Findesatz und Wortspiel – 44

„Über den eigenen Tellerrand sehen.“

Wenn wir
über den eigenen Tellerrand hinaussehen
ahnen wir etwas
von der Weite der Welt
der Tiefe
der Höhe
Wir fühlen wie klein
unser eigenes Leben ist
von dem wir allzu oft meinen
es sei der Mittelpunkt der Welt
Wir weben uns ein
in die Verbundenheit
mit allem was gleichzeitig lebt
und rücken
alles ein bisschen mehr gerade

Findesatz und Wortspiel – 43

„Ich finde schön, sich nichts vorzunehmen.“

Ich finde schön

sich nichts vorzunehmen

schauen was kommt

Ich finde schön

sich zu erinnern was möglich ist

Pläne auszupacken

Ich finde schön

dass Leben Vielseitigkeit malt

Wandel Hände reicht

Ich finde schön

den Beginn des Morgens

wenn die Welt still atmet

Ich finde schön

den Abend der ausklingt

wenn die Hände ruhiger werden

Ich finde schön

wenn wir nicht aufhören hinzusehen

und zarten Mut zu tanzen

Findesatz und Wortspiel – 41

„Der Mut, der sich noch nicht traut.“

Der Mut, der sich noch nicht traut
gibt dem „noch“ etwas Zeit
bis es sich auflöst
wie der Nebel am frühen Morgen
Wir sehen den Fäden nach
strecken uns
gehen aufrechter
und pfeifen zum Klang des Windes

Findesatz und Wortspiel- 40

„Gewohnheit ist wie Pattex.“

Immerwährendes legt sich in den Tag
es wird nicht für immer währen
doch für so lange
dass sich das Wort immerwährend eingewebt hat
Tageszeiten strukturieren uns
Abläufe nisten sich ein
Nachts halten Kissen die Gedanken weich
Das Hinterfragen bleibt aus
Gewohnheit ist wie Pattex
Es klebt sich fest
Das Abstreifen schwierig
Doch der Wind zupft an den Rändern
Dünne Fäden ziehen ihre Spur
lang und zäh
Dann brechen sie
Wir sind freier als zuvor
Strecken unsere Augen in das Blau des Himmels
Dem Unmöglichen streifen wir das Un ab
Lachen mit der Freiheit
und dem Mut zum Glücklichsein