13. August – Findesatz-Gedicht

Wo lebten die ersten Menschen?
Wie viele Orte gibt es auf der Welt?
Hat jeder Ort eine Seele?

Mache ich meinen Ort zu einem besseren?
Kann ein Ort mir gehören?
Gehöre ich hierher?

An wie vielen Orten fließen gerade Tränen?
Wo wird gerade getanzt?
Sind wir alle miteinander verbunden?

2. August – Findesatz-Gedicht

Ich möchte nie aufhören zu vertrauen
Ich möchte nie aufhören zu staunen
Ich möchte nie aufhören Luftsprünge zu machen
einem Vogel im Flug zuzusehen
mich ins Gras zu legen
etwas Neues zu probieren
mich weniger ernst zu nehmen
der Stille zuzuhören
mich in einer Buchhandlung zu beschenken
zu wählen
mich im Garten zu stellen und den Geräusche der Nacht zu lauschen
andere Menschen zu entdecken
mich über meine Zehen zu wundern
unbeabsichtigt zu kritzeln
mich in das Leben zu verlieben

26. Juli – Findesatz-Gedicht

Man kann zwar den Tod nicht besiegen

wohl aber aber das Totsein zu Lebzeiten

Drum lass uns in jeden neuen Tag springen

Tanzen im Sommer und Herbst

Vögel beobachten und lernen wie sie ihre Flügel ausbreiten

Lass uns am Fluss sitzen

Frische atmen und der Stille zuhören

Lass uns im Frühjahr und Winter einen Berg besteigen

und unseren größten Wunsch in die Luft werfen

Lass uns Worte, Hände und Zugewandtheit teilen

Lass uns staunen über das Glucksen im Magen

das Rollen der Murmel und den Geschmack der Blaubeere

Lass uns den Wald aufsuchen und hoch zu den Baumkronen schauen

Lass uns einen fremden Menschen ansprechen und das Fremdsein überwinden

Lass uns fühlen wer wir sind und was uns glücklich macht

Lass uns Sterne sammeln

Freude schenken

und im Mondlicht baden

Lass uns den morgigen Tag ins Heute legen