Petrichor
Petrichor kommt aus dem Englischen und bezeichnet den angenehmen Duft, der entsteht, wenn nach einer längeren Trockenperiode Regen auf trockenen Boden fällt.

Endlich. Die Tropfen fielen vom Himmel. Geschützt saßen wir auf der überdachten Terrasse. Vor uns halb gefüllte Weingläser, kleine Schalen mit Nüssen, Oliven auf einem blauen Teller, eine Karaffe mit Wasser und einer Zitronenscheibe darin. Wir wurden still, ohne dass wir einander dazu aufforderten. Wir hörten dem Regen und seinem immer stärker werdenden Klang zu.
Wie unsere Erde das brauchte. Die Tropfen prasselten auf den Boden, in die Beete und auf die verdorrte Wiese. Noch immer schwiegen wir. Abwechselnd schaute ich nach oben und sah, wie die Tropfen auf das Terrassendach fielen, und hinaus in die Weite. Ich blickte auf all das, was den Regen in sich aufnahm.
Ohne zu sprechen, nahmen wir alle diesen unvergleichlichen Duft wahr. Petrichor. Wir atmeten tief.
Piet war der Erste, der wieder sprach. „Gott sei Dank.“
Wir nickten dazu. Gerda, Lars, Hannes, Beate, Mel und ich. Ich weiß nicht, wer von uns an Gott glaubte oder diesem Gott dankte. Dennoch nickten wir alle.













