ARD Radiokulturnacht der Bücher 2026 in Frankfurt am Main

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse besuchte ich letzten Freitag die ARD-Radiokulturnacht der Bücher im hr-Sendesaal. Gerne berichte ich davon.
Es ist eine Veranstaltung, die ich sehr mag. In schöner und entspannter Atmosphäre werden aktuelle Neuerscheinungen vorgestellt.

Die Moderatorin Catherine Mundt und der Moderator Christoph Schröder führten durch den Abend:

Dörte Hansen sprach zu ihrem Buch „Broder“.
Ein Motiv, das sich in dem Roman findet, ist das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. „Wir haben ein bizarres Verhältnis zu Tieren. Wir lieben unsere Katzen, fragen aber nicht nach, was im Katzenfutter drin ist. Wir bedauern einen sterbenden Wal und bestellen eine Currywurst“, so Dörte Hansen in dem guten Gespräch. Die Figuren in ihrem Buch zeigen eine große Resilienz.

© hr/Sebastian Reimold

Saba-Nur Cheema und Meron Mendel stellten ihr Buch „Die Empörungsfalle. Wie wir wieder streiten lernen“ vor. Ein gutes Gespräch darüber, wie wir wieder demokratisch streiten lernen.

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Dann erlebten wir in einem humorvollen Gespräch Sven Regener zu seinem Buch „Frankie und Freddie“. Ein Buch über Konkurrenz und Liebe zwischen zwei Brüdern.

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Michaela Benthaus sprach zu ihrem Buch „Zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit“. Michaela Benthaus hatte einen Traum: Sie wollte ins All. Seit einem schweren Mountainbike-Unfall ist sie querschnittsgelähmt. Dennoch ist es ihr gelungen, als erste Frau mit Behinderung ins All zu fliegen. Sie sagte während des Gesprächs, wie wichtig es sei, „an seine Träume zu glauben, egal, wie unerreichbar sie scheinen.“
„Warum kein Traum zu groß sein sollte, darüber schreibt Michaela Benthaus berührend“, so die Moderatorin Catherine Mund.

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Dann erlebten wir Christoph Kramer zu seinem Buch „Wolkenberührpunkt“. Ein amüsantes Detail: Die Hauptfigur in seinem Roman heißt Roman. Es ist ein Roman über zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Männer und darüber, was das Leben ausmacht. Auch dies war ein Gespräch voller Humor. „Ich wollte ein Buch schreiben über ein Leben, das nicht so einfach ist, wie mein eigenes. Und ja, da ist mir gut gelungen“, so Christoph Kramer mit Augenzwinkern. Er gestand, dass er – wenn er sein Buch im Buchhandel sehe – es so verrücke, dass es gesehen werden kann.

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Auch auf den nächsten Gast freute ich mich sehr. Der Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif sprach zu seinem Buch „Wasser. Das bedrohte Element“. Er plädiert sehr dafür, dass die Politik das Thema ernst nehme. „Wirtschaft kann sich nicht immer durchsetzen, dann zerstören wir unsere Lebensgrundlage“, so Mojib Latif. Sein Buch ist ein deutlicher Appell, dass wir auf die Bremse treten und Wasser als das erachten, was es ist: Ein kostbares Gut, das wir nicht verschwenden sollten.

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Diese Frau kannte ich noch nicht: Kinga Tóth, eine Lyrikerin und Performancekünstlerin. Solltet ihr die Möglichkeit haben, sie einmal live zu erleben, empfehle ich euch, hinzugehen. Die Art wie sie ihre Lyrik vortrug, war sehr mitnehmend. Mal sprechend, mal flüsternd, dann singend. „Es ist schön, dass Sie alle Literatur lieben und dass so viele hier sind! Und das jeden Tag hier auf der Buchmesse“, sagte sie begeistert.

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Caroline Wahl wurde zu ihrem aktuellen Roman „1999 Meter über dem Meer“ interviewt. Auf die Frage, was sie aus ihrem Roman mitnehme, sagte sie, sie sei „mutiger geworden, wie Samara, die Protagonistin.“

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Der Abend war in vier Blöcke aufgeteilt und nach jedem Block erlebten wir das hervorragende Tom Schlüter Quartett:

Auch dieses Buch halte ich für sehr lesenswert: „Deutschland 2033. Ein Szenario“ von Justus Bender. Es sei die „profundeste Analyse über eine AfD Regierung“, so der Moderator.

