Mein Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse – Tag 4

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Heute werde ich von meinem 4. Tag auf der 71. Frankfurter Buchmesse erzählen. Die bisherigen Tage waren bereits intensiv, dennoch freute ich mich auf diesen neuen Buchmesse-Tag, wusste ich doch darum, dass mich wieder gute Veranstaltungen erwarteten würden. Ihr merkt es sicherlich, ich mag die Frankfurter Buchmesse sehr.
Heute wurde es bereits etwas voller, was vermutlich am Freitag lag und dem beginnenden Wochenende.
Mein Tag begann mit einem Gang durch die Halle in der sich die Kunstbücher befinden, das erlebe ich immer als einen Höhepunkt, da dort eine besonders schöne Atmosphäre vorzufinden ist. Hier war es, als tickten die Uhren etwas langsamer und es war weniger turbulent als in anderen Hallen.
Immer wieder schön und dazugehörend, der Kleinheinrich Buchkunst Verlag:

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Auch machte ich wie bereits im Jahr zuvor Halt bei Kasia Lewandowska und ihren schönen Werken. Ich mag es, wie sie Bild und Wort miteinander verbindet:

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Nach einem schönen Gespräch mit ihr ging es weiter durch diese Halle. Hier ließen sich viele Menschen finden, die mit großer Liebe ihre Bücher gestalten.
In dieser Halle gab es auch Kreatives von The Arts+ und B3 Biennale zu bestaunen:

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Diese Figur schien die Buchmesse auch zu mögen:

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Hier seht ihr Kinder der Melibokusschule Zwingenberg, die an diesem Tag die Buchmesse besuchten:

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Meine erste Veranstaltung führte mich zu der Diskussionsrunde „Meinungsfreiheit und Solidarität“. Die Teilnehmenden Deniz Yücel, Jennifer Clement, Alexander Skipis, Ine Marie Eriksen Søreide und die Moderatorin Esra Küçük diskutierten über Möglichkeiten der praktischen Solidarität. In seinem Buch „Agentterrorist“ erzählt der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel von seiner Haftzeit in der Türkei. „Diese Angst vergessen zu werden, da ist diese Tür, die geht zu und da draußen geht diese Welt weiter.“, war einer seiner Sätze bei dieser Veranstaltung.

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Danach ging es für mich ins Yogi-Lesezelt. Beim Tee trinken hörte ich der Veranstaltung „Der Rikscha-Fahrer der das Glück verschenkt“ eine Weile zu. Dr. Biyon Kattilahu sprach mit dem Moderator Christian Fremy über sein Buch und es gab aufmunternde Aktionen, bei denen er das Publikum einbezog. „Der wichtigste Moment ist immer Jetzt, der wichtigste Mensch ist immer der, der mir gerade gegenübersteht.“, war einer seiner Sätze. Biyon schaffte es, das Publikum lachend und fröhlich zu hinterlassen.

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Hier seht ihr Tobias Vogel, den Cartoonisten, bekannt unter Krieg und Freitag. Ich finde seine Zeichnungen klasse, mit denen er Alltägliches und Gesellschaftliches zuspitzt und philosophisch hinterfragt. Er zeichnete in seiner typischen Art der genialen Einfachheit, was die Besucherinnen und Besucher sich wünschten und signierte dazu:

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Nun ging ich zu der Veranstaltung „Fridays für Future: Bilderbücher für die nächste Generation“. Es ging dabei um die Frage, mit welchen Büchern wir das Interesse der Kinder an den Themen Natur- und Umweltschutz fördern können. Antje Damm (mittig), Prof. Caroline Roeder (links) und Claire Lecoeuvre (rechts) tauschten sich hierüber aus. Ich freute mich, Antje Damm einmal live zu erleben, mag ich ihre Bücher sehr, die ich nicht nur in für Kinder, sondern auch für Erwachsene wertvoll finde. Es wurde ihr aktuelles Bilderbuch „Was wird aus uns?“ vorgestellt, das aus einfachen doch tiefen Fragen und schönen Bildern besteht:

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Auch die Agora, das zentrale Außengelände, lud wieder ein:

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Vor dem Lesezelt standen später die Leute Schlange, da viele Sebastian Fitzek erleben wollten. In seinem neuen Thriller „Das Geschenk“ ist der Protagonist ein Analphabet. Tim-Thilo Felmmer von der Alfa-Selbsthilfe war ebenfalls auf der Bühne, er war früher Analphabet und ist heute Bilderbuchautor. Moderiert wurde diese Veranstaltung von Sabrina Rabow.

