Mein Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse – Tag 2

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Nach dem schönen Start am Dienstag, ging es Mittwoch weiter mit meinem Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse. An diesem Tag öffnete die Buchmesse offiziell für das Fachpublikum, das heißt, dass Menschen, die sich beruflich mit Produktion, Vertrieb oder Vermittlung von Büchern befassen, Verleger, Lektoren, Autoren, Illustratoren, Übersetzer, Agenten sowie Lehrer, Erzieher, Journalisten und Blogger auf dem Messegelände und den noch angenehm leeren Gänge zu finden waren.
Auf der Agora, dem zentralen Außengelände, gab es Vieles zu entdecken. So auch diese eindrückliche Aktion vom WWF, die zu einem Gang durch ein dargestelltes Meer einlud:

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Erschreckend, dass jede Minute eine komplette LKW Ladung Plastikmüll im Meer verschwindet. Die Vorstellung, dass ein LKW ans Meer fahren und jede Minute eine Ladung dort auskippen würde, finden wir vermutlich alle grauenvoll und ist wieder einmal ein wichtiger Anstoß, Plastik zu vermeiden!

Wieder in den Hallen, hörte ich eine Weile bei „ndr-Kultur, Bücher Leben Extra“ zu, bei der Volker Weidermann, den viele sicherlich aus dem Literarischen Quartett kennen, und Verena Friederike Hasel zu dem Thema „Tolle Typen“ mit dem Moderator Alexander Solloch ein interessantes Gespräch führten. Verena Friederike Hasel berichtet in ihrem Buch „Der tanzende Direktor“ von einer wundervollen Schule, die sie in Neuseeland erlebt hat. Hiervon würde ich mir Vieles für das deutsche Schulsystem wünschen. Volker Weidermann schreibt in seinem Buch „Das Duell“ über das spannende und knisternde Verhältnis zwischen Marcel Reich-Ranicki und Günter Grass.

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Als Nächstes hörte ich Joachim Gauck zu, der auf dem Blauen Sofa im Gespräch mit der Moderatorin Susanne Biedekopf zu seinem Buch „Toleranz – einfach schwer“ erzählte. Einer seiner Gedanken während des Gesprächs: „Immer wird sich zeigen, dass wenn wir die Offenheit aufbringen, den anderen wirklich wahrzunehmen, sich bei uns der Raum der Toleranz erweitert.“

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Weiter ging es auf dem Blauen Sofa mit Saša Stanišić, dem frischgekührten Buchpreisträger des Deutschen Buchpreises im Gespräch mit Luzia Braun. Saša Stanišić konnte ich bereits auf der Leipziger Buchmesse im März erleben. Ich habe sein Buch Herkunft dieses Jahr gelesen und es gehört seitdem zu meinen Lieblingsbüchern. Auch hier zeigte sich wie bei so vielen Gesprächen und Interviews auf dieser Buchmesse, dass Tiefe und Lachen sich wunderbar treffen.

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Eine Besucherin, die neben mir saß, fragte mich anschließend, ob ich das Buch Herkunft gelesen habe und meinte: „Wenn das Buch so ist, wie er gerade war, muss ich es unbedingt lesen!“

Hiernach wurde Felicitas Hoppe auf dem Blauen Sofa von Dorothea Westphal zu ihrem Buch „Grimms Märchen“ interviewt, worin sie einen modernen Blick auf die Märchenwelt der Brüder Grimm wirft.

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Weiter ging ich durch die Gänge. Dabei entdeckte ich wie Buchmessen-Gepäck aussehen kann:

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Ich hörte Sascha Lobo eine Weile zu, der mit der Spiegel-Redakteurin Katja Thimm über sein Buch „Der Realitätsschock“ sprach.

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Hier einige seiner Gedanken: „Ich habe wie ganz viele andere Menschen eben auch gedacht, der Klimawandel ist ein ganz dringendes Thema für 2050, da müssen wir uns wirklich bis dahin was überlegen und dass es auf einmal so unmittelbar wird (…) der Klimawandel wird so greif-und spürbar und diese Sicherheit in der wir uns bewegt haben (…) diese Sicherheit ist implodiert. Ich befürchte, der sinnvollste Umgang ist erst mal das Eingestehen, das man sich getäuscht hat, das Eingestehen, okay, das habe ich falsch eingeschätzt und dann versuchen zu begreifen, was genau geschieht, um die eigene Schockstarre zu überwinden.“

Auch hörte ich den „Stimmen gegen Rechts“ zu, hier sprachen Autoren und Autorinnen mit multikulturellen Wurzeln.

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Immer wieder lud die Agora, der zentrale Innenhof, draußen ein. Anlässlich von „70 Jahren Grundgesetz“ wurden Auszüge aus dem Grundgesetz auf eine Leinwand projiziert und es gab Mitmachaktionen.

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Dieser wunderbare Bücherbus aus Norwegen war auch auf dem Außengelände zu finden:

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Die Besucherinnen und Besucher des Bücherbusses waren eingeladen, aufzuschreiben, warum sie lesen. Auch wegen solchen kleinen Aktionen mag ich die Buchmesse sehr.

