Leipziger Buchmesse – Sonntag

Heute war der diesjährige letzte Buchmessentag. Die Tage hier vergehen schnell und schenken gleichzeitig sehr viel!
Am Morgen sprach Paul Maar zu seinem neuem Buch und dem Mini-Sams und las mit seiner unverkennbaren Stimme Passagen aus dem Buch vor:

Mitten unter den Zuhörern war das Sams, seht selbst:

Martin Moosbach sprach zu seinem Roman „Die Richtige“. Ein tolles Buchcover, wie ich finde:

„Reduzierter Strich – feiner Humor“ – unter dem Motto präsentierten @kriegundfreitag und meta bene ihre Werke und ein amüsantes Gespräch. Ich mag die Kunst von den beiden, die ebenso tiefsinnig wie humorvoll ist:

Die norwegische Autorin Kristin Valla wurde zu ihrem Buch „Ein Raum zum Schreiben“ interviewt. Sie las zudem vor und nachdem wir ihren norwegischen Klängen gelauscht hatten, wurde es auf Deutsch vorgelesen. Ein Buch, das einlädt, den eigenen Träumen zu folgen und bei dem die Leserschaft zugleich viel über berühmte Literatinnen erfahren. Eines der Bücher, das ich mir direkt kaufte:

Weiter ging es mit wunderbaren Büchern. Mona Ameziane sprach mit Takis Würger über seinen Roman „Für Polina“. Takis Würger sagte, er habe mit dem Buch einen Roman geschrieben „der zum Träumen einlädt“. Ein Buch über eine große Liebe:

Auch auf ihn hatte ich mich gefreut. Dominik Bloh, der aus aus seinem Leben und zu seinem Buch „Straße im Kopf“ erzählte. Er hat jahrelang als Obdachloser gelebt und wurde aufgrund seines ersten Buches, in dem über sein Leben auf der Straße berichtete, zum Bestsellerautor und sein Leben veränderte sich. Das alte Straßenleben ist noch immer in seinem Kopf und er erlebt zwei Welten. Offen, mitnehmend und gesellschaftskritisch teilte er seine Gedanken mit uns:

Erneut ging es für mich zur großen Messebühne. Tobias Schlegel sprach zu seinem Buch „Leichtes Herz und schwere Beine. Mit Mama auf dem Jakobsweg“. Mit seiner 73-jährigen Mutter ist er den Jakobsweg gegangen und hat ihr damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Er lernte seine Mutter auf dieser besondere Reise ganz neu kennen. Ja, meine Bücher-Wunschliste wächst und wächst:

Dimitrij Kapitelman zu seinem Roman „Russische Spezialitäten“. Im Buchmessenprogramm wird dieses Werk passend beschrieben als „tragisch, zärtlich und komisch zugleich“:

In der schönen #buchbar genoss ich einen Cappuccino:

Und hörte Carolin Stüdemann zu, die das Buch „Die Zukunft unseres Wassers“ geschrieben hat und den Fragen nachgeht, was Wasser kann, wem es gehört und wo es fehlt. Sie engagiert sich mit ihrer NGO Viva con Aqua seit Jahren dafür, dass die gesamte Menschheit einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser erhält:

Bei Kaffee und Kuchen – so das Konzept der #buchbar – hörten die Menschen ihr zu und kamen anschließend mit ihr ins Gespräch:

Immer wieder viele Cosplayer auf der Leipziger Buchmesse:

Ich erlebe jede Buchmesse als eine politische Messe, auch diesmal war dies sehr spürbar bei all den bedeutsamen Veranstaltungen. Hier sprach Carlo Masla über sein Sachbuch „Wenn Russland gewinnt. Ein Szenario“:

Die Themen waren vielfältig, auch das zeichnet die Buchmessen aus. So hatte auch New Adult seinen Platz auf der Buchmesse. Tami Fischer zu ihrem aktuellen Roman:

Und was gehört auch zu einer Buchmesse? Lesende Menschen, unbedingt. Und die sind zu erleben, wie ihr seht:

Die Debütantinnen Eva Strasser mit „Wildhof“, Ines Habich-Milović mit „Dein Vater hat die Taschen voller Kirschen“ und Fiona Sironic mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“, moderiert von Wiebke Poromka:

Noch einmal ein Blick auf den Stand des Gastlands Norwegen mit seinen großartigen Autorinnen und Autoren:

Der Buchmessentag nahte sich dem Ende entgegen und die sonst so vollen Stände leerten sich:

Viele Worte, Gespräche, Gedanken durften hier wie an all den anderen Plätzen der Buchmesse erlebt werden:

Auch für einige Cosplayer war es Zeit, die Kostüme abzustreifen:

Was ein Geschenk, so viele wundervolle Bücher hier erlebt zu haben. Mit vielen Eindrücken verließen wir das Messegelände.

Und erlebten am Abend „Poetry Jam“ in der Stadt und damit einen wunderbaren Abend mit tollen Texten und sympathischen Menschen:

Ich blicke sehr dankbar auf diese Buchmesse zurück. Morgen geht es nach Hause. Im Gepäck werde ich nicht nur viele tolle Bücher mitnehmen, sondern auch viele gute Begegnungen, viel Inspiration, viel Stärkendes und vieles, das nach nachwirken wird.
Die Themen der Zeit – wie Klimagerechtigkeit und Demokratie – fanden hier viel Raum und ich erlebte ein wertschätzendes Miteinander und viele mutige Menschen, die ihre Stimme erheben. Ich bin dankbar über all die Menschen, die nicht aufhören, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, mit ihren Geschichten, mit ihren Anstößen, mit ihren Gedanken und mit ihrem Einsatz. Und wir alle gestalten diese Welt mit, schreibend, lesend, lebend. Und lasst uns viel viel lesen.
Es grüßt euch aus Leipzig mit soooo viel Bücherliebe

eure Marion

Leipziger Buchmesse – Samstag

Der Samstag ist der am meisten besuchte Tag der Buchmesse. So war es auch heute voll, überall lesefreudige Menschen.

