Leipziger Buchmesse – Sonntag

Der letzte Tag der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Mein erster Gang – so war es allmorgendlich – ging ins Pressezentrum:

So begann der Tag wieder mit Ruhe.
Und während die Glashalle sich langsam füllte:

waren andere Orte noch geruhsam leer, wie die Terrasse im Morgenlicht:

Hier war immer Ruhe zu finden, die Silent Reading Lounge:

Eindrücke beim Gang durch die Hallen:

Gute Stellungnahme, tolle Aktion, da machte ich gerne mit:

Auf zur #buchbar. Bei leckerem Latte Macchiato

hörte ich Hasnain Kazim zu seinem Essay „Der Islam und ich. Was mich meine Familie, meine norddeutsche Heimat und mein Leben in muslimischen Ländern über den Islam gelehrt haben“. Er schreibt darin über sein ambivalentes Verhältnis zur Religion, über Herkunft und Erwartungsdruck und darüber, wie schnell öffentliche Debatten Menschen auf Identitäten reduzieren:

Heute war der Weg durch die Hallen angenehm mit ausreichend Platz.
Schöne Stände der wertvollen unabhängigen Verlage, etwa hier:

Mit liebevollen Details:

Der ukrainische Stand:

Ich besuchte die Veranstaltung von CORRECTIV, die so wertvollen Journalismus betreiben. Die Recherche und das Buch „Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan“ wurde vorgestellt. CORRECTIV-Reporter Marcus Bensmann hat acht Jahre lang daran gearbeitet. Was mit einem Einzelfall im Ruhrgebiet begann, erstreckt sich über viele Länder und geht bis zu den Toren des Vatikans. Es zeigt sich ein Netzwerk der Vertuschung. Im Herzen des Vatikans existiert eine einzigartige Registratur, die den Weg in ein Archiv weist, das Informationen zu klerikalen Missbrauchstätern weltweit sammelt und verwahrt. Es geht Bensmann nicht um eine Zersetzung der Kirche, er selbst ist noch in der Kirche, doch es geht darum, dass Verantwortung nicht vertuscht werden darf.

Die Recherche wird auf Theaterbühnen und in Kinos zu sehen sein.
Aufführungstermine lassen sich unter diesem Link verfolgen:

Abermals besuchte ich die #buchbar, wo Debüts vorgestellt wurden, wie dieses:

Ein Blick nach draußen:

Eva Gengler im Gespräch zu ihrem Buch „Feministische KI“:

Tomer Gardi sprach zu seinem Roman „Liefern“, in dem es um Essenslieferanten geht. Zur Recherche hat der Autor mit Essenslieferanten in mehreren Ländern gesprochen, über ihr Leben, ihre Hoffnungen und Sehnsüchte. Jedes Kapitel trägt einen anderen Klang, da jede vorkommende Stadt und jedes Land einen anderen Klang trägt, so der sympathische Autor. Der Roman wirkt wie ein Blick auf die Globalisierung, er ist gegenwärtig, politisch und zugleich leichtfüßig. Gestern tauchte er auch bei Denis Schecks Buchempfehlungen auf und auch dieser Roman steht auf meiner Wunschliste:

Lesezeit mit Matthias Jügler, Charlotte Gneuß und Steffen Moratz, moderiert von Carsten Tesch, nannte sich meine nächste Veranstaltung. „Wir dachten, wir könnten fliegen“ heißt die Anthologie, herausgegeben von Matthias Jügler. Viele Autor*innen sind darin vertreten wie T.C.Boyle, Julia Schoch, Kim de l`Horizon, Charlotte Gneuß uva. Sie alle schrieben über ausgestorbene und verlorene Tiere und Pflanzen. Schauspieler*innen und Schauspieler haben diese Geschichten vertont. Eine wichtige Thematik, denn vermutlich wissen wir alle es, das Massensterben bedroht unser gesamtes Ökosystem. Ich wünsche dem Buch und uns allen, dass dieses Buch einen wichtigen Anstoß gibt, dass wir uns für eine klimagerechte Zuunft einsetzen.

Mitmachaktionen:

Der Cappuccino auf der Buchmesse schmeckt vorzüglich. Danke all den vielen Menschen, die mit so guter Laune und so fleißig diese Woche hier gearbeitet haben:

Ja, Geschichten verbinden:

So leer war es nur nun zum Ende am taz-Stand:

Die Glashalle leerte sich:

Manches ging verloren:

Doch ich bin mir sicher, dass ganz vieles mitgenommen wird, viele Bücher, viele Buchtipps, viel Inspiration und viele Eindrücke.

Auch die Treppe leerte sich:

Das Pressezentrum darf nun ausruhen:

Die Glashalle im Abendlicht, jedes Jahr ist das besonders schön:

Hier noch beeindruckende Zahlen: 313.000 Besucher*:innen (2025: 296.000) kamen in diesem Jahr zur Leipziger Buchmesse und haben bei über 3.000 Veranstaltungen an über 300 Leseorten in Leipzig die Literatur in all ihren Spielarten gefeiert. 2.044 Aussteller*innen aus 54 Ländern beteiligten sich, um die Buchmesse als Präsentationsplattform für ihre Frühjahrs-Neuerscheinungen zu nutzen und ihre Autor*innen dem Lesepublikum vorzustellen.

Ich blicke dankbar auf diese Tage zurück.
Auch diesmal dachte ich wieder, die Buchmessen machen die Welt zu einem besseren Ort. Die Themen der Zeit fanden Raum. Es gibt wunderbare Bücher, tolle Autor*innen und überhaupt so viele Menschen, die in der Buchbranche mit viel Herz wertvolle Arbeit leisten.
Ich blicke dankbar, inspiriert und erfüllt auf diese Buchmesse zurück, die auch geprägt war von wertvollen Begegnungen.

Ich freue mich nun schon auf die Leipziger Buchmesse 2027:

Ja, darauf freue ich mich sehr. Zum einen weil ich die Buchmessen sehr schätze und liebe. Zum anderen, weil zur Leipziger Buchmesse 2027 mein Debüt erscheinen wird. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, viel Freude, Vorfreude und es berührt mich in schöner Art und Weise.