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Nach einer Pause im Freien ging es schließlich Drinnen weiter und ich hörte Jackie Thomae zu, die im Gespräch mit René Aguigah zu ihrem Buch „Brüder“ erzählte.

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Bei meinem Gang durch die Hallen bemerkte ich am Norwegenstand, dass Hakoon diesen Stand gerade besuchte. „Das ist unser Kronprinz“, sagte eine Mitarbeiterin am Stand sichtlich voller Freude.

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Es gab viele gute Aktionen auf dieser Buchmesse. Bei dieser waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, hinter einer Schreibmaschine Platz zu nehmen und aufzuschreiben, was sie mit Deutschland verbinden.

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Hier seht ihr Christoph Rosol, der mit Tobias Asmuth zu der Thematik „4 Sekunden und Schluss? – Anthropozän- Zeitalter des Menschen“ diskutierte. Auch das ein Thema, das häufig auf dieser Buchmesse auftauchte.

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Er gehört zur Frankfurter Buchmesse dazu und darf nicht fehlen: „Man of the Millenium“, der freundliche Herr, der Johannes Gutenberg darstellte, den Erfinder des Buchdrucks:

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Ich konnte eine Weile Robert Habeck zuhören, den Vorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen, der im Gespräch mit Jean-Baptitse Del Amo und dem Moderator Cord Riechelmann über das Thema „Kranke Haltung. Das Mensch-Tier-Verhältnis in der industriell betriebenen Zucht“ sprach. Jean-Baptiste Del Amo hat den Roman „Tierreich“ geschrieben, in dem es um das Schicksal einer Schweinezüchter-Familie und der Entwicklung eines Bauernhofs zu einem Massenzuchtbetrieb geht.
Beim Zuhören wurde deutlich, dass es kein Buch für leicht Besaitete, jedoch ein sehr wichtiges Buch ist. Robert Habeck sagte so wahr: „Vieles funktioniert, nur weil wir nicht hingucken. (…) Wenn wir uns ethisch damit beschäftigen würden, würde das nicht funktionieren, das ist nicht möglich.“

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An dieser Stelle möchte ich einmal all die tollen Übersetzerinnen und Übersetzer erwähnen, die viele Veranstaltung großartig übersetzen.

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Beim Gang durch die Hallen entdeckte ich diese von Kinder bedruckten Taschen mit guten Botschaften:

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Dann hörte ich Ulrich Wickert eine Weile zu, der aus seinem Leben und zu seinem Buch „Identifiziert euch! Warum wir ein neues Heimatgefühl brauchen“ erzählte, hier mit SZ-Redakteurin Franziska Augstein. Einer seiner Sätze: „Heimat ist dort, wo ich mich sicher in meiner Umwelt fühle.“

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Nina George eröffnete die Ausstellung „Das Buchorchester“. Mit dieser Wanderausstellung wird deutlich gemacht, wer alles hinter einem Buch steht. Ein Buch funktioniert nur, wenn viele Menschen daran mitarbeiten, wie in einem Orchester. „All die Bücher, die Sie hier auf der Messe sehen – sehen Sie nicht nur den Verlag, sehen Sie nicht nur die Autorin, sehen Sie tausend Menschen die diese Literatur vermitteln, die die Freiheit auf Papier in die Welt hinaus zum Fliegen bringen.“, so Nina George (links im Bild).

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Nachdenkenswerte Botschaften:

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Eine weitere gute Veranstaltung nannte sich „Von Papierbergen und Querdenken“ und es ging um die wichtige Frage, wie die Buchproduktion nachhaltiger werden kann. Antje Birkholz, Susanne Tiarks und Ernst Gugler diskutierten mit der Moderatorin über diese wichtige Thematik. Ernst Gugler schenkte bei der guten Diskussion den Satz: „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe von Menschen, die Welt ändern können.“ Hier spürte ich Zuversicht, dass sich in der Buchbranche zum Thema Nachhaltigkeit weiterhin viel bewegen wird.

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Wie jeden Abend, fanden auch außerhalb des Messegeländes im Rahmen der Buchmesse Veranstaltungen statt und ich besuchte die St. Katharinenkirche, in der zu „Zwischen Zeilen – eine Stunde Schönheit“ eingeladen wurde. Schriftstellerinnen und Schriftsteller lasen Literatur von Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten.

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Voller Vorfreude besuchte ich schließlich die Veranstaltung „Doris Dörrie: Leben, Schreiben, Atmen.“ Doris Dörrie las nicht nur vor und erzählte aus ihrem Leben, sie lud auch passend zu ihrem Buch zu einer großen Schreibwerkstatt ein. Welch ein schönes Geschenk, jede und jeder im Publikum erhielt eine feines Heft vom Diogenes Verlag und dann wurde unter der kreativen Schreibanleitung von Doris Dörrie in diesem großen Saal geschrieben. Wunderbar!

