






Köpfe und Füße laufen um die Wette
Volle Regale und zu viel in den Schubladen
In jeder Straße stapeln sich Gegenstände und Meinungen
Der blaue Wind ist nicht haltbar
Die Geräusche hängen an den Laternen
Flecken in allen Mustern
Da ist ein ruhiger Ort in uns selbst
Für Momente ohne ein wenn sein
und auf nichts warten



Schneebeckte Bäume schenken sich
Das tut so gut, atmen
Die Stille erzählt vom Augenblick
Der Wald webt sich ein
Fast zu schön um wahr zu sein
Doch ich möchte
der Schönheit glauben




Frische umgibt unsere Haut
Ein Schleier deckt die Natur ein
Die Atemluft ist sichtbar weich
Bodennahe Wolken flüstern den Füßen Geheimnisse zu
Wer braucht schon Sonne
wenn man Nebel hat
An manchen Tagen vermissen wir nichts

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und wünsche euch einen wunderbaren Jahresbeginn!
Heute möchte ich euch mein Jahresprojekt 2025 vorstellen, das aus zwei Kategorien besteht:
Kategorie 1 – Findesatz und Wortspiel
Einmal wöchentlich teile ich hier im Blog einen Satz, den ich in der Woche gehört habe und der mich besonders anspricht – sei es durch seine Schönheit, Poesie, Tiefe, Skurrilität oder seinen offenen Interpretationsspielraum. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich den Satz in einem persönlichen Gespräch, in einem Café, an der Supermarktkasse oder zufällig im Vorbeigehen gehört habe.
Von diesem Satz lasse ich mich inspirieren, um ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte zu schreiben. Entweder wird der Satz wortwörtlich in den Text integriert, oder er dient als Anregung für den Text.
Dazu teile ich ein passendes Foto.
Die ursprüngliche „Findesatz“-Idee greife ich damit wieder auf.
Kategorie 2 – Verstecktes Wort der Woche
Ein weiteres Element meines Jahresprojekts ist das „Versteckte Wort der Woche“. Dabei wähle ich wöchentlich ein Wort, das mit dem nächsten Buchstaben des Alphabets beginnt. Dieses Wort schreibe ich auf einen Zettel und platziere es an einem Ort, an dem Menschen es entdecken können – etwa auf einer Parkbank, an einer Bushaltestelle oder in einem Wald. Ich freue mich, wenn das Wort jemanden anspricht und es mitgenommen wird.
Da das Alphabet aus 26 Buchstaben besteht und das Jahr 52 Wochen hat, werde ich das Alphabet zweimal durchlaufen und so insgesamt 52 Wörter auswählen.
Auch hierzu teile ich ein Foto im Blog, das das gewählte Wort sowie den Ort zeigt, an dem ich es versteckt habe.
Ich freue mich sehr auf dieses neue Jahresprojekt und bin dankbar, euch weiterhin als Leserinnen und Leser an meiner Seite zu haben.
Herzliche Neujahrsgrüße
eure Marion
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und damit schließt auch mein Jahresprojekt.
Es hat mir Freude bereitet, Schnipselgedichte, Schnipselfragen und vom Aussterben bedrohte Wörter in der Baum-Bibliothek mit euch zu teilen.
Von Herzen danke ich allen, die hier lesen, Gedanken und Antworten in den Kommentaren geteilt haben, meinen Beiträgen ein „Like“ schenkten oder still mitgelesen haben. Das bedeutet mir sehr viel, und ohne euch würde es den Findesatz-Blog in dieser Form sicherlich nicht mehr geben.
Am Ende eines solchen Projektjahres blicke ich gerne zurück und teile ein paar Gedanken mit euch.
Eine meiner Kategorien war die Baum-Bibliothek. Es war bereichernd, fast vergessene Wörter wiederzuentdecken, sie hervorzuheben und am heimatlichen Baum zu platzieren. Es war schön, eure Gedanken dazu zu lesen, die mich wiederum inspiriert haben. Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich den Kastanienbaum im Garten und seine Wandlung durch das Jahr viel bewusster als sonst wahrgenommen habe. Ich beobachte ihn jedes Jahr, doch durch die Baum-Bibliothek wurde dieses Erleben deutlich intensiver.
Ich teile am Ende gerne einen kleinen Videomitschnitt mit euch, der zeigt, wie sich der Baum im Laufe des Jahres verändert hat.
Eine zweite Kategorie waren die Schnipselfragen. Auch hier habt ihr mit wunderbaren Antworten und Gedanken dazu beigetragen, dass diese Rubrik lebendig wurde. Dafür danke ich euch.
Schließlich gab es meine dritte Kategorie, die Schnipselgedichte. Zeilen, die ich geschnipselt und an verschiedenen Orten aufgehängt habe. Meist wusste ich nicht, ob oder von wem sie entdeckt wurden – doch hin und wieder erfuhr ich es.
So beobachtete ich einmal einen jungen Mann, der eines der Gedichte fand. Es war während einer Veranstaltung in der Natur. Ich sah, wie er das Schnipselgedicht seinen Freunden zeigte und wie er später mit seiner Freundin am Baum saß und sie das Gedicht lasen. Das war ein sehr schöner Moment für mich.
Ein anderes Mal sprach mich ein Mann an, der ein Schnipselgedicht auf einem Bahnhofsvorplatz gefunden hatte. Er sah, wie ich es zuvor aufgehängt hatte, und meinte, die Worte seien genau im richtigen Moment zu ihm gekommen. Er erlebe gerade eine schwierige Zeit und das Gedicht tue ihm gut. Er wollte es in seiner Wohnung einen besonderen Platz geben. Mit dieser Rückmeldung hat er mir ein großes Geschenk gemacht.
Oft beobachtete ich, wie Menschen vorbeigingen, ohne die Worte zu bemerken. Wer weiß, vielleicht würde ich sie auch übersehen.
Manchmal kam ich später an den Ort zurück, an dem ich zuvor ein Schnipselgedicht versteckt hatte, und sah, dass es nicht mehr da war. Spannend und schön.
Der Blog bleibt für mich ein Ort, an dem ich kreativ sein kann. Es ist schön, euch lesend dabei zu wissen.
Auch wenn dieses Jahresprojekt nun zu Ende geht, wird es im kommenden Jahr weitergehen – auf eine neue Art und Weise, die ich euch morgen erzählen werde.
Habt einen wunderbaren Silvesterabend und kommt gut ins neue Jahr, laut oder leise, so wie es euch gefällt.
Ein Baum zeigt es uns auf wundervolle Weise, wie ich finde: Er steht fest verwurzelt in der Erde und lebt den Wandel der Jahreszeiten. Er wächst, verändert sich und streckt sich dem Licht entgegen. Er schenkt uns jedes Jahr neue Blätter, seine Blüten und Früchte. Er zeigt Beständigkeit und Veränderung – beides gehört auch zu unserem Leben.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein neues Jahr mit Beständigkeit und Wandel, Zuversicht, Freude und viel Wohlbefinden.
Liebe Grüße
eure Marion
Und hier das Video vom Kastanienbaum im Wandel des Jahres:




