Frankfurter Buchmesse 2026 – Mein Freitag

Diesmal zeige ich zu Beginn nicht das offizielle Logo zum Gastland Tschechien, sondern ein buntes Bild, das Menschen am Gutenbergstand entstehen lassen.

Am Morgen erlebte ich Christine Westermann und Mona Ameziane zu ihrem gemeinsamen Buch „Wann wusstest du, dass es gut wird?“

Dann ging ich zur 30 Minuten WG mit der sympathischen Hannah Häffner zu ihrem tollen Buch „Die Riesinnen“ (das gestern den Buchpreis der Unabhängigen erhalten hat, ich schrieb darüber):

Nun wurde es spürbar voller, da ab 11 Uhr die Buchmesse für das Privatpublikum öffnete.

Ich erlebte Treffen, Gespräche, Wiedersehen. An den Ständen gab es Feines zu entdecken:

Eine Botschaft an einem Stand:

Es gibt einige Fotospots auf der Buchmesse, hier seht ihr einen:

Denis Scheck sprach in seiner gewohnt temporeichen Art über Bücher. Er empfahl  unter anderem Bücher von Anne Carson, die frisch gekürte Nobelpreisträgerin für Literatur:

Die Festhalle, in der in diesem Jahr New Aduld untergebracht ist, füllte sich spürbar:

Clara Lösel mit ihren guten und kritischen Texten war zu erleben:

Ein interessantes Interview mit dem Buchhändler des Göttinger Buchladens Rote Straße zu dem Thema „Was Buchläden antifaschistisch macht“ erlebte ich dann (bestimmt erinnern sich viele daran, dass diese Buchhandlung den Deutschen Buchhandlungspreis 2026 bekommen sollte, dann jedoch vom Staatsminister Weimar – mit zwei weiteren Buchhandlungen – von der Liste gestrichen wurde, da angeblich verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse vorlagen. Welche Vorwürfe das sind, wurde bis heute leider nicht nachvollziehbar erklärt. Weimar erhielt viel Kritik für dieses Vorgehen):

Mit Freude besuche ich jeden Tag den OCM Stand:

Zudem doppelte Freude, dass mein Mann heute angekam und den OCM Stand (der Verlag, bei dem mein Debüt im Frühjahr erscheinen wird)  besuchen konnte:

Die tschechische Schriftstellerin Dora Kapralova mit ihrem Buch „Maribohyphnose“ erlebte ich dann. Jedes Jahr kaufe ich ein Buch des Gastlands der Buchmesse. Dieses Jahr ist es dieses Buch geworden:

Hier seht ihr Radka Denemarkova, eine tolle Frau und Schriftstellerin:

Zudem ist sie auch humorvoll und hatte Lust auf einmal andere Fotoposen:

Die wunderbare Cornelia Funke:

Einer der schönen Stände:

Miram Cabe und ihr Buch „Unerwünschte Tochter“ auf dem blauen Sofa:

Im Tschechien Pavillon hörte ich einem Poetry Slam zu, es gab tschechische und deutsche Texte:

Und dann ging es für  mich zur Social Reading Party von Bookie in der Festhalle. Hach, wieder so eine wunderbare Veranstaltung:

Geruhsame Musik lief und die Leute holten ihre Bücher hervor. Und dann wurde gelesen. Da waren sie wieder, die berührenden Buchmessen-Momente. So viele Menschen zeitgleich lesend zu sehen, war sehr sehr schön. Menschen, die in Zeilen, Geschichten, Bücher eintauchten. Ich finde, lesende Menschen sind wunderschön:

Eine bezaubernde Atmosphäre!

Abends ging es für meinen Mann und mich  zur ARD Radiokulturnacht der Bücher. Davon werde ich nach der Buchmesse berichten.

Es grüßt euch mit viel Dankbarkeit,  Bücherliebe und Leselust

Marion

Radiokulturnacht der Bücher

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse besuchte ich letzten Freitag die ARD-Radiokulturnacht der Bücher im hr-Sendesaal. Gerne berichte ich euch noch davon.
Es ist eine beliebte Veranstaltung, bei der Bücher in schöner und entspannter Atmosphäre vorgestellt werden.
Die Moderatorin Catherine Mundt und Moderator Christoph Schröder führten durch den Abend:

Der schöne hr-Sendesaal war voller buchliebender Menschen:

Wir hörten Gespräche mit Autorinnen und Autoren zu ihren Neuerscheinungen und Geschichten aus ihrem Leben.
Nach jedem Bücherblock gab es hervorragende musikalische Beiträge vom Axel Schlosser Quartett mit seinem Programm „Songs like Books“:

Irina Scherbakowa – Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial und Trägerin des Friedensnobelpreis – sprach zu ihrem Buch „Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen“. Sie erzählt darin von ihrem Leben während und nach der Perestroika, dem politischen Aufbruch der 1990er Jahre, und ihrem lebenslangen Einsatz für Erinnerung und gegen staatlichen Terror in Russland :

Danach erlebten wir Jina Kahyyer zu ihrem Buch „Im Herzen der Katze“, das auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Ich habe den Roman bereits gelesen und empfehle ihn wärmstens. Die Protagonistin Jina verarbeitete darin ihre Erschütterungen über den Tod von Jina Masha Amini in Iran, verknüpft aktuelle Proteste mit persönlichen Erinnerungen und reflektiert in poetischer Sprache über Herkunft, Identität und Vergangenheit:

Leif Randt erzählt in seinem optimistischen Roman „Let`s talk about feelings“ von Marian Flanders, der in einer Westberliner Boutique Kleidung verkauft und nach dem Tod seiner Mutter und einer alternativen Trauerfeier ein Jahr voller innerer Verwandlung erlebt:

Nach jedem Buchblock las Max Goldt aus seinem Buch „Aber?“. Kurze, humoristische, satirische Texte:

Gregor Gysi sprach zu seinem Buch „Mein Leben in 13 Büchern“. Er erzählt darin von seiner ganz persönlichen Leseliste. Sein Humor war bei diesem Gespräch spürbar:

Nun erlebten wir Anja Kampmann mit ihrem Buch „Die Wut ist ein heller Stern“. Es sind die 30er Jahre und die Artistin Hedda setzt sich für ihren Traum ein, währen die politischen Verhältnisse sich verschärfen. Ein Buch vom Mut einer Frau in einer Welt, die ihr keine Platz lassen will.
Als dieser Roman beim Preis des Lieblingsbuch der Unabhängigen vorgestellt wurde – dort stand er auf der Shortlist – hat er bereits einen Platz auf meiner Wunschliste bekommen:

Humorvoll ging es zu, als Bernd Gieseking und sein Buch „Seepferdchen mit 60. Bekenntnisse eines sportlichen Spätzünders“ vorgestellt wurden. Bernd Giesekings Partnerin wollte auf die Zugspitze wandern und sich damit einen Lebenstraum erfüllen und er – bisher eher ein Meister im Schlendern – machte sich bereit dazu. Er sagte, er könne das Buch zusammenfassen in einem Satz: „Du kannst alles im Leben erreichen, wenn deine Frau das will“:

Danach erlebten wir Victor Schefé mit seinem Buch „Zwei, drei blaue Augen“. Der Roman handelt von Tassilos Kindheit und Jugend in der DDR und seiner Ausreise nach West-Berlin drei Jahre vor dem Mauerfall. Aus Tagebucheinträgen, Kindheitserinnerungen und Stasi-Akten hat Victor Schefé diesen Roman geformt. Trotz des schwierigen Themas durchziehe das Buch eine Unbeschwertheit und Leichtigkeit, es sei wie ein buntes Gericht, so Christoph Schröder:

Andreas Pflüger mit seinem Thriller „Kälter“. Die auf Amrum lebende Provinzpolizistin muss ihre ehemalige Geheimagentin-Identität reaktivieren als ein Killerkommando auftaucht und sie stellt sich einem internationalen Geheimdienstnetzwerk, das hinter dem Mann steckt, der ihr Leben zerstört hat. Wenn er Action-Passagen schreibe, höre er Maria Callas. „Eine gut beschriebene Action-Passage braucht Poesie“, so Andreas Pflüger. Das Buch habe 61 Seiten Prolog und bei einem Roman mit 495 Seiten, sei das okay:

Wir erlebten Susanne Bar zu ihrem Buch „Rote Linien. Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt“. Sie war zwölf Jahre lang Richterin am Bundesverfassungsgericht und gewährt mit dem Buch einen Blick hinter die Kulissen: Wie das Gericht funktioniert, wie acht ganz unterschiedliche Persönlichkeiten auch bei großen Kontroversen zum Konsens finden und warum wir das Verfassungsgericht schützen müssen.
Sie hat immer ein Grundgesetz bei sich. „Akten sind der Hit“, so Susanne Baer. „Warum? In den Akten steckt das Leben. Da sind Menschen einem ganz nah.“

Nun kam Dorothee Elmiger mit ihrem Buch „Die Holländerinnen“.
Auf die Frage wie die Woche bisher für sie – als Trägerin des Deutschen Buchpreises 2025 – war, meinte sie: „Ich habe so viel gesprochen wie noch nie. Ich will danach mindestens eine Woche gar nichts sagen.“
Das Buch handelt von einer Theatergruppe, die in den Regenwald Südamerikas reist, um dem Verschwinden zweier niederländischer Rucksackreisender nachzugehen und wie sie dort zunehmend in eine kollektive Grenzüberschreitung und existenzielle Dunkelheit hingezogen werden:

Zum Abschluss des Abends kam Caroline Wahl und sprach zu ihrem aktuellen Buch „Die Assistentin“. Sie erzählt in ihrem Roman, der autobiografische Züge trägt, von Charlotte, die die Assistentin eines mächtigen Verlegers wird und dabei in ein ausbeuterisches Arbeitsverhältnis hineingerät, aus dem sie sich schließlich befreit:

Nach den jeweiligen Gesprächen, signierten die Autorinnen und Autoren ihre Werke:

Ein bunter und vielseitiger Abend mit wunderbaren Buchvorstellungen ging zu Ende.
Nachhören könnt ihr die ARD Radiokulturnacht der Bücher hier:

https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:dfcee7bbd683d9ce/

Ich wünsche uns allen ganz viel Lesefreude und grüße mit viel Buchliebe
Marion