Im Pressenzentrum sind alljährlich die für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse nominierten Werke ausgestellt:

Im Vorbeigehen sah und hörte ich Gregor Gysi, umgeben von großer Zuhörerschaft:

Denis Scheck mit seinem temporeichen Format Druckfrisch, bei dem er aktuelle Literatur und Sachbücher vorstellt und empfiehlt. Mit dabei Lyrik von Mascha Kaleko, ausgewählt von Daniel Kehlmann. Schön, Denis Scheck trug  zwei der Gedichte vor:

Mein Platz ist meist nah an der Bühne, schließlich möchte ich gute Fotos mit euch teilen, und wenn es voll ist, dient der Fußboden als Sitzplatz, wie ihr seht:

Später entdeckte ich im Vorbeigehen Klaus-Peter Wolf, der signierte:

CORRECTIV und KATAPULT mit einem informativen und sehr interessanten Vortrag zu ihrem gemeinsamen Buch „100 Karten über Rechtsextremismus“. Eine der dargestellten Fakten zeigt, wenn ein Ausländer eine Gewalttat begeht, ist der mediale Aufschrei weitaus größer als wenn ein Deutscher sie begeht. Seht selbst:

Viele politische Themen sind auf der Buchmesse zu finden. Gut besucht war auch diese Veranstaltung „Zu Besuch am rechten Rand. Warum Menschen die AfD wählen“. So heißt auch das gleichnamige Buch von Sally Lisa Starken:

Später erlebte ich Hape Kerkeling, der zu seinem Buch „Gebt mir etwas Zeit. Meine Chronik der Ereignisse“ und zu seinem Leben erzählte. Mit dabei viel Humor:

Ich sprach zuvor mit einer Frau, die auf Teneriffa lebt und extra für Hape Kerkeling angereist ist. Aus Teneriffa und anderswoher, definitiv viel Publikum:

Am CORRECTIV Stand erzählte Bastian Schlange  über „Was tun gegen Lügen, Hass und Desinformation“, so auch der Titel des gleichnamigen Buchs. Einer seiner Sätze war „Wir alle sind Journalisten und gestalten diese Welt mit.“:

Buch und Deko am Stand:

Beim Gang durch die Hallen erlebte ich gute Gespräche und ansprechende Verlage:

Der Stand der Kunsthochschule Halle mit bezaubernden Werken:

Auch die Veranstaltungen am taz Stand sind sehr gut besucht:

Er gehört zu jeder Buchmesse, Sebastian Fitzek, diesmal zu seinem Buch „Kalendermädchen“:

Aufgrund der Manga-Comic-Con sind auf der Leipziger Buchmesse überall kostümierte Menschen zu sehen. So wie diese beiden:

Abends ging es für uns zu der Veranstaltung „Den Club of Rome fragen…Wie schaffen wir eine klimagerechte Zukunft?“ der Klimabuchmesse. Eine bedeutsame und stärkende Diskussion mit Oliver Wagner (Co-Autor „Earth for All Deutschland“), Claudia Kemfert, („Unlern CO 2“), Peter Hennicke („KlimaGerecht“), Kathrin Hartmann („Öl ins Feuer“) und der Moderatorin Antonie Rietzschel sowie mit Fragen des Publikums:

Einer der vielen guten Sätze, die ich heute Abend hörte: „Der Einsatz für Klimagerechtigkeit ist die größte Rettungsaktion, die wir machen können.“

Gruppenfoto der Miwirkenden:

Hiernach ging es um „Auf der Suche nach einer besseren Zukunft“ und warum literarische Zukunftsutopien Mangelwaren sind, wir sie jedoch dringend brauchen. Mit Karen Nölle (Co-Übersetzerin von Le Guins „Immer nach Hause“), Aiki Miri („Proxi. Eine Endzeit-Utopie“), Mary Stormhouse („Draußen“) und der Moderation von Annette Schaumlöffel und Raffael Weger:

Viele lesenswerte Bücher auf dem Büchertisch:

Und dann sind da noch die unerwarteten herzlichen Begegnungen. (Danke, liebe Peggy, dass du mir dein Buch heute geschenkt hast!)

Ich blicke auf einen erfüllten Buchmessentag zurück. Dankbar, hier viel Stärkendes zu erleben, grüßt euch

eure Marion

Leipziger Buchmesse 2025 – Freitag

Ein weiterer sonniger Buchmessentag:

Der Gang zum Pressezentrum am Morgen:

Hier habe ich mich gestern akkreditiert:

Ich gebe zu, ich genieße die Vorteile des Presseausweises, so zum Beispiel nicht in der Schlange anzustehen:

Und die noch leeren Räume:

Der norwegische Autor Oliver Lovrenski zu seinem Buch „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann?“:

Schnell füllte es sich:

Die wunderbare Martina Hefter (wer ihren Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ noch nicht gelesen hat, unbedingt lesen) im Gespräch mit Regula Venska über Literatur und ihre Produktionsbedingungen:

Überall laden Ruheinseln ein:

Tolle Bücher, toller Stand, tolle Arbeit von Correctiv:

Ebenso toll, der Katapultverlag mit seinen Büchern:

Klänge Norwegens am Klavier:

Beliebt für Selfies waren Gazelle und Gialu, bekannt in der TikTok Szene:

Eckhard von Hirschhausen mit seinem aktuellen Buch „Der Pinguin, der fliegen lernte“ im Gespräch mit Katty Salie. Auch er machte – wie viele andere Autorinnen und Autoren, die ich hier erlebe – deutlich, wie bedeutsam es ist, dass wir uns für Klimagerechtigkeit einsetzen:

Heike Geisler zu ihrem Buch „Verzweiflungen“:

An vielen Leseorten große Zuhörerschaft:

Und endlos wirkende Schlangen, die mich immer wieder staunen lassen:

Solche Mitmachaktionen mag ich, gestempelte Wörter:

Herrliche Wortneuschöpfungen:

Ein Blick von oben in die Glashalle:

Auch das Draußen lud ein:

Wiedersehensfreude am schönen Elif Stand mit Wolfgang Schiffer und Dinçer Güçyeter (vielen hier Lesenden bekannt. Auch hier noch ein Buchtipp „Deutschlandmärchen“ von Dinçer Güçyeter, solltet ihr es noch nicht gelesen haben):

Viele tolle Bücher und Autoren konnte ich heute erleben, so auch  Talheim Durgun („Mama, bitte lern Deutsch!)  im Gespräch mit Jo Schück:

Lesefreudige Kinder:

Was ein schönes Motto dieses guten Verlags „Eine Art zu fliegen. Eine Art zu lesen“:

Leider nur kurz erlebt, Ferien Zaimoglu zu seinem Buch „Sohn ohne Vater“:

Die feine Kunstecke:

Dem stimme ich zu:

Der Gutenbergstand gehört definitiv zu jeder Buchmesse:

Der ukrainische Stand mit bedeutsamen Veranstaltungen:

Gastland der Leipziger Buchmesse ist in diesem Jahr Norwegen und präsentiert viele Bücher und Veranstaltungen. Was ein schöner Stand:

Gaea Schoeters zu ihrem Buch „Trophäe“:

Die Bücher in der #buchbar:

Am Abend wurde es leer in der Buchbar:

Zum Abschluss auf der Messebühne Poetry Slam mit Nils Straatmann:

Auch das Pressezentrum leert sich am Abend:

Viel Wunderbares habe ich auch heute gesehen. Diese Figur bestimmt auch:

Auch in der Stadt finden viele Veranstaltungen im Rahmen der Buchmesse statt. So erlebten wir zum Tagesabschluss „Die Lyrikempfehlungen 2025 in der Lyrikbuchhandlung“. Hier ist Daniela Seel zu sehen, die mit mitnehmend schöner, zarter Stimme ihre Gedichte vortrug:

„Wunderbar, dass so viele Menschen den Gedichten zuhören“ sagte jemand neben mir. Seht selbst:

Glücklich und dankbar über die vielen guten Gespräche, Begegnungen, über die Bücher und Autorinnen und Autoren, die ich heute erleben durfte, grüßt euch aus Leipzig

eure Marion

Leipziger Buchmesse 2025 – Donnerstag

Buchmessenzeit! Ich bin hier in Leipzig und besuche die Buchmesse mit meiner Tochter. Einige der Eindrücke teile ich gerne mit euch.

Die Treppe im Sonnenschein:

Nach einem kurzen Gang durch die Hallen ging es für mich zu Maja Lunde, die zu ihrem aktuellen Buch „Für immer“ mit Shila Behjat sprach. Wie bei allen Veranstaltungen, die ich hier erlebe,  gehen die Gespräche weit über die aktuellen Bücher hinaus:

John von Düffel zu seinem Buch „Ich möchte lieber nichts. Eine Geschichte vom Konsumverzicht“ im Gespräch mit Gert Scobel:

Die gut besuchte Preisverleihung des Leipziger Buchpreises 2025:

Die Gewinnerin im Bereich Belletristik Kristine Bilkau mit ihrem Roman „Halbinsel“. Sie schenkt nicht nur dieses sicherlich sehr lesenswerte Buch, sondern auch eine tolle Dankesrede:

Im Anschluss erlebte ich Luisa Neubauer zu ihrem Buch „Was wäre wenn wir mutig sind?“ mit Katty Salie:

Viele Menschen hörten ihren stärkenden Worten zu und gaben viel Applaus:

Irina Rastorgueva, die mit ihrem Buch „Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung“ den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Sachbuch gewann und nun interviewt wurde:

Hier noch mal die frisch gekürte  Buchpreisgewinnerin im Bereich Belletristik:

Abends ging es für uns zur Moritzbastei:

Viele Buchvorstellungen in diesen atmosphärisch einladenden Räumen:

Eine der Stimmen, die so mitnehmend schön vorlas, das es mucksmäuschen still war: Katharina Köller aus ihrem Buch „Wild wuchern“:

So ging ein erster Buchmessentag zu Ende mit wunderbaren Büchern, großartigen Autorinnen und Autoren, klaren Worten und guten aktuellen Debatten. Bereits heute am ersten Buchmessentag denke ich, Bücher sind ein solch wichtiger Beitrag für  eine demokratische Gesellschaft,  für ein vielfältiges Miteinander und sie schenken wunderbare Geschichten.

So grüßt euch aus Leipzig, dankbar hier zu sein

eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 5

Gerne teile ich meine Eindrücke von Sonntag und damit dem letzten diesjährigen Buchmessentag.
John Strelecky sprach zu seinem Buch „Zeit für Fragen im Café am Rande der Welt“. In dem Buch hat er 46 Fragen beantwortet, die seine Leserinnen und Leser ihm gestellt haben. Dabei reicht die Palette von „Findest du Inspiration in Obst?“ bis hin zu „Hast du schon Pläne für deine eigene Beerdigung?“
Er beantwortete Fragen aus dem Publikum. Auch den Begriff der Museumstage erläuterte er noch mal. Es geht um die Vorstellung, am Ende unseres Lebens durch ein Museum zu gehen, das unser Leben darstellt. Welche Bilder würden wir sehen, mit welchen Museumstagen ist unser Leben gefüllt? 
John Strelecky, immer mit Hut. Für ihn ist der Hut übrigens nicht nur einen Schutz gegen Regen und Sonne, sondern sein Zeichen, dass das Abenteuer weitergeht:

Lyrik zum Wachwerden, hieß diese Veranstaltung, bei der lyrix-Preisträger*innen ihre Gedichte vorlasen:

Beim Büchertalk war Bärbel Schäfer im Gespräch mit Ursula Poznanski über ihr Buch „Scandor“. In diesem Buch geht es um eine Challenge, bei der Hundert Menschen antreten, um den unfehlbaren Lügendetektor Scandor zu testen. Scandor wird am Unterarm getragen und begleitet die Kandidatinnen und Kandidaten rund um die Uhr, er bemerkt jede Lüge, auch die als harmlos geltenden oder lieb gemeinten. Wer lügt, fliegt aus der Challenge raus. Die Person, die am Ende übrigbleibt, erhält ein Preisgeld von 5 Millionen Euro.
Ich habe bereits mit Leuten gesprochen, die Scandor gelesen haben. Sie sagten, sie konnten das Buch kaum aus der Hand legen und zudem haben sie viel über das Thema Lügen nachgedacht. Spannend, wie ich finde:

Hier seht ihr die Agora von oben. Es war wieder leerer, nur an den Signierboxen lange Schlangen:

Gerne erlebe ich bei der Buchmesse neue Angebote. So habe ich an der „Expediton OFFside: Ein philosophischer Audiospaziergang ins Lesegelände mit André Ourednik“ teilgenommen:

Es war eine Expedition in oftmals ungesehene oder übersehene Gebiete und Ecken der Buchmesse. Ein philosophisch poetischer Spaziergang, der das Messetreiben in neuem Licht zeigte. Dieser Audiospaziergang war ein Innehalten und schenkt Raum zum Zuhören und Nachdenken über das Leben und unsere Sinne. Klasse fand ich, dass das Messetreiben und die Menschen um uns herum einbezogen wurden und sie unwissentlich eine Rolle in der Performance spielten. So auch hier bei unserem Blick die Rolltreppe hinunter:

Kasia Lewandowska, die ich jedes Jahr hier treffe, zeigte wieder viel Neues an ihrem kreativen Stand. Wir hatten uns bereits am Dienstag wiedergesehen. Als ich sie nun – am letzten Messetag – fragte, ob sie nicht erschöpft sei, antwortete sie: „Nein, das ist für mich hier wie ein Paradies!“ Wunderbar, liebe Kasia.

Michel Friedmann, dieser klare Denker, im Gespräch mit Heinz Bude, über die Zukunft der Demokratie. Wie immer schenkte er gute wichtige Aussagen. Hier – wie bei einigen anderen Veranstaltungen – waren Sicherheitsleute, ihr seht sie links und rechts stehen:

Nicht nur bei diesem Gespräch tauchte Kritik an dem Gastland Italien auf, und ich finde Kritik bedeutsam und finde richtig und wichtig, dass sie Platz bei der Frankfurter Buchmesse hatte. Die Kritik betrifft die Rechtsregierung des Landes und dass nicht regimekonforme Autoren nicht zur offiziellen Delegation des Gastlandes gehörten. Auf der Buchmesse hatten diese Autoren dennoch Raum, denn sie wurden von den deutschen Verlagen eingeladen. Roberto Saviano etwa, von dem ich Samstag berichtete, wurde auf der Buchmesse bejubelt.