So grüße ich euch bewegt und glücklich aus Leipzig
Marion

Leipziger Buchmesse – Samstag

Der Samstag ist der vollste Tag der Buchmesse. Schon am Morgen war viel los. Viele Cosplayer gab es zu entdecken:

Meine erste Veranstaltung führte mich zur Glashalle, wo auf der Literaturbühne das Buch von Maxim Leo „Einatmen. Ausatmen“ vorgestellt wurde. Ein humorvoller Roman über die Suche nach dem richtigen Leben und dem Weg zu uns selbst. In dem Gespräch sagte Martin Leo, dass er gerne von Dankbarkeit anstelle Achtsamkeit spreche. Woraufhin die Moderatorin Katty Sallíe das Publikum einlud, einen Moment die Dankbarkeit zu spüren, darüber, dass wir heute hier sind und hier sitzen. Mitten im Trubel drumherum war das ein sehr besonderer Moment der gemeinschaftlichen Stille.

In dem Format Druckfrisch gab Denis Scheck in gewohnt temporeicher Art Literaturtipps zu aktuellen Neuerscheinungen. Hier etwa den Roman „Frauenprobleme“ von Lina Muzur:

Als er das Sachbuch „Meinungsfreiheit“ von Ronan Steinke vorstellte, ging er auf den Kulturstaatsminister Wolfram Weimar ein, der veranlasst hat, dass drei  Buchhandlungen vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen wurden – obschon sie zuvor von der Jury nominiert worden sind – und dass dieser bedeutsame Preis für dieses Jahr nun ganz abgesagt wurde. Ein Thema, das hier auf der Buchmesse sehr präsent ist. Den drei Buchhandlungen müsste man ein Denkmal setzen, so Denis Scheck. Es ist zu spüren, die Buchmesse ist immer auch eine politische Messe.

Stellungnahme zu dieser Debatte auch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels:

Hier seht ihr Sophie Passmann zu ihrem Buch „Wie kann sie nur?“ im Gespräch mit Mona Ameziane. Ihr Buch handelt von der widersprüchlichen Welt weiblicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien:

Eine wichtige und gute Diskussionsrunde zum Thema „Nicht nachlassendes Engagement. Der Kampf gegen rassistische und patriarchale Gewalt“.
Christina Clemm kritisierte zu recht, dass zur Zeit bedeutsame Gelder gekürzt werden sollen für Projekte, die Demokratie fördern.
Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig Widerstand ist, den braucht es in einer Welt, die zunehmend faschistischer wird.
„Warum darf ich dennoch ein Kind in diese Welt setzen?“ war die abschließende Frage der schwangeren Moderatorin. Matthias Meißners Antwort: „Bitte möglichst ein Kind, auf dass es viele Widerworte gibt.“ 
Und Christina Clemms Antwort lautete: „Es ist richtig, Kinder zu bekommen und es ist richtig, das Leben zu genießen und sich mit anderen zu verbinden. Solidarität macht viel mehr Spaß als diese ganze rechte Hetze, die mit Hass verbunden ist  und die immer nur das Negative sieht. Wir können uns miteinander verbinden und einander unterstützen.“ Mein Ja zu diesen Haltungen.

Eine weiteres wichtiges Gespräch erlebte ich im Forum Sachbuch. Sally Lisa Starken sprach zu ihrem Buch „Wenn der rechte Rand regiert“. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, das rechtsextreme Drehbuch der AfD zu stoppen und die aktuellen Entwicklungen nicht zu verharmlosen. Und ebenso, wie bedeutsam Widerstand ist.

Eine schöne Atmosphäre vor dem blauen Sofa. Auf einladenden Sitzsäcken hören die Menschen den Gesprächen zu. Hier Markus Orth zu seinem Buch „Die Enthusiasten“:

Iryna Fingerova zu ihrem Buch „Zugwind“. In dem Buch geht es um eine junge ukrainische Ärztin und den Versuch, Trost in alltäglichen Dingen zu finden. Meine Lesewunschliste wächst und wächst:

Auch heute gab es gute Treffen und Gespräche. Zwischen Kaffee und Äpfeln hatte jemand aus Keksen ein feines Wort gelegt:

Dann erlebte ich Christian Haller zu seinem Buch „Einfallende Dämmerung“. Ein melancholisch-heiteres Buch in dem es um das Altern geht.
Was ein sympathischer 83-jähriger Schriftsteller aus der Schweiz.
Eine Frau neben mir hatte Tränen in den Augen und meinte, sie sei ganz berührt. Ja, so ging es mir und sicherlich vielen anderen auch.
Das war wieder einer der Momente die zu meinem „Buchmessen-Glück“ gehören:

Abends ging es für mich zur Klimabuchmesse, die mit vielen Veranstaltungen in der Stadt und auf dem Messegelände unterwegs ist.
„Mutig statt machtlos: Geschichten vom Aufstehen und Weitermachen“ hieß der Titel der Veranstaltung.
Gute Stände vor dem Saal, wie dieser über die lesenswerte Zeitschrift Atmo:

Gruppenfoto auf der Bühne:

Es war eine bedeutsame und inspirierende Diskussion über Hoffnungen, Verantwortung und die Kraft der eigenen Handlungsmöglichkeiten.
Hier seht ihr die lesenswerten Bücher:

Auch das schätze ich sehr an den Buchmessen, sie geben Mut, regen an und zeigen, wie viele Menschen sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Literatur ist sicherlich ein wichtiger Baustein bei der Gestaltung einer Welt, wie wir sie uns wünschen.

Ein berührender, guter und mutmachender Tag und Abend!

Es grüßt euch aus Leipzig mit vielen Eindrücken
Marion

Leipziger Buchmesse – Freitag

Lieblingsstände, die lediglich so früh am Morgen – vor 10 Uhr – so leer vorzufinden sind:

Dem schließe ich mich an:

Bei der Lesart war Ildikó von Kürthy zu ihrem Buch „Alt genug“ und Judith Holofernes zu ihrem Buch „Hummelhirn“ im amüsanten Gespräch mit Frank Meyer zu erleben:

Ildikó von Kürthys Tasche in Großaufnahme. Ich finde, das Leben braucht manchmal diese süßen Dinge:

Clara Hinrichs sprach zu ihrem Buch „Meine verletzte Generation“:

Es ist kein Buch über die Klimakrise, wie man vielleicht zunächst vermuten würde, sondern ein politisches Zeitdokument über staatliche Macht, Repressionen und die Notwendigkeit, demokratische Rechte aktiv zu verteidigen.