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So ging es zum Beispiel darum, an welches Essen wir uns als Kind erinnern. Nach diesen kleinen Schreibübungen war das Publikum eingeladen, zu erzählen, was in den Texten auftauchte, wie in diesem Beispiel, welche Essens-Erinnerungen auftauchten. Es kamen tolle Beispiele und es war schön, wie dieses Erzählen das Publikum verband. Wenn etwa jemand die Suppe der Großmutter nannte, dachten viele im Saal an die Suppe der eigenen Großmutter. Auch der „Schokokuss, der zwischen ein Brötchen gelegt wurde“ und hier laut genannt wurde, löste im großen Saal ein Gefühl der Verbundenheit aus und jede und jeder fühlte seine eigene Geschichte hierzu.
Doris Dörrie machte deutlich, dass man beim Schreiben in eine unendliche Schatzkiste eintauchen kann.
Hier einer ihrer guten Gedanken: „Wenn man begriffen hat, wie einzigartig diese Biografie ist, dann kann man auch sehr gut die Einzigartigkeit des anders begreifen und diesen unendlichen Kosmos, den wir alle in uns tragen.“

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Ein sehr schöner Abschluss des Tages war, dass ich Karin, die ich aus dem Blog http://www.11sternschnuppe11.wordpress.com kenne, bei dieser Veranstaltung getroffen habe. Auch das ist die Buchmesse: Herzliche Treffen, gute Gespräche und Begegnungen!

So ging auch ein zweiter toller Buchmessentag zu Ende.

Morgen folgt Tag 3 meines Buchmesseberichts.

Mein Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse – Tag 1

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Letzte Woche habe ich die 71. Frankfurter Buchmesse besucht. Dank des Blogs erhielt ich wie im Jahr zuvor einen Presseausweis und konnte die Buchmesse bereits am Dienstag besuchen. Zum ersten Mal war ich an allen Buchmesse-Tagen dort und blicke auf eine intensive und wunderbare Woche zurück. Ich erlebte die Frankfurter Buchmesse als eine Feier des Buches, der Geschichten und der Begegnung.
Der Dienstag begann mit der Eröffnungs-Pressekonferenz zur Frankfurter Buchmesse.

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Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk (Mitte) hat ihre Lesereise unterbrochen und nahm als Überraschungsgast an dieser Eröffnungsfeier teil. In ihrer Rede tauchten diese guten Sätze auf: „Ich glaube an eine Literatur, die Menschen verbindet und die das Gemeinsame zwischen den Menschen herausstellt, trotz aller Unterschiede, trotz verschiedener Hautfarben, sexueller Orientierung und alles, was uns vielleicht voneinander nach außen trennen könnte. Ich glaube an eine Literatur die deutlich macht, dass wir auf einer tieferen Ebene durch unsichtbare aber bestehende Fäden verbunden sind.“

Im Anschluss an die Pressekonferenz fand ein Presserundgang der Ehrengast-Präsentation Norwegen statt. Jedes Jahr ist ein anderes Land Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. In diesem Jahr war dies Norwegen. Beim Betreten des Pavillons, der vom Gastland entsprechend gestaltet wird, flüsterte ich staunend: „Ist das schön!“

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Es gab Reden und Erklärungen zu diesem Norwegen-Pavillon und anschließend konnten wir umhergehen und ihn wirken lassen. Ich dachte mehrmals beim Blick in die ausgelegten Bücher, wieviele großartige norwegische Literaten es gibt. Eine sehr schöne Idee, wie ich finde, dass die Büchertisch-Skulpturen nach der Buchmesse an deutsche Buchhandlungen verschenkt werden als Dank für die gute Zusammenarbeit mit den Buchhändlerinnen und Buchhändlern im Gastland Deutschland. Es kann also sein, dass ihr diese Büchertische in eurer Lieblingsbuchhandlung entdecken werdet.

Die Künstlerin Sissel Tolaas und der Schriftsteller Erling Kagge haben diese Installation „Invisible Silence – The best things in life have no lasting forms“ entworfen, die aus 22 Gerüchen besteht und die das Publikum einluden, ein norwegisches Leben durch Geruch zu erleben.

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Auch diese Installation „Wittgensteins Boot“ von der Künstlerin Marianne Heske war im Norwegen-Pavillon zu sehen:

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Hiernach ging es zum Hauptbahnhof, da dort Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Hakoon mit vielen norwegischen Autorinnen und Autoren mit dem Literaturzug angereist kamen.

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Aufgeregt wurde der Literaturzug erwartet und es war interessant und spannend, das dank des Presseausweises hautnah mitzuerleben.

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Hier seht ihr Annabel und Leander, die dem Prinzenpaar zum Empfang Blumen überreichten. Auf die Frage, wie Mette-Marit war, antwortete Annabel: „Die war einfach nett.“ Damit bestätigt Annabel das, was viele Menschen später wiederholten, sie sei sehr natürlich und bodenständig.

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Am späten Nachmittag fand dann die Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse statt. Es gab wunderbare Reden und mehr als einmal berührten mich die Gedanken der Rednerinnen und Redner. Es wurde deutlich, dass die Themen Nachhaltigkeit und die Zukunft unseres Planeten einen großen Raum während der Buchmesse einnehmen würden, was ich während der Woche immer wieder wahrnahm. Das zeigt die Dringlichkeit und macht zugleich Mut und Hoffnung, da viele kluge Köpfe sich klar hierzu äußerten und Stellung bezogen.
Juergen Boos, der Direkter der Frankfurter Buchmesse, schloss seine Rede mit diesen Worten: „Als die Schriftstellerin Margaret Atwood einmal nach ihrem Lieblingswort gefragt wurde, antwortete sie: ‚Und. Es enthält so viel Hoffnung!‘ Wie recht sie hat! Das winzige Wörtchen ‚und‘ eröffnet Universen des Möglichen, beweist uns, dass wir nicht alleine stehen müssen.“

Heinrich Riethmüller, der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sprach in seiner Rede der Fridays for Future Bewegung Bewunderung zu und sagte: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür eintreten, was uns hier im Saal verbindet und was wir mit Greta (Thunberg) und Max (ein pensionierter Tübinger Lehrer, der sich für einen inhaftierten saudi-arabischen Blogger einsetzt) gemeinsam haben: Die Überzeugung von der Bedeutung unserer freiheitlich-demokratischen Werte, das Vertrauen in die Kraft des Wortes und die Vision von einer gerechteren und nachhaltigeren Welt.“

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Als Mette-Marit das Gedicht „Das ist der Traum“ des norwegischen Dichters Olav H. Hauge vortrug, war es mucksmäuschenstill in diesem großen Congress Center und ich dachte, wie schön es ist, dass so viele Menschen einem Gedicht ihre ganze Aufmerksamkeit schenken.

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Hier das Gedicht:
Das ist der Traum
Das ist der Traum, den wir tragen,
dass etwas Wunderbares geschieht,
geschehen muss –
dass die Zeit sich öffnet,
dass das Herz sich öffnet,
dass Türen sich öffnen,
dass der Berg sich öffnet,
dass Quellen springen –
dass der Traum sich öffnet,
dass wir in einer Morgenstunde gleiten
in eine Bucht, um die wir nicht wussten.

Abends findet außerhalb des Messegeländes an vielen Stellen in Frankfurt das Bookfest statt, das Festival der Frankfurter Buchmesse mit vielen Veranstaltungen. So nahm ich an der „Starke Literatur für starke Kinder: Verleihung der Serefina 2019“ teil. Auf den Bildern könnt ihr mittig Paul Maar erkennen:

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Die Oetinger-Verlegerin Julia Bielenberg (die Zweite von rechts, unten), deren Eltern bereits den Oetinger Verlag führten, erzählte an diesem Abend, dass in ihrem Elternhaus früher Astrid Lindgren ein- und ausgegangen sei und das ganz normal für sie als Kind gewesen sei, zumal Astrid Lindgren sehr bescheiden und ohne jegliche Starallüren lebte. Hach, wie schön, Astrid Lindgren persönlich erlebt zu haben!

Schöne Fundstücke im Literaturhaus Frankfurt, wo diese Veranstaltung stattfand:

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Und das fand ich eine schöne Bezeichnung anstelle der üblichen „Damen“ und „Herren“ und möchte ich hier auch mit euch teilen:

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Nachdem ich einen Findesatz versteckte, ging der erste Messetag mit vielen wundervollen Eindrücken zu Ende.

Morgen werde ich euch vom zweiten Tag meines Besuchs der Frankfurter Buchmesse berichten.

Eindrücke von der Leipziger Buchmesse

Wie war es auf der Leipziger Buchmesse? Das werde ich von einigen Leuten gefragt. Hier ein paar Antworten und Eindrücke, die ich gerne mit euch teile. Es war toll, inspirierend, anstrengend, glücklichmachend und wunderbar.
Ich mag die Atmosphäre solch einer Buchmesse und das Spüren, wie viele Menschen Bücher lieben, von Familien mit kleinen Kindern, Jugendlichen, die in Gruppen unterwegs sind, bis hin zu Erwachsenen und älteren Menschen. Es gab viele gute Veranstaltungen, Lesungen, Workshops und Gespräche. Vieles hatte ich mir im Vorfeld bewusst herausgesucht und dann ergab sich das Spontane und Unerwartete und beides spielt bei solch einer Messe herrlich zusammen. Überall war in diesen Tagen diese Bücherliebe zu spüren, in den Hallen, auf den Gängen und abends in der Stadt mit dem reichhaltigen Programm. Es gab viele Momente, die diese Tage so besonders machen…
Diese Momente, wenn eine dir noch nicht bekannte Autorin vorliest und du flüsterst nach drei Sätzen: Ist das wunderschön. Momente in denen du fühlst, dass Sätze etwas ganz Tiefes berühren können. Momente bei einem Interview, das vor Humor sprüht und herrliche Fragen und Antworten sich die Hand reichen. Momente, in denen du dankbar bist, dass Autoren klar Stellung beziehen und sich für eine offene vielfältige und bunte Gesellschaft aussprechen. Momente, in denen du neue Bücher entdeckst und deine „Die möchte ich lesen-Liste“ immer länger wird. Momente, in denen du von purer Kreativität umgeben bist. Momente, die dir Neues zeigen. Momente, in denen du froh bist, dass es so viele großartige Bücher gibt. Momente, die zeigen, wie wertvoll es ist, dass Menschen einander Geschichten erzählen.

Ich zeige euch nun einige Fotos, die nur ein kleines Fenster sein können, von all dem, was an dem Tag dort lebte.