In der SHEROES- Reihe erlebte ich nun Jagoda Marinic im Gespräch mit Svenja Flaßpöhler (mitte, „Streiten“) und Elsa Koester (links, „Im Land der Wölfe“).
Wie so oft hier auf der Buchmesse erlebte ich eine tolle Debattenkultur. Jagoda Marinic sagte zum Abschluss des Gesprächs „Streiten Sie in Verbindung. Streiten Sie lustvoll und versöhnlich“:

Bei der nächsten Veranstaltung sprach Mona Ameziane mit den Autorinnen Bianca Iosivoni, Josi Wismar und Tami Fischer über die New Adult Buchlandschaft in Deutschland, die zur Zeit ein großes Wachstum zeigt und viele junge Menschen erreicht:

Die Veranstaltung von oben betrachtet:

Zum Abschluss ging es für mich in den Ehrengast Pavillon Italien zur „GastRollen-Übergabe Ehrengast 24 Italien – Ehrengast 2025 Philippinen“.
Dies ist die feierliche Abschlussveranstaltung des aktuellen Ehrengastauftritts und jährlich wird die „GastRolle“ – ein speziell für die Frankfurter Buchmesse entworfenes Kunstobjekt – um ein weiteres literarisches Zitat bereichert und dem nächsten Gastland überreicht.
Schön, dass somit die lyrischen Zitate wachsen.
Nach den Reden wurde die GastRolle von Italien an die Philippinen überreicht:

Traditionelle philippinische Musik gab es auch:

Und wunderbarer Gesang des nächsten Gastlandes:

Die Philippinen sind eine Nation des Story Tellings und sicherlich werden wir im nächsten Jahr viele inspirierende Geschichten dieses Gastlandes erleben.
Lustig und schön fand ich, dass bei den Fotos immer mehr zusammengerückt und immer mehr Menschen hinzugerufen wurden. Es wurde viel gelacht und ich merkte, wie ich mich bereits nun auf dieses neue Gastland freue.
Ist das nicht ein schönes Sinnbild dafür, dass für jede und jeden Platz ist, wenn wir zusammenrücken?
Seht selbst, eine schöne Vermehrung:

Zum Abschluss teile ich noch ein paar Zahlen mit euch:
230.000 Besucher*innen besuchten die diesjährige Frankfurter Buchmesse. Mit 115.000 Fachbesucher*innen (Vorjahr: 105.000) aus 153 Ländern (Vorjahr: 130 Länder) und 115.000 Privatbesucher*innen (Vorjahr: 110.000) legte die Buchmesse damit sowohl als internationale Geschäftsmesse der Medienbranche wie auch als Festival des Lesens zu – und dies trotz der limitierten Kartenkontingente für die beiden Wochenendtage.
Mehr als 4.300 Ausstellende (Vorjahr: 4.100) präsentierten sich in den Hallen und mehr als 7.500 Medienvertreter*innen (Vorjahr: 7.000) berichteten über die gut 3.300 Veranstaltungen der Buchmesse.

Die Worte von Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, füge ich gerne hinzu: „Die Frankfurter Buchmesse hat sich erneut als die große Plattform für den Austausch, die Vernetzung und für gute Geschäfte erwiesen. Gleichzeitig war sie ein Fest der Ideen, der Debatten und neuen Perspektiven auf die Fragen der Zeit. Und wer sich die wachsende Lesebegeisterung bei jungen Menschen bisher nicht vorstellen konnte, erlebte sie auf der Messe eindrucksvoll: Zu sehen, wie Zigtausende Bücherfans ihre Lieblingsbücher und -autor*innen feierten, weckt Lust auf die Zukunft des Buches.“

Lust auf die Zukunft des Buches, ja, die habe ich auch und Lust auf die Gegenwart des Buches, denn viele großartige neue Bücher warten nun darauf, gelesen zu werden.
Ich blicke auf eine intensive, reichhaltige, berührende, wunderbare Buchmesse zurück. Wie jedes Jahr habe ich das Gefühl, dass die Themen der Zeit hier Raum fanden. Raum, in dem in einer guten Art und Weise wurde miteinander gesprochen und debattiert wurde. Die Veranstaltungen zeigten, wie die Themen der Zeit miteinander verbunden sind, so sind Demokratie und Klimakrise nicht voneinander zu trennen. Besonders fiel mir auf, wie viele Menschen und Veranstaltungen sich mit dem Thema Demokratie und Menschlichkeit befassen. Das finde ich hoffnungsvoll und stärkend.
Es gibt sie und es ist wichtig: Hoffnung, Verbundenheit, Mut und Lust, Zukunft zu gestalten.

So grüße ich euch, viele schöne Erlebnisse der Buchmesse in mir tragend und mit ganz viel Buchliebe,
Eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 4

Samstag ist der meistbesuchte Tag der Frankfurter Buchmesse.  In diesem Jahr waren die Eintrittskarten bereits vor ein paar Tagen ausverkauft.
Wenn ich die vollen Gänge sehe, dann denke ich immer, das Buch lebt, und wie!
Auch an gut besuchten Tagen lassen sich ruhige Ecken finden.
Meine erste Veranstaltung führte mich zum „Der AfD-Komplex – Demokratie in Gefahr“ mit den beiden CORRECTIV-Reportern Jean Peters und Marcus Bensmann:

CORRECTIV zeigte wieder einmal, was für einen wichtigen, mutigen aufdeckenden Journalismus sie betreiben. Die Veranstaltung machte deutlich, wie bedeutsam es ist, hinzusehen und nicht wegzusehen, was die AFD möchte. Jean Peters riet dazu, bei der AfD zu lesen, da wir somit von ihren Plänen und Werten erfahren. Die beiden Journalisten veranschaulichten in ihrem Gespräch, mit welchen gefährlichen völkischen Ideen diese Partei besetzt ist. Die Bücher der beiden, die ihr auf dem Foto seht, sind sicherlich sehr lesenswert.
Zu Recht erhielten die beiden Journalisten viel Wertschätzung und Applaus in dem voll besetzten Frankfurt Pavilon:

Viele gute Veranstaltungen bekomme ich nur am Rande mit, so auch die Vorstellung der Sieger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2024, von der ich euch dennoch gerne ein Foto zeige, da ich Kinder-und Jugendliteratur sehr bedeutsam finde:

Auf dieser Veranstaltung wurde das Jugendwort 2024 bekannt gegeben. Die Top 10 Wörter wurden in einem Videobeitrag präsentiert und am Ende des Videos das Jugendwort des Jahres enthüllt: Aura. Anschließend wurde über Sprache und Jugendkultur gesprochen:

Einige Veranstaltungen sind so stark frequentiert, dass die Menschen nicht mehr in die betreffenden Räume hineinkommen. Dank meines Presseausweises darf ich immer hinein, so dass ich dieses Foto aufnehmen konnte. Mai Thi Nguyen-Kim und Marie Meimberg, beide schreiben beliebte Wissenschafts-Sachbücher für Kinder, mit der Moderatorin Kathleen Hildebrand:

Die Buchmesse lässt auch die Menschen an den Gesprächen teilnehmen, die nicht mehr in den Pavilion hineinkonnten. So wird das Gespräch auf einem großen Bildschirm nach Draußen übertragen. Das wurde genutzt:

Die Literaturbühne von ARD, ZDF und 3SAT von oben:

Ich staune immer wieder, wie voll es am Samstag ist. Ich schiebe an der Stelle ein Foto vom Eröffnungstag ein:

Ich mag die Tage, an denen wenig los ist und ich mag es auch, wenn viel los ist, denn das bedeutet, dass viele Menschen Bücher lieben.
Zurück zu heute. Denis Scheck stellte bei der Veranstaltung Druckfrisch in seiner gewohnt temporeichen Art einige seine Lieblingsbücher vor:

Mit dabei diesmal sogar Pixi-Bücher. Beliebte Autor*innen wie Cornelia Funke, Paul Maar oder Saša Stanišić haben Pixi zum 70-jährigen Jubiläum Geschichten geschrieben und ein Set aus 8 Pixi-Büchern ist daraus entstanden.
Weiterhin empfahl er:
Die Vegetarierin von Han Kang, Lichtungen von Iris Wolff und Hey guten morgen, wie geht es dir von Martina Hefter.
Schön fand ich, dass er auch einen Gedichtband empfahl, und zwar „Nach Eden. Gedicht“ von Daniela Seel. Er sagte dazu: „Wenn Sie ein Buch suchen, das berührt, dann lesen Sie dieses.“
Weiterhin empfahl er den Roman Muttersuchen von Eva Christina Zelle, den Comic Komplett Kafka von Nicolas Mahler sowie Im Krieg – Zwei illustrierte Tagebücher aus Kiew und St. Petersburg von Nora Krug, laut Scheck ein mutiges Unterfangen, dieses gezeichnete Buch zum russischen Angriffskrieg.
Seine Empfehlungen gingen weiter mit Innerstädtischer Tod von Christoph Peters, Helden von Frank Schätzing, Unser Ole von Katja Lange-Müller, Bei aller Liebe von Jane Campell, Mein drittes Leben von Daniela Krien, Die vorletzte Frau von Katja Oskamp, Reichskanzlerplatz von Nora Bossong und das wunderbare Buch mit dem langen Titel „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ von einem meiner Lieblingsautoren Saša Stanišić.
Es ging weiter mit dem Bilderbuch Earhart, Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt von Torben Kuhlmann und Schecks persönlichem Lieblingsbuch der diesjährigen Buchmesse, der Roman Die Eisenbahnen Mexikos von Gian Marco Griffi.
Was eine vielfältige Palette und ich halte sie tatsächlich alle für lesenswert.

Die Maus kann auf die Bühne und mit ihr Max und Oskar, die von ihren Lieblingsbüchern erzählten. Auch Kinder aus dem Publikum wurden nach ihren Lieblingsbüchern befragt:

Roberto Saviano war im Gespräch mit Denis Scheck zu erleben. Seit seinem Werk „Gomorrha“ ist Saviano bekannt geworden im Kampf gegen die Mafia. Als er die Bühne betrat, erhielt er tosenden wertschätzenden Applaus vom Publikum. Das war wieder einer der berührenden Momente auf der Buchmesse.
In dem guten Gespräch ging es um Angst und Mut und um seinen Roman Falcone. Saviano zeigt anhand von Falcones Geschichte wie durch Zivilcourage die Welt verändert werden kann. „Mutig wird man, um sich selbst treu zu bleiben“, so Saviano. Auf die Frage, wie er mit seiner eigenen Angst umgehe – Savione lebt seit Jahren unter Polizeischutz, auch hier auf der Buchmesse ist er mit Schutzpersonen unterwegs – sagte, er habe manchmal Angst und Panik und „Literatur ist mein Heilmittel, Schreiben und Lesen bedeutet für mich, dass ich mich wirklich unsterblich fühle in irgendeiner Art.“

Sabin Tambrea, den viele sicherlich als hervorragenden Schauspieler kennen, war nun auf der Literaturbühne zu erleben zu seinem Buch „Vaterländer“:

Ich gebe zu, dass ich bei vielen Schauspielern und Schauspielerinnen kritisch bin, wenn sie ein Buch veröffentlichen. Dieses Buch hingegen steht nun auf meiner Wunschliste.
Zu Beginn des Interviews meinte die Moderatorin Katty Salie, Sabin Tambrea sei gerade symbolisch zum Ritter geschlagen wurde, weil Denis Scheck ihm gesagt habe, dass sein Buch gut sei.
In dem Roman erzählt er die Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie durch die Augen dreier Generationen, des jungen Sabin, seines Vaters und seines Großvaters.
Bei jedem Gespräch, das ich hier erlebe, geht es nie nur um die Bücher, immer geht es auch um den Menschen, der das Buch schreibt.
Sabine sagte in dem Gespräch, er habe eine sentimentale Seele, in ihm wohne immer eine Abschiedsangst, da er als Kind früh seine Heimat verloren habe. Seine feinsinnigen Worte und sein Buch zeigen, was es für Menschen bedeutet, aus ihrer Heimat zu fliehen. Was für ein bedeutsames Buch in unserer heutigen Zeit, wie ich finde.
„Es tut gut zu sehen, wie sich das Publikum berühren lässt. Dass es die Herzen erreicht, das ist ein großes Geschenk“, so sagte er.