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Das Buch „Unsere Väter“ haben die Journalistinnen, Aktivistinnen und Filmemacherinnen Natalie Amiri, Minu Barati, Shila Behjat und Düzen Tekkal – die allesamt Freundinnen sind – gemeinsam geschrieben.
Natalie Amiri und Minu Barati waren an diesem Abend zu Gast. In dem Buch erzählen sie von ihren Vätern, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben, und von ihren Vater-Beziehungen.
Ein weiteres wichtiges Buch, ein gutes Gespräch und berührende Momente, etwa als die Autorin eine emotionale SMS eines Vaters vorlas.
Ein Satz während des Gesprächs: „Ich kann nur jedem mitgeben: Stellen Sie Ihren Eltern Fragen, solange Sie sie noch stellen können.“

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Ingo Schulze sprach zu seinem Buch „Das Wasser im August“. Der Protagonist reist nach Mecklenburg zurück und begegnet seiner Vergangenheit und denkt über Liebe und Zukunftsängste nach.

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Tülin Sezgin sprach zu ihrem Buch „ALMANCI-Mädchen. Wie ich mir Deutschsein beigebracht habe“. Sie erzählte, dass das Leben zwischen deutscher und türkischer Realität häufig anstrengend sei und eine Zerrissenheit für sie bedeute. Sie blättere keine der beiden Seiten ab, nur, um es jemanden recht zu machen.
Ein Buch, in dem Humor auftaucht und in dem ebenso Verletzungen spürbar sind, da die Autorin sich nie ganz dazugehörig fühlte.
Sie las die Endpassage des Buches vor.

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Auf der Buchmesse hatte ich sie bereits erlebt und heute Abend erneut: Die sympathische Shida Bazyar zu ihrem Buch „Die Lücken“, das den Deutschen Buchpreis 2026 erhalten hat. Es ist ein Roman über die Fundamente unserer Heimat. Das Buch erzählt anhand eines Dorfes, wie verdrängte NS-Vergangenheit, das Schweigen der Schuld und die Fluchtgeschichten iranischer Familien die Frage prägen, wem Heimat gehört und wer dazugehören darf. Eines der Bücher, die ich anschließend erwarb.

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Zu später Stunde erlebten wir ein tolles, humorvolles Gespräch mit Jaroslav Rudiš zu seinem Roman „Wo die Toten sprechen“. Der Roman erzählt von drei Freunden, die durch Europa zu Friedhöfen reisen und dabei entdecken, wie sehr die Vergangenheit, Familiengeheimnisse und die Geschichte des Nationalsozialismus unser heutiges Leben beeinflussen.
Jaroslav Rudiš mag Friedhöfe und er wirft einen humorvollen Blick auf den Tod. „Humor ist die einzige Hoffnung, die wir haben, wenn alles verloren geht“, so der Autor.

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Zum Abschluss dieser Langen Büchernacht kam Lukas Bärfuss mit seinem Buch „Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter“ auf die Bühne. Die Mutter von Lukas Bärfuß war eine Frau ohne Bildung und Perspektiven, sie sah ihr Kind als Fessel und war eine unberechenbare Frau. Als Jugendlicher hat Lukas Bärfuss mehrere Jahre auf der Straße gelebt. Der Autor sagt dennoch, er sei „ein Glückskind“. Er hat keinen Musikunterricht, keinen Sportunterricht im Elternhaus erfahren, doch „einen Reichtum an Geschichten“.

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So ging ein wunderbarer, langer Abend zu Ende, an dem vielfältige Bücher vorgestellt wurden: tiefe, lustige, nachdenklich machende. Die Vielfalt des Lebens in Büchern!

Es grüßt euch mit sehr viel Leselust
Marion

Nachtrag: Lange Büchernacht

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse besuchte ich letzten Freitag die lange ARD-Radiokulturnacht im hr-Sendesaal.
Das ist eine beliebte Veranstaltung, bei der großartige Bücher in schöner und entspannter Atmosphäre vorgestellt werden. Wir – mein Mann, meine Tochter und ich – freuten uns sehr auf diesen Abend. Der schöne Sendesaal war voller buchliebender Menschen, die es sich bei Essen und Getränken gemütlich machten:

© hr/Janina Schmid

Die Moderatorin Catherine Mundt und Moderator Christoph Schröder führten durch das Programm:

© hr/Janina Schmid

Wir hörten Gespräche mit Autorinnen und Autoren zu ihren Neuerscheinungen und Anekdoten aus ihrem Leben.
Zudem gab es nach jedem Bücherblock musikalische Beiträge vom Heinz-Dieter Sauerborn Quartett mit seinem Programm „Songs We Like“:

© hr/Janina Schmid

An diesem Abend war Jan Weiler mit seinem Roman über den reflektierenden 51-jährigen „Munk“ zu erleben. Munk blickt im Rahmen seiner Selbsterforschung auf die 13 Frauen in seinem Leben zurück , die ihn geprägt haben, und auf die Lektionen, die er von jeder einzelnen gelernt hat:

Katja Lange-Müller sprach über ihren aktuellen Roman „Unser Ole“, in dem sie über Frauen am Rande der Gesellschaft schreibt. Ida, alt und vom Leben enttäuscht, begegnet Elvira, die ihren Enkel Ole betreut bzw. ihn abwechselnd schikaniert und verwöhnt. Elvira benötigt Idas Hilfe mit dem unberechenbaren spätpubertierenden Ole. „Ein Roman, der alle Stärken Katja Lange-Müllers vereint“, so die Moderatorin:

Hier seht ihr Olga Grjasnowa mit der jüdischen, ex-sowjetischen Familiengeschichte „Juli, August, September“. Die Protagonisten Lou begibt sich nach Antworten auf all ihre Fragen zu ihrer Familiengeschichte nach Tel Aviv:

Saša Stanišić mit seinem Roman „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“. Ich mag den Titel und werde sicherlich auch dieses Buch mögen, ist es doch von einem meiner Lieblingsautoren. Was wäre, wenn man nicht diese eine Entscheidung getroffen hätte, sondern eine andere? Diese und ähnliche Fragen tauchen in dem Buch auf:

Francesca Melandri war als Delegierte des diesjährigen Buchmesse-Gastlands Italien anwesend mit dem Übersetzer Johannes R. Hampel und ihrem Buch „Kalte Füße“. Faszinierend im Übrigen mit welch klarer Sprache und passender Betonung er übersetzte. Ein Roman, in dem Melandri das Ende des Friedens in Europa mit einem Kapitel italienischer Geschichte verknüpft:

Hier seht ihr die Autorin Lucy Fricke, zu ihrem Roman „Das Fest“. Der Protagonist Jakob, der in der Mitte des Lebens steht, blickt mit Melancholie und Komik auf sein bisheriges Leben zurück. Es geht um Verluste, Verzicht und Freundschaften:

Nora Bossong schreibt in ihrem Roman „Reichskanzlerplatz“ über Magda Quandt, die später die Ehefrau von Heinrich Goebbels wurde. Dieses Buch stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis:

Martina Hefter, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises, zu ihrem Buch „Hey, Guten Morgen, wie geht es dir?“. In ihrem Roman geht es um die Protagonistin Juno und sogenannte Love-Scammer, Männer – meist aus dem globalen Süden – die über ein Fake-Profil in den sozialen Netzwerke Frauen im mittleren Alter anschreiben, sie mit Komplimenten umwerben und letztlich Geld von diesen Frauen möchten. Ein Roman, der sich mit Bedürfnissen und Sehnsüchten befasst. Auch auf dieses Buch freue ich mich sehr:

© hr/Janina Schmid

Peter Wohlleben, Deutschlands bekanntesten Förster, sprach zu seinem aktuellem Buch „Buchenleben“, bei dem er einen 250 Jahre alten Baum seine erstaunliche Geschichte erzählen lässt, vom Samen bis zum Giganten des Waldes:

Navid Kermani und Aleida Assmann setzen sich in ihren Büchern „In die andere Richtung jetzt. Eine Reise durch Ostafrika“ und „Gemeinsinn. Der sechste soziale Sinn“ mit aktuellen Themen wie Migration, Solidarität, Klimawandel und Gemeinsinn auseinander:

Julia Friedrichs mit ihrer Recherche über Superreiche „Crazy Rich. Die geheime Welt der Superreichen“. Sie bat Superreiche zum Gespräch und diese erlaubten ihr umfassende Einblicke in eine Welt, die die meisten von uns nicht kennen werden. Sicherlich auch ein äußerst interessantes Buch:

Hier seht ihr Eckhart Nickel, der zu seinem Buch „Punk“ sprach. Die 14 Kapitel des Romans tragen Namen von Songtiteln, passend, da es um die Geschichte einer Band geht:

Horst Evers las über den Abend verteilt immer wieder Ausschnitte aus seinem Buch „Zu faul zum Nichtstun“. Herrlich amüsant waren diese kurzen, lustigen Geschichten:

Was ein breites und vielseitiges Angebot an wunderbaren Büchern!
Am Ende des Abends hörte ich den Satz eines Besuchers: „Jetzt möchte ich ein halbes Jahr Urlaub haben und all diese Bücher lesen.“
Ich wünsche uns allen – ob mit oder ohne Urlaub – immer wieder Lesezeit und ganz viel Lesefreude.