Leipziger Buchmesse empfängt mit Sonne und Fahnen:

In der Glashalle:

Und natürlich überall Bücher, Bücher, Bücher:

Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse aus der Kategorie Belletristik werden vorgestellt (Kanah Cusanit, Mattthias Nawrat, Anke Stelling, Jaroslav Rudis, Feridun Zaimoglu):

Im Gespräch Ingrid Noll, ihr aktuelles Buch „Goldschatz“:

Harald Welzer im Gespräch zu seinem Buch „Alles könnte anders sein“:

Kreatives an den Ständen:

Christoph Hein im Gespräch:

Die frisch gekürte Gewinnerin des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik Anke Stelling („Schäfchen im Trockenen“):

Fritsche Julia u.a. Autoren von verlagegegenrechts für eine bunte Gesellschaft:

Köchin, Biobäuerin, Imkerin und Autorin Sarah Wiener:

Denis Scheck präsentiert „Best of Druckfrisch“:

Bela B Felsenheimer (von den Ärzten) zu seinem ersten Buch „Scharnow“:

Wahre Worte:

Die Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb im Gespräch und lesend aus ihrem Buch „Meine wundervolle Buchhandlung“:

Peter Dreißig vom Nachtpeter Verlag, der sein Storytelling Material vorstellte und erlebbar machte:

Maxime Schuhmann, einer der Slam-Poeten:

Heinz Bude im Gespräch zu seinem Buch „Solidarität“:

Auch die Cosplayer bestimmen das Bild der Messe:

Atfah Lina, eine syrische Dichterin, die deutlich macht, wie wichtig das Weiterschreiben war und ist, wenn die Welt um einen herum zusammenbricht:

Atticus, der kanadische Instagram-Poet während der Signierstunde:

Meike Winnemuth zu ihrem neuen Buch „Bin im Garten. Ein Jahr wachsen und wachsen lassen“:

Abendstimmung kurz vor Messeende:
Feine Botschaft an einer der kreativen Wände:

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Auch den heutigen Findesatz habe ich auf der Leipziger Buchmesse versteckt. Kurz vor Ende der Buchmesse habe ich nochmal nachgeschaut, ob der Satz noch dort hing. Ja, auch drei Stunden nach dem Verstecken war er noch da. Ob er von Leuten gefunden wird, die dort aufräumen?

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Auch diesen Findesatz habe ich auf der Leipziger Buchmesse versteckt.

Und gerade, während ich den Beitrag einstelle, kommt eine Nachricht, dass der Satz heute gefunden wurde. (Unter Satzfinder/innen hat die Finderin kommentiert.)

Die 70. Frankfurter Buchmesse – Teil 2

Teil 1 unter http://www.findesatz.blog/2018/10/16/die-70-frankfurter-buchmesse

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Der Donnerstag begann für mich mit einem Gang durch weitere Hallen, wusste ich doch vom vorigem Jahr, dass mir dort auch neben Kunstbüchern viele liebevolle kleinere Verlage begegnen würden.
Der Stand des Gutenberg-Museums Mainz, an dem die Besucher Druckvorführungen erleben und ausprobieren konnten, gehört zur Buchmesse dazu. Jedes Jahr ist dieser Mann als „Johannes Gutenberg“ verkleidet dort zu finden. Auf meine Frage, ob ich ihn fotografieren dürfe, meinte er lachend, für 1000 Euro dürfe ich das machen. Ihr merkt, zwischen den Ständen lauerte auch feiner Humor.

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Der Reisedepeschen Verlag hieß ausdrücklich Blogger willkommen. Ich bin gerne hingegangen und erhielt von Johannes Klaus eine schöne Überraschungstasche im Tausch gegen meine Visitenkarte:

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Wake up Slam am Morgen mit den Poeten Juston Buße und Gax ließen mich anhalten:

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Wunderbar fand ich die anschließende Pressekonferenz zum Ehrengast Norwegen 2019. Dank des Presseausweises und einem gesonderten Ticket konnte ich hieran teilnehmen. Kaffee, Getränke, Kuchen, Headsets, alles wurde freundlich gereicht. Unter dem Titel „Der Traum von Norwegen“ wurde dieses Land vorgestellt. Neben Musikbeiträgen sprach der Vorsitzende der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos und die norwegische Kulturministerin Trine Skei Grande (mögt ihr den Namen auch so wie ich?), von der ich hier einen ihrer Sätze wiederhole: „Wie sollen wir einander verstehen, wenn nicht durch gegenseitige Neugier?“.
Maja Lunde („Die Geschichte der Bienen“) und Erling Kagge („Stille“) – beides Bücher und Autoren, die ich sehr mag und jedem gerne ans Herz lege – sowie Linn Ullmann wurden interviewt. Sympathische Menschen mit guten Gedanken durfte ich hier erleben. Linn Ullmann antwortete auf die Frage, warum wir einander Geschichten erzählen: „Um zu versuchen, das Leben zu verstehen, die Angst, den Tod.“

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Anschließend fanden noch Interviews mit Maja Lunde und Erling Kagge statt:

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Der Innenhof lud mich, wie viele andere, immer wieder zu sonnigen Pausen ein:

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Bei meinem weiteren Gang durch die Hallen, ergaben sich wiederum gute Gespräche. So auch hier an dem liebevollen Stand der kreativen Künstlerin Kasia Lewandowska:

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Ebenso war dieser fein gemachte Stand von Kleinheinrich BuchKunst mir vom letzten Jahr vertraut. An solchen Ständen ließ sich die Liebe zum Buch und zur Kunst erkennen und es tat gut, dort anzuhalten:

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Mein nächster Weg führte ins Lesezelt, indem es immer so gut nach Yogi Tee riecht:

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Dort erzählte Anselm Grün zu seinem Buch „Geschwisterbande – eine ganz besondere Beziehung“. Anselm Grün schenkte wunderbare Aussagen und ich finde, ihm zuzuhören tut unglaublich gut. Er hat eine angenehme Stimme und eine wohltuend geruhsame Ausstrahlung.

