
9./10. Dezember – Schnipselgedicht



Hier ist es schön
hier bleib ich jetzt ganz lange stehen
Ich atme und schaue
bewege mich nur leicht
ganz leicht
Wenn das Leben wieder anklopft
und ich gehe
nehme ich dich mit
in jeder Faser meines Ichs


Es gibt schon viele tolle Menschen
Du triffst sie erwartet wie unerwartet
Sie malen den Tag, die Nacht und das Leben an
Dort wo sie gehen wird es ein wenig heller
und hoffnungsvoller
dieses alte Wort
das nie stirbt




Wir Menschen haben mehr gemeinsam als wir denken
Auch im Nachbarn wohnen innere Sterne und Gespenster
Der Mensch tausende Kilometer von uns entfernt
lebt ebenso sein Lachen und seinen Schmerz
Jeder liegt nachts einmal wach
und jede möchte einmal die ganze Welt umarmen
Die seidenen Fäden zwischen uns sind da


Die Leute kommen nach hier
vergessen für einen Moment
den Schmerz der Welt
Er ist nicht weg
doch etwas legt sich darüber
Wie eine sanfte Decke
Sie trinken ihren Tee
reden, hin und wieder erklingt ihr Lachen
dann schweigen sie
Später öffnen sie die Türe wieder
die nach Draußen ins Leben führt
Ein Azurblau hat sich auf ihre Seele gelegt
und das Versprechen des Tees