Findesatz-Gedicht 116

Es ist so still hier

so war es früher überall

Dann kamen wir

schufen Licht zwischen Bäumen

erfanden Maschinen

die Vogelstimmen übertönten

Seitdem dringen tagtäglich Geräusche in unsere Ohrmuscheln

treffen Lichtmuster unsere Netzhaut

Manche von uns gehen ins Kloster für eine Woche oder drei Tage

um dem Schweigen zu lauschen

Wenn wir den Sternenhimmel sehen

weil der Strom ausfällt

freuen wir uns über Schnuppen

Wir schließen die Augen und wünschen uns was

Ich wünsche mir

ein bisschen mehr Weniger

um zu hören

den Wind in den Weiden

die Flügel der Libelle

den eigenen Herzschlag

2 Gedanken zu „Findesatz-Gedicht 116

  1. o ja! Es ist laut geworden. Ich höre selbst hier in der äußersten Provinz den Strom in den Leitungen rauschen. Mutter Erde beklagt sich bitter und leidet unter dem Lärm unseres unaufhörlichen Geschwätzes . Manchmal gelingt es mir, eine Ecke zu finden, wo das Rauschen nicht hindringt.

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