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Harald Welzer, der auf dem blauen Sofa zu seinem Buch „Welzer wundert sich“ interviewt wurde, habe ich nur kurz erlebt:

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Ebenso konnte ich kurz Jonas Jonasson (rechts im Bild) zuhören, hier zu seinem aktuellen Buch „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“:

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Hier musste ich auch kurz anhalten, ist er doch ein Autor aus der Heimat Aachen, Bernd Müllender, der zu seinem Buch „Eupen. 100 Orte in Ost-Belgien und Umgebung“ interviewt wurde:

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So viel Prominenz, da bin ich auch mal auf dem roten Teppich spaziert:

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Auch den Stand von Urbanana, einem kreativen Reiseunternehmen, kannte ich vom vorherigen Jahr. Hier wurde gerade eine Banane  künstlerisch gestaltetet:

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Auch Musik ertönte in den Hallen, wie hier ein georgischer Chor:

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Dieses Jahr ist nicht nur die Frankfurter Buchmesse 70 geworden, die Vereinten Nationen UN feiern ebenso den 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.  Das Thema Menschenrechte war gut auf der Buchmesse sicht- und spürbar. Hier die gute Kampagne „I’m On The Same Page“, zu der die Menschen eingeladen wurden, sich für das Einhalten der Menschenrechte zu engagieren und auf dieser Wand Botschaften zu hinterlassen:

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Eine weitere gute Kampagne #vielfaltdurchlesen, bei der die Besucher/innen eingeladen wurden, zu zeigen, dass sie für eine Pluralität sind. Da habe ich gerne mitgemacht:

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Passend zu der Ausstellung „Die schönsten Bücher aus aller Welt“, in der die prämierten Bücher 2018 zu finden waren, erzählte Gerhard Steidl in  seinem Vortrag „Gier nach Papier“ von seiner Liebe zum analogen Buch.
Schmunzeln ließ mich seine Idee, wie er sterben möchte: Sein Haus voller Bücher, überall, in allen Zimmern und Fluren seien Bücher und wenn er alt sei, solle das Treppenhaus unter der Last der Bücher zusammenbrechen und er würde von seinen eigenen Büchern erschlagen.

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Zurück zum schönen Frankfurt Pavilion habe ich ein wenig dem Diogenes Talk zugehört. Verschiedene Autoren wurden interviewt und auch hier sammelte ich einen Satz von der Autorin Katrine Engberg (Buch „Krokodilwächter), die sagte: „Das Schreiben ist die witzigste Arbeit der Welt.“

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Selbst im Vorbeigehen, ließ sich vieles sehen, wie hier der Schriftsteller Sebastian Fitzek:

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„Soll ich sie mal fotografieren?“, auch dieser Satz kam mir entgegen. Okay, hier also ich auf der Buchmesse:

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So etwas mag ich „Gedichte zum Pflücken“:

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Da ich vor wenigen Wochen das Buch „Meine geniale Freundin“ ausgelesen habe, interessierte mich die Fotoausstellung „Wo ist Elena Ferrante?“. Elena Ferrante ist das Pseudonym der Schriftstellerin und sie legt Wert darauf, anonym zu bleiben. Die Fotoausstellung konnte die große Unbekannte natürlich nicht präsentieren, doch die Bilder des Fotografen Ottavia Sellitti zeigten die italienischen Schauplätze des Buchs:

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Hier seht ihr den Gewinner des diesjährigen Paul-Celan-Preises Thomas Brovot. Dieser Preis wird für herausragende Übersetzungen ins Deutsche verleihen. An anderer Stelle tauchte an diesem Tag der Satz auf, dass Übersetzung auch Friedensarbeit sei. Ein schöner und guter Gedanke, wie ich finde.

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Meine letzte Veranstaltung führte mich wieder zur ARD Bühne, auf der Dietrich Grönemeyer zu seinem Buch „Weltmedizin- Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilkunst“ erzählte. Zunächst hat mich seine Ähnlichkeit mit seinem Bruder Herbert fasziniert und er sagte zu Beginn, dass alle drei Brüder früher im Kirchenchor gesungen haben. Grönemeyer erzählte, dass man ihn auch den Tanzbären nenne, da er auf Feten gerne schon mal zwei Stunden am Stück tanze. Das ist mir sehr sympathisch.
Seine vorgestellte Ansätze fand ich wichtig und gut und neben wunderbaren Sätzen schenkte er wohltuende kleine Mitmach-Übungen z.B. für die Schultern, die mir nach zwei Messetagen mit viel Rucksacktragen gelegen kamen.