Hier seht ihr links im Bild Anne Applebaum, die morgen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten wird:

Schön war es, sowohl gestern als auch heute, unerwartet frühere WG-Mitbewohnerinnen von mir zu treffen und in den Pausen über das Leben und Bücher zu reden.
Immer wieder lohnenswert ist ein Besuch am Amnesty International Stand. Unterschriften zu geben und sich somit für die Freiheit einzusetzen, ist etwas sehr Leichtes, das wir alle machen können:

Eine weitere berührende Veranstaltung erlebte ich nun, bei dem das Buch „People of Deutschland. 45 Menschen, 45 Geschichten. Über Rassismus im Alltag und wie wir unser Land verändern wollen“ vorgestellt wurde:

Die Moderatorin sprach von einem „Zauber des Buches“, es sei sehr berührend und eindrucksvoll. Die Veranstaltung zeigte, wie wahr ihre Worte sind. Die Mutter zu hören, die ihr Kind in Hanau verloren hat, ging sicherlich jedem im Raum nahe. Sie sagte die guten Worte „Menschen können Rassismus verbreiten und genauso können wir auch Menschlichkeit verbreiten“:

Mona Amaziane war im Gespräch mit Caroline Wahl zu ihrem Buch „Windstärke 17“. Ich habe es bereits gelesen und finde es lesenswert:

Jo Lendle sprach und las aus seinem Buch „Die Himmelsrichtungen“:

Zum Abschluss des heutigen Tages erlebten wir die Poetry Sammlerin Pauline Puhze mit berührenden Texten:

Meine Augen und mein Inneres freute sich bei diesem Anblick: Einen Mitarbeiter der Frankfurter Buchmesse lesend zu sehen. Wenn nicht viel los ist, dürfen sie das, ein Buch zur Hand nehmen und lesen. Wunderbar, denn das gehört definitiv zu den schönen Seiten des Lebens:

So grüße euch mit ganz viel Leselust aus der Buchmessenstadt Frankfurt
Eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 3

Der morgendliche Blick aus dem Hotelzimmer mit Blick auf den Messeturm:

Nachdem ich am Morgen wieder den schönen italienischen Gitarrenklängen von Giandomenico Anellino im Gastland Pavilion lauschte, ging ich zur Literaturbühne.
Hier sprach die Moderatorin Miriam Böttger mit Katja Lewina zu ihrem aktuellen Buch „Was ist schon für immer. Vom Leben mit der Endlichkeit“. Ein tolles Gespräch, in dem die Autorin offen über das Sterben redete. Das Gespräch zeigte es, es gibt sie, schöne Bücher über das Sterben.

Hier seht ihr den Moderator Joachim Dicks im Gespräch mit Melanie Raabe zu ihrem neuen Roman „Der längste Schlaf“. Der Moderator meinte zu dem Buch: „Seien Sie vorsichtig, wenn Sie anfangen dieses Buch zu lesen, werden Sie alles andere beiseite schieben und weiterlesen wollen.“:

Das entdeckte ich im Publikum. Rainer Lieser heißt der kreative Zeichner. Er besucht die Buchmesse mit Zeichenblock ausgestattet und zeichnet viel von dem, was er erlebt. Wunderbar, wie sich Literatur und Zeichnungen treffen.

Kennt ihr das? Wenn ihr zwei Sätze eines Buches hört und wisst, dass ihr es lesen müsst. So ging es mir bei der nächsten Veranstaltung. Der italienische Autor Fabio Stassi war mit seinem Buch „Die Seele aller Zufälle“ anwesend. Die Übersetzerin Judith Krieg las aus diesem Roman vor und Annette Kopetzki moderierte das Gespräch. Der Protagonist des Buches ist ein Bibliotherapeut. Fabio Stassi sagte den schönen Satz, der zu dem Buch passt und zu dem, woran er selbst glaubt, dass „Bücher Heilkräfte haben und heilen können.“
„Unsere Geheimnisse sind viel interessanter als irgendwelche Krimihandlungen“, auch diesen Satz von Stassi hebe ich gerne auf.
Annette Kopetzki beschrieb den Sound des Buches als „leicht melancholisch, doch nie resigniert.“
Schön ist es, neue italienische Literaten zu entdecken, auch das schenkt die Buchmesse.
Ich erlebte nicht nur ein Buch mit einer sehr schönen Sprache, sondern auch ein tolles angenehmes Gespräch. Und… ich ließ mir das Buch direkt signieren und bekam dazu ein feines herzliches Gespräch mit Stassi.

Sicherlich vielen bekannt, Mona Ameziane und Christine Westermann, die den Podcast „Zwei Seiten – der Podcast über Bücher“ betreiben. Sie zeigen damit – neben der Liebe zur Literatur -, dass Literatur eine wertvolle Brücke zwischen den Generationen ist.
Heute erhielten sie den Julius-Campe-Preis. Dieser Preis wird jährlich auf der Frankfurter Buchmesse vergeben und ist mit 99 Flaschen edlen Weins und des bei HOFFMANN UND CAMPE  erschienenen Faksimiles des Manuskripts der »Französischen Zustände« Heinrich Heines dotiert.
Tommi Schmitt, ein Podcaster, Moderator und Kolumnist, hielt eine großartige Laudatio. Einer seiner Sätze dabei: „Diese beiden Stimmen machen viel Spaß, wie Olivenöl und Brot.“

Die sympathische Mithu Sanyal im Gespräch mit Denis Scheck zu ihrem aktuellen Roman „Antichristie“. Hach, so viele klasse Bücher:

Und dann passiert es mir manchmal, dass ich nur kurz irgendwo hineinhören möchte und dann eine ganze Stunde dort bleibe, da ich so fasziniert und begeistert bin. So auch nun bei der Buchvorstellung von Jakob Springfeld „Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen Rechts.“
Jakob Springfeld ist in Sachsen aufgewachsen und erzählt in seiner aufrüttelnden Lebensgeschichte persönliche Erlebnisse. „Ein Buch von schonungsloser Offenheit“, so die Moderatorin.
Jakob Springfeld sagte, „dass wir alle Verantwortung tragen und klare Kanten zeigen sollten, wenn uns Rassismus begegnet.“
Er ist mit seinem Buch in Schulen unterwegs. Was ein wichtiges und aktuelles Projekt.
Ich wünsche mir sehr, dass viele Lehrerinnen und Lehrer dieses Buch aufnehmen!

Auf der Agora gute Stimmung bei italienischer Musik:

Ab 14 Uhr war die Buchmesse für Privatbesucher*innen geöffnet, an den Tagen zuvor ausschließlich für Fachpublikum.
Wie ihr seht, bedeutet das, dass es voller wird.
Zwei Fotos: Die Signierboxen am Vormittag und nach 14 Uhr:

Für mich gab es nun ein Wiedersehen mit meinem Mann, auf der Piazza im italienischen Pavilion, was ein schöner Treffpunkt.
Hier gab es auch – ganz Italien – einen Zeichner zwischen den espresso- oder cappuccinotrinkenden, erzählenden, lesenden und schlendernden Menschen:

In den Hallen auch der ukrainische Stand:

Ein klasse Buch und wie toll, dass es in so vielen Sprachen erhältlich ist:

Der ZEIT-Journalist Kilian Trotoir, der gemeinsam mit Tatjana Schell das Buch „Sinn finden – Warum es gut ist, das Leben zu hinterfragen“ geschrieben hat. Die Moderatorin beschrieb es als „Ein stärkendes Buch mit viel Verständnis drin, für sich selbst und andere.“:

Salwa Housmi sprach mit Juliane Löffner über ihr aktuelles Buch „Missbrauch, Macht & Medien. Was #MeToo in Deutschland verändert hat“:

Daniela Krien (sie tauchte bereits in meinem gestrigen Bericht auf) zu ihrem Buch „Mein drittes Leben“. Ein schönes Gespräch und auch dieses Buch steht auf meiner Wunschliste:

Poetry Slammer Jan Cönig, herrlich und sehr humorvoll war es, ihm zuzuhören:

So ging es nicht nur mir:

Am Abend ging es für meinen Mann, unsere Tochter und mich zur ARD Radiokulturnacht der Bücher, von der ich euch im Nachgang berichten werde.

