Eröffnung Frankfurter Buchmesse 2025

Es ist wieder soweit: Buchmessezeit!
Mit viel Vorfreude und großer Lust kam ich heute Morgen hier an. Die 77. Frankfurter Buchmesse beginnt morgen. Heute war die Eröffnung. Gerne werde ich Eindrücke von meinem Erleben mit euch teilen.

So leer auf der Agora – dem Innenhof – wird es sicherlich bald nicht mehr sein:

Die letzten Vorbereitungen laufen, so auch die fleißigen Fensterputzer:

Für mich ging es nun zur Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse. Eine freundliche, süße Begrüßung erwartete uns dort:

Es gab gute und nachdenklich machende Reden von Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und eine starke Rede der Autorin Nora Haddada, die ihr hier seht:

Im Anschluss an diese Pressekonferenz fand der Presserundgang durch den Pavillon des Ehrengastes Philippinen statt. Auf diese Veranstaltung freue ich mich immer besonders. Dieser Raum wird jährlich individuell von dem betreffenden Gastland gestaltet. Ich finde wunderbar, dass es jedes Jahr ein Gastland gibt, das die Kultur und Literatur des Landes nahe bringt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr ein Buch des Gastlands zu erwerben. Schön, denn bisher habe ich wissentlich noch kein philippinisches Buch gelesen.
Das Gastland Philippinen trägt das schöne Motto „Fantasie beseelt die Luft“. Das ist sicherlich eines der Sachen, die unsere Welt braucht:

Nachdem ich einen ersten Blick in den Pavillon werfen durfte, wurden wir wieder hinausgebeten.
Wartend und spannungsvoll standen wir dort. Schließlich öffnete sich die Tür und wir wurden von der philippinischen Delegation in einem Spalier stehend herzlich empfangen. Das war einer der berührenden Momente des heutigen Tages:

Und wie wundervoll, sie setzten uns mit der Begrüßung „Mabuhay!“ einen Blumenkrone auf, wie es in dem Land üblich ist. Was ein schöner Brauch und ich freue mich sehr über diese Krone:

Es gab tolle Musik:

Weitere Eindrücke dieses Gastland-Pavillons:

Verschiedene Sitzecken laden ein:

Die Materialien bestehen überwiegend aus Bambus und Ananasfasern, ich mag den Geruch sehr. Es gibt zudem Videoinstallationen:

Und natürlich Bücher:

Und nochmals Bücher, Bücher, Bücher:

Später warf ich Blicke in die Hallen. Jedes Jahr bin ich aufs Neue erstaunt, wie viel hier noch gewerkelt wird und dass tatsächlich bis morgen früh alles fertig sein wird:

Auch bereits fertige und schön gestaltete Ecken konnte ich schon erblicken:

Später ging ich zur Stadt, in der die Buchmesse ebenso zu spüren ist. Mitten auf dem Roßmarkt lädt die „Jeepney Journay“ ein. Ein Jeepney, auf den Philippinen ein im Alltag verwurzeltes, buntes
Gemeinschaftsfahrzeug, ist hier zu bestaunen. Hier ist in diesen Tagen ein Treffpunkt für Austausch, Workshops und kulturelle Begegnung:

Landestypisches Essen gibt es auch:

Im Hotel angekommen schaute ich die „Opening der Frankfurter Buchmesse 2025“, die ihr über YouTube nachschauen könnt. Sehr lohnenswert, wie ich finde, zeigt sie die Wichtigkeit der Literatur, der Demokratie und der Vielfalt.

Dankbar über diesen Tag und mit Vorfreude auf die Woche
grüßt euch aus Frankfurt
Marion

Findesatz und Wortspiel – 37

„Und jetzt: eintauchen in mein Buch.“

Den ganzen Tag freute er sich auf diesen Moment. Er hatte den Abendbrottisch aufgeräumt, sich einen Tee aufgebrüht und auf seinem Korbsessel Platz genommen. „Und jetzt: Eintauchen in mein Buch“, sagte er leise. Ein tiefes Einatmen und ein noch tieferes Ausatmen folgten.
Seine Kinder waren in ihren Zimmern beschäftigt. Manchmal hörte er ihr Lachen. Sie waren alt genug, sich selbst zu beschäftigen, und alt genug, länger als er wach zu sein. Seine Frau traf sich heute mit einer Freundin in ihrem Lieblingscafé. Vermutlich würde sie spät zurückkommen.
Sein Buch war ein Zufallsfund gewesen, mitgenommen aus einem dieser Bücherschränke, die es immer häufiger zu sehen gibt. Im Urlaub hatte er es in einem kleinen Ort entdeckt. Er mochte den Gedanken, dass die Bücher zu ihm fanden, die er noch lesen sollte. Oft dachte er, angesichts seines fortschreitenden Alters – immerhin ging er auf die 50 zu –, dass er nicht mehr all die Bücher würde lesen können, die er lesen wollte. Bücher, die er als Jugendlicher gemocht hatte und noch einmal lesen wollte, Klassiker, die er bisher vermieden hatte, Neuerscheinungen, die ihn interessierten, Werke seiner Lieblingsautorinnen und Lieblingsautoren. Und dann gab es diese Zufallsfunde. Wie Sternschnuppen, die unerwartet auftauchen.
Er schlug das Buch auf und spürte, wie sich eine Vorfreude ausbreitete. Und während die Sätze ihn umgaben, fühlte er sich aufgehoben, im Buch, im Moment, in sich selbst.

Findesatz und Wortspiel – 36

„Jetzt kann ich gemütlich Sein.“

Die Buntheit des Cafés lud ihn ein. Nicht nur seine Augen, auch sein Inneres nahm die Buntheit auf. Er genoss einen Kaffee mit ein wenig Milch. Liebevoll angerichtet von einer älteren Madame, deren Falten viel Schönheit trugen. Merci, sagte er. Der erste Schluck ist ihm immer der Wertvollste. Hätten die Kinder, die wenige Meter entfernt auf dem Marktplatz spielten, ihn beobachtet, hätten sie ihn lächeln sehen. Doch sie waren in ihr Tun vertieft, wie nur Kinder das können. Jetzt kann ich gemütlich Sein, dachte er. Ungeplantes war weit weg. Er wanderte von Ort zu Ort. Nur die jeweilige Etappe zählte. Pausen mitten im Wald oder in Cafés, die unerwartet auftauchten, wie nun. Das Café füllte sich innerhalb einer halben Stunde und er betrachtete die französischen Menschen. Er gab ihnen Namen. Camilla, Jean, Amélie, Antoine, Manon, Pierre. Die französischen Klänge, die seine Ohren streiften, trugen Charme. Leises Lachen zwischen den Stühlen. Die nachmittägliche Sonne schien mild. Mild, ein Wort das zu diesen Tagen passte. Die Landschaft, die Orte, die Menschen, selbst sein Inneres war geruhsam. Diese Milde hob er auf, nicht bewusst, es geschah von ganz allein.