Der Samstag ist der vollste Tag der Buchmesse. Schon am Morgen war viel los. Viele Cosplayer gab es zu entdecken:

Meine erste Veranstaltung führte mich zur Glashalle, wo auf der Literaturbühne das Buch von Maxim Leo „Einatmen. Ausatmen“ vorgestellt wurde. Ein humorvoller Roman über die Suche nach dem richtigen Leben und dem Weg zu uns selbst. In dem Gespräch sagte Martin Leo, dass er gerne von Dankbarkeit anstelle Achtsamkeit spreche. Woraufhin die Moderatorin Katty Sallíe das Publikum einlud, einen Moment die Dankbarkeit zu spüren, darüber, dass wir heute hier sind und hier sitzen. Mitten im Trubel drumherum war das ein sehr besonderer Moment der gemeinschaftlichen Stille.

In dem Format Druckfrisch gab Denis Scheck in gewohnt temporeicher Art Literaturtipps zu aktuellen Neuerscheinungen. Hier etwa den Roman „Frauenprobleme“ von Lina Muzur:

Als er das Sachbuch „Meinungsfreiheit“ von Ronan Steinke vorstellte, ging er auf den Kulturstaatsminister Wolfram Weimar ein, der veranlasst hat, dass drei Buchhandlungen vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen wurden – obschon sie zuvor von der Jury nominiert worden sind – und dass dieser bedeutsame Preis für dieses Jahr nun ganz abgesagt wurde. Ein Thema, das hier auf der Buchmesse sehr präsent ist. Den drei Buchhandlungen müsste man ein Denkmal setzen, so Denis Scheck. Es ist zu spüren, die Buchmesse ist immer auch eine politische Messe.
Stellungnahme zu dieser Debatte auch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels:

Hier seht ihr Sophie Passmann zu ihrem Buch „Wie kann sie nur?“ im Gespräch mit Mona Ameziane. Ihr Buch handelt von der widersprüchlichen Welt weiblicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien:

Eine wichtige und gute Diskussionsrunde zum Thema „Nicht nachlassendes Engagement. Der Kampf gegen rassistische und patriarchale Gewalt“.
Christina Clemm kritisierte zu recht, dass zur Zeit bedeutsame Gelder gekürzt werden sollen für Projekte, die Demokratie fördern.
Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig Widerstand ist, den braucht es in einer Welt, die zunehmend faschistischer wird.
„Warum darf ich dennoch ein Kind in diese Welt setzen?“ war die abschließende Frage der schwangeren Moderatorin. Matthias Meißners Antwort: „Bitte möglichst ein Kind, auf dass es viele Widerworte gibt.“
Und Christina Clemms Antwort lautete: „Es ist richtig, Kinder zu bekommen und es ist richtig, das Leben zu genießen und sich mit anderen zu verbinden. Solidarität macht viel mehr Spaß als diese ganze rechte Hetze, die mit Hass verbunden ist und die immer nur das Negative sieht. Wir können uns miteinander verbinden und einander unterstützen.“ Mein Ja zu diesen Haltungen.

Eine weiteres wichtiges Gespräch erlebte ich im Forum Sachbuch. Sally Lisa Starken sprach zu ihrem Buch „Wenn der rechte Rand regiert“. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, das rechtsextreme Drehbuch der AfD zu stoppen und die aktuellen Entwicklungen nicht zu verharmlosen. Und ebenso, wie bedeutsam Widerstand ist.

Eine schöne Atmosphäre vor dem blauen Sofa. Auf einladenden Sitzsäcken hören die Menschen den Gesprächen zu. Hier Markus Orth zu seinem Buch „Die Enthusiasten“:

Iryna Fingerova zu ihrem Buch „Zugwind“. In dem Buch geht es um eine junge ukrainische Ärztin und den Versuch, Trost in alltäglichen Dingen zu finden. Meine Lesewunschliste wächst und wächst:

Auch heute gab es gute Treffen und Gespräche. Zwischen Kaffee und Äpfeln hatte jemand aus Keksen ein feines Wort gelegt:

Dann erlebte ich Christian Haller zu seinem Buch „Einfallende Dämmerung“. Ein melancholisch-heiteres Buch in dem es um das Altern geht.
Was ein sympathischer 83-jähriger Schriftsteller aus der Schweiz.
Eine Frau neben mir hatte Tränen in den Augen und meinte, sie sei ganz berührt. Ja, so ging es mir und sicherlich vielen anderen auch.
Das war wieder einer der Momente die zu meinem „Buchmessen-Glück“ gehören:

Abends ging es für mich zur Klimabuchmesse, die mit vielen Veranstaltungen in der Stadt und auf dem Messegelände unterwegs ist.
„Mutig statt machtlos: Geschichten vom Aufstehen und Weitermachen“ hieß der Titel der Veranstaltung.
Gute Stände vor dem Saal, wie dieser über die lesenswerte Zeitschrift Atmo:

Gruppenfoto auf der Bühne:

Es war eine bedeutsame und inspirierende Diskussion über Hoffnungen, Verantwortung und die Kraft der eigenen Handlungsmöglichkeiten.
Hier seht ihr die lesenswerten Bücher:

Auch das schätze ich sehr an den Buchmessen, sie geben Mut, regen an und zeigen, wie viele Menschen sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Literatur ist sicherlich ein wichtiger Baustein bei der Gestaltung einer Welt, wie wir sie uns wünschen.
Ein berührender, guter und mutmachender Tag und Abend!
Es grüßt euch aus Leipzig mit vielen Eindrücken
Marion