Es grüßt euch nach einem weiteren reichhaltigen Buchmessentag mit viel Buchliebe
Eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 2

Meine erste Veranstaltung führte mich zur Pressekonferenz des Gastlands 2025 Philippinen, welches das Motto tragen wird „Fantasie beseelt die Luft“. Sicherlich wird dieses Gastland ein vielfältiges Bild schenken und ich freue mich nun schon darauf, die Literatur- und Kulturlandschaft dieses Landes kennenzulernen.

Mitmachaktionen gibt es auf der Buchmesse an vielen Ecken zu entdecken:

Bei meinem Gang durch die Hallen ergaben sich viele:

Neu ist in diesem Jahr die New Adult Arena in Halle 1.2., damit wird dem steigendem Interesse vor allem junger Leser*innen an einer persönlichen Begegnung mit ihren Lieblingsautorinnen und -autoren entgegengekommen. New Adult ist ein neues Genre, das zur Zeit viel Erfolg hat und Untersparten wie Romantasy und Dark College aufweist. Definitiv sind hier viele buchliebende junge Menschen zu erleben:

Für mich ging es nun zum „Talk im Rahmen der 30-Minuten-WG“ mit Richard David Precht und dem Moderator Günter Keil. Vor achtzehn Jahren schrieb Precht mit großem Erfolg das Buch „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“.
In der neuen Ausgabe hat er es um drei Kapitel erweitert, eines davon ist das Thema Künstliche Intelligenz. Weiterhin ist es als Graphic Novel erschienen „Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise in Bildern“. Der Drehbuchautor Martin Möller und der Illustrator Jörg Hartmann haben sich zusammengetan und zeigen Richard David Prechts Reise durch die Philosophiegeschichte in völlig neuer Form. Ein interessantes gutes Gespräch.

Was darf nicht fehlen auf einer Buchmesse? Lesende Menschen:

Der Kölner Autor Frank Schätzung sprach mit Denis Scheck zu seinem aktuellen Buch „Helden“:

Auf Arno Geiger freute ich mich sehr, einer meiner Lieblingsautoren, der zu seinem neuen Buch „Reise nach Laredo“ sprach. In dem Roman schreibt er über Karl den 5., der sich in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückzieht. Karl ist krank und er wartet auf sein Lebensende. Doch dann begegnet er dem elfjährigen Geronimo und gemeinsam beschließen sie, nachts auf Pferd und Maulesel davonzureiten. Karl lernt durch diese Begegnung Freundschaft, Liebe, Unbeschwertheit und die Freiheit, im Moment zu leben, kennen.
Arno Geiger las eine Passage aus seinem Buch vor, das eine schöne Sprache schenkt.
In dem Buch geht es, so Geiger, um die Frage „Wer ist der Mensch, wenn er alles loslässt?“
Schreiben sei für ihn immer die Frage danach, wer bin ich und wohin gehe ich?
„Ein leises zärtliches Buch“, so umschrieb die Moderatorin Ariane Binder dieses Buch.

Bücher können Vieles. Sogar eine Sitzgelegenheit sein:

Einladende Ecken gibt es immer wieder:

Eine meiner Lieblingsveranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse ist das „Lieblingsbuch der Unabhängigen: Preisverleihung durch die Woche der unabhängigen Buchhandlungen“.
Seit 2015 küren deutsche unabhängige Buchhandlungen ihr Lieblingsbuch der Unabhängigen. Dafür nominieren Buchhändler*innen ihren Lieblingsroman aus dem laufenden Jahr und stimmen dann ab, welcher davon ihr Lieblingstitel ist. Wibke Ladwig führte durch die gut besuchte Veranstaltung.
Das ist die diesjährige Shortlist, fünf wunderbare Bücher. Die, die ich davon noch nicht gelesen habe, stehen nun auf meiner Wunschliste:

Auf der Longlist stehen 258 Titel, die im Internet auffindbar sind und sicherlich lohnt es sich, hineinzuschauen und sich inspirieren zu lassen.
Hier seht ihr, welche Bücher in den zurückliegenden Jahren den Preis erhalten haben. Alles Bücher, die ich sehr lesenswert finde:

Sehr schön fand ich auch das Format, dass Buchhändler*innen als Pate für die nominierten Bücher standen und die Bücher dem Publikum vorstellten.
Mit Spannung wurde dann die diesjährige Gewinnerin bekannt gegeben.
Gewonnen hat „Pi mal Daumen“ von Alina Bronsky.
So schön, wie sie sich freute:

Alina Bronsky bekam von Wibke Ladwig den Preis überreicht:

Ein schönes Abschlussfoto, auf dem ihr die Autorinnen seht – die alle gewonnen haben, auf der Shortlist der Unabhängigen zu stehen, ist eine wunderbare Auszeichnung – und die Buchhändler*innen als Paten, die die Bücher halten:

Erneut war ich auf der Agora und entdeckte weitere Mitmachaktionen:

Die Frankfurter Buchmesse setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit. So wird in diesem Jahr überwiegend auf ausgelegte Teppiche in den Hallen verzichtet und auf der Agora befinden sich Spender, um Trinkwasser nachzufüllen. Gute und wichtige Handlungen.

Dieser Satz ist hier deutlich zu erleben:

Eine weitere gute Veranstaltung ist die Reihe „SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft“. Heute war Jagoda Marinic im Gespräch mit Eva Illouz („Explosive Moderne“) und Aleida Assmann („Gemeinsinn. Der sechste, soziale Sinn“). Jagoda Marinic beschrieb die Werke der beiden Frauen als erhellende Bücher zu den aktuellen Themen der Gesellschaft.
Auf ihre Frage „Wie kann man all das, was dunkel erscheint, heller werden lassen?“ zitierte Aleida Assmann Karl Jaspers „Wahr ist, was uns verbindet.“

Während sich in einigen Gängen Feierstimmung ausbreitete, da viele Verlage einladen zu Gesprächen, Getränken und Snacks, standen andere bei der Illustrationssprechstunde an. Eine gute Idee, sich dabei auf den Boden zu setzen und sich über Bücher und Illustrationen zu unterhalten, so wie die vier sympathischen Illustratorinnen Miriam Klauke, Maike Kilian, Teelke Hauptmann und Daniela-Karin Raffl:

