
3./4. Juni – Schnipselgedicht



Weißt du noch?
Wann war damals?
Erinnerst du dich?
Wie wolltest du leben?
Was hält dich ab?
Bist du je falsch abgebogen?
Umarmst du deine Umwege?
Lebst du dein Heute?


Es bahnt sich an
lange zuvor
Irgendwann ist der richtige Zeitpunkt da
Dann gilt es
Ja zu sagen
leise für sich oder laut für die Welt
Es lebt sich nicht rückwärts
Mit Wind auf der Haut
das Heute öffnen

Haben Sie alles, was Sie brauchen?
Ja
ja doch
doch
häufig
zu häufig
ohne es zu wissen

Sprich manchmal einen Fremden an
und hör dir seine Welt an
Schau hin und wieder Schwänen zu
und lass ihre Schönheit wirken
Gehe manchmal frühmorgens raus
und atme Wolken aus
Mach ganz in Ruhe
das was du machst
und lege Spuren
die du legen möchtest


Manchmal fühlst du dich wie ein König
dann wie ein Wolkenbeobachter
dann wie ein 96-Jähriger
dann wieder voller Energie
Manchmal bist du dir sicher
dann zweifelst du
Manchmal läufst du los
dann hältst du an
Manchmal willst du überall sein
dann nirgendwo
Manchmal willst du nichts
dann willst du die ganze Welt huckepack nehmen

Die Welt dreht sich und wir mit
Stillstand würde uns grau malen
Auch der beständige Baum zeigt sein wandelndes Gesicht
Machen wir es ihm nach
Sich entwickelndes Leben
Lassen wir uns vom Neuen einladen
Mit dem Umschwung wehen

Wir dürfen unfertig sein
Fragezeichen ins Morgen legen
Wir dürfen die Sprünge feiern
und die langsamen Prozesse lieben
Wir dürfen uns immer weiter entwickeln
Das Und leben
Wir dürfen Mensch sein