7 Gedanken zu „6. März – Schnipselgedicht

  1. Inmitten dieser verkehrten Welt – die ja nicht erst seit dem Angriff der Russen verkehrt ist – habe ich gestern einige Stunden in einer Welt verbracht, wo mir diese Umdrehung innerlich gelungen ist. Ich durfte mich seit Tagen, vielleicht sogar Wochen, wieder einmal richtig wohlfühlen – mit mir und der Welt. Dazu beigetragen haben Menschen, bei denen das Herz am richtigen Fleck sitzt. Ich danke Euch von Herzen …

    Ich lese ja viele Artikel und Kommentare von JournalistInnen und ich sehe auch Beiträge über Putin, die in die Vergangenheit zurückreichen. Wie wir wissen, ist er schon lange in seiner Funktion aktiv.
    Besonders interessant finde ich Kommentare, die sich auf sein Alter beziehen. Und auf die Tatsache, dass sich auch sein Äußeres bemerkenswert verändert hat. Es werden Krankheiten vermutet.
    Diesen Hintergrund halte ich für möglich. Umso erstaunlicher, wie lange man dieser Person gehuldigt hat, gerade in Kreisen, die Zugang zu dieser Person hatten. Und dabei hat Putin die Welt ganz schön lange an der Nase herumgeführt.

    Ich denke, all diese Vorhaben, die er jetzt in das Tun umsetzt, waren schon sehr lange in seinem Kopf vorhanden. Auch, wenn er der westlichen Welt auf seine Art frostig zugelächelt hat und sich die PolitikerInnen über seine Selbstironie beinahe ausgeschüttet haben vor Lachen. Es gruselt mich, so eine Szene gesehen zu sehen: 2014 war Putin in Österreich. Dabei unterstrich der öst. Wirtschaftskammerpräsident die lange Dauer seiner Amtszeit, was Putin mit den Worten „Diktatur – aber gute Diktatur“ retournierte. Was muss der Mann sich innerlich amüsiert haben über seinen vorausschauenden „Witz“, der nicht einmal annähernd von seinem dankbaren Publikum entlarvt wurde!

    Was mich aber ganz besonders trifft, ist die Tatsache, wie wenig in allen Kommentaren darauf eingegangen wird, dass jeder noch so wesensveränderte Politiker, jeder noch so gefährliche Zündler, jeder noch so blutrünstige Despot auf seinen Ideen sitzen bliebe, würden ihm unzählige Männer NICHT Folge leisten und einfach so in den Krieg ziehen.
    Es sind Söhne von Eltern, Enkel von Großeltern, Väter von Kindern, Brüder, die in solchen Situationen bereit sind, mit der Waffe in der Hand auf andere Söhne, Enkel, Väter und Brüder loszuschlagen! Genau dieser Punkt ist es, der mich trost- und fassungslos macht. Denn er zeigt, dass die meisten aus der Geschichte und ihren unzähligen Wiederholungen nichts, aber auch gar nichts gelernt haben!

    Auch, wenn sie – gemessen an all jenen, die in der Vergangenheit und Gegenwart mit Hurra! in den Krieg gezogen sind – nur vereinzelt aufgefallen sind: Es gab und gibt auch jene Männer und Frauen, die Widerstand geleistet haben und sich dem Vernichtungssystem widersetzt haben, mit allen schrecklichen Konsequenzen, denen sie sich ausgeliefert haben. Und an einige dieser MENSCHEN muss ich immer wieder denken … Und jetzt eine unglaublich naive Theorie, die wir alle kennen: Stell Dir vor, es ist Krieg – und keiner geht hin … Und trotzdem: Welch herrlicher, befreiender, erlösender Gedanke!
    Widerstand – eine Antwort des Gewissens! Ein Gewissen, dass den Machthabern dieser Welt einfach fehlt …

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    • Ganz lieben Dank! Zusammensein in Wohltat ist so wichtig, auch gerade nun.

      Das macht mich auch beinahe fassungslos, warum wir aus der Geschichte nicht lernen.
      Diesen naiven Gedanken, wie du ihn nennst, den denke ich auch häufig. Ich glaube, es war im Religionsunterricht in der Schule vor vielen Jahren, da war ein Bild, bei dem ein Soldat eine Waffe niederlegte. Wie sehr ich mir solch einen Dominoeffekt wünsche.
      Danke für das Teilen deiner Gedanken.

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