Am Schweizer Stand erlebte ich Walter Fabian Schmid mit seinem Roman „Schattenwurf“, in dem es um Energiekrise, Klimaschäden, Fake News und Wutbürger inmitten einer dörflichen Idylle geht:

Gerne besuchte ich wieder die #buchbar, in der Debüts vorgestellt wurden:

Abermals bestand der Tag auch aus Treffen, Wiedersehen und guten Gesprächen.

Es gibt viele wunderbare Bücher, herausgegeben von den unabhängigen Verlagen. Diese Broschüre stellt viele Buchschätze vor:

Überall sind kreative Verkleidungen von buchliebenden Menschen zu sehen:

Blick von oben in die Glashalle, mit langer Schlange vor dem Eisstand und im Hintergrund das Blaue Sofa:

Wo ist Walter? Auch auf der Buchmesse! Seht selbst:

Gut besucht war auch Thea Dorn im Gespräch mit Bodo Kirchhoff zu seinem Buch „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“:

Bevor die Tore schließen, gibt es häufig Treffen an Ständen. Schön war es, Austausch, Gespräche und Vernetzung.

Abends ging es für mich weg von der großen Messe zum Lyrik- und Prosa-Abend zur Buchmesse im feinen kleinen Kreis mit Sascha Kokot, John Sauter und Martina Hefter:

Was ein schöner Abschluss dieses reichhaltigen Buchmessentags.

Es grüßt euch, dankbar hier zu sein, aus Leipzig
Marion

Leipziger Buchmesse – Donnerstag

Ich mag die Buchmessen sehr. Und so freue ich mich, wieder hier in Leipzig zu sein.


Gestern bin ich angereist und habe abends die erste Veranstaltung besucht: Die Lange Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei.

Die Atmosphäre dort spricht mich sehr an. In vier verschiedenen Räumen der Bastei finden zeitgleich Lesungen statt. Als ich Martina Hefter erlebte, die aus ihren Gedichtbänden vorlas, dachte ich: „Ja, die lange Anreise lohnt sich. Wegen solcher Momente bin ich hier.“ Ich könnte ihr stundenlang zuhören:

Nun aber zum heutigen Tag, dem ersten Tag der Leipziger Buchmesse 2026.
Im Pressenzentrum sind jährlich die nominieren Bücher für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse ausgestellt. In der oberen Reihe seht ihr Belletristik, in der mittleren Reihe die Sachbücher und in der unteren Reihe die nominierten Übersetzungen:

Beim Blick hinaus sah ich die langen Schlangen am Eingang. Ich gebe zu, ich bin froh, dass ich mich hier nicht anstellen musste:

Die sonnendurchflutete Glashalle füllte sich:

Was ein schöner Titel dieses Buches von Dana Grigorcea, in dem es um Liebesgeschichten, Umbrüche, Sehnsüchte und Geschichtenerzählen geht:

Pascale Hugues zu ihrem Roman „So voller Leben“. Ein Buch über ihre Mutter, die manisch-depressiv war, was zur damaligen Zeit sehr tabuisiert war. Es stehe stellvertretend für eine ganze Generation Frauen, sagte sie:

Hier seht ihr die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse aus dem Bereich Belletristik, die zu ihren Werken interviewt wurden und daraus vorlasen:

Buchmesse bedeutet auch Treffen und Netzwerken, das stand nun für mich an. Immer wieder schön, Bekannte und Menschen aus der Buchbranche zu treffen.

Und dann gibt es die Zufallsfunde wie hier. An einem Stand ein Lyrikbuch aufklappen und berührt werden:

In der #buchbar wurden Debüts in lockerer schöner Atmosphäre vorgestellt. Bei Kaffee und Kuchen kann man anschließend mit den Autorinnen und Autoren ins Gespräch kommen. Ein gutes Konzept:

Später erlebte ich Lena Gorelik, die den Preis der Literaturhäuser zu ihrem Buch „Alle meine Mütter“ erhielt. Es gab eine wunderbare Laudatio. Lena Gorelik sprach danach zu ihrem berührenden Buch und las daraus vor. „Ein Buch, das uns alle angeht“, so die Moderatorin:

Nun fand die nächste große feierliche Preisverleihung statt: Der Preis der Leipziger Buchmesse. Die nominierten Werke aus den drei Kategorien wurden vorgestellt.
Im Bereich Übersetzung gewann Manfred Gmeiner der das Buch „Unten Leben“ von Gustavo Faverón Patriau vom Spanischen ins Deutsche übersetzt hat.
Im Bereich Sachbuch gewann Marie-Janine Calic mit ihrem Buch „Balkan-Odysee 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“. Sie machte in ihrer Dankesrede deutlich, dass das Thema Flucht heute sehr aktuell ist und ihr Sachbuch damit eine Brücke in die Gegenwart schlage.
Und schließlich im Bereich Belletristik, hier gewann Katerina Poladjan mit „Goldstrand“:

Immer wieder luden Stände zum Verweilen ein:

Abends ging es für mich erneut zur Langen Lesenacht in der Moritzbastei. Viele großartige Bücher durfte ich in der einladenden Atmosphäre erleben. Ich greife aus dem großen Topf zwei tolle Romane hinaus, aus denen die Autorinnen wunderbar mitnehmend vorlasen. Esther Schüttpelz mit ihrem Roman „Grüne Welle“:

Und Nefeli Kavouras mit ihrem Roman „Gelb, auch ein schöner Gedanke“:

Was ein schöner Tag und Abend!

Es grüßt euch bücherliebend aus Leipzig
Marion

Frankfurter Buchmesse – Sonntag

Sonntag und damit der letzte Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.

Am Morgen war es noch leer und wir konnten entspannt ankommen.
Während ich hier auf Bücher traf, die von Menschen geschrieben wurden, die ihre Meinung frei äußern dürfen, leben viele Autorinnen und Autoren unter Bedingungen, in denen sie nicht frei schreiben dürfen. Meinungsfreiheit – ein sehr kostbares Gut:

Meine erste Veranstaltung „Demokratie stärken mit Recherchen: Die CORRECCTIV-Story“:

Mit Übersetzung in Gebärdensprache:

Ein sehr interessantes Gespräch und ich bin dankbar, dass es die wertvolle Arbeit von CORRECTIV gibt.