Bevor es für meine Tochter und mich wieder ins Hotel ging, besuchten wir erneut den Frankfurt Pavilion, in dem ein Konzert stattfand. Ich traf den Architekten Ragunath Vasudevan, der den wunderbaren Pavilion entworfen hat. Wir unterhielten uns und er meinte: „Wenn der Pavilion reden könnte, er hat so vieles erlebt in den letzten Jahren hier, er könnte so vieles erzählen, Bewegendes, Tiefgründiges, Humorvolles.“ Ein schöner Gedanke.
Hier seht ihr Ragunath Vasudevan und den Buchmessendirektor Juergen Boos:

So blicke ich erneut auf einen wundervollen reichhaltigen Buchmessentag zurück und grüße euch aus Frankfurt
Eure Marion

76. Frankfurter Buchmesse – Tag 1

Nach der gestrigen Eröffnung war heute der erste Tag der 76. Frankfurter Buchmesse.
Was ein wunderbarer Start in den Tag, der atmosphärischen Gitarrenmusik von Giandomenico Anellino im italienischen Gastland Pavillon zu lauschen:

Es ging weiter mit einem Gespräch zwischen der Moderatorin Cecile Schortmann und Martina Hefter, der frisch gekürten Gewinnerin des Deutschen Buchpreises. Montagabend hat sie diesen Preis für ihr Buch „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ erhalten.
In ihrem Roman geht es um die Protagonistin Juno und sogenannte Love-Scammer, Männer – meist aus dem globalen Süden – die über die sozialen Netzwerke Frauen im mittleren Alter anschreiben, sie mit Komplimenten umwerben und letztlich Geld von diesen Frauen möchten. 
Eine sehr sympathische Frau und ein Buch, das auf meiner Wunschliste steht:

Noch ein Tipp in dem Zusammenhang: Die Verleihung des Deutschen Buchpreises lässt sich in der Mediathek nachsehen, Martina Hefter zeigte nach der Bekanntgabe dieses Preises eine berührend schöne Dankesrede.

Später erlebte ich Bärbel Schäfer im Gespräch mit Jürgen Trittin über sein neues Buch „Alles muss anders bleiben“, eine politische Autobiographie über ein halbes Jahrhundert dieses Grünenpolitikers von den Siebzigern bis heute. Es war ein interessantes und gutes Gespräch.
Jürgen Trittin schenkte den klaren guten Satz: „Man darf Faschisten keine Macht übertragen, das ist die Lehre aus der Geschichte der Demokratie.“

Der Innenhof, die Agora, an diesem ersten Buchmessentag:

Bärbel Schäfer beim Büchertalk mit Cordula Stratmann („Wo war ich stehengeblieben?“). Ein kurzweiliges und humorvolles Gespräch:

Am Zeitstand erlebte ich Elke Heidenreich („Altern“) im Gespräch mit Christoph Amend und Ubin Eoh vom Zeit Magazin Podcast. Ein tolles Gespräch mit Humor, Ehrlichkeit und Tiefgang. Es war schön, während dieses Gesprächs in ihr Leben einzutauchen. Als Elke Heidenreich gefragt wurde, ob sie Gedichte rezitieren könne, sprach sie zwei Gedichte, ein besonderer und inniger Moment.
Einer ihrer Sätze: „Wenn mein Buch ein bisschen die Angst vor dem Alter und dem Sterben nimmt, dann bin ich glücklich.“

Einer der vielen Stände bei meinem Gang durch die Hallen:

Ich erlebte viele gute Gespräche, Wiedersehen und neue Begegnungen. Und wie immer mag ich die internationale Atmosphäre hier.
Hier zwei meiner Lieblingsverlage, Katapult und Correctiv:

Der Literaturkritiker Denis Scheck erzählte zu seinem aktuellen Buch „Schecks Bestsellerbibel: Schätze und Schund aus 20 Jahren“. Amüsante Anekdoten tauchten während des Gesprächs auf:

Und ein Blick von der anderen Seite. Eine Buchmesse braucht auch das Publikum:

Gerd Scobel, ein wie ich finde großartiger Moderator, im Gespräch mit Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher, über aktuelle Literatur:

Vielfältiges Publikum ist hier überall zu finden, auch diese zwei lesefreudigen Schwestern erfreuten mich:

Bei der Veranstaltung „Das Literarische Quartett spezial – U 21“ debattierteThea Dorn mit drei jungen literaturbegeisterten Menschen über Bücher, die bewegt haben oder als wichtig empfunden werden. Ein wie ich finde klasse Format und wir erlebten eine tolle Diskussion:

Abends fand die Veranstaltung „Nexus – Mit Systemsturz in die Zukunft?“ mit Yuval Noah Harari („Nexus. Eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke von der Steinzeit bis zur künstlichen Intelligenz“) und Kohei Saito („Systemsturz. Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“) statt. Zwei wichtige Bücher, denen ich viele Leserinnen und Leser wünsche.

Es ging um die Frage, was wir tun müssen für eine lebenswerte Zukunft auf unserer Erde.
Viele Menschen hörten dem Gespräch zu, ihr seht es, ein voll besetztes Kongresszentrum:

Saito machte in dem Gespräch deutlich, wie wir die Grenzen des natürlichen Planeten überzogen haben und wie wichtig es sei, das Wachstum zu verlangsamen und zu entschleunigen, um ein stabileres erfüllteres Leben führen zu können. Er meinte, dass es fatal sei, das wir den globalen Süden ausbeuten und das oftmals unter dem Deckmantel der grünen Nachhaltigkeit. Wir beachten, so Saito, zu wenig, dass unsere Ressourcen endlich seien. Er plädierte dafür, dass wir unser Gesellschaftssystem transformieren müssen.
Harari sprach: „Unsere Welt steht in Flammen, wir müssen schnell langsamer werden.“
Er machte deutlich, dass ein Mentalitätswandel bei uns Menschen notwendig sei.
Später kamen zwei Studentinnen von der Goethe Universität Frankfurt hinzu und stellten Fragen an Harari und Saito.
Saito betonte, dass es eine gute Möglichkeit sei, lokal zu starten und von unten nach oben auszuweiten.
Der Moderator meinte am Ende, trotz der dystopischen Gedanken gäbe der Abend und das Gespräch viel Hoffnung.
Harari schenkte daraufhin den Satz: “ Wir müssen nicht mit Dystopie oder Hoffnung enden, wir müssen einfach nur denken.“
Ich wünsche uns Menschen mit Harari und Saito, dass unserem Denken kluges notwendiges Handeln folgt.

Auf dem Weg zum Bus, der Frankfurt Pavillion auf dem Innenhof bei Nacht:

„Wenn man sich verlangsamt, hat man mehr Zeit, den Menschen zuzuhören“. Mit diesem schönen Satz, den Harari heute schenkte, grüße ich euch aus der Buchmessenstadt Frankfurt nach einem erfüllten Buchmessentag
Eure Marion