Es grüßt euch mit viel Buchliebe
Marion

Hier könnt ihr die ARD Radiokulturnacht der Bücher nachhören:

https://www.ardaudiothek.de/embed/episode/13808633/

Frankfurter Buchmesse – Tag 3 Teil 2

Am gestrigen Abend besuchten wir die lange ARD-Radiokulturnacht im hr-Sendesaal.
Die Moderatorin Catherine Mundt und Moderator Christoph Schröder führten durch den Abend.
Vorweg sagten sie, es werde ein breites Angebot an Büchern vorgestellt, die sowohl zum Nachdenken als auch schon mal zum Lachen anregen würden.
Im ausgebuchten und schönen Saal saßen die Menschen an den Tischen und hörten in dieser entspannten Atmosphäre den vielfältigen Buchvorstellungen zu.

Rafik Schami, der das Buch „Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“ geschrieben hat, ist ein wunderbarer Erzähler. Mit seinem Buch entführt er die Leserinnen und Leser auf den Hof des Königs Salih und in eine Welt von 1001 Nacht.
Es ist immer eine große Freude, Rafik Schami im Gespräch zu erleben.
„Das Erzählen kann, wenn es gut geht, aus einer Sackgasse eine Kreuzung machen“, war einer seiner schönen Sätze.

Angelika Küssendorf folgte als nächstes im Gespräch zu ihrem Buch „Risse“.
Dieser Erzählband ist die Vorgeschichte zu ihrem vor zwanzig Jahren erschienenen Erfolgsroman „Das Mädchen“. In zehn Geschichten beschreibt Angelika Küssendorf über ein Kinderleben in der DDR in den 60er und 70er Jahren, das geprägt war von Geborgenheit und Sehnsucht.

Der Friedenspreisträger Navid Kermani sprach zu seinem Buch „Das Alphabet bis S“.
In diesem Buch verknüpft er die Grundfragen unserer Existenz, Geschlecht, Krieg und Vergänglichkeit mit Alltäglichem. Vorweg las ich, dass sein Buch sowohl ein Roman, Journal, Essay und Meditation gleichzeitig sei.
In dem Gespräch verraten so manche Autoren und Autorinnen auch private Dinge, so sagte Navid Kermani, dass er sein Smartphone morgens in den Briefkasten lege und es erst am Abend wieder hervorhole.

Die Journalistin Isabel Schayani berichtet in ihrem Buch „ Nach Deutschland. Fünf Menschen. Fünf Wege. Ein Ziel“ über Flüchtlingsschicksale.
Bei ihren Reportagen kommt sie den Menschen sehr nah und man habe das Gefühl, so die Moderatorin Catherine Mundt, „dass wir in die Seele der Menschen blicken“.
Isabel Schayani plädiert dafür, dass wir in den Debatten um Obergrenzen und ähnlichem nie vergessen dürften, dass wir über Menschen reden.

Thomas Hettche sprach zu seinem Buch „Sinkende Sterne“.
In dem Buch malt er die fantastischen Folgen einer Naturkatastrophe in den Schweizer Bergen aus. Sein Buch kreist um die Fragen, welcher Trost im Erzählen liegt und was es in den Umbrüchen unserer Zeit zu bewahren gibt.
„Schönheit der Natur ist Thema des Buches, Schönheit des Menschen ist Thema und Schönheit eines Textes ist Thema im Buch“, so Thomas Hettche.

Zwischen den Buchvorstellungen gab es immer wieder musikalische Einlagen vom Felix Fromm 4tet und wir genossen die Klänge:

Ronja von Rönne sprach zu ihrem Sachbuch „Trotz“.
In diesem persönlichen Buch beschäftigt sie sich mit dem Trotz und befreit ihn von seinen Vorurteilen. Sie beschreibt ihn von beiden Seiten und durchleuchtet nicht nur ihren eigenen Trotz, sondern auch den der anderen. Im Trotz zeige sich auch der positive Widerstand.
Sie möchte mit dem Buch dazu einladen, dass wir genauer hinschauen.

