
Mein erster Besuch heute ging wieder zur Festhalle – hier ist der einzige Ort im Messegelände der Frankfurter Buchmesse, an dem in diesen Tagen Programm stattfindet – neben den vielfältigen Veranstaltungen in der Stadt und den unzähligen digitalen Angeboten in diesem Jahr.
Ihr seht, die Festhalle ist ungewöhnlich leer:

Hier seht ihr den einzigen Bücherstand auf dem Messegelände:

Denis Scheck stellte in seiner Veranstaltung „Druckfrisch“ wieder Buch-Neuerscheinungen vor. Ein für mich besonderes Erlebnis, denn neben den ARD-Mitarbeiter*innen war ich die einzige Person im Publikum. Da vorne seht ihr meine Jacke über dem Stuhl hängen, diese ungewöhnliche Situation wollte ich fotografieren:

Für Wortliebhaber*innen sicherlich interessant ist das Buch „Wunderkammer der deutschen Sprache, Ein Füllhorn“ herausgegen von Thomas Böhm und Carsten Pfeiffer, eine Art Wörterbuch, das sich vielen schönen und wundersamen Wörtern der deutschen Sprache widmet. Kanntet ihr zum Beispiel schon das Wort „Brötchentütchennavigator“?
Auch heute stellte Denis Scheck wieder Lyrik vor. Hier seht ihr, wie er aus dem Buch „Averno“ von Louise Glück ein Gedicht vorlas:

Einige weitere der von ihm vorgestellten Bücher teile ich auch hier wieder, so das Buch „Wilde Freude“ von Sorj Chalandon, in dem es um eine Frau geht, die Brustkrebs hat, von ihrem Mann verlassen wird und die nun mit vier Freundinnen plant, einen Juwelierladen auszurauben.
Das Buch „Das sind wir“ von Graham Swift, in dem ein Zauberer und ein Entertainer sich in dieselbe Frau verlieben, beschrieb Denis Scheck als ein Buch mit großer Leichtigkeit und Finesse.
Auch empfahl er das Buch „Ein Mann des Meeres“ von Andre Wirsing, der die sieben bedeutensten Wasserstraßen der Welt durchschwommen hat.
Hier seht ihr Denis Scheck bei der nächsten Veranstaltung, bei der er mit dem zugeschalteten isländischen Autor Hallgrimur Helgason über dessen Buch „60 Kilo Sonnenschein“ spricht. Ein Buch in dem es um Gestur geht, einen unehelichen Bauernsohn aus einem fiktiven isländischen Dorf, der zunehmend den Weg in das erwachende moderne Island erlebt, das alles humorvoll und turbulent erzählt.

Später erlebte ich ein Gespräch zwischen Nell Zink („Das Hohelied“) und dem Moderator Markus Brock. Auch dieses Interview kann man nachhören und dabei einiges über die Schriftstellerin erfahren, die viel Humor zeigte. Auch eine für mich neue Erfahrung: Wenn eine Veranstaltung ohne Publikum stattfindet, ich dennoch klatsche, die Schriftstellerin mich natürlich problemlos entdeckt und mir daraufhin eine „Danke“ schenkt.

Hier seht ihr Hadija Haruna-Oelker, Melisa Erkurt („Generation haram – Warum Schule lernen muss, allen eine Stimme zu geben“) und Olivia Wenzel („1000 Serpentinen Angst“) zu dem Thema „Streiterinnen- Leben gegen Diskriminierung?:

Der Moderator Ulrich Timm sprach mit den Autoren Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby über deren aktuelles Buch „Im Wahn – die amerikanische Katastrophe“. Die Themenvielfalt ist wie jedes Jahre sehr groß hier und es gibt viele interessante Gespräche.

Danach hörte ich mit einigen anderen der Veranstaltung von ARTE zu „Es wird Zeit – Generation Greta und die Politikkultur der jungen Generation“. Die Moderatorin Aline Abboud diskutierte mit ihren Gästen Ceyana Kiri (YouTuberin Kinda Kiri), Madita Hampe (Redaktionskollektiv Rubikon), Erik Albrecht (der gemeinsam mit Klaus Hurrelmann das Buch „Generation Greta“ geschrieben hat) und Claire Isambert (die Leiterin der ARTE Kulturabteilung). ARTE macht momentan einen breit angelegten Fragebogen „Es wird Zeit“, deren Ergebnisse Ende November in einer sicherlich sehr spannenden Dokumentation gezeigt werden.

Mir fällt auf, dass die Themen Zukunft, Klimakrise und Klimaschutz auch in diesem Jahr wieder sehr präsent sind und diese Themen in vielen Gesprächen auftauchen.
Zwischendurch machte ich folgendes, nämlich Lesen. Hier ein Beispiel:

Diese schöne Seite ist aus diesem Buch:

Ein weiteres Interview hörte ich zwischen Fritz Eckenga („Eva, Adam, Frau und Mann – Da muss Gott wohl nochmal ran“) und der Moderatorin Daniella Baumeister. Dazu trug Fritz Eckenga einige seiner „Rettungs-Reime“ vor, diese wie auch das Interview waren herrlich amüsant.

Abends war ich zu einer der Veranstaltungen, die mit Publikum stattfinden, das Bookfest City. Hier besuchte ich den Kunstverein Montez, in dem Richard David Precht („Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“) mit Edith Lange darüber sprach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Richard David Precht stellt in seinem Buch zentrale essentielle Zukunftsfragen und gibt interessante Antworten. Die Themen Corona, Klimakrise und Digitalisierung standen im Zentrum des Gesprächs. Precht machte deutlich, dass uns die Klimakrise deutlich länger beschäftigen wird als die Coronakrise und wie wichtig es ist, dass wir Menschen handeln, um Zukunft möglich zu machen.

Es war ein sehr interessantes, tiefgründiges und mitunter auch humorvolles Gespräch.
Hier noch zwei seiner Sätze, die dabei auftauchten: „Menschen sagen zu sich Ich, philosophisch ist das der Hammer.“
„Ich denke, dass ein Optimist, der sich in seinen Idealen getäuscht sieht, immer noch ein erfüllteres Leben gelebt hat, als ein Pessimist, der sich in allem bestätigt sieht.“
In diesem Sinne beende ich meinen Bericht vom 2. Messetag mit zuversichtlichen Grüßen.

























