Frankfurter Buchmesse – Tag 5

Am Morgen war es in den Hallen und in der Agora angenehm leer:

Der Buchmessen-Sonntag begann für mich so, wie es auf dem Schild hier zu lesen ist:

Meine erste Veranstaltung führte mich zu „Yoga mit Buch“. An diesem Stand bot die Yoga-Lehrerin Karina Goldberg Yoga-Übungen an. Ein angenehmer und schöner Start in den Messetag, denn Messetage sind bekanntlich lang und intensiv. Die Füße wurden trainiert, der Rücken gestärkt und das Herz geöffnet. Bei den Yogaübungen Bücher einzubeziehen, gefiel mir richtig gut.

So gestärkt ging es dann weiter für mich zur Literaturbühne. Dort erlebte ich Sebastian Fitzek im Gespräch mit Claudia Schick zu seinem Buch „Elternabend“. Auf dem Buchcover steht weiterhin: „Kein Thriller (Auch wenn der Titel nach Horror klingt)“.
Sebastian Fitzek sagte: „Ich liebe Elternabende, weil ich liebe ja verhaltensauffällige Menschen und skurrile Situationen.“ Er meinte, es seien die Eltern, die dafür sorgen, dass ein Elternabend aus dem Ruder laufe, nicht die Erzieher*innen oder Pädagog*innen.
Er erzählte von einer Szene, die er bei einem Elternabend im Kindergarten erlebte: Die Eltern sollten sich über das Spiel „Stopptanz“ vorstellen. Wenn die Musik stoppte, sollten sie dem Gegenüber den eigenen Namen nennen. Ein Vater meinte dazu: „Nee, wir sind doch hier nicht im Kindergarten!“ Doch, genau da war er gerade.
Ein weiterer seiner Sätze, den ich aufhebenswert fand: „Die Quelle des Humors ist der Kummer, den man verarbeitet.“
Für sein erstes Buch hat er übrigens 15 Verlage angeschrieben, es kamen 12 Absagen, drei haben sich bis heute nicht gemeldet, so erzählte dieser bekannte Bestsellerautor.
Auf die Frage, ob er Alpträume habe, sagte er: „Nein, die Realität macht mir Angst.“
Er könne ruhig schlafen, andere, die seine Thriller lesen, womöglich nicht mehr „und damit verdiene er sogar noch Geld.“
Es war ein schönes und humorvolles Gespräch.
In ein paar Tagen kommt sein neues Buch raus, „Die Einladung“, diesmal wieder ein Psychothriller.

Dieses schöne Zeichenmaschine nennt sich „IMMUMAT- der Illustrationsautomat“. Eine Maschine, die Wünsche erfüllt und jährlich hier zu finden ist. Der ILLUMAT wandelt eigene Wünsche in Bilder um und schenkt damit eine feine Freude. Er war sehr beliebt und meist sah ich beim Vorbeigehen dort eine lange Schlange.

Schön, dass an den Ständen Raum und Muße zum Stöbern und Lesen ist. So wie diese Leserin am Katapult-Verlag:

In den Frankfurt-Studios besuchte ich die Veranstaltung „Über die Macht von Utopien und wie wir unsere Welt noch retten können“. Dort erlebte ich den Schweizer Zukunftsforscher und Autor Joël Luc Cachelin (“Veganomics. Die vegane Revolution und ihre Zukunftsmärkte“) sowie die Autorin Theresa Hannig („Pantopia“).
Die beiden waren im Gespräch mit der Moderatorin Susanne Henn über Visionen und Ideen für eine nachhaltige gerechte Zukunft.
„Können Utopien die Welt verbessern oder sind es nur Utopien“, fragte die Moderatorin. Joël Luc Cachelin meinte, theoretisch sei alles möglich, was er in seinem Buch beschreibe und er glaube, dass unser Weg dorthin gehe.
Theresa Hannig versteht ihren Roman als Anregung zum Gedankenaustausch und wünscht sich, dass wir sagen: „Lass und mal positiv in die Zukunft schauen.“
„Wir haben genug Dystopien, was und fehlt ist ein Gedankenrepertoire, dass es gut gehen kann“, so Theresa Hannig.
Joël Luc Cachelin meinte, wir sollten uns die Frage stellen „Wo möchte ich konkret ansetzen, um die Welt besser zu machen?“ und wir können „Die Zukunft mitgestalten, auf die wir Lust haben“. „Eigentlich wissen wir alle wie es geht und wie es um diesen Planeten steht, es geht nur um den politischen Willen und die eigene Trägheit. Das Wissen ist da, die Technologien und die Fakten sind da. Doch Fakten ändern unser Leben nicht. Es gibt Lösungen“, so Theresa Hannig und sie setzte bei uns an: „Wo möchte ich konkret ansetzen, um die Welt besser zu machen?“
„Eine Utopie ist kein Zustand, eine Utopie ist immer ein Weg und wir müssen da täglich dran arbeiten, dann wird es was. Wenn wir nicht daran arbeiten, dann wird es sicher nichts. Wenn wir es versuchen, dann haben wir es wenigstens versucht“, so Theresa Hannig.
Ein Gespräch, das mich sehr ansprach.

Ursula Poznanski, von ihr kennen viele sicherlich die Erebos-Bücher, las aus ihrem neuen Jugendthriller „Oracel“ vor:

Ihr seht, es war gut besucht:

Ab Freitag dürfen die Bücher auf der Buchmesse verkauft werden und wie schön, lesefreudige Menschen decken sich mit Büchern ein:

Eine lange Menschenschlange stand nun vor dem Frankfurt Pavillon, da viele bei der Veranstaltung “Back to Hogwarts – 25 Jahre Harry Potter in Deutschland mit Rufus Beck“ den Schauspieler und Hörspielsprecher Rufus Beck erleben wollten. Einige kamen erst hinein, wenn andere hinausgingen.
Dem Presseausweis sei Dank, dass ich mich nicht einzureihen brauchte.
Der Moderator Tobias Goldfarb begrüßte Rufus Beck: „Harry Potter ist eine Legende, du aber auch.“

Als Harry Potter verlegt wurde, so Rufus Beck, war der Hörspielmarkt klein, dass das Hörspiel solche Ausmaße annahm, war „ein kosmisches Ereignis.“
Er erzählte von seinen 25 Jahren mit Harry Potter und sagte, er habe beim Sprechen nie an das Ergebnis gedacht, sondern an das, was er fühle.
„Du hast große Parallelen mit Harry Potter, ihr könnt beide zaubern, Harry mit seinem Zauberstab, du mit deiner Stimme“, so der Moderator. Und dann konnten wir live erleben, wie Rufus Beck Passagen aus Harry Potter vortrug.
Das war ein aktives Hörspiel, er spielte mit seiner Stimme, die er beeindruckend variieren kann und mit Einsatz seines ganzen Körpers.
Die Freude vom Zuhören lag im Raum und in den Gesichtern:

Sicherlich ist es immer wieder schön, wenn er nach Veranstaltungen in lachende Gesichter schaut:

Hier seht ihr den Illustrator Eduardo Lima, die Illustratorin Miraphora Mina neben dem Moderator Tobias Goldfarb. Die beiden sind seit über zwanzig Jahren für die Harry-Potter-Welt tätig und gestalten das grafische Universum der Harry-Potter-Serien mit. Ausgehend von ihren Arbeiten zu den Filmen haben sie nun die ersten drei Harry-Potter-Bände neu designed und illustriert:

Im Vorbeigehen sah ich Motsi Mabuse auf der Open Stage:

Leider habe ich diese Veranstaltung “Phoenix Talk mit Ahmad Monsour / Denken mit Kinnert und Welzer“ nur in Teilen erlebt. Da es eine Podcastaufzeichnung ist, besteht die Möglichkeit, es nachzuhören:

Die diesjährig letzte Veranstaltung der Reihe “SHEROES Streiterinnen für die Zukunft“ fand zu dem Thema “Wir – widerständig und demokratisch?“ statt.
Die Moderatorin Jagoda Marinić sprach mit Lea Bonasera, die Mitgründerin der Letzten Generation (“Die Zeit für Mut ist jetzt! Wie uns ziviler Widerstand aus Krisen führt“) und Jasmin M`Barek, der Zeit-Journalistin (“Protest. Über Wirksamkeit und Risiken des zivilen Ungehorsams“).
Durch den Klimaaktivismus ist Protest in unserer Gesellschaft so präsent wie lange nicht mehr. Es wurde darüber diskutiert, welche Formen es gibt und was zum Ziel führt.

Lea Bonasera sagte, dass die Letzte Generation diese Protestform wählt, da viele Menschen Veränderungen in unserer Gesellschaft wollen, die sich auf die Fakten der Wissenschaft gründen und sie mit ihren Protesten diese Umsetzungen beschleunigen wollen, da die Politik nicht reagiere oder nicht schnell genug reagiere.
Sie machte noch einmal deutlich, dass, wenn sie Gemälde in Museen mit Farbe bewerfen, dies so gewählt wird, dass die Farbe abgehe und dass eine Glasscheibe vor dem Kunstwerk ist, was in den Medien oft nicht beschrieben wird.
„Allen Menschen im demokratischen Spektrum emphatisch zuhören“ ist ein wichtiger Schlüssel, so Jasmin M`Barek.
„Ziviler Widerstand hätte sich nicht als Mittel so entwickeln können, wären es nicht gerade für unterrepräsentierte Gruppen wie zum Beispiel Frauen oder LGBTIQ so bedeutsam gewesen und uns das bewusst zu machen und zu denken, wir sind viel stärker als wir denken“, ist Lea Bonasera bedeutsam.
Es war eine Diskussion auf einem wertschätzenden Niveau. Wie sehr wünsche ich mir das auch für die breite Gesellschaft.
Auch hier waren viele interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer aller Altersstufen vertreten:

Ein Teil des Gesprächs zwischen dem Musiker Max Mutzke und Bärbel Schäfer konnte ich hören. Er, der vierfacher Vater ist, hat das Kinderbuch „Komm mit ins Paradies der Träumer“ geschrieben, sein Vatersein hatte hierauf Einfluss.

Noch einmal ging ich ins Pressezentrum, in dem ich diesen Bericht weiterschrieb. Oft saß ich mit anderen Pressevertreter*innen hier und wir schrieben von dem, was wir hier erlebten. Immer wunderbar versorgt mit Ruhe, Kaffee, Tee, Wasser, Äpfeln und freundlichen Mitarbeitenden. Dank an euch an dieser Stelle!
Euer Taschentuch-Turm mit dem lesenden Zwerg ist auch erwähnenswert:

Zum Abschluss ging es für mich in den Ehrengast Pavillon Slowenien zur „GastRollen-Übergabe Ehrengast 23 Slowenien – Ehrengast 2024 Italien“.
Die ist die feierliche Abschlussveranstaltung des aktuellen Ehrengastauftritts und jedes Jahr wird die „GastRolle“ – ein speziell für die Frankfurter Buchmesse entworfenes Kunstobjekt – um ein weiteres literarisches Zitat bereichert und dem nächsten Gastland überreicht.
Gerne zeige ich euch diese „GastRolle“. Ich finde den Gedanken schön, dass dort bereits viele lyrische Zitate wohnen:

Shila Bejhat, die diese Veranstaltung moderierte, führte ein literarisches Gespräch mit dem slowenischen Autor Dušan Jelinčič:

Er hat u.a. den Roman “Sternklare Nächte im Karakorum“ geschrieben, in dem es um Bergsteigen geht.
„Das Ziel ist nicht, den Gipfel zu erklimmen, sondern das Beste im Tal zu entdecken“, sagte Dušan Jelinčič.
Die italienische Autorin Ilaria Tutti schenkte eine Videobotschaft, da sie nicht anwesend sein konnte. Weitere Persönlichkeiten nahmen an dieser Zeremonie teil, darunter Katja Stergar, Direktorin der Slowenischen Buchagentur, und Mauro Mazza, Vertreter der italienischen Regierung.

