Frankfurter Buchmesse – Tag 2

Der 2. Buchmessentag begann für mich mit einem erneuten Rundgang in den Kanada Pavillon, der wieder Wohltat schenkte und wie ein Eintauchen in eine andere Welt ist. Ich hörte diesmal ausgiebiger den virtuellen Sprecher*innen zu, die große Lust auf die kanadische Literatur machen.

Danach ging ich zu THE ARTS+, wo es Kreatives in angenehmer Atmosphäre zu erleben gibt.

So genoss ich dort die virtuelle Ausstellung und die Stimme und Poesie von „Leonard Cohen: A Crack in Everything“.

Dann fand die Pressekonferenz zum Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse 2022 Spanien statt, das unter dem Motto „Sprudelnde Kreativität“ steht. Eine schöne Vorstellung des nächsten Gastlands konnten wir hier erleben. In einer der Reden sagte der spanische Minister Miquel Iceta Llorenz diesen wie ich finde wahren Satz: „Die Zeit, die wir beim Lesen verbringen ist nie verloren.“ Der 18-jährige Mario Obrero las Gedichte vor und schenkte den schönen Satz: „Literatur und Poesie sind immer eine Sprache der Würde.“ Hier ein Abschlussbild dieser Pressekonferenz:

Das Buch „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber habe ich vor Kurzem gelesen und war sehr angetan von diesem Roman. So freute ich mich auf darauf, dass diese Autorin, deren Erzählsprache ich sehr mag, nun auf dem Blauen Sofa zu erleben war. Im Interview mit der Moderatorin Katty Salié zeigte Jasmin Schreiber sich sehr sympathisch, natürlich und beschwingt und damit mag ich nicht nur ihre Bücher sondern auch ihre Art. Ihr aktuelles Buch „Mauersegler“ steht nun auch auf meiner Wunschliste. Ein Buch, in dem es um eine innige Freundschaft,  einen plötzlichen Tod und um Vergebung geht.

Hiernach war Peter Wohlleben auf dem Blauen Sofa zu erleben. Sein neues Buch „Der lange Atem der Bäume“ nimmt den Klimawandel in den Fokus und, so Peter Wohlleben, „wieviel wir von den Bäumen lernen können“. Er machte deutlich, dass es viel wichtiger ist, den bestehenden Wald zu erhalten als neue Bäume anzupflanzen. Gut und passend finde ich zudem, dass sein Buch auf Recyclingpapier gedruckt ist.

Das nächste Interview auf dem Blauen Sofa hatte ich gar nicht geplant, doch nach den ersten Sätzen, die ich beim Zusammenpacken mitbekam, blieb ich sitzen und hörte dem interessanten Interview zu. Isabell Beer erzählt in ihrem Buch „Bis einer stirbt. Drogenszene Internet“ die wahre Geschichte von Leyla und Josh. Es ist eine Reportage über zwei Jugendliche, die beim Experimentieren mit Drogen die Kontrolle verlieren. Eindrücklich beschreibt sie in ihrem Buch, wie sich die Szene seit Christiane F. vom Bahnhof Zoo auf das Internet verschoben hat.

Anschließend ging ich durch die Hallen, in denen es viel zu entdecken gibt.

Am Werkhaus Verlag:

Der Katapult Verlag, den ich mag:

Im Vorbeigehen sind auch Prominente zu sehen, wie hier Roland Kaiser. Ihr seht, die Messe ist vielseitig:

Eines meiner Lieblingsbücher entdeckte ich auch:

Draußen gibt es den Bus der Stadtbücherei:

An der Veranstaltung „Lieblingsbuch der Unabhängigen 2021“ nahm ich gerne teil. Auf diese Preisverleihung freue ich mich jedes Jahr. Der Preis wird von den unabhängigen Buchhandlungen verliehen und damit, so die Moderatorin Wibke Ladwig „werden die Bücher der Herzen gekrönt.“ Die beteiligten Buchhandlungen nominieren die Bücher, die ihre Kunden lesen und lieben. Alle nominierten Bücher wurden vorgestellt von Wibke Ladwig und Florian Valerius, der Buchhändler und zudem der bekannteste Buchblogger Deutschlands ist.

All diese Bücher, die ihr hier seht, klingen sehr lesenswert. Der Preis  ging schließlich an „Der große Sommer“ von Edwald Arenz.

Hier seht ihr Matthias Schmidt im Gespräch mit Andreas Wolfers. Sie stellten das Buch „Allein zwischen Himmel und Erde“ von Boris Hermann vor, das er gemeinsam mit Andreas Wolfers geschrieben hat. Boris Hermann ist derjenige, der mit Greta Thunberg zum UN- Klimagipfel über den Atlantik gesegelt ist, auch hierüber wurde in dem Interview erzählt. In dem Buch beschreibt Boris Hermann seine Erlebnisse bei der Vendée Globe, der berühmtesten und härtesten Regatta der Welt. Er schildert seine Gefühle, alle Höhen und Tiefen, die er in 80 Tagen allein auf dem Meer erlebt hat. Auch dies ist ein Buch, das ich lesen möchte. Boris Hermann setzt sich sehr für den Schutz der Meere und für die Umwelt ein, auch aus diesem Grund hatte Greta Thunberg sich für ihre Reise für ihn als Begleitung entschieden.

