Mein Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse – Tag 3

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Heute lest ihr meinen Bericht zu meinem 3. Tag auf der 71. Frankfurter Buchmesse.
Der Donnerstag begann für mich mit einer Veranstaltung auf dem Blauen Sofa, da dort Miku Sophie Kühmel von Daniel Fiedler interviewt wurde. Miku Sophie Kühmel hat den Aspekte Literatur Preis für ihren Roman Kintsugi bekommen. Dieser Preis wird jährlich für das wichtigste Debüt der Saison verliehen. Ich erlebte eine sympathische junge Autorin und ein Buch, das bereits auf meiner Wunschliste steht. Während des Gesprächs tauchte auf, dass Kintsugi ein leises Buch ist, das Zeit und Muße braucht. Wie schön, dachte ich, das braucht es in unserer oft zu lauten und schnelllebigen Gesellschaft.

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Hiernach ging ich durch verschiedene Hallen, die noch angenehm leer waren. Immer wieder gab es nette Gespräche und schöne Stände zu entdecken.

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Hier seht ihr den Stand des Kein und Aber Verlags. Bereits die Architektur des Standes ließ mich staunen, da sie wie ein hoher Kubus aus miteinander verbundenen Büchern bestand.

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Eine Öffnung lud ein, das Innere des Buchraums zu betreten. Die Wände zeigten Projektionsflächen von Buchcovern. Bei der Berührung eines Covers wurde eine dreidimensionale Bildprojektion des Buches gezeigt. Was eine Idee!

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Auch diese Idee ließ mich anhalten: Hier konnten die Besucherinnen und Besucher ihren Gedanken oder Wunsch aufschreiben und nach einer Weile zauberte der Wunsch-Automat eine Zeichnung zu dem Aufgeschriebenem hervor.

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Schöne Botschaften an den Ständen:

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Nun ging es in das schöne Lesezelt, einer meiner Lieblingsorte auf der Frankfurter Buchmesse. Beim Hereinkommen duftet es immer köstlich nach dem dortigen Yogi-Tee, was eine Wohltat für die Sinne ist.

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In diesem schönen Lesezelt stellte Andera Gadeib ihr Buch „Die Zukunft ist menschlich. Ein Manifest für einen intelligenten Umgang mit dem digitalen Wandel in unserer Gesellschaft“ vor. Andera Gadeib kenne ich aus Aachen und es war schön, hier mitten in diesem Lesezelt ein vertrautes Gesicht zu erleben. Letztes Jahr haben wir uns auch auf der Buchmesse getroffen und sie erzählte von ihrem Buchprojekt und nun stellte sie es hier vor, klasse!
Da ich zeitgleich eine Eintrittskarte für die nächste Pressekonferenz hatte, konnte ich ihrer Buchvorstellung leider nicht lange beiwohnen. Da Andera jedoch nächsten Monat in Aachen eine Lesung halten wird, zu der ich hingehen werde, tröstete es mich darüber hinweg, dass ich hier nur kurz sein konnte. Später war Andera Gadeib in der Signierbox, dort besuchte ich sie noch einmal:

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Nun zur „Pressekonferenz zum Ehrengastauftritt Kanada 2020“: Kanada wird im nächsten Jahr das Gastland der Buchmesse sein. Wir konnten etwas über das Literatur- und Kulturprogramm erfahren, mit dem sich Kanada im nächsten Jahr präsentieren wird. Wie das diesjährige Gastland Norwegen, verspricht es auch im nächsten Jahr ein interessantes und sehr vielfältiges Gastland zu sein. „Diese Unterschiede sind unsere Stärke, die sich zu einem farbenprächtigen Gewand zusammenfügen und unser Land repräsentieren.“, so Caroline Fortin, die Vorsitzende des Komitees Canada FBM2020.

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Hier seht ihr die kanadische Cellistin Cris Derksen:

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Ein Abschlussbild dieser Pressekonferenz, auf der ihr die Moderatorin Nam Kiwanuka, die Schriftstellerinnen Lisa Moore und J.D. Kurtness, Caroline Fortin, Vorsitzende des Komitees Canada FBM2020, Juergen Boos, den Direktor der Frankfurter Buchmesse, Hélène Laurendeau, die stellvertretende Ministerin, Ministerium für Kanadisches Kulturerbe, den Schriftsteller Christian Guay-Poliquin und die Cellistin Cris Derksen seht.