Katja Stergar sagte: „Wir freuen uns sehr, die slowenische Kultur dem deutschsprachigen und internationalen Publikum mit einem solch umfangreichen Programm in Frankfurt präsentiert zu haben. Die Teilnahme am Ehrengastprojekt war wie eine Achterbahnfahrt mit allen Höhen und Tiefen. Aber man ist nie allein, es gibt immer eine helfende Hand, ein Wort der Ermutigung und ein Lächeln von jemandem, der einen unterstützt. Der Ehrengast-Pavillon und die Veranstaltungen mit allen beteiligten Autor*innen auf und außerhalb der Messe stießen auf sehr großes Interesse. Ich freue mich heute, die GastRolle an unser Nachbarland Italien zu übergeben, denn ich weiß, dass unsere Geschichte dank der slowenischen Minderheit in Italien im nächsten Jahr weitergeschrieben wird.”

Juergen Boos, der der Frankfurter Buchmesse verabschiedete sich von Katja Storgar und damit Slowenien als Gastland. Es war zu spüren, wie sehr er dieses Gastland mochte und all das, was es geschenkt hat:

Nun wurde also Slowenien als Gastland 2023 verabschiedet, Italien als Gastland 2024 begrüßt und Katja Stergar überreichte Mauro Mazza die GastRolle:

Mauro Mazza sagte zur GastRollen-Übergabe von Slowenien an Italien: „Zwischen unseren beiden Ländern besteht eine geografische Nähe, die auch eine kulturelle Nähe ist, selbst in der Schönheit ihrer jeweiligen Vielfalt. Diese Veranstaltung bot uns die Gelegenheit, den Wert der Nähe im Namen der Literatur zu feiern.“
Zum Abschluss dieser Zeremonie spielte die italienische Violinistin Francesca Dego und bereicherte mit wundervollen Klängen:

Sicherlich waren nun alle Gefühle bei dem slowenischen Gastland vorhanden, Traurigkeit, das alles vorbei ist, doch auch Freude über all das Erlebte. Diese Freude ist auf einem der Abschlussfotos sichtbar:

Damit ging die 75. Frankfurter Buchmesse zu Ende.
Ein paar Zahlen teile ich mit euch:
215.000 Besucher*innen waren dabei. Mit 105.000 Fachbesucher*innen (Vorjahr: 93.000) aus 130 Ländern und 110.000 Privatbesucher*innen (Vorjahr: 87.000) erlebte die Frankfurter Buchmesse nach den Coronajahren einen deutlicher Wachstumsschub. An den Publikumstagen Samstag und Sonntag lagen bei der Zahl der Besuche um mehr als ein Drittel über dem Jahr 2022.
Mehr als 4.000 Ausstellende aus 95 Ländern präsentierten sich in den Hallen.
Mehr als 7.000 Medienvertreter*innen berichteten über die gut 2.600 Veranstaltungen an den Fach- und Publikumstagen.

Ich habe nicht alles sehen können, was es Großartiges zu erleben gab und meine persönlichen Berichte zeigen euch einen Ausschnitt dieser großen Buchmesse.
Ich bin erfüllt und inspiriert und dankbar über all das, was ich erleben konnte. Und das war eine wunderbare Fülle.
Die Themen der Zeit fanden hier Raum. Es gab viele schöne Begegnungen. Es gab Austausch. Und es gab jede Menge spürbare Bücherliebe.
Was ich in diesem Jahr besonders mitnehme, ist die oftmals geäußerte Aussage, dass wir mehr Utopien brauchen, dass es Hoffnung gibt und dass die Literatur hierbei eine Rolle spielt.
Wir alle gestalten diese Welt mit. Es liegt nicht alles in unseren Händen, doch auch wir haben Hände, Füße und Herz und sind auch die, die Geschichte mitschreiben.

