31. März – Findesatz-Gedicht

Komm wir setzen den Teekessel an
entzünden das Kaminfeuer
und setzten uns hin
Erzähl mir deine Geschichte
bringe sie mit an unser Feuer
Die Geschichte sollte so krumm sein
wie es alle wirklichen Geschichten sind
Erzähl mir die Geschichte
die noch nicht abgeschlossen ist
die dich gerade beschäftigt
die sich und dich gerade wandelt
Vielleicht merkst du beim Erzählen
wie kostbar deine Geschichte ist
und dass du deine Geschichte bist
Wenn der letzte Funke des Feuers verglüht
werden wir still
spüren dem Tee nach
umarmen all das Krumme
und danken leise dem Leben

15 Gedanken zu „31. März – Findesatz-Gedicht

  1. Wunderbar – hier mit einer Schale Tee zu locken.
    Ich bin passionierte Teetrinkerin und liebe Teehäuser. Dabei bin ich auch schon in Slowenien herrlich zur Ruhe gekommen. Ein unvergesslich schöner Moment in sehr stilvollem Ambiente.
    Stilvoll, das haben Teehäuser üblicherweise so an sich, besonders, wenn sie individuell geführt werden. Wenn sie sich nicht an eine Kette verpflichtet haben, sondern aus reiner Liebhaberei ihr kleines, feines Publikum finden.
    Tee – eine Einladung zur Langsamkeit! Die Langsamkeit sei das Geheimnis des Glücks, das sagt Monsieur Ibrahim zu seinem jungen jüdischen Freund Momo in „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ – zweifelsohne einer meiner liebsten Filme. Eine zauberhafte Geschichte und so krumm wie das wahre Leben …

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    • Oh, Slowenien, ein schönes Land und wie schön, welche Erinnerung du davon in dir hast. Das finde ich auch, Tee ist eine Einladung zur Ruhe und zum Genuss.
      Monsieur Ibrahim, ja das ist eine wunderbare krumme Geschichte.

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  2. Das Feuer brennt, der Teekessel burnt, hier kommt meine krumme Geschichte:
    Gestern abend entzündete ich den Teekessel und als ich mit dem Feuer das Wasser löschte, da sah ich plötzlich, dass aus allen Kaminen in der Umgebung mal lange, mal kurze Geschichten aufstiegen. Sie wirbelten umher, trafen sich und tauschten Wörter aus. Manche tanzten und zogen weiter. Das war sehr normal und ich wunderte mich nicht, sondern ging ins Kino um auf dem Kopf sitzend einen Science-Fiction anzusehen. Ich dachte mir, da komme ich der fehlenden Schwerkraft entgegen, denn im Weltall gibt es kein oben und unten. Nur das Trinken fiel mir schwer, also beschloss ich etwas zu essen. Nach dem Kino ging ich rückwärts zum Auto, stieg zur Beifahrertür ein, krabbelte zwischen den Sitzen nach hinten und kletterte zum Kofferraum heraus um auf einem Bein nach Hause zu hüpfen. Zuhause angekommen sah ich, dass die Schwerkraft die Kamingeschichten nach unten drückten und so konnte ich vom Dachfirst eine greifen, sie mir ans Ohr halten und schnell aufschreiben, denn ich hatte ein Kirschblatt in der einen Hand und einen schreibenden Apfelstil in der anderen. Dann ließ ich sie wieder fliegen, denn ich hatte ihr das Gewicht genommen. Ich pustete noch ein wenig hinterher. Und jetzt steht die Geschichte bei Maribey im Blog….
    Sachen gibt’s….

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