Was wohl in den Kühen so vorgeht
wenn sie den ganzen Tag auf der Weide stehen und trinken und essen
überlegten sie
während sie an den Kühen vorbeigingen
Was wohl in den Menschen so vorgeht
wenn sie fast den ganzen Tag in den Häusern sind und trinken und essen
überlegten sie
während sie die Menschen vorbeigehen sahen
Archiv für den Monat September 2021
Findesatz 117
„Was wohl in den Kühen so vorgeht, wenn sie den ganzen Tag auf der Weide stehen und trinken und essen?“

Findesatz-Gedicht 116

Es ist so still hier
so war es früher überall
Dann kamen wir
schufen Licht zwischen Bäumen
erfanden Maschinen
die Vogelstimmen übertönten
Seitdem dringen tagtäglich Geräusche in unsere Ohrmuscheln
treffen Lichtmuster unsere Netzhaut
Manche von uns gehen ins Kloster für eine Woche oder drei Tage
um dem Schweigen zu lauschen
Wenn wir den Sternenhimmel sehen
weil der Strom ausfällt
freuen wir uns über Schnuppen
Wir schließen die Augen und wünschen uns was
Ich wünsche mir
ein bisschen mehr Weniger
um zu hören
den Wind in den Weiden
die Flügel der Libelle
den eigenen Herzschlag
Findesatz 116
„Es ist so still hier, so war es früher überall.“

Findesatz-Gedicht 115

Wer hören will, muss fühlen
Ich will hören
will fühlen
lebendig leben
Worte wirken lassen
Mich anregen lassen
bis auf meinen tiefsten Grund
Findesatz 115
„Wer hören will, muss fühlen.“

Findesatz-Gedicht 114
Wie viele Entscheidungen treffen wir an einem Tag
Nie zählte ich sie
Es werden viele sein
Es ist eine Kunst, Entscheidungen zu treffen
Tragen wir unser Ja und unser Nein in die Welt
Wir dürfen wählen
Lass uns das klar und hell machen
Egal wie es ausgeht
Lass uns unsere Krummheiten anlachen
Dem Perfekten nicht nachlaufen
Unsere Schritte gehen
einen nach dem anderen
Findesatz 114
„Es ist eine Kunst, Entscheidungen zu treffen.“

Findesatz-Gedicht 113
Wir wissen es nicht als Kind
wenn wir im Sand spielen oder im Wald
oder mit den Farbstiften das Blatt ausfüllen
Doch irgendwann trifft uns die Erkenntnis
Die Endlichkeit des Lebens
Dann ringen wir nach Luft
Finden es unbegreiflich
und es integriert sich in unser Leben
auf stille Weise
Manchmal vergessen wir es
dann fühlen wir es
und manchmal erscheint alles leicht
Diese Erkenntnis
die lautlos in uns wohnt
lädt ein das Leben zu füllen
mit all dem was uns wertvoll ist
und was uns sinnig unsinnig ist
Zurechtzurücken und zu runden
Die Fäden zu spinnen
All die geschenkten Tage und Nächte zu gestalten
ihnen ein Gewand zu geben
Zu tanzen und zu lieben
Das Viel und das Wenige zu pflegen
Träumen ein Gesicht zu geben
Morgen nicht ins Übermorgen zu verstecken
Trauen wonach der Mut ruft
Die wenigstens Menschen sagen am Ende ihres Lebens
Ich habe zuviel ausprobiert