Danach hörte ich dem Gespräch zwischen Bärbel Schäfer und Carolin Kebekus zu. In ihrem Buch „Es kann nur eine geben“ geht es Carolin Kebekus um mehr Solidarität unter den Frauen. Sie kritisiert den Konkurrenzkampf und plädiert dafür, dass sich jede Frau in ihrer Eigenart zeigt. In ihrem Buch hat sie 19 Seiten lang Kolleginnen aufgelistet und zeigt damit, dass es ihr um ein Miteinander geht. „Wenn wir gegenseitig dafür sorgen, dass wir andere Frauen sichtbar machen, dann sieht man unsere Vielfalt, denn wir kommen in allen Farben und Formen vor.“ , so einer ihrer auftauchenden Sätze in dem Gespräch, das auch mit dieser wichtigen Thematik, humorvoll war.

Hier seht ihr das Pressezentrum, ein Rückzugsort, um in Ruhe von der Buchmesse berichten zu können:

Meine letzte Veranstaltung an diesem Tag führte mich zu der „hr2-Hörbuchnacht“. Ein vielfältiger Ausschnitt aus der Hörspielwelt war zu erleben mit Gesprächen zu den Werken. Elke Heidenreich erzählte zu ihrem Hörspiel und Buch „Hier geht’s lang.“ Sie schenkte den schönen Satz: „Ich glaube, ein Buch, das man mal von ganzem Herzen geliebt hat, an das kann man sich immer erinnern.“

Ausschnitte aus „Jahrhundertstimmen“, ein Werk, in dem deutsche Stimmen von 1900 bis 1945 gesammelt sind, wurde auch vorgestellt. So hörte ich die Originalstimmen von Albert Einstein und Thomas Mann an diesem Abend. „Über den Dächern von Nizza“ und „Mischpoke“, weitere Neuerscheinungen, wurden ebenso vorgestellt. Zudem wurde das Hörbuch „Saal 101“ ausgezeichnet.

Ein Buchmessentag, der wieder Lesefreude, viele gute Bücher, Gedanken und Begegnungen schenkte. Nicht nur Sätze, die in den Interviews und aus den vorgelesen Büchern auftauchen, sprechen mich an, sondern auch Sätze wie der einer Frau, die heute Abend hinter mir saß und mit der ich ins Gespräch kam und Visitenkarte austauschte. „Wenn Sie mal etwas brauchen, dann melden Sie sich, ich bin ein offener Mensch und helfe gerne, wenn etwas ist.“ Auch solche schönen Sätze nimmt mein Inneres dankbar auf.

Es grüßt euch aus der Buchmessenstadt,
Marion

18 Gedanken zu „Frankfurter Buchmesse – Tag 2

    • Heute, Samstag, ist es wieder voll. Für mich persönlich waren auch die leeren Hallen angenehm, doch natürlich freue ich mich mit der Buchbranche, dass wieder viel los. In den leeren Gängen ergaben sich viele feine Begegnungen und Gespräche zwischen denen, die hier waren.

      Gefällt 1 Person

  1. Vor ein paar Jahren lernte ich diese ganz besonders betörende Buchmessenstimmung in Frankfurt kennen. Für mich mit meinem Panikproblem und meiner Präsentationsmappe war das ein Riesending. Außerdem löste ich den Alarm aus, als ich zu Ingeborg Bachmanns handverfassten Notizen ansichtig wurde und direkt, blind für das Wachpersonal zur Vitrine durchstürzen wollte. Hahahalt! Brüllte eine weibliche Kommandostimme und hielt meinen Rucksack fest. Ich war allerdings schon weiter und stand sabbernd vor Ingeborgs Vermächtnis. Nee, nee, sagte da streng die Wachhabende Dame hinter mir, so geht das aber gar nicht. Da stand ich dann, mit hängenden Kopf und Zopf und schämte mich dermaßen, dass ich eine allgemeine Welle des Mitleids auslöste. Später verirrte ich mich noch hoffnungslos und fand nicht mehr zurück, landete in einer Lesung, in die ich gar nicht wollte, hyperventilierte mich durch ein paar Panikattacken, die völlig unpassend daher kamen und bekam keinen Ton raus als ich meine Texte, aber das ist eine andere Geschichte. Und dann dieser Duft nach Büchern und nach Welt, der hat mich wie irre werden lassen.

    Danke für Deine hautnahen Impressionen. Sie nehmen mich mit an einen wunderbaren Ort. Viel Freude wünsche ich Dir auch weiterhin auf der Buch-Messe!
    Liebe Grüße
    Amélie

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