20 Gedanken zu „15./16. August

  1. An meinem Olivenbaum befinden sich sowohl gerade gewachsene wie auch krumme Äste. Manche davon wirken knotig und knorrig. Durch all dieses so Gewachsene hat der Baum in drei Jahren langsam die Gestalt eines tanzenden Derwischs angenommen. Auf einer Seite hat er ein Loch. Darum drehte ich ihn diesen Sommer mit der hohlen Seite mitten ins Sonnenlicht. Jetzt rundet sich seine Krone allmählich. Im vergangenen Jahr blühte er erst übermütig und produzierte anschließend lauter krumme Blütenkerzen, an denen sich aus den weißen Sternchen hundertmillionenzig grüne Minioliven formten. Alle warf der Baum mir vor die Füße wie unreifen Fraß. Bis auf eine einzige perfekte und total schwarze Vorzeigeolive. Als wolle er sagen: Hast wohl gedacht, ich könnte keine Oliven produzieren, was, Du alberner kleiner Gärtner-Mensch? Den Baum könnte ich natürlich so roh und brutal beschneiden, dass er nur noch aus lauter blattberaubten, dafür gerade gewachsenen kahlen Staksen ums Stämmchen bestünde. Dann würde er garantiert empört eingehen. Weil sein Krummes ihm sein Leben eben auch erst und überhaupt ermöglicht. Ab und zu helfe ich einem arg krummen Ast, indem ich ihn stutze und stütze bis er sich richtig recken kann. So wie mit manchem Krummen in meinem Leben. Und das andere ist eben so gewachsen. Der Olive fühle ich mich deshalb oft irgendwie so ähnlich. Darum das Balkon-Bäumchen-Beispiel. Mal Liebe Grüße Amélie

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