4. August – Findesatz-Gedicht

Manchmal mitten am Tag
da werden meine Gedanken leise
Ich halte inne
um ihrem Flüstern zuzuhören
Sie erzählen viel
ganz ohne Eile
Mein Atem wird ruhig
Das Tagwerk ruht
und die Hände im Schoß
Es ist als sammelt sich etwas in mir
und ich mich im großen Ganzen
Wenn ich dann aufstehe
lache ich den Himmel an
das Gras zu meinen Füßen
und den Menschen
der mir als nächstes begegnet

2. August – Findesatz-Gedicht

Ich möchte nie aufhören zu vertrauen
Ich möchte nie aufhören zu staunen
Ich möchte nie aufhören Luftsprünge zu machen
einem Vogel im Flug zuzusehen
mich ins Gras zu legen
etwas Neues zu probieren
mich weniger ernst zu nehmen
der Stille zuzuhören
mich in einer Buchhandlung zu beschenken
zu wählen
mich im Garten zu stellen und den Geräusche der Nacht zu lauschen
andere Menschen zu entdecken
mich über meine Zehen zu wundern
unbeabsichtigt zu kritzeln
mich in das Leben zu verlieben

30. Juli – Findesatz-Gedicht

Existiert Zeit?

Ist Zeit nur ein menschliches Konstrukt, um Veränderungen zu messen?

Sollen wir die Zeit vergessen?

Wo bin ich heute in einem Jahr?

Sind meine Arme weit genug?

Kann ich lassen?

Wo wohnt das Vorher?

Wer erfand das Himmelsblau?

Was wollen meine Gedanken von mir?