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Hier einige seiner aufhebenswerten Sätze: „Wir entscheiden nicht, wann wir kommen und gehen, das macht mich demütig dem Schöpfer gegenüber, egal, wie wir ihn auch immer nennen mögen.“
„Egal, wo auf der Welt was gemacht wird, die einen machen Tanz, die anderen Musik, andere gehen in die Kirche und beten alleine oder gemeinsam, alle kommen durch diese Prozeduren zu sich selbst und kommen in Harmonie und im Rhythmus mit sich und den anderen.“
Ich wünsche ihm und all den anderen Autoren, die ich in diesen beiden Tagen erleben konnte, weiterhin viele Zuhörer/innen und Leser/innen, denn ich habe das Gefühl, solche Menschen machen die Welt ein wenig besser.

Ich war schon auf dem Weg hinaus, da lockte mich in einer Halle Musik und Gesang. Zu diesem Zeitpunkt fand an einigen Ständen wieder die „Happy Hour“ statt, mit Musik, Essen, Getränken und Netzwerken. So ließ ich mich von der Atmosphäre am Beltz Verlag einladen und kam u.a. mit Anja Gasser (graphic design + illustration) vom Passagen Verlag ins Gespräch, die mich fragte, ob ich auch ausstelle, woraufhin ich ihr von Findesatz erzählte und dass ich diesmal als Bloggerin hier sei. Sie schenkte den schönen Satz: „Hier finden Sie sicherlich mehr als einen Satz pro Tag.“ Ja, das habe ich!

Inspiriert und beglückt von all diesen Erlebnissen fuhr ich dann nach Hause.
Die Frankfurter Buchmesse steht für mich für die Liebe zu Büchern. Es war wieder faszinierend zu sehen, wie viele Menschen sich für Bücher einsetzen und ihre Leidenschaften leben, sei es als Autoren, Lektoren, Illustratoren, Übersetzer/innen, Verleger/innen, Buchhändler/innen oder die vielen Menschen, die die Messestände kreativ gestalten. Es sind eine Vielzahl an Menschen, die dazu beitragen, dass das Buch wach bleibt und lebt.
Ich dachte wieder, wie beglückend Bücher sind und wie gerne ich in diese Welten eintauche. Wie schön es ist, dass so viel geschrieben wird, überall auf der Welt, denn das internationale Flair ist auch gut zu spüren.
Ich finde es wunderbar, dass wir einander Geschichten erzählen. Bücher sind wie eine große Verbindung von Mensch zu Mensch.

Solch ein Messebesuch kann nur ein kleiner Eindruck sein. Es ist als habe ich einige Fenster eines großen Hauses öffnen können. Auch wenn es nur ein Ausschnitt ist, es waren Fenster, die mir Schönes schenkten.
Beenden möchte ich meinen Messebericht mit einem Satz, der mir an dem Tag entgegenkam und einem Foto, das dort entstand.
„Literatur kann Herzen öffnen und Menschen dahin führen, wo sie noch nie waren.“

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Es grüßt euch und wünscht weiterhin viel Bücherliebe, eure Marion (diesmal mehr als einen Satz schreibend)

Die 70. Frankfurter Buchmesse – Teil 1

Ein Ort, der Inspiration, Austausch und Geschichten schenkt

Dieses Jahr habe ich die Frankfurter Buchmesse als Bloggerin an den Fachbesuchertagen erleben können und habe diese Tage sehr genossen. Es war inspirierend und ich kam erfüllt nach Hause.
Ich nehme euch in meiner Rückschau gerne mit durch meinen Gang durch die Hallen und zu verschiedenen Veranstaltungen.

Als ich Mittwoch Morgen ankam, führte mich der Weg zur ARD Bühne, wo ich Dennis Scheck mit „Best of Druckfrisch“ erlebte. Er war so, wie ich ihn bisher aus dem Fernsehen kannte. In gewohnt schneller und temporeicher Art stellte er einige Bücher vor. Zum Abschluss gab er uns mit auf dem Weg, die eigenen Lieblingsbücher zu entdecken: „Lassen Sie sich bloß kein X für ein U vormachen. Bleiben Sie kritisch, Sie müssen selbst herausfinden, was zu Ihnen passt und was nicht.“

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Hier seht ihr Amelie Fried, die zu ihrem neuen Buch „Das Paradies“ interviewt wurde:

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Ich besuchte den Frankfurt Pavilion, der als das neue Wahrzeichen für die Buchmesse gilt. Erst wenige Stunden zuvor wurde er eingeweiht und er duftete noch herrlich nach Holz. Ein wunderbarer Ort für Geschichten und Worte, von innen hell, lichtdurchflutet, die Wände gestaltet wie ein großes Bücherregal.

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Bei meinem Gang durch die Hallen blieb ich immer wieder bei ansprechenden Büchern oder Verlagen stehen und es ergaben sich Gespräche.

„By the way: Lyrik“, eine audiovisuelle Ausstellung, die mich einlud, auf einem Sessel Platz zu nehmen, die Kopfhörern anzuziehen und den Gedichten von Thüringer Autoren zu lauschen. Eine schöne Idee und Einladung zum Innehalten.