Während des Abends las Elke Heidenreich immer wieder Auszüge aus ihrem Buch „Frau Dr. Moormann und ich“ vor. Ein Buch, in dem es um eine nachbarschaftliche sogenannte Hassliebe geht. Herrlich humorvoll geschrieben und vorgetragen und so ertönte viel Lachen im Saal.

Die slowenische Gastlandautorin Maja Haderlap stellte ihr Buch „Nachtfrauen“ vor. In ihrem neuen Roman erzählt sie aus dem Leben dreier Generationen von Frauen, von ihren Verstrickungen in aufgezwungene und verinnerlichte Leitbilder und von ihrem Ringen um Autonomie.

Dana Vowinckel sprach zu ihrem Debütroman „Gewässer im Ziplock“.
Das Buch handelt von dem Leben einer jüdischen Patchworkfamilie. Es geht um einen Sommer zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem sowie um Lügen, Glücksmomente, Enttäuschungen, Zuneigung und Schmerz.
Dana Vowinckel hat das Buch geschrieben, bevor die Hamas Israel angegriffen haben. Sie sprach in offener Art davon, was die aktuelle Situation in ihr bewege, auch im Zusammenhang mit ihrem Buch.

Und immer wieder gebanntes Zuhören in diesem Saal:

Nun erlebten wir die Büchnerpreisträgerin Terézia Mora mit ihrem Buch „Muna oder Die Hälfte des Lebens“, das für den Deutschen Buchpreis nominiert war.
In ihrem Roman schreibt sie, was geschieht, wenn man ein Leben führt, das man in Abhängigkeit von anderen führt. Es geht um die Beziehung zwischen Muna und Magnus. Im Laufe der Jahre nehmen Ungerechtigkeit und Gewalt zu, dennoch ist Muna nicht gewillt aufzugeben.

Tonio Schachinger, der diesjährige Gewinner des Deutschen Buchpreises war auch an diesem großen Bücherabend zu erleben.
Wie immer erfuhren die Zuhörenden viel Interessantes. So auch dieses Detail, dass er für sein vorheriges Buch ein Jahr gebraucht habe, bis er einen Verlag fand.
Und nun ist sein aktuelles Buch als das beste diesjährige Buch Deutschlands ausgezeichnet.

Jörg Maurer hörten wir nun zu seinem Krimi „Kommissar Jennerwein darf nicht sterben“. Über die Beziehung des Kommissars zu seiner Frau, mit der er ein Jahr verheiratet ist, sagte er: „Die haben sich nicht mehr viel zu sagen, die nicken nur.“ Dieses Buch ist der 15. Band dieser Krimireihe.

Steffen Kopetzky zu seinem Buch „Damenopfer“, darin erzählt er über ein weibliches Kapitel sowjetischer Geschichte:

Ilija Trojanow neuer und utopischer Roman heißt „Tausend und ein Morgen“.
Er beschriebt ihn so: „Der Roman ist ein spielerischen Umgang mit der Zukunft.“
Es ist ein Roman, der in sinnlichen Bildern und Geschichten von der unerschöpflichen Kraft unseres Denkens erzählt.
Er sagte weiterhin zu seinem Buch, es sei ein „Roman, der glaubt, dass es eine Zukunft und eine Hoffnung gibt.“ Es sei das „Öffnen eines Fensters in die Vielfalt der Möglichkeiten.“

Der bekannte Meteorologe Sven Plöger äußerte sich mit guten klaren Worten zur Klimakrise. Sein aktuelles Buch trägt den Titel „Zieht euch warm an, es wird noch heißer! Können wir den Klimawandel noch beherrschen?“ Mit Extrakapiteln zu Wasserstoff und Kernfusion taucht im Untertitel auf.
Zu später Stunde erzählt er anschaulich von unserer momentanen Situation.
„Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Handlungsproblem“, so Sven Plöger und ich wünsche mir, dass viele Menschen ihm und seinem Buch zuhören.

Eine vielseitige Büchernacht ging zu Ende.
Ja, wie die beiden Moderator*innen zu Beginn sagten, es war ein breites Angebot an Büchern, die sowohl zum Nachdenken als auch zum Lachen anregten, definitiv.

Es grüßt euch aus Frankfurt,
Marion