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Meine Vorfreude auf das Gastland Kanada ist geweckt worden und ich bin mir sicher, das, was in dem eingespielten Film über das Gastland 2020 auftauchte, stimmt:

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Hiernach besuchte ich die ARD Bühne und hörte Rafik Schami im Interview mit Selma Üsük zu. Sein neues Buch „Die geheime Mission des Kardinals“ wurde präsentiert. Endlich konnte ich diesen sympathischen und humorvollen Menschen live erleben. Rafik Schami liest nie bei seinen Lesungen vor, sondern er erzählt immer zu seinem Buch und aus seinem Leben. “Man kann ihnen so wunderbar folgen, so ein bisschen Lobhudelei muss jetzt auch mal sein.“, sagte die Moderatorin. Vielleicht erklärt das nächste Zitat von Rafik Schami, das während des Gesprächs auftauchte, warum er so wunderbar schreiben und erzählen kann: „Ich bin begeistert von der mündlichen Erzählkultur, die ich als Kind in Syrien genossen habe (…) Der Erzähler oder die Erzählerin erzählen so schön, dass sie uns in den Bann ziehen bis zum Ende, das habe ich geliebt, zu sehen, wie Erwachsene plötzlich Kinderaugen bekommen, wie sie anfangen mitzureisen durch die Geschichte und das wollte ich machen. Ich schreibe Romane, damit ich erzählen kann.“

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Draußen herrschte kein Regen und doch waren viele Regenschirme zu sehen. Denn bei dieser Aktion wurden Besucherinnen und Besuchern der Frankfurter Buchmesse Regenschirme gereicht und diese geöffnet als Zeichen für mehr Meinungsfreiheit in China:

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Nach einer Pause im Freien ging es wieder durch die Hallen. Hier seht ihr eine Diskussionsrunde zu der Thematik „Urheberrecht – und was dahinter steckt!“ bei der Johannes Stricker, Matthias Hornschuh, Sascha Lobo, Zoë Beck und die Moderatorin Carola Christiansen sich über das Pro und Contra verschiedener Thesen austauschten.

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Danach besuchte ich die Veranstaltung „Was macht die Liebe zum Buch aus?“, die im Zusammenhang mit der „Woche der unabhängigen Buchhandlungen“ stattfand, die vom 2. bis 9. November 2019 stattfindet. In den lebendig schönen Interviews wurde darüber gesprochen, was ein Buch zu einem Lieblingsbuch macht und welche Lieblingsbücher und heimliche Lieblingsbücher die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer haben.

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Anschließend fand die Auszeichnung „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ statt. Gewonnen hat das Buch „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens, dieses und alle anderen vorgestellten Bücher (Herkunft von Saša Stanišić, Radio Activity von Karin Kalisa, Die Liebe im Ernstfall von Daniela Krien und Alte Sorten von Ewald Arenz) klangen sehr reizvoll.

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Mit den Worten „Lasst uns das Buch weiter feiern!“ beendete die Moderatorin diese Veranstaltung. Dem und auch diesen Fahnen stimme ich gerne zu:

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Gerade als ich nach Draußen ging, erhielt ich eine Nachricht von Andera: „Zeit für einen Kaffee?“ Und wir trafen uns draußen zu einer schönen Pause.

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Hiernach gingen wir zur der Veranstaltung „Achten statt Ächten“ mit Pater Dr. Anselm Grün, Dr. Thomas Middelhoff und dem Moderator Daniel Schneider. Wenn Anselm Grün auf der Buchmesse ist, bedeutet das immer für mich, hinzugehen, da ich seiner sanften Stimme und seinen Worten gerne zuhöre.
„Es ist wichtig, dass ich immer auf der Suche bin und nicht stehen bleibe.“, einer der Sätze, die Anselm Grün hier schenkte.

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Hiernach besuchte ich den Frankfurt Pavilion und hörte eine Weile beim Diogenes Talk zu.

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In den Hallen entdeckte ich auch diese gute Aktion: „Was kannst du tun? – 52 weeks of sustainability“. Constanze Guhrs und Emiliy Claire Völcker haben eine Illustrationschallenge zum Thema Nachhaltigkeit entworfen. Die ersten 16 Wochen dieser Challenge werden in Frankfurt vorgestellt. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können ihre Ideen vor Ort zeichnen und mit in diese Ausstellung einfließen lassen.