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Inmitten der Aussteller ließen sich immer wieder Oasen zum Pausieren finden. Hier seht ihr das „Café der Verlage 2018“. Beeindruckt hat mich die Offenheit und Gastfreundlichkeit, die mir überall entgegenkamen.

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Am Nachmittag habe ich Robert Seethaler erlebt bei der Veranstaltung „Robert Seethaler im Gespräch.“ Er zeigte sich im Interview sehr sympathisch und humorvoll und meinte über sich selbst, er sei nicht sehr eloquent. Hier muss ich ihm widersprechen, ich hörte ihm sehr gerne zu und fand seine Antworten und Gedanken zum Nachhallen schön. Als er aus seinem Buch „Das Feld“ vorlas, wusste ich schon nach wenigen Sätzen, dass ich dieses Buch lesen möchte. Er schafft es, in wenigen Worten ganze Welten zu öffnen. Das Buch habe ich mir anschließend gekauft, von ihm signieren lassen und gefragt, ob ich einen seiner Sätze, die im Interview auftauchten, für meinen Blog Findesatz nehmen und ein Foto von ihm dazu einstellen dürfe. Seine Offenheit und Zustimmung freuten mich.

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„Ich werde ständig durchweht von Gedanken oder eher noch Gefühlen oder Gefühlserinnerungen und all diese Bilder, die mich da durchwehen, festzuhalten, das ist das einzige, was mich immer wieder zum Schreiben treibt.“, so Robert Seethaler zum Schreiben.

Ich konnte kurz Manfred Spitzer in einem Interview mit Bärbel Schäfer erleben, der sich in seiner kritischen Art mit dem Smartphone auseinandersetze und zu seinem Buch „Die Smartphone-Epidemie“ erzählte:

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Schön sind auch die Begegnungen auf der Buchmesse und so freute ich mich über eine kurze Nachricht von Andera Gadeib („Kaffee draußen?“), deren Buch im nächsten Jahr erscheinen wird. Sonst treffen wir uns immer in unserer Heimat Aachen, nun mal hier auf der Buchmesse und es war ein kurzes und herzliches Treffen.

Im Vorbeigehen erlebte ich Christian Berkel mit seinem Buch „Der Apfelbaum“:

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Hier seht ihr Henning Löhe, der das Buch „Drei Schafe auf der Arche oder So findest du das Glück“ illustriert hat:

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Und hier die georgische Schriftstellerin Nana Ekvtimishvili zu ihrem Buch „Das Birnenfeld“:

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Immer wieder schön gestaltete Stände:

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Und auch Draußen luden überall schöne Ecken zum Verweilen ein:

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Wichtige Aussagen, hier am Stand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:

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Georgien war in diesem Jahr das Gastland der Buchmesse. Ich gestehe, dass ich mich zuvor kaum mit diesem Land auseinandergesetzt habe, Georgien war eine große Unbekannte. Auch das ist das Schöne an der Buchmesse, dass sie uns näher an Länder heranführt. Hier seht ihr den Georgien Pavillon mit seiner kunstvollen Darstellung des georgischen Alphabets:

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Zu dem Zeitpunkt war der „Hub of Emotions“ ganz leer und ich konnte ihn alleine wirken lassen. Ausdrucksstarke bewegliche Fotos von Einheimischen an den Wänden und dazugehörige Töne projizierten das Lebensgefühl der Georgier. Eine wahrlich bewegende Ausstellung.

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Abends lud das Gastland zur „Happy Hour“ ein und es gab Musik, audiovisuelle Kunst, dazu überall Freundlichkeit und tolles georgisches Essen. Es war wie eine Reise in ein fernes schönes Land.

Außerhalb des Messegeländes fand abends in der Stadt an diesen Messetagen das Bookfest statt und da Georgien mein Interesse geweckt hatte, habe ich eine Veranstaltung in der Frankfurter Stadtbücherei besucht, bei der georgische Autoren Gedichte vorlasen und interviewt wurden. Dazu gab es Gesang und wieder Essen, Wein und Freundlichkeit.

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Georgien ist ein Land, das vieles durchgemacht hat und die Frage tauchte auf: „Wenn man hungrig ist und friert, was bewirkt dann die Poesie?“
Eine der anwesenden Autorinnen sagte: „Das Land hatte nicht vieles, aber es hatte Bücher. Poesie war eine gewisse Überlebensstrategie. Ich hatte nicht viel, mir fehlte viel, aber mir war wichtig, dass ich die Bücher hatte. Poesie kann sehr vieles geben, es nützt auf jeden Fall. Poesie hat Georgien gerettet.“
Der Moderator schenkte den Satz: „Vielleicht sollten wir uns alle einen kleinen Vorrat an Poesie vorlegen für schwere Zeiten, falls die einmal kommen, dass wir nicht ohne sind.“
Mit vielen Eindrücken endete der erste Messetag.

Morgen werde ich euch von meinem zweiten Tag erzählen.

11. Oktober

„Wir alle bekommen jeden Tag diese Impulse, es sind noch keine richtigen Ideen, doch Inspirationen, kleine Gedanken und ich habe einfach angefangen, diese Gedanken festzuhalten und zu schreiben und das macht wahnsinnig Spaß.“

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