Mit ihrem Buch „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ stand Fiona Sironic auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises – hier im Gespräch mit Yasmine M’Barek am ZEIT-Stand:

Auf die Frage, ob das Thema Klima präsenter in der Literatur sein sollte, sagte Fiona Sironic: „Das Klimathema ist ein drängendes Thema, es ergibt für mich nur Sinn, wenn es präsenter wird.“
Sie meinte, wenn wir über die Zukunft schreiben, sei es naheliegend, dass das Thema Klima darin vorkommt.
Ein Buch, das auf meiner Wunschliste schon längst einen Platz gefunden hat.
Das interessierte Publikum:

Auf Sarah Bosetti und ihr Buch „Make Democracy Great Again!“ hatte ich mich sehr gefreut. Ich bin dankbar, dass es Menschen wie sie gibt, die ihre Haltung zeigen und sich mutig, klar und auch humorvoll für eine offene, demokratische Gesellschaft einsetzen:

Auch heute gab es Treffen, Wiedersehen, gute Gespräche und schöne Pausen.
Bei meinem Gang durch die Hallen zeigten sich kreativ gestaltete Fotospots:

Auch der Jane-Austen-Fotospot auf der Schaukel war beliebt:

Bücher wurden mit passender Dekoration in Szene gesetzt:

Nun besuchte ich die Halle, in der „New Adult“ zu finden war. Sie war sehr gut besucht von überwiegend jungen Leserinnen und Lesern. An den Ständen bildeten sich mitunter lange Schlangen, um eine Signatur zu erhalten. Diese Bewegung gibt es seit einigen Jahren: Autorinnen und Autoren der New-Adult-Szene werden wie Popstars gefeiert:

Es freute mich, KATAPULT – die auch in der großen, bekannten Halle zu finden war – auch hier mit einem Stand vertreten war, mit dem sie die jüngere Leserschaft ansprachen:

Erneut ging ich zur Literaturbühne und hörte Bärbel Schäfers Büchertalk mit Julia Engelmann zu ihrem Debütroman „Himmel ohne Erde“, in dem es um die 15-jährige Charlie geht. Ein Buch, in dem es, so Julia Engelmann, auch um die Suche nach Hoffnung geht.:

Zwei Autorinnen, die ich sehr mag: Nina George mit ihrem Roman „Die Passantin“ und Jasmin Schreiber mit ihrem Buch „Da, wo ich dich sehen kann.“:

Beide Romane handeln vom Thema Gewalt an Frauen, und ich erlebte ein gutes Gespräch zu dieser wichtigen Thematik.

In der Reihe Sheroes sprach Jagoda Marinić über „Female Rebellion: Zwischen Wut und Widerstand“ mit Tara-Louise Wittwer („Nemesis‘ Töchter. 3000 Jahre zwischen Female Rage und Zusammenhalt“) sowie Kersty und Sandra Grether („Rebel Queens“. Frauen in der Rockmusik). Erneut erlebte ich ein gutes Gespräch, in dem es um Wut als Mittel zur Selbstermächtigung und widerständige Frauen in der Geschichte ging:

Alljährlich führt mich meine letzte Veranstaltung in den Gastland Pavillon.
Hier fand die feierliche Verabschiedung des diesjährigen Gastlandes Philippinen statt sowie die Übergabe an das Gastland 2026 Tschechien – eine Veranstaltung, die von vielen Emotionen begleitet wird.
Ein schöner Brauch bei dieser Zeremonie ist, dass die beiden Gastländer Gedichte vortragen.
Es gab Reden und einen filmisch dargestellten Rückblick des Gastlands Philippinen, begleitet vom wunderbaren Live-Gesang, den wir in den letzten Tagen so oft hören durften:


Hier seht ihr die „GastRolle“, das speziell für die Frankfurter Buchmesse entworfene Kunstobjekt:


Sie wurde um ein weiteres literarisches Zitat bereichert und nun vom Gastland Philippinen dem neuen Gastland Tschechien überreicht, ein bedeutsamer Moment:

Berührend war die Musik der Tschechin Anna Vaverková, die sowohl auf Tschechisch als auch auf Englisch sang:

Ein Blick ins Publikum:

Das gemeinsame Abschlussfoto:

Eben noch war die Literaturbühne voll besetzt, nun wurde emsig abgebaut:

Es wurde zusammengepackt, Leute reisten ab und die Tore wurden geschlossen. Doch vieles geht weiter und wirkt nach…

Zum Schluss teile ich noch ein paar Zahlen mit euch:
238.000 Menschen besuchten die diesjährige Frankfurter Buchmesse – mehr als im Jahr zuvor. Mit 118.000 Fachbesucher*innen (Vorjahr: 115.000) aus 131 Ländern und 120.000 Privatbesucher*innen (Vorjahr: 115.000) setzte sie ihren Wachstumskurs fort.
4.350 Aussteller (2024: 4.300) präsentierten sich in den Messehallen und mehr als 7.800 Medienvertreter*innen (2024: 7.500) waren registriert, um über die mehr als 3.500 Veranstaltungen (2024: 3.300) der Buchmesse zu berichten.

Die Worte von Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, füge ich gerne hinzu: „In den letzten fünf Tagen war eine immense Lesebegeisterung zu spüren – besonders bei jungen Besucher*innen. Zugleich wurden zentrale Fragen der Zeit verhandelt, etwa der Umgang mit Künstlicher Intelligenz und der Verantwortung der Politik dabei. Diese einzigartige Verbindung von Wirtschaft und Kultur, Lesefest und Diskurs macht die Buchmesse zu einem Ort, der weit in die Gesellschaft wirkt.“

Ich erlebte eine wunderbare Frankfurter Buchmesse – intensiv, bunt und vielseitig. Es wurde erzählt, diskutiert, gejubelt, gefühlt und einander begegnet.
Viele Eindrücke nehme ich mit, definitiv auch Mut und Stärke. Es ist nicht alles gut, doch die Buchmesse zeigte wieder einmal, wie wichtig es ist, dass wir unsere Stimme erheben, dass wir nicht zu bequem werden, dass wir mitmischen, unsere Meinung äußern, wenn wir Unrecht erleben, dass wir alle mitgestalten an einer offenen, vielfältigen, demokratischen Gesellschaft und dass „wir alle“ viele sind!
Ja, das war deutlich zu spüren, wir sind viele, viele, viele Menschen, die diese demokratische, offene Welt wollen und leben.
Die Welt ist voll davon und von vielen wunderbaren, großartigen Erzählungen, Geschichten und Büchern.


