17. Dezember

Tanz Sc.

Zeit

Dieses seltsame Konstrukt
das wir Menschen erfunden haben
Oder war es längst vor uns da
ohne einen Namen zu tragen
Versteckt im Blau des Himmels und im Grün der Blätter
Manchmal bewohnt uns das Gefühl, sie rast
fährt Karussell
Wir laufen hinterher
Und sie lacht
lässt sich nicht einfangen
Ist sie doch ein Kind der Freiheit
und liebt das Spiel der Wolken
Manchmal meinen wir, sie bleibe stehen
in der Stille der Nacht
des Augenblicks
oder inmitten einer Berührung
Dann atmet sie mit uns im Gleichklang
flüstert uns Geheimnisse zu
Sie freut sich am Du
Einander Zeit schenken
vielleicht das kostbarste Geschenk des Lebens
Der Zeit Flügel malen
mit all den Stiften die wir finden
Sie ausfüllen, sinnvoll gestalten, verstreichen lassen und jeden Unsinn lieben
Die Zeit huckepack nehmen
und einfach nicht an sie denken
An jedem Tag ein neuer Morgen
ohne das Alte aufzugeben
Alle Jahreszeiten in sich tragen
und das Alter lieben, das wir gerade haben
Im Zeitfluss gehen
Den Moment küssen
Wind im Haar spüren
Zeit, die bleibt
Und dann eine Tanzfläche
nur für dich
Zeitvergessen schön
Die innere Tanzfläche
durch das Leben tragen

12. Dezember

„In dieser Nachtstille, dem sternenübersäten Himmel mit dem hellen Sichelmond, scheint die Zeit still zu stehen, aber sie wartet nur auf den neuen Morgen und trägt all das Gelebte in sich.“

Sternen Himmel

10. Dezember

Foto Bauklötze

auch beim Warten erleben wir
durch die geschlossenen Fensterscheiben
gedämpfte Geräusche
beinahe still
vier Stühle besetzt
acht Stühle leer
draußen kaufen Menschen Weihnachtsgeschenke
oder trauern um einen geliebten Menschen
erzählen beim Glühwein neue Geschichten
oder räumen die Anrichte ab
Hausaufgaben wandern in Schultaschen
Tee wird zubereitet
hier warten Jacken auf ihre Besitzer
Kinderaugen schauen Fremde an
erwartungsvoll
neugierig auf das Leben
ein Lächeln ist eine Antwort
Türen öffnen und schließen
Veränderungen beleben
eine Frau zieht ihre Mütze ab
schwarzes langes Haar fällt auf ihren Rücken
Hände stapeln einen Turm
hoch hinaus
vielleicht macht gerade das Umfallen es gut
neu beginnen
immer wieder
beim Warten
spiegelt sich
die Welt