und begleiten meine Träume mich in den Tag?
Was ist meine Aufgabe?
Werde ich mich noch sehr verändern?
Und liebe ich das Leben vor dem Tod?


Manchmal ist Loslassen genau richtig
die Hände wieder frei haben
um damit in den blauen Wolkenhimmel Figuren zu malen
sich dem Licht entgegenzustrecken
und das eigene Haar durchzuschütteln
Manchmal wollen wir nicht loslassen
da geht jemand fort
dessen Herz unsere Sprache spricht
Ich finde den Gedanken schön
dass es dann kein Loslassen
sondern ein Lockerlassen sein kann
Wir lockern das Band
schenken wertvolle Freiheit
und bleiben einander
verbunden
Unser Leben tanzt viele Bänder
In allen Farben
Lass uns loslassen
Lockerlassen
Aufheben
Weben