So grüße ich euch sehr erfüllt, mit vielen Eindrücken und soooooo viel Bücherliebe,
Marion

Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Meine erste Veranstaltung führte mich erneut zum Gastland-Pavillon und der Honey Hour mit Barbara Korun. Imkerei und Dichtkunst, beides spielt in Slowenien eine große Rolle und so wird in den morgendlichen Veranstaltungen dazu eingeladen, dass Süßigkeiten mit den Versen verschmilzen. Diese Honey Hour fand an jedem Morgen mit anderen slowenischen Dichter*innen statt. Heute las Barbara Korun eigene Gedichte vor und einige Gedichte anderer slowenischer Dichterinnen.
Ich fand es wunderbar, den Messetag so geruhsam und poetisch zu beginnen.
Auf dem Bild seht ihr den Moderator Matthias Göritz, die Autorin Barbara Korun – sie las ihre Gedichte nicht nur vor, sie ließ sie uns spüren dank ihrer Gestik und Mimik – und die Moderatorin Amalija Macek:

Die nächste Veranstaltung „Atemprotokolle“, die ebenso im Ehrengast Pavillon Slowenien stattfand, schenkte Wort- und Musikklänge. Der Autor Aleš Šteger trug Gedichte aus seinem Buch „Atemprotokolle“ vor. Seine Verse verbanden sich mit den Tönen des Akkordeonspieler Jure Tori. Was eine wunderbare musikalisch literarische Performance. Ich dachte beim Zuschauen, allein deshalb hätte es sich schon gelohnt, diese Buchmesse zu besuchen und nach Frankfurt zu reisen.
Aleš Šteger zeigte sich als ein Meister der Performance und in beeindruckender Weise spielten Musik und Worte miteinander.

Ich weiß, das Wort „berührend“ habe ich bei meinen diesjährigen Messeberichten bereits mehrmals verwendet, doch ich kann nicht anders, als es wiederholt so zu beschreiben, denn ich war zutiefst berührt von dieser Performance und den Texten.

Der Slowenien Pavillon an diesem Samstag:

Der slowenische Büchertisch vor dem Ehrengast-Pavillon. Schön, dass viele Menschen sicherlich neue slowenische Autorinnen und Autoren entdeckt haben:

Draußen am Amnesty International Stand:

In der ruhigen Umgebung des Pressezentrums schrieb ich meinen gestrigen Bericht zu Ende und staunte beim Gang dorthin über die vollen Hallen. Am Messesamstag (die Fachbesuchertage sind seit gestern beendet und seit Freitag Mittag ist es eine Publikumsmesse) ist die Buchmesse immer gut gefüllt, doch dieses Jahr erlebe ich sie noch um einiges gefüllter als sonst. Die Buchbranche wird es freuen.
Eine Frau, mit der ich ins Gespräch kam, meinte so schön: „Ich sehe so viele junge Menschen, so viele junge Menschen, die buchbegeistert sind.“
Ja, das ist großartig. Wenn ich hier bin, denke und fühle ich immer wieder, das Buch lebt und wird geliebt.
Mein Blick vom ruhigen Pressezentrum aus auf die volle Agora:

Als ich später wieder hinausging entdeckte ich eine endlos wirkende Schlange. Weshalb standen diese vielen Menschen an? Signierstunde mit Sebastian Fitzek, wie immer hier sehr beliebt, wie ihr seht:

Ich freue mich immer, wenn ich lesefreudige Menschen sehe. Hier direkt eine ganze lesefreudige Familie, die neue Buchschätze erworben hat:

An dieser Stelle Danke allen Menschen, die mir so freundlich und vertrauensvoll ihre Erlaubnis gaben und geben, dass ich sie für diesen Blog und meine Berichterstattung fotografieren darf.