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Nun freute ich mich sehr, Sebastião Salgado zu erleben, den Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels. Mit seinen schwarz-weiß Bildern setzt er sich für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Klimaschutz ein. Dieser brasilianische Fotograf wurde von dem Moderator Gert Scobel zu seiner Arbeit und zu seinem Buch „Gold. Mein Land, unsere Erde“ interviewt. Einer von Sebastião Salgados Sätzen während des Gesprächs: „Wenn man etwas macht, das man wirklich liebt, dann macht man das gut, dann steckt man sein Herz darein.“

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Hiernach hörte ich Richard David Precht zu. Sein neues Buch heißt „Sei du selbst. Eine Geschichte der Philosophie.“ Nicht zum ersten Mal während dieser Buchmesse dachte ich, wie viele kluge Köpfe hier zu finden sind. Hier einer von Prechts Gedanken während des Gesprächs mit Simone Miller: „Der normale Mensch ist froh, wenn er für irgendwas eine Wahrheit gefunden hat, wie schnell und wie zufällig auch immer, und auf diesen Standunkt stellt er sich dann und lässt sich davon auch nicht mehr abbringen, weil sich die Wahrheit nach der Nützlichkeit bemisst. Wenn ich Ihre politische Weltsicht mit einer Information konfrontiere, die Ihnen überhaupt nicht in den Kram passt, dann werden Sie die entweder ignorieren oder Sie werden mich zum Schwachkopf erklären und dann brauchen Sie ihr Weltbild nicht weiter zu überdenken. Das findet gegenwärtig beim ‚menschengemachten‘ Klimawandel statt. (…) Für diese Menschen ist es ein großes Problem, den Klimawandel im vollen Umfang anzuerkennen. Was macht man also? Man leugnet den Klimawandel, dann ist man das Problem los. Das ist ein schönes Beispiel, das zeigt, diesen Menschen geht es nicht um Wahrheiten, sondern um nützliche Wahrheiten.“

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Nun kam Thomas Gottschalk zum Blauen Sofa, wo er von Jo Schück interviewt wurde. Erst zögerte ich, ob ich bleiben oder weitergehen solle, da es noch so Vieles zu entdecken gab, doch ich blieb und habe es nicht bereut. Thomas Gottschalk erzählte von seinem Leben und zu seinem Buch „Herbstbunt“. Er zeigte sich als guter Entertainer, äußerst humorvoll und er ging in sehr amüsanter Art und Weise auf das Publikum ein. Bei dieser Veranstaltung habe ich Tränen gelacht.

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Mein nächster Halt führt mich zu der Veranstaltung „Ewige Helden – Was Kinderbuch-Klassiker so beliebt macht“. Natürlich tauchte hierbei auch Pippi Langstrumpf auf, die nächstes Jahr 75 Jahre wird. Ist es nicht wunderbar, dass das Buch und diese Figur noch immer aktuell sind?

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Bei der Podiumsdikussion „Ist Lesen der wahre Luxus? Über die Relevanz der Buchindustrie und ihr Innovationsproblem“ sagte Katrin Burr diesen Satz: „Die Liebe zum Buch, die gibt es weiterhin.“

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Hier seht ihr Axel Hacke im Gespräch mit Detlef Esslinger zu seinem Buch „Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben.“

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Abends ging ich im Rahmen des Bookfestes, den abendlichen Veranstaltungen zur Frankfurter Buchmesse, zu Peter Wohllebens Veranstaltung „Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“. So ist auch der Titel seines neuen Sachbuchs. Im schönen Gesellschaftshaus des Palmengartens erwartete er das Publikum und zeigte in einem angenehm zu hörenden Vortrag sein großes Wissen und seine Begeisterung für die Natur. Er bezog das Publikum mit ein, immer wieder gab es Fragen, die wir beantworten konnten, und ich glaube, dass alle Zuhörerinnen und Zuhörer an diesem Abend viel Neues erfuhren. Seine Ausführungen zeigten, wie faszinierend unsere Natur ist. Einer seiner Sätze: „Im Wald gibt es keinen Kampf untereinander, man muss sich einpassen um zu überleben, das ist ein Miteinander und kein Gegeneinander.“

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Mit vielen schönen Eindrücken endete auch dieser Buchmessen-Tag.

Da ich am Wochenende unterwegs sein werde, folgt mein Bericht über den nächsten Buchmessetag nächste Woche.

8 Gedanken zu „Mein Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse – Tag 4

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