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Nun ging es zum Literarischen Quartett, das aufgezeichnet und am nächsten Tag gesendet wurde. Christine Westermann, Volker Weidemann, Thea Dorn und als Gast Sibylle Berg, tauschten sich über die aktuelle Thematik um Peter Handke und Saša Stanišić aus, zu der sie unterschiedliche Meinungen vertraten.
Dann stellten sie vier Neuerscheinungen vor: Winterbienen von Norbert Scheuer, Metropol von Eugen Ruhe, Sabrina von Nick Drasno und Schutzzone von Nora Bossong. Zu diesen einzeln vorgestellten Büchern gab es teils sehr kontroverse Meinungen, das Literarische Quartett eben. Beim Zuhören dachte ich zuerst, dass es nicht immer schön ist, wenn negativ über ein Buch geredet wird, in dem die Schriftstellerin oder der Schriftsteller vermutlich viel Zeit und Herz investiert hat, doch später dachte ich, wie gut es ist, dass man vollkommen unterschiedlicher Meinung sein kann und trotzdem an einem Tisch sitzt, einander zuhört und auf den anderen eingeht.

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Meine letzte Veranstaltung an diesem Tag führte mich zu der Lesung von Jo Nesbo, bei der er seinen neuen Harry-Hole-Krimi vorstellte. Es ist die einzige Lesung, die Jo Nesbo in Deutschland hält. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alf Mentzer und Tatort-Star Oliver Mommsen las die deutsche Fassung. Ich gestehe, an diesem Abend hörte ich das erste Mal Zeilen über Harry Hole. Ich glaube, ich war die einzige in diesem großen Congress Center der Frankfurter Buchmesse, die die Buchfigur Harry Hole noch nicht kannte.

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Ein bunter schöner 3. Messetag ging zu Ende und trotz Harry Hole konnte ich mich nach Telefonaten mit meinen lieben Menschen Zuhause gut ins Land der friedlichen Träume begeben.

13 Gedanken zu „Mein Besuch der 71. Frankfurter Buchmesse – Tag 3

  1. Liebe Marion,
    Deine Berichte zeigen das eigentlich Fantastische an dieser Messe, die nicht nur aus Rummel besteht, es ist die Begeisterung, die Idee, die Fülle, die Liebe zur Literaturvermittlung , die die Menschen dort umtreibt. Du lenkst den Blick in Deiner ganz speziellen wunderbaren Art darauf.
    Ich habe noch nie etwas von Anselm Grün gelesen – in gehe in mich -:)))
    Rafik Schami wird im am 30.1.20 ins Schauspielhaus zu einer Lesung kommen, da heißt es am 7.11., wenn der Vorverkauf beginnt, sich gleich sputen.
    Harry Holt ist mir auch unbekannt, da ich vom Krimi- und Scienefictionpersonal keine Ahnung habe.-:))
    Marie Sophie Kümmel und Karen Köhler sind nächste Woche an getrennten Abenden zu Gast im Literaturhaus und ich freue mich schon auf die Lesung – beide Bücher liegen noch ungelesen auf meinem SuB.
    Die Schutzzone von Nora Bossong wollte ich mir nicht zulegen, habe aber eine Lesung im HR2 gehört, die mich jetzt neugierig gemacht hat.
    Von Alte Sorten von Ewald Arenz war ich fasziniert.
    Vielleicht stelle ich das eine oder andere Buch auch nochmal bei mir vor nach einer Lesung.
    Sei herzlich gegrüßt, Karin

    Gefällt 1 Person

    • Danke, liebe Karin, für deine Worte. Es freut mich sehr, was du sagst.
      Toll, dass du die Möglichkeit hast, noch einige der Schriftsteller/innen zu erleben. Ich freue mich auf all diese Bücher, die ich auch noch lesen möchte. Eine schöne Idee, wenn du nach einer Lesung ein Buch vorstellst.
      Liebe Grüße, Marion, die froh ist, dass wir die Liebe zum Buch auf der Buchmesse mitunter gemeinsam erleben konnten

      Gefällt 1 Person

  2. Wieder ein wundervoller Beitrag über einen total ausgefüllten Buchmessetag, liebe Marion
    Das Buch Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens betrachtete ich mir gestern im Schaufenster einer schnuckeligen kleinen Buchhandlung und überlegte schon, es mir gleich zu kaufen. :-)

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