Auch heute wieder freute ich mich über lesende Menschen inmitten all des Trubels. Auch diese drei Leseratten fanden ein ruhiges Leseplätzchen und konnten in neue Lieblingsbücher eintauchen:

Marc-Uwe Kling, den viele sicherlich von den Känguru-Chroniken kennen, las aus seinem Roman „Der Spurenfinder“, eine Fantasy-Krimi-Komödie:

Viele lauschten seinen Worten:

Die“75 Stühle – 75 Geschichten“ im Sonnenschein der Agora:

Beliebt war auch Guido Maria Kretschmer, wie ihr seht:

Wie jedes Jahr gilt, dass ich viele tolle Buchvorstellungen nicht besuchen kann und viele lohnenswerte Diskussionsrunden verpasse.
Hier erlebte ich etwa nur das Ende, aus der Reihe „SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft / Wir – angekommen und integriert?“ Die Moderatorin Jagoda Marinić sprach mit Isabel Schayani („Nach Deutschland. Fünf Menschen. Fünf Wege. Ein Ziel“) und Sineb el Masar („Sind wir nicht alle ein bisschen Almand?“), warum wir keine Identitätskrisen brauchen.

Äußerst beliebt war auch Otto Waalkes auf der Literaturbühne. Bärbel Schäfer sprach mit ihm über sein Buch „Ganz große Kunst – 75 Meisterwärke“.

Menschen meiner Generation sind mit dem Komiker Otto aufgewachsen. Was viele vermutlich wie ich nicht wussten, dass Otto acht Semester Kunst studiert hat. Otto hat sich nun an Meisterwerken aus der Kunst angelehnt und diese in seiner Art gezeichnet, mit dabei der Ottifant, der nach seinen humorvollen Worten bisher in der Kunst vernachlässigt wurde. So hat er 75 neue „Meisterwärke“ erschaffen, zu den 75 Bildern gibt es Begleittexte, natürlich mit viel Humor.
Otto sagte, sein Buch verstehe man auch, wenn man die Originale, die er parodiert, nicht kenne.
„Die Parodie ist die aufrichtigste Form der Bewunderung“, so Otto.
Während des Gesprächs tauchte auch auf, dass der Literaturkritiker Denis Scheck Otto als einen „Kunsträuber im liebevollen Sinne“ bezeichnet habe.
Auch für Bärbel Schäfer zeichnete er einen seiner berühmten Ottifanten:

Nach der Veranstaltung sagte Otto spontan, er zeichne auch für die Zuhörenden Ottifanten und es wurde lebhaft, wie ihr seht:

Wieder im Innenhof auf der Open Stage erlebte ich „Zeichenkunst und intelligenter Humor: Fix, @kriegundfreitag und meta bene“. Die drei Künstler waren im Gespräch über ihre Werke, ihre Herangehensweisen und Inspiration, über ihre Leidenschaft für das Zeichnen, ihre Bücher und über ihre unterschiedlichen Stile:

Am Abend ging es für uns zur Frankfurter Buchmesse Spezial- der Literaturgala. (Karin und Christiane, die ihr hier mitlest, dabei denke ich immer an euch, erlebten wir die Literaturgala doch hier vor einigen Jahren gemeinsam).
Von der Literaturgala berichte ich euch demnächst.

Aus Frankfurt grüße ich euch,
mit viel Dankbarkeit über all diese Eindrücke in mir,
Marion

Frankfurter Buchmesse – Eröffnung – Teil 1

Die 75. Frankfurter Buchmesse ist heute eröffnet worden. Wie immer erfüllt es mich mit großer Freude und Dankbarkeit hier zu sein. Gerne werde ich in den nächsten Tagen von meinen Eindrücken auf der weltweit größten Buchmesse berichten und euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Am Vormittag fand die Eröffnungspressekonferenz zur Frankfurter Buchmesse statt:

Ich mag den schönen Frankfurt Pavilion sehr. Noch hat der Pavilion übrigens keinen Spitznamen. Sollte euch einer einfallen, meldet euch bei der Buchmesse, sie suchen noch.

Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, hielt eine gute Rede, die mit den Worten endete: „Ich wünsche Ihnen und uns eine gute und anregende Messe, voller guter Begegnungen, mit Denkanstößen und Respekt, Weltoffenheit und Toleranz.“

Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, äußerte sich klar zu der aktuellen Situation in der Welt: „Die Welt ist aus den Fugen geraten. Wir haben die Krise des Klimawandels und die Krise der westlichen Demokratien. Wir erleben seit über anderthalb Jahren Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine. Und seit dem 7. Oktober einen neuen, schrecklichen Höhepunkt der Gewalteskalation durch den Terrorkrieg der Hamas gegen Israel. Wir sind entsetzt. Bei der Frankfurter Buchmesse geht es immer um Menschlichkeit, im Zentrum steht die menschliche Begegnung. Diese Menschlichkeit ist am 7. Oktober durch den Angriff der Hamas-Terroristen auf Israel abermals zerbrochen. Unser Mitgefühl gilt den Menschen, deren Angehörige Opfer dieses Gewaltexzesses wurden, und allen Menschen in Israel und Palästina, die unter dem Krieg leiden.“

Juergen Boos gab in seiner Rede auch einen Überblick, was die Besucher*innen alles auf dieser Messe erwartet. Die aktuellen Themen aus Politik und Gesellschaft werden in zahlreichen Veranstaltungen und Diskussionen Raum haben.

Als Gastrednerin der heutigen Eröffnungspressekonferenz erlebten wir die britische Umweltjournalistin und Sachbuchautorin: Gaia Vince („Das nomadische Jahrhundert“), die in ihrer großartigen Rede den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der bereits einsetzenden globalen Migrationsbewegung deutlich machte. In ihrer Rede ging sie darauf ein, dass die Hitzewelle im letzten Jahr 60.000 Menschen in Europa getötet hat. Ein großer Teil der Erde, vor allem im globalen Süden, wird zunehmend nicht mehr bewohnbar sein. Migration wird uns alle betreffen. Es sei die Frage, wie wir damit umgehen. Wir Menschen müssten einander helfen, um uns alle in Sicherheit zu bringen.
Gaia Vince betonte die tollen Seiten der Migration und stellte den Bezug zu Büchern her. „Die Kraft eines Buches liegt darin, dass wir unsere Insel-Dasein verlassen. Wir blättern um und lernen eine neue Sichtweise kennen, die erleuchtend sein kann.“
Gaia Vince betonte, dass wir Menschen einander viel zu bieten haben und einander bereichern.  „Alle haben das gleiche Recht auf einen sicheren Platz. Veränderung ist nicht hoffnungslos. Wir haben noch die Wahl. Unsere Sicherheit hängt davon ab, dass wir nicht Zäune bauen, sondern dass wir Werkzeuge nutzen. Es gibt nur ein „Uns“, nur eine menschliche Zukunft.“ Darüber zu diskutieren, sei sehr bedeutsam.

Das Motto der Jubiläumsmesse ist „And the story goes on“ und ja, so ist es, die Geschichte geht weiter:

Nach dieser Pressekonferenz  ging es zur Eröffnung des Ehrengast-Pavillons, in dem der Presserundgang stattfand. Das diesjährige Gastland Slowenien trägt das Motto „Waben der Worte“ („Satovje besed“). Traditionell bekommt das Gastland der Frankfurter Buchmesse einen großen Raum auf dem Messegelände – den Ehrengast-Pavillon -, den es mit eigenen Ideen und Botschaften füllt und der einen Eindruck von der Literatur- und Kulturlandschaft schenkt. Auf diese 2.300 Quadratmeter große Ausstellungsfläche freue ich mich immer sehr, da sie alljährlich individuell von dem Gastland gestaltet wird.
Jure Sadar, der slowenische Architekt und Gründer vom Studio Sadar, stellte bei dem Presserundgang das Konzept des Pavillons vor.
Hier seht ihr ihn, daneben seine Frau Urška Sadar, die slowenische Designerin und Gründung von urskas, einem Designstudio und einer Schmuckmarke. Sie ist Mitgestalterin des Ehrengast-Pavillons. Und links daneben Katja Stergar, die Direktorin der Slowenischen Buchagentur:

Orientiert haben sie sich beim Design an dem Ehrengastmotto „Waben der Worte“, so soll der Pavillon eine Vielfalt von Erfahrungen zu schaffen. Er soll ein Ort des Ideenaustauschs in Bezug auf Wissen, Kultur und Literatur werden.