So grüße ich euch herzlich, hoffnungsvoll und buchliebend
Marion

Frankfurter Buchmesse – Samstag

Samstag ist meist der vollste Tag der Frankfurter Buchmesse. Erfreulich für die Branche und die zahlreichen Verlage. Neben vollen Gängen gab es überall auch ruhige Ecken. Die Buchmesse, bunt wie das Leben.

Giulia Enders (bekannt geworden durch ihr Buch „Darm mit Charme“) zu ihrem neuen Buch „Organisch“, in dem sie einen Blick auf unseren Körper wirft und zu einer Entdeckungsreise in unser Inneres einlädt. Faszinierend und sehr interessant, und ich hätte ihr stundenlang zuhören können:

Danach erlebte ich Maria Ressa, die aus dem Gastland Philippinen stammt, zu ihrem Buch „How to Stand up to a Dictator“ in dem sie beschreibt, wie Demokratien mittels sozialer Medien durch Autokraten ausgehöhlt werden.
Maria Ressa sagte, sie glaube daran, dass das Gute im Menschen stärker sei als Angst und Hass. „Man kann eine bessere Welt aufbauen.“ Und später sagte sie: „Wir brauchen eine Person die widerspricht und dann kommt noch eine und noch eine und dann werden es immer mehr.“
Eine mitmachende und bewegende Veranstaltung.
Maria Ressa, die 2021 den Friedensnobelpreis erhielt, bekam viel Applaus und Jubel:

Am Morgen war die Agora, der Innenhof, noch leer:

Der Comic-Zeichner Martin Oesch präsentierte sein Buch „Fleischeslust“. Darin geht es um den Metzgermeister Erwin, der zunehmend von blutigen Albträumen heimgesucht wird. Er beginnt, sich und die moderne Fleischindustrie zu hinterfragen. Eine Graphic-Novel-Erzählung, die unter die Haut ging:

Im Kulturzeit Talk ging es um „Extremismus bei Jugendlichen. Radikalisierung in der Mitte der Gesellschaft“.
Florian Hartlieb mit „Teenager-Terroristen. Wie unsere Kinder radikalisert werden – und wie wir sie schützen können“ und Moussa Al-Hassan Diaw mit „Die Radikalisierten“ sprachen mit Cecile Schortmann über dieses wichtige Thema. Beide sind auch in Schulen mit Workshops tätig.
Ihre Werke sind ein Weckruf und zeigen, dass es Wege gibt, der Radikalisierung entgegenzuwirken.
Ein spannendes und dringliches Thema:

Der Musiker Rea Garvey im Gespräch mit Bärbel Schäfer über seine Autobiografie „Before Supergirl“:

Beim Blick in das Publikum meinte Rea Garvey, der turbulent mit sieben Schwestern aufgewachsen ist, es sei hier wie bei seinen Familientreffen in Irland, da seien auch immer so viele Menschen:

Bärbel Schäfer fragte ihn, warum seine Frau – der er das Lied gewidmet hatte – noch immer sein „Supergirl“ sei und er bekundete dort auf der Bühne mit herzlichen, liebevollen Worten seine Gefühle zu seiner Frau, die mit im Publikum saß.

Bei einer späteren Veranstaltung waren Otto Waalkes und Bernd Eiltert zu ihrem Werk „Kunst in Sicht: Neu entdeckte Meisterwerke“ im Gespräch mit Denis Scheck. Bevor das Gespräch begann, zeigte Otto seine Scherze:

Auch während des Gesprächs tauchten immer wieder seine typischen Witze auf:

Seit vielen Jahren besuche ich die Frankfurter Buchmesse und jedes Mal ist das Wetter schön, so dass auch die Agora immer genossen werden kann. Wenn es eine Wettergöttin geben sollte, dann liebt sie die Buchmesse:

Ulrike Draesner, die bereits 40 Bücher geschrieben hat (ihren letzten Roman „Zu lieben“ fand ich wunderbar) sprach zu ihrem Werk „Penelopes Sch( )iff“.
„Ein großartiges, literarisches Erlebnis“, so der Moderator.
Er fragte sie, die Poetikvorlesungen hält, wo die Lyrik heute stehe. Sie antwortete: „In einer kraftvollen Position“:

Dirk Reinhardt sprach mit Manuela Schotte und Elena Steinbach von Amnesty International zu seinem Roman „No Alternative“:


Es ging um Fragen wie: Wann ist Protest erforderlich? Wie weit darf er gehen? Wann muss er geschützt werden? Solchen Fragen geht der Jugendbuchautor Dirk Reinhardt in seinem Roman am Beispiel einer fiktiven Klimabewegung nach.
Ich habe das Buch vor Kurzem gelesen und empfehle es sehr gerne.
Dirk Reinhardt meinte, die heutigen Protestformen werden vermutlich in 10 Jahren ganz anders wahrgenommen als heute. Er verglich das mit den Protesten zu Frauenrechten oder der Sklaverei, die damals sehr kritisiert wurden.
Das Buch hat übrigens gestern beim Preis des Jugendliteraturpreises 2025 den Preis der Jugendjury erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

Das Literarische Quartett als Zuschauerquartett, bei dem Thea Dorn mit drei Literaturexpert*innen über aktuelle Bücher sprach:

In der schönen Festhalle finden diesmal die Signierstunden statt:

Die Halle schenkt viele gemütliche Sitzecken:

Und – wunderbar – was lässt sich bei einer Buchmesse finden? Lesende Menschen:

Zum Abschluss des heutigen Tages hörten wir im Gastland Pavilion „Poetry for Freedom, Justice and Peace“:

Lauschende Menschen:

Somit ging ein weiterer Buchmessetag zu Ende, der viele schöne, inspirierende Erlebnisse schenkte, die noch weiterwirken.


Es grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Frankfurter Buchmesse – Freitag


Ab heute öffnet die Frankfurter Buchmesse für Privatbesuchende, zum ersten Mal bereits morgens. Ihr seht, es war deutlich voller:

Ich gestehe, ich bin dankbar über den Presseausweis, mit dem ich überall gut durchkomme und nicht anstehen muss.

