12 Gedanken zu „18. Dezember

    • Den Kontext erzähle ich gerne, liebe Christiane.
      Gestern Abend war ich zum Tanzen. In dieser letzten Stunde vor den Ferien hat jeder einen Tanz vorgeführt.
      Es war ebenso vielfältig, wie die Menschen selbst. Eine Mittänzerin hat hierzu den Text von Bernhard von Clairvaux „Schale der Liebe“ vorgelesen.
      Am Ende sagte sie diesen Satz: “Womit ich meine Schale fülle – die fülle ich mit Tanz.” Und dann – dann hat sie getanzt.

      Und hier füge ich gerne den schönen Text von Bernhard von Clairvaux an:
      „Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.
      Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen.
      Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.
      Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut?
      Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich.“

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  1. Ich habe diesen Text vor vielen Jahren schon einmal gelesen und erinnere mich an ein spontanes, heftiges „nein“ dazu. Da wusste ich auch noch nichts über BvC.
    Ich finde immer noch: nein, so lernt man das Lieben nicht! Die Liebe entzieht sich jedem Handel, dem Ansparen und der Berechnung. Sie ist voll und immer da, aber sie ist auch volles Risiko, und nur JETZT zu „haben“, indem ich sie gebe. Das ist etwas, was sich im Bewusstsein abspielt und sich mit materiellen Begriffen und deren Kalkül gar nicht greifen lässt.
    Mal etwas ernster als sonst, ich hoffe, das war noch im Rahmen,
    dafür mit besonders herzlich ausströmenden Vorweihnachtsgrüßen,

    Michael

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    • Lieber Michael, es darf auch ernst, alles im Rahmen, sei unbesorgt. Ich freue mich über deine Worte, die zum Nachdenken anregen. Gerade das kann interessant sein, unsere vielfältigen Sichtweisen.
      Ich hörte diesen Text gestern und fand die Gedanken tief. Wenn jemand nicht geben kann, da er sich erst mal selbst füllen muss, dann finde ich diesen Gedanken verständnisvoll. Ich finde, die Worte von BvC beinhalten den Appell, dass wir gut mit uns selber umgehen und schauen, dass die eigenen Quellen nicht versiegen.
      Gleichwohl verstehe ich deine Gedanken und unterstreiche deine Meinung und guten Worte. Liebe hat nichts gemein mit Berechnung und Kalkül. Liebe spart nicht an und kann auch Risiko sein.
      Für mich stehen beide Sichtweisen nicht im Gegensatz zueinander. Liebe ist echt, voll, ohne Berechnung und sie sollte überströmen, unsere innere Quelle verdient es, gut gefüllt zu sein und es ist wunderbar, wenn sie weiterströmt, ohne wenn und aber.
      Deine ausströmenden Vorweihnachtsgrüße sind angekommen, ich nehme sie dankbar an und lasse herzliche Grüße zurück fließen.
      Marion

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  2. gefüllt sein wie eine Schale und überströmen, abgeben vom Überfluss und sich nie ausleeren lassen bis zum Grunde. Das ist klug und weise, ein guter Richtsatz, denn nur eine sprudelnde Quelle kann abgeben, die leergetrunkene, deren Zulauf versiegt ist, ist eine dahinsiechende und letztendlich sterbende Quelle.

    Liebe sollte unerschöpflich sein, überfliessen aus geheimen Quellen, die gespeist werden aus etwas, das sich immer wieder selbst erneuert, aus einem tiefen Gefühl, das nicht berechenbar ist u. mit Logik schon gar nicht zu begreifen.
    Ich glaube, die Liebe läßt sich nicht erklären. Sie holt sich Nachschub dort, wo andere ihn schon lange nicht mehr finden, sie ist erfinderisch.

    Ein wundervolles Foto, liebe Marion

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