Das Konzept der Nachhaltigkeit steht im Schwerpunkt, so ist die gesamte Ausstattung des Pavillons von der slowenischen Natur inspiriert und verfolgt einen nachhaltigen Ansatz. Die Ausstattung kann nach der Buchmesse zusammengeklappt und wiederverwendet oder recycelt werden. Wenn sich beispielsweise eine Schule oder eine Bücherei meldet und sagt, sie habe Interesse an einer Sitzgelegenheit, nur zu, das ist willkommen.

Der Pavillon ist in einen offenen Raum und in wabenartige, halbtransparente Auditorien unterteilt. Diese Auditorien befinden sich in den Ecken des Raumes und hier wird es Lesungen und Podiumsdiskussionen geben:

Der Weg durch den offenen Teil des Pavillons wird von sogenannten „Wald“-Bücherregalen geschmückt. Ich entdeckte bereits gute Werke slowenischer Autoren und Autorinnen:

Auffallend fand ich die oft bunten und schön illustrierten Buchcover:

Die sogenannten „Canyon“-oder „Schlucht“-Sitzgelegenheiten – die von einer natürlich fließenden Schlucht inspiriert sind – schenken die Möglichkeit, sich auszuruhen, zu unterhalten und natürlich zu lesen. In ihnen integriert sind Rosmarinpflanzen und es duftete gut:

Es finden sich auch „Open Book“-Elemente im offenen Teil, ein interaktives Instrument, mit dem die Besucher*innen mehr von den slowenischen Autor*innen erfahren können:

In dem offenen Teil befinden sich auch die „Buchreflexions“-Elemente. Das Reflektieren soll darauf hinweisen, dass das Lesen einen Buches immer mit Reflexion zu tun hat. Wenn wir lesen, gehen wir in Resonanz mit dem Geschriebenen und dem Autor oder der Autorin.

Im Mittelpunkt dieses Pavillons steht die Ausstellung „Books on Slovenia“ und hängende Kunstwerke und Lyrikzitate ergänzen die Ausstellung. An der Decke finden sich Kunstinstallationen von der Künstlerin Eva Petric:

Sie zeigt die slowenische Kunst der Idrja-Spitze und diese sollen Baumwipfel darstellen, die somit über dem Bücher-Wald thronen.

Tagsüber vermittelt der natürlich beleuchtete Pavillon den Eindruck einer riesigen Bücherlandschaft, am späten Nachmittag und am Abend entstehen intimere Ecken mit sanftem künstlichem Licht. Ich werde diesen Raum sicherlich zu verschiedenen Uhrzeiten besuchen.

Eine schöne Kinderecke gibt es auch in diesem Pavillon:

Schaukeln ist definitv nicht nur was für Kinder. Die musste ich ausprobieren. Schaukeln und Bücher, wunderbar:


Neben den Porträts slowenischer Autoren und Autorinnen gibt es eine Café-Ecke, in der in den nächsten Tagen slowenische Leckereien genossen werden können. Sicherlich wird es dann voller als nach dem heutigen Presseundgang:

Diesen schönen Satz aus der Pressemappe Slowenien teile ich gerne mit euch:
„Slowenien wirkt klein und marginal, so wie auch Bienen auf den ersten Blick klein und marginal erscheinen. Doch bei beiden trügt der Schein: Die Welt ist groß, schön und bunt, vor allem dank marginaler Lebewesen und Kulturen.“

Passend zum Motto erhielten wir neben der Pressemappe noch ein Honigglas:

Teil 2 des heutigen Tages folgt.

Es grüßt euch freudig aus Frankfurt, mit Lust auf slowenische Literatur,
Marion