Mein Morgen begann wieder im Gastland Pavilion Philippinen:

Am Ende der Vorstellung wurde das Publikum eingeladen, mitzutanzen, was ich klasse finde:

Eckart von Hirschhausen zu seinem Buch „Der Pinguin, der fliegen lernte“:

In dem Gespräch tauchte das Klimathema auf, das ihm sehr am Herzen liegt. Jeder Mensch, der Pinguine liebe, müsse auch die Klimakrise ernst nehmen, so Hirschhausen.
Gerne teile ich hier einige weitere seiner guten Aussagen: „Wenn wir die Welt lieben und staunend betrachten, dann wollen wir sie auch schützen und erhalten, für uns und für die nachfolgenden Generationen.“
„Die meisten Menschen nehmen die Klimakrise ernst, die meisten Menschen wollen in einer offenen Gesellschaft leben. Diese Menschen sind eine Mehrheit und das müssen wir wieder spürbar machen.“
„Stell dir vor, du hast ein Kind, das an Krebs erkrankt ist und es gibt ein Medikament, das helfen kann. Würdest du nicht alles dransetzen, das Medikament einzusetzen? Genau so ist es mit dem Klima und den Maßnahmen, die wir machen können, um den CO2-Wert zu reduzieren.“
Er erhielt zurecht viel Applaus.

Mitmachaktion am Amnesty International Stand:

Hier können Besuchende einsteigen und für 15 Minuten dank einer VR-Brille einen Flug ins All erleben:

Es gibt beides, die vollen Gänge und auch Gänge, in denen sich in Ruhe schauen ließ:

Es zeigten sich schöne Stände:

Und liebevoll Gestaltetes:

Bewegendes am ukrainischen Stand:

Hanns-Josef Ortheil zu seinem Buch „Schwebebahnen“. Ja, meine Wunschliste wächst. Die Moderatorin sagte zu seinem Buch: „Vergessen sie alle Ratgeber über Achtsamkeit, die sie bisher gelesen haben, und lesen sie dieses wunderbare, poetische Buch.“:

Die Autorin Anne Rabe sprach zu ihrem Buch das „Das M-Wort“:

Sie geht in ihrem Buch der Frage nach, ob wir uns eine Welt ohne Moral überhaupt leisten können. Anhand konkreter Beispiele – wie dem Umgang mit Armut, Migrations- und Klimapolitik und steigender Radikalisierung – beleuchtet sie auf persönliche Weise die gefährlichen Folgen der Verächtlichmachung von Moral. Anne Rabe schenkte viele gute Gedanken. Sie plädiert dafür, sich wieder mehr auf die Moral zu beziehen. Sie zitierte Elon Musk, der äußerte, die größte Schwäche des Westens sei die Empathie. Anne Rabe sagte zurecht, wir brauchen genau diese Empathie und diese sei die Basis um anzuerkennen, dass jeder Mensch gleich viel wert ist.
„Wir können uns keinen Pessimismus leisten. Wir können eine bessere Welt entwerfen und weitermachen“, so Anne Rabe.
Ich wünsche mir, dass viele Menschen – in Politik und überall – darauf hören, was Menschen wie sie sagen. Aussagen wie ihre machen die Welt besser, finde ich.

Der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2025 Karl Schlögel:

Er gilt als einer der profiliertesten Kenner Osteuropas. Karl Schlögel machte im Gespräch deutlich, dass das, was in der Ukraine geschieht, keine isolierte Angelegenheit ist, sondern dass es ein Krieg gegen den Westen ist. Landesverteidigung, so Schlögel, habe nichts mit Militarismus zu tun.
Er reist oftmals mit dem Zug in die Ukraine, da er sich selbst ein Bild für seine Studien machen möchte.
Er beschrieb die ukrainischen Orte als pulsierende Städte, in denen der Krieg sehr präsent ist – Männer mit Prothesen, mit amputierten Beinen prägen das Stadtbild sowie Raketenalarm und Begräbnisse und gleichzeitig gebe es auch die Ecken der Erholung vom Krieg. Es seien intakten Systeme, die Züge fahren pünktlich, die Menschen gehen zur Arbeit, Konzerte, Theater fänden statt. Dieses Zusammentreffen von Ausnahmezustand und der Bewältigung des Alltags, habe ihn sehr beeindruckt. Er nannte das „Die Aufrechterhaltung des Heldentums des Alltags“. „Das geht weiter, auch wenn ihr Bomben schickt.“

Ursula, Poznanski signierte ihr Buch „Erebos 3“:

Bärbel Schäfer im Büchertalk mit Leonie Plaar zu ihrem Buch „Meine Familie, die AfD und ich. Wie Rechtsextremismus uns entzweit – und wie wir dagegenhalten“:

Leonie Plaar ist eine politische Aktivistin, queer und Tochter eines AfD-Mitglieds. Ihre nahen Verwandten wählen die AfD. Sie bekam den Radikalisierungsprozess der Verwandten hautnah mit. Ein gutes Gespräch erlebten wir hier. Sie sagte, mit rationalen Argumenten seien die AfD-wählenden Menschen nicht zu erreichen. Argumente, die emotional zugänglich seien, seien bedeutsam, da diese Menschen aufgrund von Emotionen auch zu AfD-Wählern geworden seien.
Sie plädiert dafür, dass wir Menschen korrigieren, wenn wir erleben, wenn jemand etwas Rassistisches oder Sexistisches sagt. Wir alle könnten etwas machen.
Mein Ja zu ihren Aussagen.

Auch heute erlebte ich wieder Treffen und Begegnungen.
Und dann traf ich erfreut meinen Mann, der nun auch die Buchmesse genießen wird.

Eine aktuelle Diskussion um KI „Täuschend echt: Deepfakes – Auswege im  Kampf um die Wirklichkeit“:

Eine weitere Mitmachaktion:

Beide Autorinnen lasen aus ihren Bücher vor und beide Werke stehen auf meiner Wunschliste:

Am Zeit Stand waren Ricarda Lang und Steffen Mau zu ihrem gemeinsamen Buch „Der große Umbruch“ zu erleben. Ein Gespräch über Krisen, Konflikte und Kompromisse. Es ging darum, wie man den Zusammenhalt in Krisenzeiten stärkt:

Viele Zuhörende:

Erneut erlebte ich heute gute Gespräche und Diskussionen. Ich bin dankbar über die vielen Gedanken und Menschen, die schreiben, die Geschichten erzählen und die ihre Meinung äußern.

