
Der morgendliche Blick aus dem Hotelzimmer mit Blick auf den Messeturm:

Nachdem ich am Morgen wieder den schönen italienischen Gitarrenklängen von Giandomenico Anellino im Gastland Pavilion lauschte, ging ich zur Literaturbühne.
Hier sprach die Moderatorin Miriam Böttger mit Katja Lewina zu ihrem aktuellen Buch „Was ist schon für immer. Vom Leben mit der Endlichkeit“. Ein tolles Gespräch, in dem die Autorin offen über das Sterben redete. Das Gespräch zeigte es, es gibt sie, schöne Bücher über das Sterben.

Hier seht ihr den Moderator Joachim Dicks im Gespräch mit Melanie Raabe zu ihrem neuen Roman „Der längste Schlaf“. Der Moderator meinte zu dem Buch: „Seien Sie vorsichtig, wenn Sie anfangen dieses Buch zu lesen, werden Sie alles andere beiseite schieben und weiterlesen wollen.“:


Das entdeckte ich im Publikum. Rainer Lieser heißt der kreative Zeichner. Er besucht die Buchmesse mit Zeichenblock ausgestattet und zeichnet viel von dem, was er erlebt. Wunderbar, wie sich Literatur und Zeichnungen treffen.
Kennt ihr das? Wenn ihr zwei Sätze eines Buches hört und wisst, dass ihr es lesen müsst. So ging es mir bei der nächsten Veranstaltung. Der italienische Autor Fabio Stassi war mit seinem Buch „Die Seele aller Zufälle“ anwesend. Die Übersetzerin Judith Krieg las aus diesem Roman vor und Annette Kopetzki moderierte das Gespräch. Der Protagonist des Buches ist ein Bibliotherapeut. Fabio Stassi sagte den schönen Satz, der zu dem Buch passt und zu dem, woran er selbst glaubt, dass „Bücher Heilkräfte haben und heilen können.“
„Unsere Geheimnisse sind viel interessanter als irgendwelche Krimihandlungen“, auch diesen Satz von Stassi hebe ich gerne auf.
Annette Kopetzki beschrieb den Sound des Buches als „leicht melancholisch, doch nie resigniert.“
Schön ist es, neue italienische Literaten zu entdecken, auch das schenkt die Buchmesse.
Ich erlebte nicht nur ein Buch mit einer sehr schönen Sprache, sondern auch ein tolles angenehmes Gespräch. Und… ich ließ mir das Buch direkt signieren und bekam dazu ein feines herzliches Gespräch mit Stassi.

Sicherlich vielen bekannt, Mona Ameziane und Christine Westermann, die den Podcast „Zwei Seiten – der Podcast über Bücher“ betreiben. Sie zeigen damit – neben der Liebe zur Literatur -, dass Literatur eine wertvolle Brücke zwischen den Generationen ist.
Heute erhielten sie den Julius-Campe-Preis. Dieser Preis wird jährlich auf der Frankfurter Buchmesse vergeben und ist mit 99 Flaschen edlen Weins und des bei HOFFMANN UND CAMPE erschienenen Faksimiles des Manuskripts der »Französischen Zustände« Heinrich Heines dotiert.
Tommi Schmitt, ein Podcaster, Moderator und Kolumnist, hielt eine großartige Laudatio. Einer seiner Sätze dabei: „Diese beiden Stimmen machen viel Spaß, wie Olivenöl und Brot.“

Die sympathische Mithu Sanyal im Gespräch mit Denis Scheck zu ihrem aktuellen Roman „Antichristie“. Hach, so viele klasse Bücher:

Und dann passiert es mir manchmal, dass ich nur kurz irgendwo hineinhören möchte und dann eine ganze Stunde dort bleibe, da ich so fasziniert und begeistert bin. So auch nun bei der Buchvorstellung von Jakob Springfeld „Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen Rechts.“
Jakob Springfeld ist in Sachsen aufgewachsen und erzählt in seiner aufrüttelnden Lebensgeschichte persönliche Erlebnisse. „Ein Buch von schonungsloser Offenheit“, so die Moderatorin.
Jakob Springfeld sagte, „dass wir alle Verantwortung tragen und klare Kanten zeigen sollten, wenn uns Rassismus begegnet.“
Er ist mit seinem Buch in Schulen unterwegs. Was ein wichtiges und aktuelles Projekt.
Ich wünsche mir sehr, dass viele Lehrerinnen und Lehrer dieses Buch aufnehmen!

Auf der Agora gute Stimmung bei italienischer Musik:

Ab 14 Uhr war die Buchmesse für Privatbesucher*innen geöffnet, an den Tagen zuvor ausschließlich für Fachpublikum.
Wie ihr seht, bedeutet das, dass es voller wird.
Zwei Fotos: Die Signierboxen am Vormittag und nach 14 Uhr:


Für mich gab es nun ein Wiedersehen mit meinem Mann, auf der Piazza im italienischen Pavilion, was ein schöner Treffpunkt.
Hier gab es auch – ganz Italien – einen Zeichner zwischen den espresso- oder cappuccinotrinkenden, erzählenden, lesenden und schlendernden Menschen:

In den Hallen auch der ukrainische Stand:

Ein klasse Buch und wie toll, dass es in so vielen Sprachen erhältlich ist:

Der ZEIT-Journalist Kilian Trotoir, der gemeinsam mit Tatjana Schell das Buch „Sinn finden – Warum es gut ist, das Leben zu hinterfragen“ geschrieben hat. Die Moderatorin beschrieb es als „Ein stärkendes Buch mit viel Verständnis drin, für sich selbst und andere.“:

Salwa Housmi sprach mit Juliane Löffner über ihr aktuelles Buch „Missbrauch, Macht & Medien. Was #MeToo in Deutschland verändert hat“:

Daniela Krien (sie tauchte bereits in meinem gestrigen Bericht auf) zu ihrem Buch „Mein drittes Leben“. Ein schönes Gespräch und auch dieses Buch steht auf meiner Wunschliste:

Poetry Slammer Jan Cönig, herrlich und sehr humorvoll war es, ihm zuzuhören:

So ging es nicht nur mir:

Am Abend ging es für meinen Mann, unsere Tochter und mich zur ARD Radiokulturnacht der Bücher, von der ich euch im Nachgang berichten werde.
Es grüßt euch nach einem weiteren reichhaltigen Buchmessentag mit viel Buchliebe
Eure Marion
2 x gelesen, einmal überflogen, einmal intensiv!
Dankeschön
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Das freut mich sehr! Liebe Grüße zu dir, Marion
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