Vom Pressezentrum aus kann ich gut meine Beiträge schreiben:

Am Abend ging es für uns zur ARD-Radiokulturnacht der Bücher. Darüber werde ich gerne im Nachklang berichten.

Für heute grüße ich euch herzlich aus Frankfurt
Marion

Frankfurter Buchmesse – Donnerstag

Mein Tag auf der Buchmesse begann wieder mit dem Besuch des Gastland Pavilions Philippinen und ich lauschte der Musik. Beinahe schon mein Ritual hier auf der Buchmesse, an das ich mich gut gewöhnen könnte:

Ich besuchte Stände und oftmals ging mein Herz auf, gibt es doch viele bezaubernde Bücher, wie diese hier:

Häufig finden sich Mitmachaktionen, so wie diese schöne Postkartenaktion „Schreibe von der Buchmesse an einen besonderen Menschen“. Gerne machte ich mit. Eine Postkarte ausgesucht, beschrieben und losgeschickt. An wen verrate ich hier nicht, es soll schließlich eine Überraschung werden…

Nachdem ich Nora Gomringer im Gespräch mit der Moderatorin Cecile Schortmann hörte, steht ein weiterer Roman auf meiner Wunschliste „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“:

Zur Buchmesse gehören Gespräche an den Ständen und auf den Gängen. Dafür nehme ich mir gerne die Zeit. Einige sicherlich lohnenswerte und ursprünglich geplante Veranstaltungen erlebte ich deshalb nur kurz, wie Harald Welzer zu seinem Buch „Das Haus der Gefühle“:

Jehona Kicay las aus ihrem Buch „ë“:

Viele lauschten ihrer guten Vorlesestimme:

Ihr Buch stand auf der Shortlist zum diesjährigen Deutschen Buchpreis.
– Kleiner Exkurs: Alle fünf nominierten Bücher der Shortlist klingen sehr lesenswert.
Neben das gerade erwähnte Jehona Kicaj: ë
Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen, die den Preis erhalten hat
Kaleb Erdmann: Die Ausweichschule, das ich bereits gelesen habe und gerne empfehle
Thomas Melle: Haus zur Sonne
Fiona Sironic: Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Christine Wunnicke: Wachs –

Hier erlebte ich leider nur das Ende. Jo Schück im Gespräch mit der Trägerin des Sachbuchpreises 2025 Ulli Lust zu ihrem Buch „Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte“:

Buchmesse und Denis Scheck mit seinem Format „Druckfrisch“ gehören untrennbar zusammen. Er gab in seiner bekannten schnellen Art Literaturtipps. Und meine Wunschliste wuchs:

Ein weiteres Buch, das einen Platz auf meiner Wunschliste erhalten hat: „Und Federn überall“ von Nava Ebrahimi. Sie erzählt in ihrem Roman von einem einzigen Tag im Leben von sechs Menschen, deren Schicksale sich kreuzen – und das vor dem Hintergrund eines riesigen Geflügelschlachthofs, der eine zentrale Rolle spielt, und den Titel erklärt:

Maja Lunde mit ihrem Buch „Rettet die Kindheit“. Es geht um Digitalisierung und die Frage, ob wir unsere Kinder und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt verlieren. Ein aktuelles Thema:

Eine Veranstaltung, auf die ich mich jedes Jahr freue ist „Das Lieblingsbuch der Unabhängigen“. Hier sehr ihr die Bücher der Shortlist zu diesem Preis:


Sagte ich schon, dass meine Wunschliste wächst? Hach, es gibt so tolle Bücher, wunderbar!
Gut besucht war diese Veranstaltung, wie ihr seht:

Buchändler und Buchhändlerinnen stellten die nominierten Bücher vor. Und dann wurde bekannt gegeben, wer gewonnen hat: Lázár von Nelio Biedermann. Was eine sichtbare Freude:

Hier nochmal alle nominierten Bücher mit ihren Autoren und Autorinnen und den Paten der Buchhandlungen:

Eine weitere Mitmachaktion, hier sind Besuchende eingeladen, ihre Geschichte zu erzählen. Ich glaube, wir alle habe viel in uns, das lohnt erzählt und aufgeschrieben zu werden:

Michel Friedman zu seinem Buch „Mensch! Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“:

Ein kluger, analytischer und klarer Denker. Es war ein Gespräch, das mich sehr berührt hat. Einer seiner Sätze: „Es sterben immer noch Menschen im Mittelmeer. Reden wir noch darüber? Reden wir genug hierüber?“
Ich nehme viel mit von dieser Veranstaltung, so den Appell „Tut das Notwendige!“
Das zeigt die gesamte bisherige Buchmesse wieder sehr deutlich: Wie wichtig es ist, dass Autorinnen und Autoren und wir alle unsere Stimme erheben. Dass wir nicht zu bequem werden. Dass wir nicht aufgeben. Dass wir nicht aufhören uns einzusetzen für Demokratie und Menschlichkeit. Dass wir dranbleiben. Dass wir diese Welt mitgestalten.

So grüßt euch aus Frankfurt mit vielen vielen Eindrücken
Marion

Frankfurter Buchmesse – Mittwoch

Heute war der erste offizielle Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.

Im Gastland Pavilion lauschte ich am Morgen den Philippinischen Gesängen und der Musik:

Die Philippinischen Madrigal Singers:

Die Gänge und Hallen angenehm leer, denn erst am Freitag öffnen die Tore für Privatbesuchende:

Zeit zum Betrachten und Reinlesen:

Aussagen am Gutenberg-Stand, die ich mag:

Diesmal auch FUNK auf der Buchmesse mit dabei und Mitmachaktionen ebenso wie Ruhe-Liegestühle:


Braille, die internationale Blindenschrift, lädt zum Ausprobieren ein:

Im schönen Pressezentrum:

Hier finden sich Ruhe, Getränke und Snacks:

Nach sieben Monaten und 10.000 km kam Lennart Schaefer auf der Frankfurter Buchmesse an. Er durchfuhr die Ziellinie seiner LITERADTOUR und wurde mit Applaus und Jubel empfangen:

Fotos aufgereiht an einem Band von seiner Tour:

Was ein tolles Projekt! Er versteht sich als Literaturbotschafter und hat auf seiner Tour mit vielen Menschen, bekannten wie unbekannten, über Bücher und Lesen gesprochen. Er erzählte, dass er auf seine Frage: „Lesen Sie?“ häufig von den Menschen hörte: „Dazu fehlt mir die Ruhe.“ Er antwortete: „Lesen schenkt diese Ruhe.“
Er erzählte, er habe es genossen, so viel in der Natur unterwegs zu sein. Er verarbeitet nun all seine Erfahrungen und es soll ein Buch und eine Reportage folgen. Wunderbar!

Die neue Bühne „Centre Stage“:

Mithu Sanyal, Helge Malchow, Makro Martin und Felicitas Hoppe im Gespräch mit Thea Dorn zu dem Thema “ Literatur heute – Kann das weg?“:

Später erlebte ich den Juristen und Autor Bijan Moini im Gespräch mit dem Moderator Jo Schück zu seinem Buch „2033“. Ein Thriller, in dem es um eine rechtsextreme Partei geht und darum, wie wehrhaft unsere Demokratie ist. Aktuell und sicherlich sehr lesenswert. Das Buch wurde als spannend, duster und ebenso mutmachend beschrieben.
Jo Schück meinte am Ende des guten Gesprächs: „Immer daran denken, wir müssen alles erwarten, auch das Gute.“:

Die Agora noch übersichtlich heute:

Bei meinem Gang durch die Hallen gab es Treffen, Gespräche und Wiedersehen, auch das mag ich an der Buchmesse.
Später besuchte ich die Veranstaltung „Was es heißt, vom Schreiben zu leben“:

Gilda Sahebi und ihr Buch „Verbinden statt spalten“. Auch hier hörte ich viele gute Gedanken:

„Let`s talk about feelings“ heißt der Roman von Leif Randt, zu dem er mit Mona Ameziane sprach. In dem Roman geht es um Mode, Begehren und den Aufbruch ins mittlere Alter:

Hier seht ihr Daniela Dröscher zu ihrem Buch „Junge Frau mit Katze“ mit der Moderatorin Katty Salie. Meine Lesewunschliste wächst und das nicht nur deshalb, weil ich Daniela Dröscher und ihre Gedanken und Sätze sehr sympathisch finde:

Einer meiner Lieblingsverlage, der Kjona Verlag. Solltet ihr ihn noch nicht kennen, gerne recherchieren:

Die diesjährige Bachmann-Preisträgerin Natasch Gangl las aus ihrem Buch „Frische Appelle & andere Sprechtexte“ vor und es war ein Vergnügen ihrer Sprachperformance zuzuhören:

Mein heutiger Buchmessentag begann im Gastland Pavillon und endete auch hier. Mit einer sehr berührenden Performance „The Siza Performance for Children of Gaza“:

Und schließlich noch philippinische Musik und Gesang:

Auch die Bücher legten sich nun zur Ruhe:

Bis morgen, Buchmesse, du reichhaltige, vielseitige Messe. Bunt, wie das Leben.
Sagte ich schon, dass ich die Buchmesse liebe?
Es grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Eröffnung Frankfurter Buchmesse 2025

Es ist wieder soweit: Buchmessezeit!
Mit viel Vorfreude und großer Lust kam ich heute Morgen hier an. Die 77. Frankfurter Buchmesse beginnt morgen. Heute war die Eröffnung. Gerne werde ich Eindrücke von meinem Erleben mit euch teilen.

So leer auf der Agora – dem Innenhof – wird es sicherlich bald nicht mehr sein:

Die letzten Vorbereitungen laufen, so auch die fleißigen Fensterputzer:

Für mich ging es nun zur Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse. Eine freundliche, süße Begrüßung erwartete uns dort:

Es gab gute und nachdenklich machende Reden von Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und eine starke Rede der Autorin Nora Haddada, die ihr hier seht:

Im Anschluss an diese Pressekonferenz fand der Presserundgang durch den Pavillon des Ehrengastes Philippinen statt. Auf diese Veranstaltung freue ich mich immer besonders. Dieser Raum wird jährlich individuell von dem betreffenden Gastland gestaltet. Ich finde wunderbar, dass es jedes Jahr ein Gastland gibt, das die Kultur und Literatur des Landes nahe bringt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr ein Buch des Gastlands zu erwerben. Schön, denn bisher habe ich wissentlich noch kein philippinisches Buch gelesen.
Das Gastland Philippinen trägt das schöne Motto „Fantasie beseelt die Luft“. Das ist sicherlich eines der Sachen, die unsere Welt braucht:

Nachdem ich einen ersten Blick in den Pavillon werfen durfte, wurden wir wieder hinausgebeten.
Wartend und spannungsvoll standen wir dort. Schließlich öffnete sich die Tür und wir wurden von der philippinischen Delegation in einem Spalier stehend herzlich empfangen. Das war einer der berührenden Momente des heutigen Tages:

Und wie wundervoll, sie setzten uns mit der Begrüßung „Mabuhay!“ einen Blumenkrone auf, wie es in dem Land üblich ist. Was ein schöner Brauch und ich freue mich sehr über diese Krone:

Es gab tolle Musik:

Weitere Eindrücke dieses Gastland-Pavillons:

Verschiedene Sitzecken laden ein:

Die Materialien bestehen überwiegend aus Bambus und Ananasfasern, ich mag den Geruch sehr. Es gibt zudem Videoinstallationen:

Und natürlich Bücher:

Und nochmals Bücher, Bücher, Bücher:

Später warf ich Blicke in die Hallen. Jedes Jahr bin ich aufs Neue erstaunt, wie viel hier noch gewerkelt wird und dass tatsächlich bis morgen früh alles fertig sein wird:

Auch bereits fertige und schön gestaltete Ecken konnte ich schon erblicken:

Später ging ich zur Stadt, in der die Buchmesse ebenso zu spüren ist. Mitten auf dem Roßmarkt lädt die „Jeepney Journay“ ein. Ein Jeepney, auf den Philippinen ein im Alltag verwurzeltes, buntes
Gemeinschaftsfahrzeug, ist hier zu bestaunen. Hier ist in diesen Tagen ein Treffpunkt für Austausch, Workshops und kulturelle Begegnung:

Landestypisches Essen gibt es auch:

Im Hotel angekommen schaute ich die „Opening der Frankfurter Buchmesse 2025“, die ihr über YouTube nachschauen könnt. Sehr lohnenswert, wie ich finde, zeigt sie die Wichtigkeit der Literatur, der Demokratie und der Vielfalt.

Dankbar über diesen Tag und mit Vorfreude auf die Woche
grüßt euch aus Frankfurt
Marion